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Steinberg Cubase 4 im Test

Autor: Eike Formella

Nach langer Wartezeit präsentiert sich der Sequenzer Cubase nun in einer neuen Version. Dabei hat das Programm sein SX verloren und hört jetzt nur noch auf den Namen Cubase 4. Aus Cubase SL 3 wurde Cubase Studio 4 und die SE-Version hat Steinberg ganz rausgenommen.



Die erste Überraschung zeigt sich dem Benutzer beim Öffnen des schweren Update-Paketes. Unglaublich aber wahr - Cubase hat sein Handbuch zurückbekommen. Da könnten sich einige Software-Hersteller ruhig mal eine Scheibe von Steinberg abschneiden.
Musste der User bei den letzten Versionen noch seinen Laptop mit ins Bett nehmen, falls ihm geeignete Bettlektüre fehlte (die Handbücher lagen nur im PDF-Format vor), kann er nun wieder eine echte Schwarte auf seinen Nachtschrank packen. Der Schreibstil ist sachlich informativ und gibt die nötigen Infos zum Programm. Wer aber völlig neu in eine Software wie Cubase oder gar das Recording an sich einsteigt, dem sei nach wie vor geeignete Sekundärliteratur mit mehr Bezug zur Praxis ans Herz gelegt.
Konkret findet man in gedruckter Form - wie zu Cubase-VST-Zeiten - das kurze Einführungsbuch und das Benutzerhandbuch allerdings in breiterem Format vor. Die Dokumente über Fernbedienungs- und Midigeräte und die PlugIns stehen nach wie vor nur im PDF-Format zur Verfügung - schade, gerade letzteres erscheint in Papier-Form nützlicher, aber immerhin schonmal ein Anfang

Der Mixer in Cubase 4 wurde um diverse Kleinigekeiten erweitert. Besonders der jeweils aktuelle Kanalzug ist jetzt deutlicher hervorgehoben


Auffällig ist, dass der bislang übliche Update-Preis um 20 € angestiegen ist. Es liegt der Verdacht nahe, dass genau die besprochene Literatur der Grund dafür sein könnte. Dann wäre es allerdings wünschenswert gewesen, auf das Papier optional verzichten zu können und dafür den Preis geringer zu halten.

Installation


Während auf unserem Apple G5 System (2,0 GHz Dualcore) bei der Installationbis auf einen als schwer aber nicht unlösbar zu bezeichnenden Bug (s.u.) alles problemlos lief (tendentiell sogar besser und schneller als bei Cubase SX 3), gab es auf dem Windows-System massive Probleme: Erst nach mehrmaligem Versuch bei dem der Rechner teilweise komplett eingefroren ist und sich nur duch Kaltstart wieder beleben ließ, haben wir die Installationsroutine komplett bis zu Ende bringen können - das geht besser!
An der Installationsprozedur mit Aktivierung der Lizenz auf dem Key über das bekannte internetgebundene Programm "Lizenz Kontroll Center" hat sich nichts geändert. Ein Unterschied besteht allerdings in der Registrierung des Programms - Karten, die bekanntlich gerne versehentlich in Papierkörben verschwinden, müssen jetzt nicht mehr eingeschickt werden. Stattdessen wird man dazu angehalten, auf der Steinberg-Seite eine "My-Steinberg-Page" anzulegen, auf der dann die 12stellige Key-Nummer einzutragen ist. Die lizensierten Programme werden daraufhin dort angezeigt und gelten als registriert. Dies ist wichtig für spätere Updates und sollte nicht versäumt werden.
Der neue 30-Band Equalizer GEQ30 in Cubase 4

Die Kritik, dass viele Studio-Rechner überhaupt keinen Internet-Anschluss besitzen, muss folglich bestehen bleiben. In diesem Fall bleibt nur der Gang an den Rechner zu Hause oder bei Freunden. Generell ist sehr schade, dass immer mehr Hersteller zu einer Zwangsregistrierung neigen, trotz dessen dass der Trend scheinbar nicht mehr aufzuhalten ist, ziehen wir in einen Punkt in der Bedienungsnote dafür ab.

Doch nun zum Programm selbst - Cubase 4 hat einiges an Neuerungen zu bieten, die hier überblicksartig besprochen werden sollen.

