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Booking: Gestaltung und Erläuterung von Konzertverträgen

Autor: Martin Schuhmacher

Die richtige Gestaltung eines professionellen Konzertvertrages erfordert sehr viel arbeit und einiges an Erfahrung. Hier geben wir Euch einige Hilfestellungen sowie einen fertigen Muster-Konzertvertrag!



Der Gastspielvertrag
Grundsätzlich sollte jede Veranstaltung, sei sie noch so klein, durch einen Vertrag abgesichert sein. Selbst wenn der Veranstalter noch so vertrauenswürdig erscheint oder sogar persönlich bekannt ist: ein Gastspielvertrag sollte bei einem Engagement niemals fehlen. Es gibt nichts ärgerlicheres für einen Künstler, zwei Stunden vor dem Auftritt eine Absage zu bekommen. Es ist sogar schon vorgekommen, dass eine Band am Veranstaltungsort ankam und der Veranstalter auf einmal "von nichts wusste".

Den kompletten Gastspielvertrag, hier im Artikel abzudrucken würde den Rahmen von 2sound sprengen, deswegen bieten wir einen Mustervertrag zum Download (PDF) und erläutern hier einzelne Paragraphen, die Euch helfen sollen, den Vertrag leichter zu verstehen, um den Vertrag ggF. einem Veranstalter erklären zu können.

Erläuterungen zu §1:
Alle Einzelheiten des Auftritts sollten genauestens festgelegt und vereinbart werden. Der Veranstalter selber, der Ort, Datum und Spieldauer müssen im Hauptteil des Vertrages enthalten sein, nähere Einzelheiten über Ankunftszeit der Techniker und Musiker, Soundcheck und dergleichen müssen entweder hier, oder im Rider (Vertragsanhang) festgelegt werden. Ohne schriftlichen (und vor allem unterschriebenen) Vertrag sollte man kein Engagement eingehen.

Übrigens: Auch eine Bestätigung per Telefax ist rechtsgültig, wenn sie den Namen des Vertragspartners unter dem Vermerk „gezeichnet“ trägt. Telefonische Abmachungen sind zwar ebenfalls gültig, aber wie alle mündliche Vereinbarungen kaum beweisbar. Falls es sich trotz allem nicht vermeiden lässt eine Absprache am Telefon zu machen, solltet Ihr Euch auf jeden Fall einen Zeugen (außerhalb der Band) hinzunehmen, der die Abmachung bestätigen kann.

Erläuterungen zu §2:
Hier sollten alle finanziell getroffenen Vereinbarungen detailliert aufgeführt sein. Je nachdem ob die Mehrwertsteuer abgeführt werden muss, kann dies hier ebenfalls abgerechnet werden. Gerade wenn auf Eintritt gespielt werden muss, sollte dies detailiert festgehalten werden.
Das Gagengeheimnis besagt, dass der Veranstalter nicht berechtigt ist, die Höhe der Gage für die der Künstler gepielt hat an dritte weiterzugeben. Dies ist oft wichtiger als man erst glauben mag. Gerade als junge Band ist man bemüht, bei jedem Veranstalter so viel Geld wie möglich rauszuhandeln, kann aber Gigs mit weniger Gage deswegen nicht direkt absagen. Hat sich einmal rumgesprochen, dass man woanders auch für viel weniger gespielt hat, hat man sich die Preise oft für Lange Zeit versaut.

Erläuterungen zu §3:
Es ist immer günstig, die Gage oder wenigstens einen Teil davon vor dem Auftritt in Händen zu haben. Spätestens unmittelbar nach dem Auftritt muss die Gage gezahlt werden. Ein seriöser Veranstalter ist hiermit in jedem Fall einverstanden. Sollte die Gage als Beteiligung an den Einnahmen vereinbart werden, muss gewährleistet sein, dass Preis und Menge der verkauften Tickets für den Künstler nachprüfbar sind.
Ein Bankscheck (die Bank garantiert die Zahlung) ist akzeptabel, wenn der Künstler über ausreichend Bargeld verfügt. Ein solcher garantierter Scheck nützt einem aber nichts, wenn man abends nach dem Gig mit leerem Tank vor der Halle steht.

Erläuterungen zu §4:
Es hat sich immer als nützlich erwiesen, wenn am Veranstaltungstag eine Entscheidungsbefugte Person anwesend ist, die sich um den Ablauf, technische Dinge und um die Künstler kümmert. Es kann ziemlich übel werden, wenn man unter Zeitdruck vor dem Gig noch einen Soundcheck machen will, aber niemand weiss, wo der Sicherungskasten ist, geschweige denn, wer den Schlüssel dafür hat. Es hat sich als wertvoll bewiesen, von entsprechenden Personen zumindestens die Handnumemr zur Hand zu haben.

