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Ebay - richtig einkaufen

Autor: Daniel Remmel

Wer ein paar kleine Kniffe beachtet, der kann in Ebay auch heute noch günstig an Musikequipment rankommen und teilweise viel Geld sparen. Hier geben wir einige Tipps und Tricks wie man am besten bietet.



Suchen
Man kann zwar nach wie vor ohne Konzept durch die Rubriken klicken, hat aber den größeren Erfolg, wenn man weiss man eigentlich will.
Die Suche in Ebay ist hier die wichtigste Anlaufstelle. Ich persönlich suche meistens nicht in bestimmten Rubriken sondern immer in allen Kategorien, denn oft wissen die Leute nicht, in welche Kategorie sie ihre Angebote stellen sollen und laden sie dann in irgendeine Rubrik hinein. Das bedeutet dann, dass dieser Artikel nicht so leicht zu finden ist und folglich nicht so viele Gebote darauf abgegeben werden. Der Preis bleibt somit niedriger.
Die Suchmaske funktioniert ähnlich wie die bei Google und Konsorten: Mit einem Plus ("+") zwischen zwei Begriffen gibt man an, dass nach beiden Wörtern gesucht werden soll und mit Minus ("-") vor einem Wort kann man dieses von der Suche ausschließen. Schreibt man einen Begriff in Anführungszeichen, muss er in der exakten Schreibweise (mit Lehrzeichen) auftauchen.

Einige Beispiele:
[i]Fender + Rhodes[/i] findet alle Autkionen in deren Titel die Begriffe "Fender" und "Rhodes" auftauchen. Auktionen wie "Verkaufe Rhodes Mark II" oder "Fender Mark II" würden also nicht auftauchen.

[i]"Fender Rhodes"[/i] findet die exakte Schreibweise. Nicht gefunden würden also: "Verkaufe Rhodes von Fender" oder "Fenderrhodes"

[i]Fender -Telecaster -Stratocaster[/i] findet alle Auktionen mit dem Begriff "Fender", in denen aber die Bgriffe "Stratocaster" und "Telecaster" nicht vorkommen.
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Man sollte immer Verschiedene Schreibweisen (z.B. mit Bindestrichen statt Leerstellen und umgekehrt) probieren. Auch lohnt es sich oft, bei der Suche Rechtschreibfehler oder seltsame Schreibweisen mit einzubeziehen (z.B. "Rhods" oder "Roads") nicht jeder ist der englischen Sprache mächtig und oft schauen die Leute nicht einmal auf die Bezeichnung ihrer Geräte bevor sie eingestellt werden - geschweige denn, dass sie ihre Artikelbeschreibung nochmals durchlesen (Pisa lässt grüßen). Diese Auktionen sind schwer zu finden, bieten aber eine sehr gute Gelegenheit für Schnäppchen.

Angebot überprüfen
Hat man den gewünschten Artikel gefunden und ist der aktuelle Preis noch okay, sollte man sich Titel sowie Artikelbeschreibung sorgfältig (!!!) durchlesen. Manche Leute verkaufen beispielsweise nur Verpackungen (!), schreiben dies aber in kleiner Schrift irgendwo in die Artikelbeschreibung, so dass die Auktion rechtlich so gut wie gar nicht anfechtbar ist, sobald die Auktion beendet ist.
Wie alt ist der Artikel? Ist er noch in Ordnung? Wenn kein Foto dabei ist und die Beschreibung auffällig kurz und nichtssagend ist, lohnt es sich, grundsätzlich immer etwas kritisch sein. Auch die Bewertungen des Verkäufers können oft Aufschluss geben - leider sind viele gute Wertungen aber auch keine Garantie für Zuverlässigkeit. Man sollte dennoch auch nicht zu kritisch sein, denn nicht jeder ist der neue Starfotograf und viele haben auch nicht die Möglichkeit zum Digitalisieren von Bildern.
Ein grundsätzlich gutes Zeichen ist, wenn der Verkäufer Fehler am Artikel nennt, dies zeugt meist von Ehrlichkeit.

Das Gebot
Bei Ebay macht es grundsätzlich sehr wenig Sinn, in einer Autkion mehrmals zu bieten. Es empfiehlt sich vielmehr, auf jeden Artikel nur EINMAL zu bieten. Es bringt nichts, in kleinsten Schritten nur wenige Euro über dem aktuellen Höchstgebot mitzubieten - dies treibt den Preis nur unnötig in die Höhe.
Bevor man auf einen Artikel ein Gebot abgibt, sollte man sich gründlich überlegen, wieviel einem der Gegenstand wert ist, bzw. was man bereit ist maximal dafür auszugeben. Dies sollte wenn möglich unabhängig davon geschehen, wie hoch die Auktion steht (die Versuchung ist meistens hoch, nur wenig über dem Höcchstgebot zu bieten). Die Zeiten, in denen man bei Ebay für 20 Euro ganze Synthie-Workstations ersteigern konnte, sind vorbei.
Es lohnt sich, sich vorab zu erkundigen, was der Artikel wert ist. Eine gute Anlaufstelle für Straßenpreise von Equipment sind die hiesigen Musikmagazine (auch wir planen in Zukunft eine Liste mit Gebrauchtmarktpreisen). Auch im Internet sind diesbezüglich sehr viele Quellen zu finden (z.B. www.vintagesynth.com).