Outfit


Der Sequenzer hat tatsächlich neue Kleider bekommen - verspielte 3D-Buttons sind verschwunden und das Layout erscheint dunkler, irgendwie edler als zuvor. Ob einem dies gefällt ist sicherlich in weiten Teilen auch eine Frage des Geschmacks. Bei der täglichen Benutzung macht das Layout aber einen sehr gefälligen und vor allem aufgeräumten Eindruck. Aktivierte Buttons heben sich farblich deutlich ab und sind gut zu erkennen. Das Erscheinungsbild lässt sich wie schon in SX 3 nur begrenzt variieren - gänzlich eigene Skins sind nach wie vor nicht möglich.
Bunt, bunter, Cubase 4. Trotz vieler neuer Funktion behält man im Proejktfenster auch bei komplexen Arrangemnts immer noch die Übersicht.


Dateiverwaltung und mehr


Cubase hat eine von der Idee her sehr nützliche eigene Dateiverwaltung erhalten, die den Zugriff auf Presets (z.B VST-Instrumente und Effekte), Samples, Midi- und Audiofiles erleichtern soll. Es ermöglicht die Suche nach verschiedenen Kriterien und gibt diverse Filtermöglichkeiten vor, welche Ordnung in die diversen Libraries bringen sollen. Auch die Vorhör-Option im Browser selbst verdient einen Pluspunkt, macht sie doch viele unnötige Ladevorgänge überflüssig.
Gutes Konzept aber noch ein paar Kinderkrankheiten: der Loopbrowser und die neu Dateiverwaltung in Cubase 4.

Das System, welches sich im Programm je nach Anwendungsgebiet als Mediabay, Loopbrowser und Soundframe präsentiert, scheint aber in der aktuellen Version noch nicht wirklich ausgereift. Und dies meint nicht nur das im Gegensatz zum sonstigen Erscheinungsbild lieblose und etwas unübersichtliche Design.
Die wirklichen Knackpunkte machen sich bereits bei der Installation bemerkbar. Öffnet man einen dieser Dateiverwalter, beginnt das Programm selbstständig die vorhandenen Festplatten nach sämtlichen Inhalten zu durchsuchen. Hier tauchte auch der oben erwähnte Bug auf. Stieß das Programm bei seinem langwierigen Tun auf ein mp3-File mit einem alten ID-Tag, kam es zu einem Absturz ohne jegliche Fehlermeldung. Letztendlich ließ sich das Problem durch Wandlung der betroffenen Dateien über iTunes in ein aktuelles ID-Tag aber beheben. Dieser Bug ist laut Hersteller auf Mac-Systeme beschränkt.
Unverständlich erscheint trotzdem, warum wirklich alle Festplatten mit sämtlichen Ordnern gescannt werden müssen. Eine Vorauswahl auf bestimmte Locations lässt sich nicht treffen. Man scheint dem User nicht zuzutrauen, das er selber weiß, wo die relevanten Daten stecken - jedenfalls vermutlich nicht in Zeichsatz-oder Druckertreiber-Ordnern. Für andere wieder mag das Prinzip an sich nicht ins gewohnte Arbeitskonzept passen - wer jahrelang eine eigene Verwaltung aufgebaut hat, muss sich jetzt zwangsweise umstellen, denn deaktivieren lässt sich die Mediabay nicht.
Außerdem muss eine deutliche Warnung ausgesprochen werden - Dateien, die man über einen dieser Dateibrowser löscht, verschwindet nicht nur aus der Anzeige sondern tatsächlich ohne Zwischenschritt über den Papierkorb ins digitale Nirvana - also Vorsicht! Es war schon von einigen Usern zu hören, die plötzlich ungewollt etliche GB mehr Speicher auf ihrer Festplatte frei hatten. Wer liest sich schon alle Dialogboxen genau durch!
Ein weiteres Manko betrifft die Verwaltung selbst - es werden nur entsprechende Presets aktueller VST3-PlugIns angezeigt. Zwar kann man über Umwege auch die Programm-Presets einiger älterer PlugIns in das System übertragen, aber gerade da wo es interessant wäre, wie z.B. bei Hypersonic muss der User selber Hand anlegen und jeden Sound einzeln übertragen. Mal ehrlich - wer das macht ist entweder beneidenswert diszipliniert oder hat zu viel Zeit. Man kann nur hoffen, dass Steinberg in späteren Updates diese Möglichkeit zumindest für die hauseigenen PlugIns anbietet.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Steinberg dem User hier ein mächtiges Werkzeug zur Verwaltung von viel Kleinkram in die Hände gibt, welches aber z.Zt noch in seinen Kinderschuhen steckt. Man darf gespannt sein, wie sich dieses Feature weiter entwickelt.

