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Ausbau von Studio und Proberaum

Autor: Daniel Remmel

In diesem Artikel findet Ihr eine ausführliche Anleitung für den Ausbau eines Projektstudios, wie wir es in der Redaktion benutzen, alternativ auch einsetzbar als Deluxe Version eines Proberaumes



Als wir mit 2sound.de angefangen haben, war es uns wichtig, dass wir - gerade für Tests von Hard- und Software - auch ein kleines Projekt-Studio zu Verfügung haben, welches gleichzeitig genug Raum zum Proben für eine 5-köpfige Band bietet.

Ziel war es, einen Raum zu schaffen, der nach außen möglichst schalldicht und innen einen möglichst geringen Reflexionsgrad besitzt. Von einem Freund, der ein EDV-Geschäft betreibt, konnten wir günstig einen Raum neben seiner Werkstatt im Keller anmieten. Dieser Raum war allerdings nach einer Seite hin geöffnet, so dass nachträglich noch eine Wand eingezogen werden musste, was uns aber nicht ungelegen kam, da wir ja eh ein Fenster zum Regieraum brauchten.

Akustische Probleme


Nach obenhin hatten wir relativ wenig Sorgen, da direkt über dem zukünftigen Aufnahmeraum der Laden lag, der selber mit einer Deckenhöhe von knapp 4 Metern genügend Abstand zu den darüberliegenden Wohnungen sicherstellt. Ein weit größeres Problem war, dass der Raum über eine Feuerschutz-Tür direkt mit dem Treppenhaus verbunden war. Desweiteren war der Raum noch völlig unausgebaut: Oben Beton, unten Beton, rechts Beton und links Beton. Wir haben testweise mal ein Schlagzeug in den Raum gestellt und hätten fast direkt wieder aufgegeben. Trotz geschlossener Tür konnte man bis ins obere Stockwerk so gut wie alles hören. Im Raum selber hatten wir eine Hallfahne von knapp über 5 Sekunden. Naja, aber vom Rumjammern wird der Sound nicht besser...

Das Optimum für Studios ist grundsätzlich immer eine Raum-in-Raum-Konstruktion mit schwimmend verlegtem Boden. Hier kann praktisch der ganze Raum schwingen und den Schall auf diese Weise optimal abdämmen. Das Ganze ist aber eine sehr teure Angelegenheit und überstieg unsere Budgetgrenzen bei weitem. Da wir nur ein Projektstudio benötigten, haben wir deshalb darauf verzichtet.

Wegen der hohen Kosten sollte man auf eine Raum-in-Raum-Konstruktion nur zurückgreifen, wenn man sich wirklich sicher ist, dass man in den nächsten Jahren aus dem Raum nicht raus muss. Was den Bau angeht, ist es angeraten auf jeden Fall einen Fachmann für Raumakkustik zu konsultieren.

Das Rohr


Was uns am Anfang große Sorgen machte war das Rohr (siehe Bild unten), welches U-förmig durch den ganzen Raum lief. Rohre sind mit einer der besten Schallübertrager in Häusern. Man kann einen Raum noch so gut dämmen - wenn ein Rohr in die Nachbarwohnung führt, kann man den Ausbau eigentlich schon fast vergessen. Nach einer kurzen "Hausdurchsuchung" konnten wir aber dankenswerter Weise feststellen, dass das Rohr auf der einen Seite in die Kanalisation und auf der andere Seite an die Dachrinne angeschlossen war (auf dass sich die Vögel auch etwas an unseren musikalischen Ergüssen erfreuen können).



Verkabelung


Wichtig ist, gleich von Anfang daran zu denken, wo man später Strom- oder eventuelle Signalkabel verlegen, bzw. die entsprechenden Dosen haben will. Wir wollten die Kabel erst unter Putz verlegen, haben uns dann aber nachträglich entschlossen, zusätzlich einen Kabelkanal anzubringen. Kabel sollte man reichlich einkalkulieren und nicht mit ein paar Metern geizen. Für 24 XLR Dosen brauchten wir knapp 350 Meter drei-adriges Kabel (bei ca. 25 m² Raumfläche). Die Dosen haben wir über alle vier Wände verteilt. Wo später das Schlagzeug stehen sollte, haben wir ein paar mehr hingebaut.

Die Leitungen haben wir dann unter dem Fenster gesplittet und die Ausgänge jeweils nach innen und nach außen gelegt. So kann man den Raum auch als Proberaum nutzen, indem man das Mischpult anstatt im Regieraum einfach im Aufnahmeraum platziert (wenn Ihr das ganze ohne Splitter macht, sollte wegen der Impedanz nie an beiden Seiten gleichzeitig etwas angeschlossen sein).

