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CD-Rezension: Pallas - The dreams of men

Autor: Ralf Ruhenstroth (Jogi)

Pallas bieten wieder feinsten Neo-Prog und rocken im 80er-Stil...



Jawohl, wenn Pallas eine Scheibe auf den Markt bringen, dann ruft es auch mich auf den Plan, erwarte ich doch qualitativ hochwertigen Neo-Prog. Pallas gibt es nun schon seit 25 Jahren, sie haben jedoch bisher erst ganze fünf Studioalben auf den Markt geworfen. Wirklich nicht viel für so eine lange Bandgeschichte. Die Band selbst rechtfertigt dies mit der vorhandenen Qualität ihrer Alben. Man soll ihnen keine Arroganz vorwerfen, denn die Produkte von Pallas sind meines Erachtens alle sehr hörenswert.

The dreams of men“ ist ein Konzeptalbum und hat Menschheitsträume zum thematischen Inhalt. Und es ist ein sehr tolles Album geworden, welches zwar nach meinem Dafürhalten nicht an den Klassiker „The Sentinel“ aus dem Jahre 1981 ranreichen kann, aber egal. Die Band ist offensichtlich in den vielen Jahren technisch stärker geworden, aber der Meilenstein aus dem Jahr 1981 scheint trotzdem unüberwindbar zu bleiben.

Auch der Vorgänger von vor vier Jahren mit dem Titel „The cross and the crucible“ war für mich Klasse. „The dreams of men“ rockt darüber hinaus richtig. Der Sound ist super und druckvoll. Die Aufmachung ist, wie bei Inside Out gewohnt, auch sehr ansprechend. Das Cover-Artwork ist eine Augenweide und passt meiner Meinung nach gut zum Songinhalt.

Die Scheibe eröffnet mit bombastischen Keyboards, zu denen sich warme Gitarrensounds gesellen, sozusagen als Intro. Was dann folgt ist ein mit harten Riffs geführter Song namens „Bringer of dreams“. Der Refrain bleibt schon beim ersten Durchhören im Ohr. Stellenweise erinnern mich die Sounds ohnehin an die 80er Hard Rock-Zeiten, insbesondere auch in „Warriors“. Die einzelnen Parts sind sehr schön gestaltet, tragende Keyboards bringen sich mit den Gitarren in Einklang.

Ghost dancers“ fidelt sich zu Anfang einen zurecht, man hört folkige Einflüsse. Gleichzeitig ist dies mit einer der für mich beindruckendsten Songs auf dem Album, wenn ich auch die Indianerstimmen am Ende des Songs auch vielleicht nicht unbedingt bräuchte...

Knurrende Basssounds eröffnen „Too close to the sun“, klischeehafte Synthies spielen sich mit den Gitarrenriffs und dazu kommen hörenswerte Backgroundvocals.

An manchen Stellen droht der Bombast übermächtig zu werden - ohne Zweifel sehr schön, aber vielleicht doch ein Tick zuviel des Guten. Man spielt schon nach eigener Manier, aber auch das war in den 80er bei Bands wie Marillion häufig vertreten.

Das Instrumental „Northern Star“ lässt den Hörer in eigenen Gedanken schwelgen, die Akkordfolgen sind eingängig und vorhersehbar. Nichts Neues - aber ebenso schlichtweg schön.

Filmreif und spannend geht es zu bei „Mr. Wolve“, während „Invincible“ stellenweise ein stampfender Rocker ist, der nach ca. vier Minuten mit seinen harten Bassläufen und den fetten Drums wechselnde Akzente setzt. So wird es ruhig, sanft anmutend, dann wieder kantiger. Das Ganze endet in einem Gefühlsausbruch mit tragenden und schwebenden Keyboards.

Noch mal atmosphärisch und stilistisch eher an die 80er angelehnt geht es im Schlusssong „The last Angel“ zu, nämlich hart, fetzig und rockig. Die Tasten erinnern teilweise sogar an die 70er.

Das aktuelle Album von Pallas ist ohne Zweifel recht emotional - wer das sehr mag, der ist auf jeden Fall mehr als gut bedient.

Tracklist:


01. Bringer of Dreams 9:49 min
02. Warriors 7:14 min
03. Ghostdancers 7:31 min
04. Too close to the Sun 4:57 min
05. Messiah 11:34 min
06. Northern Star 4:00 min
07. Mr. Wolfe 5:48 min
08. Invincible 10:45 min
09. The Last Angel 11:28 min

Gesamtspielzeit: 73:09 min

Line Up:


Graeme Murray: Bassguitars
Niall Mathewson: Guitars
Alan Reed: Vocals
Ronnie Brown: Keyboards
Colin Fraser: Drums


Band-Homepage:


http://www.pallas-uk.com




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