Workflow


Wenn man bereit ist, seine Arbeitsweise an das neue Programm anzupassen, lassen sich viele Dinge leichter und unkomplizierter bewerkstelligen als in SX3. Dabei helfen auch solche Dinge wie die hinzugekommenen Spur-Presets, die dem User ermöglichen ganze Kanäle mit Insert-Effekten und EQ-Einstellungen zu speichern und in anderen Projekten weiter zu verwenden.
Auch die Möglichkeit Inserts nun endlich in ihrer Reihenfolge zu verändern und zwischen verschiedenen Kanälen zu kopieren bzw. zu verschieben kann nur begrüßt werden. Send-Effekte hingegen müssen nach wie vor jeweils extra geladen und eingestellt werden, wobei natürlich auch hier auf die Presetverwaltung zurückgegriffen werden kann.

Endlich: VSTi-Spuren


Eine weitere Arbeitserleichterung stellen die neuen und lange erwarteten Instrumenten-Spuren dar, auf denen VSTis direkt geladen werden können. Der Umweg über eine Midispur und einem VSTi-Audioausgang entfällt also. Leider ist diese neue Spurenform aber nicht für multimembrale VSTi's wie z.B. Hypersonic geeignet, da jedem Instrument nur ein Kanal zugeordnet wird. Hier wäre eine Nachbesserung wünschenswert.
Neue Plugins: Parametrischer EQ

Besonders nützlich erscheinen auch die anderen individuellen Konfigurationsmöglichkeiten, wie sie bei Audiokanalfenstern, dem Inspector und dem Mixer eingebaut wurden. Da sich diese speichern und wieder verwenden lassen, kann man sich in Zukunft diverse Mausklicks sparen.
Als sehr arbeitsfreundlich erweist sich auch der neue Kontexteditor für Midispuren, der die Bearbeitung direkt im Projektfenster ohne Umweg über den Keyeditor ermöglicht. Schade das diese Möglichkeit nicht auch für den Drum-Editor berücksichtig wurde.

PlugIns-Allgemeines


Im Bereich der mitgelieferten Effekt-PlugIns und der VST-Instrumente hat sich einiges getan. Viel Nützliches und zum Teil lange Erwartetes ist hinzugekommen. Verschwunden ist eigentlich endgültig nur der Soft-Synthie A1, der sich aber - falls vorhanden - aus der alten SX3-Version hinüberretten lässt.
Der Neuen Cubase-Version liegt nun der Sample-Player HAlionOne bei, der diverse gut klingende Presets mitbring

Andere ältere PlugIns, die zumindest in neuen Projekten nicht mehr benötigt werden, da für mindestens gleichwertigen Ersatz gesorgt wurde, lassen sich auf Wunsch von der DVD einzeln nachinstalieren. Nur Intel-Mac-User müssen auf diese und einige andere PlugIns wegen mangelnder Kompatibilität verzichten, was sich vor allem bei dem dadurch fehlenden Dithering-PlugIn schmerzlich bemerkbar machen dürfte. Hier ist schnelle Nachbesserung geboten.
Steinberg setzt bei seinen Neuentwicklungen jetzt auf das aktuelle VST 3-Format und gab die DXi-Kompatibilität gänzlich auf. Eine Abwärtskompatibilität zu VST2 ist grundsätzlich gegeben, kann aber nicht garantiert werden. Dies ist insbesondere bei der Benutzung von PlugIns von Drittanwendern wichtig. Man sollte sich deshalb vorher informieren, ob die liebgewonnenen und oftmals teuer bezahlten Zusatzprogramme noch unter Cubase 4 laufen. Auf dem Testrechner konnten Halion 2, Hypersonic 2, Virtual-Guitarist 2 und die getesteten Freeware-PlugIns zumindest problemlos weiterverwendet werden.
Die neuen PlugIns haben alle ein recht einheitliches und ebenfalls dunkles Layout bekommen und passen gut zum Host-Programm. Auffällig ist aber, dass Steinberg auch hier dem User eine eigene Verwaltungsstruktur aufdrückt.
Die neuen PlugIns sind nach bekannten Kategorien wie Dynamics etc. geordnet, während die alten und diejenigen von Drittanbietern sich in einem Extra-Ordner mit dem Titel "Frühere VST-PlugIns" befinden. Dort ist dann auch wieder eine eigene Ordnung möglich.
Abgesehen davon dass dies unübersichtlich ist, erscheint auf den ersten Blick auch unverständlich, warum dort auch die doch prinzipiell aktuellen aber eben noch nicht überarbeiteten PlugIns wie z.B. die Roomwork-Reverbs zu finden sind. Der Grund scheint jedoch in der VST-Version zu liegen, so dass nur die neuen VST3-PlugIns in der oberen Ordnerstruktur liegen. Es darf spekuliert werden, dass Steinberg auch hier noch aktuellere Versionen nachliefern wird - hoffentlich nicht erst in Cubase 5...
An den Midi-PlugIns hat sich im Übrigen nichts geändert und es gibt hier auch keine Neuerungen zu verzeichnen.