Wer gar keinen Studiobetrieb benötigt, sollte eventuell überlegen, statt XLR-, Klinke-Buchsen zu nehmen (billiger) wobei symmetrische Signalführung eigentlich nie von Nachteil ist.

Wände


Um den Raum abzudämmen, haben wir dicke Balken in zwei Lagen übereinander an die Wände geschraubt. So entsteht ein Zwischenraum, den man mit Dämmmaterial ausfüllen kann. Die Balken werden über lange Schrauben an der Wand befestigt. Das ist zwar nicht das Optimum, man kann die Schallübertragung aber etwas absenken, indem man zwischen Wand und Balken einen Schaumstoffstreifen für Trittschalldämmung klebt (siehe kleines Bild).

Zu beachten ist auch der Abstand zwischen den einzelnen Balken. Da die Wand später aus Regipsplatten bestehen wird, ist es extrem wichtig, die Maße der Platten zu berücksichtigen. In der Regel sind diese 1250mm breit und 2000mm hoch, man sollte also einen Balkenabstand (Mitte) von 62,5 cm einhalten.


The Wall


Als erstes galt es, eine Wand in den Raum zu ziehen. Da wir noch eine Menge Balken übrig hatten, haben wir die Wand einfach ganz klassisch aus Holz gebaut.

Heutzutage nutzt man dafür meistens spezielle Metall-Profile (sogenannte Ständerwände), die auch in Bezug auf die Lärmdämmung wesentlich günstiger sind. Durch das dünne Blech, hat man später wesentlich mehr Raum, den man mit Dämm-Material vollstopfen kann. Hier ist es immens wichtig, dass zwischen Träger und Boden wie bei den Wänden wieder der Schaumstoffstreifen zur Trittschalldämmung (diesmal nicht Zweckentfremdet) geklebt wird.


Unbedingt zu denken ist hier auch an die Verlegung der Kabel und die passenden Aussparungen für Tür und Fenster.

Dämmung


Hier nimmt man am besten Steinwolle (oft auch [i:a29a1]Rockwool[/i:a29a1] genannt). Die dämmt nicht nur den Schall, sondern ist zudem auch noch ein sehr guter Wäme-Isolator. Rockwool ist zwar nicht ganz so ätzend für die Atemwege wie reine Glaswolle, aber einen Satz Atemschutzmasken (die billigen aus Papier reichen) sollte man auf jeden Fall mit einkalkulieren. Was man nicht braucht ist spezielles Schneidewerkzeug (auch wenn Euch das der Mensch im Baumarkt weismachen will). Ein großes scharfes Küchenmesser (ohne Zacken) tut es auf jeden Fall.

Mit Rockwool wird nun jeder Zentimeter der Zwischenräume ausgestopft. Schneidet man die Stücke zwei bis drei Zentimeter breiter als die Zwischenräume der Balken, hält die Wolle so gut wie von alleine. Zu sehr stopfen sollte man allerdings nicht, sonst bekommt man die Gipsplatten später nicht mehr angeschraubt.

Die Platten


Neben normalen Regipsplatten gibt es auch noch spezielle Schallschutzplatten, sehr weit verbreitet sind hier die Pianoplatten der Firma Knauf. Diese bekommt man eigentlich auch in jedem besseren Baumarkt. Die Platten lassen sich sehr leicht verarbeiten. Mit Cutter und einem geraden Brett schneidet man sie einfach an und kann sie dann sehr leicht durchbrechen Nicht unterschätzen sollte man allerdings das Gewicht - man sollte beim Anbringen der Platten schon zu zweit, besser noch zu dritt sein.



Decke


Da über dem Studio der Laden ist, haben wir mit der Decke bis zum Schluss (bzw. bis alle Platten an den Wänden waren) gewartet. Optional hätte man hier auch noch Balken, Rockwool und Pianoplatten anbringen können - es stellte sich allerdings erfreulicher Weise heraus, dass dies nicht nötig war (mit Rockwool über Kopf zu arbeiten macht keinen Spaß).

Die "Tapeten"


Zu guter Letzt beklebten wir die Wände noch mit speziellem Noppenschaumstoff für optimalen Schallschutz . Dies verbessert einerseits den Sound im Raum selber (er wird "trockener“) und zum andern stellt es einen nochmaligen Schutz nach außen dar. Leider haben wir trotz mehrmaliger Nachfrage an verschiedenen Stellen dafür nur einen sehr teuren gummiartigen Kleber gefunden - der Eimer kostete knapp 200 Euro. (Falls jemand eine billigere Alternative kennt, wäre ich für diese Information sehr dankbar, um diesen Artikel entsprechend zu ergänzen). Das ganze hält dann aber wenn es trocken ist auch bombenfest.

