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Tutorial - Grundlagen Arrangement: Song-Elemente

Autor: Daniel Remmel

Wenn man einen guten Song entwickeln möchte gehört etwas mehr dazu als nur guter Lick auf Gitarre oder Keyboard. Auch der neue absolut genial inspirierte Drum-Groove allein reicht nicht aus, das ganze muss darüber hinaus auch noch in ein Raster gebracht werden. In diesem Arrangement-Tutorial erläutern wir die verschiedenen Parts eines Songs und deren Funktionen.



Gerade im Electro-Bereich ist ein häufiger Anfänger-Fehler, dass die Stücke einfach zu eintönig sind. Der Musiker hat einen funktionierenden Lick gefunden und dieser nudelt dann viereinhalb Minuten vor sich hin.
Auch bei Stilen wie Dance und Techno ist es äußerst empfehlenswert, sich an ein klassisches Songgefüge zu halten und dem Hörer eine gewisse Abwechslung zu bieten. Dazu haben sich beim Arrangement einige Begriffe etabliert, die sicherlich jeder schon mal gehört hat und deren Funktion wir hier einmal näher durchleuchten möchten.

Intro (Vorspiel)


Das Intro ist der Anfang eines Songs. Es soll neugierig machen und auf den eigentlich Song vorbereiten. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig und stark vom Stil abhängig. Oft wird z.B. ein Instrumental der Strophe benutzt. In einigen Stilen gibt es auch sehr lange Intros mit vielen Sound-Effekten oder orchestralen Einwürfen. Im Dancebereich besteht das Intro häufig einfach nur aus der Hookline eines einzelnen Instruments über der sich langsam der Song mit dem restlichen Instrumentarium aufbaut. Im Rock/Pop-Bereich werden aber auch nicht selten der Refrain oder Teile davon als Intro verwendet.
Die Wirkung des Intros sollte man nicht unterschätzen. Es ist das erste was der Hörer von dem Song mitbekommt und man sollte sich hier durchaus darüber Gedanken machen, wie man es interessant gestalten kann. Wenn es um den Plattendeal geht und man die Demo zu einem A&R schicken will, sollte man darauf achten, es nicht zu übertreiben und in angemessener Zeit auf den Punkt kommen, sprich: die Hookline sollte beginnen (am besten nach etwa 60 Sekunden).



Refrain (Chorus)


Der Refrain oder Chorus stellt den eigentlichen Hauptteil eines Songs dar. Er ist meistens sehr eingängig und bei Stücken mit Gesang ist der Refrain-Text in aller Regel immer gleich oder variiert nur wenig. Er enthält auch die Hauptaussage des Songs. Beim Arrangement sollte man hier entsprechend die Haupt-Hookline bzw. den eingängigen Teil verwenden.
Beim klassischen Rock- oder Pop-Song sollte man unbedingt darauf achten, dass etwas "aufgeht" wenn der Refrain kommt. Der Hörer muss wissen "Aha jetzt kommt was wichtiges". Das muss nicht zwangsweise durch andere Akkorde sein, sondern kann auch durch zusätzliche Instrumente oder andere Spielweise geschehen. So benutzt der Drummer im Rockbereich beim Refrain zum Beispiel oft das Ride-Becken anstelle der Hihat. Wie man es macht ist eigentlich egal - wichtig ist aber, dass der Refrain vom Hörer als solcher erkannt wird und sich deutlich von den übrigen Teilen des Songs abhebt (am besten den Song einfach mal Mutter, Vater, Opa, Oma, Onkel, Tante, Hund und Katze vorspielen und fragen ob sie den Refrain "erkennen" ;-)

Strophe (oder Vers)


Der Begriff "Strophe" kommt ursprünglich aus dem griechischen und beschreibt eine Wendung oder Drehung. So bezeichnete sie beim griechischen Rundtanz ursprünglich lediglich den Wechsel der Bewegungsrichtung.
In der modernen Popmusik bildet der Vers in der Regel den längsten Teil des Songs. In der Vocal-Musik wird hier die "Geschichte" erzählt, die im Refrain ihren Höhepunkt erreicht. Der Vers ist musikalisch gesehen im Gegensatz zum Refrain meist etwas zurückhaltender und "normaler".

C-Part


Die Begriffe "Stophe" bzw. "Vers" stammen wie auch der "Refrain" eigentlich eher aus der Vocal-Musik. Deswegen wird stattdessen allgemein auch oft von A-Part und B-Part gesprochen. Um bei einem schnellen Rockstück auf eine gängige radiotaugliche Songlänge von dreieinhalb Minuten zu kommen, fehlt dem Stück allerdings oft noch eine Minute und selbst die beste Hookline wird irgendwann langweilig, wenn man sie am Ende bis ultimo wiederholt. Aus diesem Grund wird ein drittes Element, der sogenannte "C-Part", eingefügt. Das kann z.B. ein Instrumental Solo (siehe unten) über die Akkorde des Refrains sein, kann aber auch ein völlig neuer Teil sein. Von der Dynamik her liegt der C-Part meistens zwischen Strophe und Refrain. Er hat also mehr "Drive" als der Vers, aber der Refrain muss nochmal eine Steigerung darstellen.
Im Song-Gefüge kommt der C-Part meistens gegen Schluss des Stückes vor dem letzten Refrain (und dessen Wiederholungen).