Effekte


Besonders im Bereich der Dynamik-PlugIns, wie Gates, Compressoren, Limiter u.a. hat Steinberg einiges Neues in das Programm eingebaut. Löblich, dass diese nun zusätzlich als Einzelkomponenten erscheinen und nicht nur in Multieffekten wie den VST-Dynamics zu finden sind.
Hinzugekommen sind neben einigen andern Klangverbiegern vor allem auch ein Amp-Simulator, graphische EQs und ein neuer, parametrischer Studio-EQ, der qualitativ viel höher als die alten Channel EQs zu bewerten ist. Die meisten User bezeichnen ihn als schlicht musikalischer.
Übrigens sollen die neuen VST3-PlugIns auch weniger Resourcen schlucken, da sie tatsächlich nur dann Rechenpower verlangen, wenn sie auch tatsächlich angesprochen werden. Das hört man gerne!

Instrumente


Wie bereits erwähnt ist der A1 aus Cubase SX3 verschwunden, dafür erhält der Cubase 4-User nun gleiche drei neue Synthesizer!
Der neue subtraktive Synthesizer Spector geh??rt zu den neuen Plugins in Cubase 4

Prologue, der am ehesten als Erbe vom A1 bezeichnet werden kann, ist ein mehrstimmiger substraktiver Synthie. Spector bedient sich dem Prinzip der Spectralsynthese mit zwei Spektralfiltern und Mystic schließlich geht tendeziell in Richtung Physicall Modelling mit drei parallel geschalteten Kammfiltern. Auf jeden Fall bekommt der Klängeschrauber viel neues Werkzeug geliefert, um sich auszutoben.
Als ein besonderes Highlight wird von Hersteller-Seite der neue HAlionOne hervorgehoben. Cubase-User schielten schon oft gerne mal auf den Konkurrenten aus dem Hause Apple (Logic), der schon lange einen Sampleplayer mitliefert. Wer hier aber Ähnliches erhoffte, muss leider enttäuscht werden. Halion One, der mit einer festen, zugegebener Maßen recht großen, an den Motif aus dem Hause Yamaha angelehnten, Soundlibrary daher kommt, ist nicht das was viele erwartet hatten. Einige Klänge sind recht brauchbar und lassen sich gut in Arrangements integrieren. Aber von einem Ersatz für ähnliche Programme kann nicht gesprochen werden. Außerdem ist er dank proprietärem Format nicht erweiterbar. Diejenigen, die befürchteten, dass ihre alten und nicht unbedingt preisweren PlugIns wie Hypersonic, Halion-Player oder gar Halion, nun arbeitslos werden würden, können sich beruhigt zurücklehnen. Als positiv kann aber verzeichnet werden, dass Cubase mit dem Halion One nun endlich ein halbwegs vernünftig klingendes GM-Modul erhält, um Midifiles ohrenfreundlicher abzuspielen.

Notensatz


Die Möglichkeit in Cubase aus Midispuren ansprechende Notensätze zu entwerfen war schon in den Pre-SX-Versionen von Cubase implemtiert. Leider wurde diese Funktion aber in den letzten Jahren immer recht stiefmütterlich behandelt und einige Bugs machten ein sinnvolles Arbeiten teils unmöglich zumindest mit sehr schwer.
Cubase 4 verspricht hier Besserung, denn Steinberg hat auch am Noten-Editor selbst einige nützliche Änderungen vorgenommen. Werkzeuge lassen sich jetzt schneller und übersichtlicher nutzen, ohne dass sich die Stamm-User völlig neu orientieren müssen. So findet man auf der linken Seite nun einen gut zugänglichen Inspector für die verschiedenen Symbol-Kategorien.
Endlich ausgereift: Notensatz in Cubase

Hinzugekommen sind auch zwei neue Noten-Fonts - der eine für klassischere der andere für modernere realbook-artige Layouts.
Einen wirklichen Ersatz für die spezialisierten Notensatzprogramme, kann und will Cubase 4 hier sicherlich nicht bieten, das ist aber auch die Aufgabe eines Sequencers. Unterschätzen sollte man den Editor allerings auch nicht -
für User, die ein in Cubase erstelltes Bandarrangement auch mal halbwegs schnell und augenfreundlich zu Papier bringen wollen (oder müssen) ist endlich wieder gesorgt.
Erwähnenswert ist, dass jetzt auch die kleine Version Cubase Studio 4 die gleichen Notensatzfähigkeiten liefert wie der große Bruder Cubase 4.