Erläuterungen zu §5 und §6:
Hier sollten vorab schon mal die wichtigsten Vereinbarungen zum Veranstaltungsort getroffen werden. Je nachdem welchen Musikstil der Künstler vertritt, ist es angebracht oder auch nicht, wenn die Halle oder der Saal bestuhlt ist. Ein Bühnenplan erleichtert der Technikcrew und dem Künstler einiges an unnötigem Stress und auch Zeitverlust.
Ist einem der PA-Verleiher bekannt, sollte diesem eine Kopie des Riders bzw. des Bühnenplans geschickt werden (er wird es Euch danken).

Erläuterungen zu §7:
Es ist mitunter sehr sinnvoll, wenn im Voraus geklärt ist, wer den Techniker stellt und wie viel Zeit der Künstler für den Soundcheck benötigt, das spart oft eine Menge Diskussion. Wichtig ist immer, vorher Absprache zu halten, über welche Stromanschlüsse und Sicherungen der Veranstaltungsort ausgestattet sein muss, da eigentlich jeder Verleiher sogenannten [lex=75]Drehstrom[/lex] benötigt.

Erläuterungen zu §8:
Sicherlich werden einige Künstler auch auf Festivals oder Veranstaltungen spielen, an denen nicht nur ein Künstler teilnimmt. Wenn dann auch noch ein Künstler für alle anderen die [lex=44]Backline[/lex] stellen muss, kann ohne schlechtes Gewissen für diese Dienstleistung eine Gebühr verlangt werden. Wenn z.B. an den Drums ein Fell reist, sollte ebenfalls vorher geklärt sein, wer hierfür die Kosten übernimmt.

Erläuterungen zu §9:
Die Garderobe oder auch Backstageraum ist ein wesentlicher Bestandteil für eine gelungene Veranstaltung. Hier kann der Künstler vor dem Konzert zur Ruhe kommen, noch ein paar Dinge im Kopf durchgehen und verarbeiten. Aus diesem Grund sollte dieser Raum möglichst nach den Wünschen des Künstlers ausgestattet sein, man muss es damit aber auch nicht übertreiben zu viele Sonderwünsche wirken auf einen Veranstalter arrogant.

Erläuterungen zu §10:
Nicht jeder Künstler kann seine Darbietung ohne Mitsprache des Veranstalters eingeständig künstlerisch gestalten. Von einem Schlagersänger zum Beispiel verlangt der Veranstalter oft, dass er nur seine bekanntesten Evergreens singt. Gerade diese Freiheit zur künstlerischen Gestaltung macht aus der Vereinbarung einen Werks- und keinen Arbeitsvertrag. Dies beeinflusst fast alle rechtlichen Bereiche. Grundsätzlich sollte man auf diese Gestaltungsfreiheit nicht verzichten!

Oft besteht das Problem, dass man eine nahezu perfekt eingespielte CD besitzt, die wohlmöglich noch von externen Studiomusikern eingespielt wurde und der Veranstalter dann live eine ähnlich hohes Niveau erwartet. Man soll zwar von sich überzeugt sein, aber sicher ist sicher. Ein vergeigter Auftritt, ist schlimm genung, fordert der Veranstalter deshalb die Gage zurück ist das um so ärgerlicher. Ein entsprechender Absatz im Vertrag kann einem vor dem Schlimmsten bewaren.

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Erläuterungen zu §11:
Gemeint sind GEMA-Gebühren. Meist hat der Veranstalter eine Pauschalvereinbarung mit den Verwertungsgesellschaften. Zur Angabe der GEMA-Daten ist der Veranstalter verpflichtet, man sollte sich allerdings nie auf dessen Zuverlässigkeit verlassen sondern sicherheitshalber immer selber nach jedem Konzert eine Liste an die GEMA schicken.

Erläuterungen zu §12:
Je nach Bekanntheit eines Künstlers ist es auf Grund von Verlagsrechten oft ünerwünscht, dass Mitschnitte und Fotos gemacht werden. Andererseits ist so manch kleine Band dankbar für ein paar gute Videos oder Fotos die auf einem großen Festival gemacht werden (mach sich zumindestens gut im Fotoalbum).

Erläuterungen zu §13:
Rechtzeitiges Erscheinen bedeutet, so zu erscheinen, dass genug Zeit ist, die Verpflichtungen aus dem Vertrag zu erfüllen. Pünktlich bedeutet, auch tatsächlich zu den im Vertrag angegebenen Zeiten zu erscheinen.
Sollte man zu einem Konzert eine Stunde später als im Vertrag vereinbart erscheinen, aber trotzdem genug Zeit haben, alle Verpflichtungen aus dem Vertrag zu erfüllen, beispielsweise rechtzeitig den Soundcheck durchzuführen, kann dies dennoch einen Regressanspruch des Veranstalters zur Folge haben. Man kann sich durch diese Formulieren eingeschränkt davor schützen, sollte aber trotzdem immer bemüht sein, pünktlich (und nicht nur rechtzeitig ;-) zu erscheinen.

