Dieser Artikel kann nur eine grobe Übersicht geben. In der heutigen Zeit, wo sich die Elektronik immer schneller entwickelt, lassen sich die verschiedenen Arten von Keyboards nicht mehr klar untereinander Trennen.
GehäuseformenGrob kann man hier zwischen Rackgeräten - sogenannten Expandern - und Geräten mit Tastatur unterscheiden.
Ein Expander kann man sich als Keyboard ohne Tastatur vorstellen. Die komplette Klangerzeugung ist vorhanden, kann aber nur über [lex=13]MIDI[/lex] angesteuert werden. Dies spart vor allem Platz im Studio und auf der Bühne, zumal mal ohne größere Verrenkungen in der Regel eh nicht mehr als zwei Geräte gleichzeitig "bedienen" kann.
Viele Hersteller bieten zusätzlich zur normalen Version noch eine Expander-Version ihrer Keyboards an. Aber auch hier sollte man beim Kauf etwas genauer hinschauen, da sich diese Versionen oft im Deteil unterscheiden (zB. mehr Speicher oder zusätzlicher Sequencer etc).
TastaturenJe nach Keyboard gibt es verschiedene Arten von Tastaturen:
gewichtete,
halb gewichtete und
nicht gewichtete Tasten. Bei gewichteten Tasten werden die Tasten absichtlich schwergängiger gemacht, um das Spielgefühl eines echten Klaviers nachzuempfinden (wer mal Klavier gespielt hat wird dies zu schätzen wissen). Hier gibt es noch die sogenannte Hammermechanik. Hier sind in der Tastatur echte Mechaniken integriert, die (auf engem Raum) denen eines Klaviers ähneln, das Spielgefühl ist dem eines Flügels noch ähnlicher.
Nichtgewichtete Tasten sind die Tasten die man von normalen Keyboards oder Orgeln kennt und halbgewichtete irgendwas dazwischen.
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MasterkeyboardsIm Gegensatz zu den [lexikon=keyboard-expander]Expandern[/lexikon] ist ein Masterkeyboard eine Tastatur ohne Klangerzeugung. Hier wird in der Regel auf besonder gute Tastatur und umfangreiche [lexikon=midi]MIDI[/lexikon]-Funktionenen geachtet. Das A-90 von
Roland ist ein sehr gutes Beispiel (es ist DAS Masterkeyboard schlechthin) aber auch
Doepfer baut sehr gute Tastaturen.
Masterkeybaords braucht man in erster Linie, im Studio oder wenn man eine bestimmte Tastatur bevorzugt und viel Mit Expandern arbeiten will. Beim Kauf sollte man besonders auf die Bedienelemente achten (gute Erreichbarkeit der Knöpfe, Display) und das Spielgefühl der Tastatur (unbedingt testen!)achten.
StagepianosStagepianos haben meist gewichtete Tastaturen mit 88 Tasten. Sie besitzen wenige, aber hochqualitative Sounds (hauptsächlich Rhodes, Pianos und Streicher).
Diese haben auch oft einen eingebauten [lexikon=monitor]Monitor[/lexikon], der den Vorteil bietet, dass man kleinere Räumlichkeiten auch mal ohne PA beschallen kann, hier sollte man aber keine Wunder erwarten.
Stagepianos sind optimal für Solokünstler oder Duos (Klavier + Gesang), werden aber auch oft als Masterkeyboard eingesetzt, dass man mal schnell für einen Unplugged-Gig nutzen kann. Die Sounds lassen sich bis auf wenige Parameter (in der Regel nur Hall, Chorus und Rudimentäre Effekte) nicht verändern, somit sind sie nichts für große Soundvirtuosen oder Leute, die diesbezüglich auf eine große Vielfalt angewiesen sind.
Beim Kauf sollte man auch hier besonders auf die Tastatur achten, auch die Pianosounds sollten gut und authentisch klingen (am besten Stereo-Samples).
SynthesizerEin reiner Synthesizer benutzt keine [lexikon=sample]Samples[/lexikon], sondern erzeugt den Ton komplett auf synthetische Art und Weise. Dies geschieht dadurch, dass [lexikon]Oszilatoren[/lexikon] einen Ton erzeugen, der dann nachbearbeitet werden kann, indem er mit Hüllkurven, Filtern und Effekten versehen wird.