Zuerst trägt man den Kleber mit einem Rillenspachtel (5 mm) an einigen Stellen auf (vollflächig zu kleben ist nicht nötig) und lässt ihn ein wenig antrocknen. Dann presst man den Schaumstoff fest an die Wand (sollte möglichst direkt passend sein, da er sich - einmal an der Wand - nur sehr schlecht verschieben lässt). Da der Kleber sehr zäh ist, bereitet auch die Decke keine großen Probleme, bei einigen Stellen haben wir uns mit einigen übrig gebliebenen Balken eine Stützkonstruktion gebaut, die die Arbeit erheblich erleichtert hat (sollte aber mit etwas Man-Power auch ohne gehen).
Die Arbeit macht man am besten zu dritt: Zwei Leute spachteln und einer schneidet den Schaumstoff zurecht. Gerade an der Decke ist es zu zweit geschweige denn alleine fast unmöglich. Zum Schneiden gibt es auch wieder spezielle (=teure) Werkzeuge. Wir haben recht gute Erfahrungen mit einer kleinen Eisensäge gemacht (siehe Bild).

Wie man auf dem Bild sieht, gibt es den Noppenschaumstoff nicht nur in dunkel- sondern auch in hellgrau, was den Raum wesentlich heller und freundlicher machen kann (Geschmackssache).

Und fertig...


Nun noch die Tür eingesetzt (hier haben wir uns auch für eine spezielle Schallschutztür entschieden) und den Teppich verlegt und schon kann man einziehen. Um dem Auge etwas Abwechslung zu bieten, sollte man für den Teppich unbedingt etwas farbiges nehmen...

Licht


Zum einen haben wir hinter einer Leiste an der Decke einige Neonleuchten angebracht, hauptsächlich nutzen wir aber zwei Stehlampen(knapp 30 € bei Aldi im Angebot). Diese reichen von der Helligkeit für 20 - 30 m² problemlos aus und lassen sich auch dimmen, was ein nicht zu unterschätzender Vorteil sein kann...


Alternativen und weitere Tipps


Nicht jeder braucht ein komplettes Studio. Man kann natürlich auch nur einen Teil der obigen Maßnahmen nutzen. Wer unsicher wegen eines festen Raumes ist aber trotzdem gute Innenakustik für Aufnahmen benötigt, kann auch folgendes machen: Man besorgt sich den Noppenschaumstoff und baut sich aus kleinen Holzrahmen Platten. Diese baut man so groß (z.B. 1m x 2m), dass man sie ohne Probleme noch mit den zur Verfügung stehenden Autos transportieren kann. So muss man sich keine Sorgen machen, dass man Geld in einen Raum investiert hat, aus dem man wieder raus muss. Auch live wirkt so eine "Akustische Wand" an der richtigen Stelle oft auch Wunder und vermag den Bühnensound erheblich zu verbessern.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man in der Raumakustik variieren kann und die Stellen im Raum abdeckt, die besonders kritisch sind.
Wer keinen akustisch toten Raum benötigt, sollte so oder so nur einen Teil der Wände mit Noppenschaumstoff bekleben. Hier ist es wichtig, dass man nicht zwei gegenüberliegende Wände freilässt - einer unbeklebten Wand muss immer eine beklebte gegenüberliegen, da ansonsten ziemlich hässliche Echos entstehen können. Wer Grau nicht mag, kann die Platten auch besprühen, was die akustische Wirkung des Schaumstoffs nicht beeinträchtigt.

Hat man noch Rockwool über (insbesondere kleinere Verschnittstücke), besorgt man sich stabile, reißfeste Müllsäcke und stopft sie mit Wolle voll. Dann presst man die Luft aus den Säcken und bindet sie mit Draht zu. So hat man noch zusätzlichen mobilen Dämmstof, womit man beispielsweise die Tür oder sonstige akustische Schwachpunkte im Raum zustellen kann.

Materialien:


- Rockwool
- Balken oder Ständerprofil
- Beton-Dübel
- Pianoplatten (z.B. von Knauf)
- Spackschrauben
- Schrauben (lang) mit Beton-Dübeln
- Schaumstoff für Trittschalldämmung
- Schaumstoffkleber
- Teppichkleber
- Stromkabel und Abzweigdosen
- XLR-Kabel

Werkzeuge


- Atemschutzmasken aus Papier
- Scharfes, großes Küchenmesser (ohne Zacken)
- Teppichmesser
- Eisensäge
- Handkreissäge (für Balken)
- Bohrmaschine (Holz & Betonbohrer)
- Akkuschrauber
- Meterstab
- Rillenspachtel (5mm)

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