Erläuterungen zu §14:
Um das eben beschriebene rechtzeitige Erscheinen zu gewährleisten, ist eine detaillierte Anfahrtsskizze sehr hilfreich und spart viel Zeit. Ausdrucke von Routenplanern haben sich meist als wenig hilfreich gezeigt, gerade wenn man in irgendwelchen Provinzkäffern spielt.

Erläuterungen zu §15:
Die Verpflegung ist jedem Künstler selbst überlassen. Mancher braucht keine besonderen Wünsche und ein Anderer legt doch etwas mehr Wert auf speziellere Häppchen. Eines sollte jedoch immer klar sein. Was man nicht selbst organisieren könnte, sollte man auch nicht als Anspruch anderen belasten.
Hier werden unter anderem auch Dinge wie vegetarische Mahlzeiten, Kohlensäurearmes Mineralwasser und andere Kleinigkeiten geregelt.

Erläuterungen zu §16:
Bei weiteren Anfahrtswegen liegt es im Ermessen des Künstlers, in wie weit er sich zutraut noch eine lange Heimreise anzutreten. So lange man kein Superstar ist, sollte man keine allzu großen Ansprüche stellen. Durch solche Aktionen kann man es sich leicht mit dem Veranstalter verscherzen, und dies spricht sich sehr schnell herum. Nichts ist für einen Veranstalter angenehmer und bequemer als einen Künstler der „pflegeleicht“ ist.

Erläuterungen zu §17:
Mit dem genannten Personenkreis sind keine Teammitglieder (Verkaufstisch, Techniker etc)gemeint, sondern nur externe Leute, für die man Freikarten braucht. Die Zahl kann man variieren, man sollte es aber auch hier nicht übertreiben eine Zahl von 10 Karten ist normal, ohne unverschämt zu wirken.

Erläuterungen zu §18:
Einige Künstler haben sich bereits mit entsprechenden Merchandise-Artikel eingedeckt. Der Veranstalter sollte darüber informiert werden, dass solche Artikel bestehen und das er diese käuflich erwerben kann. Plakate des Künstlers mit einem freien Feld für Eindrucke der Veranstaltung sind bei Veranstaltern immer gerne gesehen und ersparen diesem einiges an Arbeitsaufwand.

Erläuterungen zu §19:
Der Künstler sollte die Möglichkeit bekommen, seine eigenen Artikel dem Publikum anzubieten. Es ist nicht immer möglich, dass der er für alles und jeden geeignete Personen mitnimmt. Deshalb sollte hier geklärt werden, wer den Verkauf der Merchandise-Artiklen übernimmt. Es ist nicht unüblich, dass man für einen Merchandise-Tisch zahlen muss. Hier kann man aber oft verhandeln.

Erläuterungen zu §20:
Dieser Paragraph ist selbsterklärend!

Erläuterungen zu §21:
Im Falle einer Vertragsverletzung sollte im Voraus schon mal geklärt sein was wann und wie passiert und wer für was Verantwortlich ist! Spielt man als Hauptact und sagt aus irgendwelchen Gründen das Konzert ab, entstehen dem Veranstalter oft eine Menge Kosten (Werbung Plakate, Speisen etc), die man hiermit von vornherein begrenzen kann.

Erläuterungen zu §22:
Spezielle Wünsche oder Abmachungen die nicht aus dem Vertrag hervorgehen können hier separat vermerkt werden und sind somit auch verpflichtend.

Erläuterungen zu §23:
Der Veranstalter sollte sich nicht allzu lange Zeit lassen, um den Vertrag unterschrieben wieder zurückzusenden. Falls in der Zwischenzeit andere Konzertanfragen für den selben Termin eingehen. Es wäre ärgerlich wenn eine Veranstaltung abgelehnt werden müsste, und im nach hinein sagt der eigentliche Veranstalter das Konzert aus irgendwelchen Gründen doch ab. Schadensersatzansprüche können leider keine geltend gemacht werden, da keine schriftliche Vereinbarung getroffen wurde. Zwei Wochen sollten genügen, um den Vertrag vollständig ausgefüllt und unterschrieben wieder zurückzusenden.

Erläuterungen zu §24:
Hiermit versichert der Veranstalter, dass er den Vertrag durchgelesen und auch verstanden hat. Sollten beim durchlesen Fragen auftauchen oder Absprachen getroffen werden, kann er sich immer noch melden und die offenen Fragen klären.
Mit seiner Unterschrift wird der Vertrag dann rechtsgültig!

Anschließend sei noch gesagt, dass dieser Muster-Vertrag nach unser Erfahrung und nach bestem Wissen und Gewissen gestaltet wurde. Falls durch diesen Vertrag Schaden oder Regressansprüche entstehen sollten, übernimmt 2sound.de keinerlei Haftung oder Gewährleistung!

Download Gastspielvertrag (PDF):
http://www.2sound.de/files/artikel/gastspielvertrag.pdf" target="_blank




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