Ältere Synthesizer waren ganze Schränke bei denen man mit Steckverbindungen den Soundbeeinflussen kann. Dies bleibt einem heute jedoch zum Glück durch die moderne Digitaltechnik erspart.
Der Vorteil von analogen Synthesizern ist, dass man sich wirklich
echte eigene Sounds bauen kann, ohne an Werkssounds gebunden zu sein. Die eignen Sounds klingen auch wesentlich wärmer und authentischer als gesamplete Synthies.
Eine moderne Gattung des Synthesizers ist der
sogenannte
Virtuell Analoge Synthesizer. Hier werden die Stärken der Digitaltechnik mit denen der analogen Synthese kombiniert. So wird das Signal zwar (oft) analog über einen [lexikon=oszillator]Oszilator[/lexikon] erzeugt, aber die Weiterverarbeiterung und die Einstellung erfolgt digital über [lexikon=dsp]DSPs[/lexikon]
So hat man die Bearbeitungsmöglichkeiten und den Sound eines analogen Synthies aber die Speichermöglichkeit und Flexibilität eines Digitalen Keyboards.
Soundmodule (ROMpler)Anders als bei Synthesizern sind sogenannte Soundmodule meistens Expander die praktisch nur Sounds abspielen und diese nicht verändern können man beizeichnet sie umgangssprachlich im Gegensatz zu Samplern auch als ROMpler (ROM =
Read
Only
Memory = Nur Lesespeicher). Sie bieten meist eine große Vielfalt an Sounds an und wenig bis gar keine Editier-Möglichkeiten. Wie der Name schon sagt sind ROMpler meist als 19"-Module (siehe Expander, ohne Tastatur) erhältlich. Wer bereits ein Masterkeyboard oder Stagepiano beseitzt und seine Soundpalette erweitern will ist besser bedient, wenn er ein Soundmudul über MIDI ansteuert. Das spart Platz und Geld.
SamplerDie Sampler sind widerum das Gegenteil von ROMplern. Sie besitzen garkeine Werksounds sondern basieren darauf, dass sie von externen Libraries Sounds laden bearbeiten und abspielen können. Sampler haben den Vorteil, dass sie enorm flexibel sind was die Sounds angeht. Man kann sich mit dem Mikrofon bewaffnet einfach mal duch seine Wohnung begeben und neue Sounds suchen, alternativ kann man natürlich auch auf feste Libraries zurückgreifen, diese sind den ROMplern und Workstations meistens in puncto Soundqualität um Längen voraus, fressen allerdings auch wesentlich mehr Speicher, der beim Sampler meistens begrenzt (und sehr teuer) ist. Samper werden - auch wegen ihres hohen Anschaffungspreises hauptsächlich im Studio eingesetzt, werden dort aber mehr und mehr von reinen Software-samplern verdrängt (die entsprechend flexibler sind).
WorkstationsWorkstations sind die Allrounder unter den Keyboards. Sie bieten wie ROMpler auch eine Fülle an Soundmögöochkeiten an, die aber relativ allgemein gehalten sind und quasi für alle gängigen Musikrichtungen entsprechende Patches bereithalten. Der Vorteil ist, dass Workstations wesentlich breitere Bearbeitungsmöglichkeiten bieten, so haben sie meistens eine eigene Effekt- und Filter-Sektion, die Hüllkurven können editiert werden, LFOs sind vorhanden und vieles mehr. Auch haben sie meist ein recht großes Display (teilweise Touchscreen) und einen Sequenzer eingebaut. Die neueren Geräte bieten mittlerweile auch die Möglichkeit Samples in bekannten Formaten abzuspielen, so dass man auch unabhänig von den Werksounds eigene Patches kreieren kann. Erstere lassen sich in der Regel mit sogenannten Expansionboards erweitern, welche Sampes zu bestimmten Themen bzw. Stilen (zB. Techno/Dance) beinhalten. Gerade zu den Roland XP/XV/JV Geräten gibt es sehr viele gute Boards auf dem Markt.