Control-Room


Für User, die über Multi-I/O-fähige Hardware verfügen, bringt Cubase in der neuen Version ein besonderes Bonbon mit.
Mit den neuen Control-Room-Mixes ist man jetzt in der Lage bis zu vier unabhängige Mixe zu erstellen, die ein individuelles Kopfhörer- und Studiomonitoring ermöglichen, bis zu sechs externe Audioquellen wie z.B. CD's mit individuellen Inputs einzubinden und auf einen Talkback-Kanal zurückzugreifen.
Dieses aus Nuendo bekannte Prinzip vereinfacht viele Studio-Anwendungen erheblich und macht einen Schritt weiter auf dem Weg zur Praxistauglichkeit.

Fehlendes


Wirklich alle Benutzer zufriedenstellen kann eine Software wahrscheinlich nie. Trotzdem sei erwähnt, dass einige schon lange geforderten Features nach wie vor vermisst werden.
So ist eine Stapelverarbeitung beim Export oder Bouncen von Audio und VSTi-Spuren weiterhin nicht möglich.
Der einst vorhandene Button zum Umschalten des Stereoausgangs auf Mono fehlt nach wie vor.
Und auch erweiterte Analyse-Tools muss der Anwender von Drittanbietern beziehen. Darüber hinaus würde sich der Anwender vermutlich über Undo-Optionen freuen, die nicht nur die Projektstruktur, sondern auch z.B. Mixereinstellungen betreffen.
Auch eine automatische Sortierungsfunktionen von Spuren (z.B. nach Klassen oder Farben oder ...) würde eine Arbeitserleichterung darstellen.

Fazit


Steinberg hat mächtig nachgeliefert - besonders auf dem Gebiet der PlugIns bekommt der Anwender einiges geboten.
Auf den Testrechnern hinterließ das Programm ein insgesamt stabilen Eindruck (wenn man es denn einmal installiert hat) - in der Testphase gab es neben dem erwähnten Problem keine Abstürze oder andere Merkwürdigkeiten. Der Workflow hat deutlich dazu gewonnen und die Geschwindigkeit kann nicht bemängelt werden.
Übersichtlich: Der neue Multiband-Kompressor in Cubase SX 4

Die Erfahrungen anderer User lassen allerdings zumindest zur Vorsicht raten, hier können nicht nur Bedienungsfehler die Ursache für zahlreiche Probleme sein. Man kann aber davon ausgehen, dass Steinberg schon bald ein kleines Update nachliefern wird, in dem solche Bugs behoben werden sollten.

Einige Neuerungen wie die Dateibrowser und die Instrumentenspuren erscheinen zwar als gute Ideen, wirken aber noch nicht ganz ausgereift.
Ein Frage bleibt am Ende aber offen - warum das Programm sein SX verloren hat, war uns ein Rätsel. Denn auch wenn Cubase jetzt besser aussieht und einiges Neues bietet - wirklich überraschende Inovationen bietet das Programm nicht - vieles wurde von Anwendern schon lange gefordert. Es hätte ruhig Cubase SX 4 heißen können - das Rad wurde nicht neu erfunden und der Sequenzermarkt nicht revolutioniert.

Systemanforderungen laut Hersteller:
(wie immer sollten solche Angaben als absolute Mindestanforderung verstanden werden, die für flüssiges Arbeiten kaum ausreichen werden)?


  • Mac OS X Version 10.4
  • Power Mac G4 1 GHz oder Core Solo 1.5 GHz
  • 512 MB RAM
  • CoreAudio-kompatible Audiokarte


PC
  • Windows XP Home or XP Professional
  • Pentium/Athlon 1.4 GHz Minimum
  • 512 MB RAM
  • Windows DirectX-kompatible Audio-Hardware (ASIO-kompatible Audio-Hardware für Low-Latency-Betrieb benötigt)

ALLGEMEIN
  • Bildschirmauflösung 1024x768 Pixel
  • DVD-Laufwerk für die Installation
  • USB-Port für Steinberg Key (Kopierschutzstecker) benötigt*
  • Internet-Zugang zur Lizenzaktivierung benötigt

Steinberg Cubase 4 im Test

Vorteile:  - viele neue PlugIns
- Aufger??umte Oberfl??che
Nachteile:  - Probleme bei der Installation
- viele Funktionen noch nicht ausgereift
Hersteller:  Steinberg
 


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