Solo


Das Solo ist ein Teil eines Stückes in dem ein einzelnes Instrument die Rolle der Leadvocals übernimmt und anstatt von Akkorden eine Melodie spielt. Es dient in der Regel als C-Part, kann aber diesen auch noch ergänzen.
Während bei den anderen Teilen wichtig ist, die Instrumentierung songdienlich einzusetzen - bei Vocalmusik heißt das in der Regel den Gesang zu unterstützen - kann der Musiker beim Solo durchaus auch mal zeigen, dass er sein Instrument beherrscht. Auch hier sollte man es aber nicht übertreiben, das Gitarrensolo sollte nicht in eine fünfminütige Griffbrett-Frickelei ausarten, sondern kurz und prägnant sein. Gilt es einen Song für eine CD bzw. ein Album zu arrangieren, empfiehlt es sich, das Solo grob zu planen und auszunotieren. So kann man mit kurzen prägnanten Phrasen teilweise mehr erreichen, als mit ewigen extatischen Exzessen der Selbstbeweihräucherung am Instrument... ;-)

Outro (Coda)


Das Outro stellt den Schluss eines Stückes dar. Auf diesen Part wird recht häufig verzichtet und stattdessen auf eine Wiederholung des Refrains zurückgegegriffen, während die Musik leiser wird (fade-out).
In der Regel benutzt man als Outro eine Phrase, die im Lied zuvor bereits vorgekommen ist. Meistens wird hier das Intro oder eine Bridge verwendet. Es wird als musikalischer Schlusstrich eingesetzt, der das Stück abrundet und den Zuhörer auf das Ende vorbereitet. Intro und Outro bilden somit eine Art Rahmen um das Stück.

Bridge


Die Bridge ist ein besonderes Element, das nicht immer überall Erwähnung findet. Wie der Name schon sagt - ist die Bridge (zu deutsch Brücke) ein Bindeelement zwischen den bisher genannten Teilen. Sie kann z.B. zur Dynamiksteigerung eingesetzt werden, um von einem ruhigerem Vers in einen Refrain überzuleiten oder auch zwischen zwei aufeinanderfolgenden Strophen als Übergang dienen.

Beispiel: Wind of Change (Scorpions)


Das Stück ist zwar schon älter, kam aber während ich diesen Artikel schrieb zufällig über den Äther und enthält alle hier genannten Parts. Wer es nicht kennt: Besorgen!! Sowas sollte man als Musiker kennen.

Das Intro ist hier ein eigener Part und enthält eine gepfiffene Melodie, die mit der Hookline des Refrains endet. Darauf folgt die erste Strophe nur mit Gesang und einer cleanen Gitarre, einem Pad und dezentem Bass (picked). Anschließend wird mit einer sehr deutlich zu erkennenden Bridge übergeleitet, welche die erste und zweite Strophe verbindet - hierzu wird nochmals das Intro verwendet.
In der zweiten Strophe folgt die erste dynamische Steigerung, nämlich das Einsetzen einer Akustischen Gitarre; außerdem ist der Gesang teilweise zweistimmig.
Am Ende der zweiten Strophe setzt das Schlagzeug ein und man hört deutlich, dass jetzt der Refrain kommt. Hier kommt zusätzlich noch eine verzerrte Gitarre dazu. Der Refrain wird an dieser Stelle nur verkürzt gespielt, was auch eine gängige Praxis beim Arrangement ist. Nach dem Refrain folgt nochmal eine kurze, zweitaktige Bridge mit einem Schlagzeug-Fill, die auf die dritte Strophe überleitet. Hier spielt das Schlagzeug weiter mit, wogegen die E-Gitarre nur bei der "Wind-of-Change"-Hookline einsetzt. Die Akustische Gitarre ist extrem runtergemischt und fungiert quasi nur als perkussives Element.
Der zweite Refrain ist etwas "dynamischer" (Achtung, Insider) gespielt und durch zusätzlichen Background-Gesang ergänzt.
Nun folgt der C-Part, der einen eigenen Teil für sich darstellt, gefolgt von einem E-Gitarren-Solo. Hier hört man deutlich den C-Part-Charakter, der sich vom Rest des Songs unterscheidet. Anschließend wird der Refrain wiederholt Refrain und dann folgt das Outro, welches erneut die Hookline des Intros aufgreift und damit das Stück sehr schön umrahmt.

Der Ablauf wäre also hier:
Intro
Vers 1
Bridge
Vers 2
Refrain
Bridge 2
Vers 3
Refrain (2x)
C-Part
Solo
Refrain (2x)
Outro

Allgemein


Beschrieben wurde hier der Normalfall - Ausnahmen gibt es immer. Es spricht z.B. nichts dagegen, den Refrain von der Dynamik her dezenter zu gestalten als die Strophen, wenn der Refrain-Charakter erhalten bleibt.
Auch wenn die Bezeichnungen eher für Vokale Musik gelten, kann man das Prinzip für alle Musikstile übernehmen. Auch wenn Ihr Trance, Techno oder Klassik (hört Euch z.B. mal Stücke wie "Für Elise" unter diesem Gesichtspunkt an) macht, solltet Ihr Euch grob daran halten, bestimmten wiederkehrenden Elementen Refrain-Charakter zu verleihen, denn gerade im Electro-Bereich wird von unerfahrenen Musikern oft der Fehler gemacht, dass die Stücke zu langweilig und eintönig arrangiert sind...




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