Die Workstations sind im Prinzip das was man als Eierlegende Woll-Milchsau bezeichnen könnte. Sie sind überall recht beliebt, live hat man eine Menge Funktionen und Sounds auf engem Raum und im Studio bieten sie viele hoch qualitative Sounds, auf die man schnellen und einfachen Zugriff hat, gerade die Roland JV/XV-Serie (Expander Versionen der Workstations) haben sich in Studios als Quasi-Standard durchgesetzt. Workstations sind auf Grund der vielen Funktionen natürlich auch in entsprechend höheren Preisregionen anzutreffen. In der Regel zahlt sich eine Investition allerdings aus. Welche Workstation man bevorzugt, ist eigentlich mehr eine Glaubensfrage, da es hier nur drei Marktführer gibt: Roland Fantom, Korg Triton und Yamaha Motif. Soundmäßig ist keine der drei Marken zu bevorzugen. Alle bieten hochwertige Sounds und viel Einstellmöglichkeiten
Entertainment-KeyboardsEntertainment-Keyboards sind in erster Linie für Tanzmusiker und Alleinunterhalter. Eine andere Bezeichnung ist auch Demo- oder Performance-Keyboard außerdem werden sie auch (Tanzmusiker bitte weghören) gerne als "Tischhupen" bezeichnet. Hier hat man ähnlich wie bei Stagepianos so gut wie keine Eingriffsmöglichkeiten in die Sounds, die sich letztlich auf Standardinstrumente (meistens General MIDI-komptatibel) zur Begleitung beschränken. Die Sounds klingen meistens sehr neutral und nicht besonders hervostechend, aber auch nicht wirklich schlecht. Oft sind kleine Boxen eingebaut, und die Tastur ist in der Regel leichtgewichtet.
Was jedoch charakteristisch für Performance-Keyboards ist, ist die fast obligatorische Begleit-Automatik, welche bei den teureren Geräten teilweise erstaunliche Qualität aufweist.
Für andere Musiker sind diese Keyboards denkbar wenig geeignet, da die Sounds sehr starr sind und eine Begleitautomatik eigentlich nicht gebraucht wird. Entertainment-Keyboards bieten auch meist nur wenig experimentelle Sounds, sondern sind eher auf eine möglichst breite Palette an Standard-Sounds angelegt.
Was ist für mich das richtige?Hier, einen Pauschalen Rat zu geben ohne die genauen Umstände zu kennen, ist schwer! Als erstes steht natürlich die Frage ob man überhautp eine Tastatur benötigt. Wenn nicht, ist man in der Regel flexibler, da man sich hier ganz an den eigenen Feature-Wünschen orientieren kann, ohne darauf Rücksicht nehmen zu müssen, dass ein Hersteller Keyboard Xyz nur mit 61 leichtgewichteten Tasten anbietet, obwohl man eigentlich eine 88er Tastatur mit Hammermechanik bevorzugt.
Was man deshalb auch in Betracht ziehen sollte ist die Alternative sich ein Masterkeyboard mit der Traum-Tastatur zuzulegen und dann nur noch mit Expandern zu arbeiten. Das spart nicht nur Platz sondern auch eine Menge Geld, da Expander meistens um einiges billiger sind. Statt einem Masterkeyboard kann auch ein Stage-Piano interessant sein, welches man im Notfall auch mal ohne weitere Racks benutzen kann.
Für Alleinunterhalter und Tanzmusiker bieten sich natürlich Entertainment-Keyboards an, da man hier in der Regel wenig an den Sounds schrauben muss und eher auf Standard-Presets angewiesen ist. Benötigt man eine Begleitautomatik, gibt es hier meistens eh keine Alternative.
Die Workstations (die es auch alle in Expander-Form gibt) sind optimal für ambitionierte Keyboarder die auf ein breites Spektrum an hochqualitativer Sounds angewiesen sind, diese aber auch mal verändert wollen. Letztlich ist das ganze aber auch eine Budgetfrage...
Wenn Ihr noch Fragen habt oder nicht wißt, welches Keyboard für Euch am besten ist, helfen wir Euch im Forum gerne weiter...