Weiss man, wieviel man für einen Artikel ausgeben will, bietet man nur ein einziges Mal mit diesem fixen Betrag - und zwar so spät wie möglich - am besten wenige Sekunden vor Auktionsende. Bietet man erst kurz vor Schluss, haben nicht mehr so viele Personen die Möglichkeit, auf den Artikel mitzubieten und man ist den Leuten, die immer nur in 5 Euro-Schritten hochbieten, meist überlegen.
Es mutet immer etwas seltsam an, wenn bei Auktionen in denen Studioequipment für mehrere zehntausend Euro versteigert werden, jemand 8 Tage vor Auktionsende 20 Euro bietet. Wenn man an einen Artikel kein ernsthaftes Interesse hat, sollte man auch so fair sein und bei entsprechender Auktion nicht mitbieten.
Bietet man nach der oben beschriebenen Weise, so bleibt man in 90% der Fälle am Ende der Auktion Höchstbietender.

Zahlung
Es ist üblich, dass der Käufer zunächst das Geld überweist und erst dann der Artikel zugesendet wird. Dies birgt gewisse Risiken, da unter Ebay auch so manch schwarzes Schaf sein Unwesen treibt. Lieferung per Nachnahme bietet leider genauso wenig Sicherheit. Die Post übernimmt nämlich bei Annahme bzw. Öffnung einer Sendung keine Garantie mehr. Es ist schon vorgekommen, dass jemand ein leeres Paket per Nachname verschickt hat. Trotz dessen, dass der Empfänger es vor den Augen des Postboten öffnete, hat dieser (und letztlich auch die Post selber) sich geweigert, das Geld wieder herauszugeben.

Da empfiehlt es sich, diverse Treuhandservices in Anspruch zu nehmen (weitere Infos direkt bei Ebay). Leider sind diese aber oft recht teuer. Was auch sehr sicher ist (auch wenn es sich erstmal nicht so anhört), ist es, dem Verkäufer eine Einzugermächtigung über den Kaufbetrag auszustellen (machen nur Firmen), da man diese Einzugsermächtigung jederzeit innerhalb von 6 Wochen ohne Angabe von Gründen zurückbuchen lassen kann. Die Kosten für die Rückbuchung (ca. 5€) trägt der Verkäufer.

Man sollte sich auf jeden Fall so gut wie möglich von der Seriosität des Verkäufers überzeugen. Hat man eine Adresse, ist über die Auskunft schnell überprüft, ob diese auch wirklich stimmt. Hat man eine Telefonnummer schadet ein kurzer Anruf nie. außerdem lässt sich vieles am Telefon schneller besprechen als per Mail. Auch wenn der Treuhandservice nicht in Frage kommt, kann man diesen dem Käufer zumindest vorschlagen. Ist dieser nicht dazu bereit, ist Vorsicht geboten.

Weitere Tipps
In Ebay erscheint bei jeder Auktion den Link "andere Artikel des Käufers anzeigen", hier lohnt es sich einmal reinzuschauen. Ersteigert man mehrere Artikel beim selben Käufer, kann man Versandkosten sparen.
Wenn man wirklich in den letzten Sekunden bietet, empfiehlt es sich zwei Browserfenster aufzumachen. In einem gibt man den Betrag ein und klickt auf "[i]bieten[/i]", dann tippt man sein Passwort ein und klickt erst kurz vor Schluss auf "[i]Gebot bestätigen[/i]" während man im anderen Fenster die Auktion verfolgt, indem man das Fenster immer wieder aktualisiert (in den meisten Browsern mit STRG-R).

Oft werden auch neue und orginal verpackte Artikel von Firmen und Geschäten angeboten (also nicht nur neu[i]wertige[/i]), bei diesen Artikeln kann man, wenn der Verkäufer seriös ist (erkennt man meist daran, dass er bereit ist, eine Rechnung mit Mehrwertsteuer auszustellen) ohne Probleme bis zum Neuwert mitbieten.
Es lohnt sich, wenn man regelmäßig bei vielen Auktionen mitmacht, eine Textdatei anzulegen, in der man über nicht abgeschlossene Transaktionen Buch führt (ob schon bezahlt wurde, ob Artikel schon angekommen ist etc.), da man sonst recht schnell den Überblick verliert. Man kann sich alternativ im Mailprogramm einfach Ordner anlegen und diese entsprechend benennen (z.B. "noch zu zahlen", "schon bezahlt", "warten auf Artikel"...). Die Mails, die eine Auktion betreffen, verschiebt man dann einfach in die jeweiligen Ordner.
Wer sichergehen will, sollte sich die Seite mit dem Artikel im Browser abspeichern, oft tauchen auch nach einigen Monaten noch Mängel auf, die schon vor dem Kauf bestanden haben. Dort kann man dann im Zweifelsfall immer nochmal nachschauen (gerade wenn es Neuware ist).
Es lohnt sich außerdem, auch mal im Ebay von anderen Ländern zu stöbern (ebay.com, ebay. fr...). In den USA zum Beispiel sind viele Musikinstrumente im Einkauf schon billiger und es lohnt sich trotz hoher Versandkosten oft, diese dort zu ersteigern (Einfuhrsteuern beachten!!).

Wir hoffen, dass wir hiermit ein kleine Hilfe geben konnten, wie man in Ebay erfolgreicher einkauft. Bleibt uns nur noch, Euch viel Spaß beim bieten zu wünschen!




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