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Praxis: Richtige Dämmung im Proberaum

Autor: Daniel Remmel

Fast jeder Musiker kennt das Problem: Man ist gerade mitten in der kreativen Phase einer Probe und dann kommt der Nachbar vorbei, der wegen zu hohem Schallpegel den kulturellen Wert der gerade neu entwickelten musikalischen Ergüsse einfach nicht anerkennen will...



Meistens allerdings haben Vermieter, Nachbar & Co. mit einer Rausschmiss-Drohung die stärkeren Argumente in der Hand. Die unweigerliche Folge: Dämmung muss her!

[b]Raumsuche[/b]
Hat man noch keinen Raum, sollte man das Problem der Lautstärke auf jeden Fall in die Suche mit einbeziehen. Hier gilt es, einen Raum möglichst weit weg von Häusern und möglichst tief unten in der Erde zu finden. Nichts dämmt besser als 6 Meter Beton in einem alten Bunker oder Weinkeller. Neben der Tatsache, dass man von allen Seiten mit Erdreich umgeben ist, bietet ein Keller zudem noch einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Im Keller muss man sich zumeist nur um die Dämmung nach oben kümmern. Muss man auch noch den Fußboden dämmen, wird's schnell teuer.

[b]Die Quelle bekämpfen[/b]
Hat man einen Raum gefunden, der von der Schalldämmung nach außen noch nicht ganz so optimal ist, sollte man, bevor man zwecks großer Umbauaktionen zum Baumarkt rennt, erstmal überlegen, ob man nicht durch ein paar einfache Maßnahmen an den Instrumenten den Geräuschpegel im Raum senken kann. Das reicht oft vollkommen aus und schont die Bandkasse.

Das größte Problem ist meistens das Schlagzeug. Zur Dämmungs stopft man einfach alles, was man an Decken, Kissen und weiteren Stofffetzen findet, in die Kessel. Bei der Bass-Drum empfiehlt es sich, zudem das Resonanzfell abzunehmen. Das klingt zwar meistens mehr als besch...eiden, hier heiligt aber der Zweck die Mittel. Optimal sind natürlich eins für den Proberaum und eins für Live-Auftritte.

Um Übertragungen von Boden und Wänden einzugrenzen, stellt man das Schlagzeug auf eine Pressspan-Platte, die auf alten Tennisbällen gelagert ist; dieses selbstgebaute Podest kann nun frei schwingen und die auf den Boden übertragenen niederfrequenten Wellen werden so in der Regel sehr stark abgedämpft.

Die mit am besten funktionierende Methode ist aber immer noch: Einfach leiser spielen. Rod-Sticks sind vom Spielgefühl nicht ganz so schlimm wie Besen, senken den Pegel aber um einen großen Prozentsatz. Und auch für manche Gigs auf denen die meisten Instrumente nicht abgenommen werden (z.B. Kneipen) ist es gut, die Fähigkeit zu beherrschen, leise spielen zu können.
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Gitarristen und Bassisten sei gesagt: Der Marshall-Stack klingt zwar ohne Frage geiler, aber die Anschaffung eines PODs (oder sonstigen digitalen PreAmps) lohnt sich: Röhren haben das große Problem, dass man sie erst zu 2/3 hochfahren muss, damit es überhaupt nach was klingt, was den Herrn Nachbarn in den meisten Fällen eher weniger erfreut.

Beim Bass sollte man die Tiefen möglichst weit rausdrehen, soweit man das vom Sound her noch rechtfertigen kann. Oft werden gerade die unteren Frequenzen des Basses durch ungünstige Resonanzen des Gebäudes verstärkt. (Außerdem reicht es meist völlig aus, wenn man den Bass nur hört -man muss ihn nicht unbedingt auch [i]fühlen[/i] ;-).

Die meisten Räume haben eine "schwache" Wand (dies ist in der Regel insbesondere diejenige, an der sich der Eingang befindet oder die, wohinter der Nachbar mit dem dB-Meßgerät lauert) und eine "starke" Wand (im Keller zum Beispiel die dem Erdreich zugewandte). Nun stellt man die Instrumente entsprechend den Wänden möglichst in die Richtung von der am wenigsten Ärger zu erwarten ist (optimalerweise das Erdreich).

Man sollte sich die Umgebung sehr genau anschauen. Ist eine Wand gut gedämmt, dahinter jedoch ein Treppenhaus wodurch der "Lärm" sofort im ganzen Haus verteilt wird, oder wohnt hier der Nachbar, der eh schon die ganze Zeit Ärger macht? Je besser man sich vorher informiert, desto weniger Stress und Aufwand hat man später.

Kommen wir zu den baulichen Maßnahmen: Das Problem sind hier eigentlich hauptsächlich die Bässe. Diese Frequenzen sind ziemlich langwellig und kommen praktisch überall durch. Das beste Hilfsmittel ist hier: Masse! Alles was schwer ist, dämmt auch gut.

[b]Eingang[/b]
Die Tür stellt oft eine schwache Stelle im Raum dar. Am besten besorgt man sich eine schwere Feuerschutztür (bekommt man oft bei Abrissen von alten Gebäuden), zumindest aber eine Stahltür. Diese bohrt man oben vorsichtig an und füllt sie komplett mit Sand auf (Löcher an der Unterseite sollten logischerweise vorher beseitigt werden).

Schaum und Styropor besitzen im untere Frequenzbereich eine Dämpfung von nahezu 0 dB, weswegen man die Zargen, falls man die Möglichkeit hat, nicht durch das übliche Aufschäumen einbauen, sondern festbetonieren sollte (die Ankereisen müssen auf jeden Fall gut im Mauerwerk arretiert werden!).

Kommt man an normalem Türschaum nicht vorbei, sollte hier sehr gründlich gearbeitet werden. Jede kleine Lücke muss ausgefüllt werden, so dass der Raum bei geschlossener Tür quasi luftdicht abgeschlossen ist. Wenn der Einbau einer neuen Tür nicht in Frage kommt, kann man den Vermieter fragen, ob es möglich ist, zwei Türen hintereinander in die Zarge einzubauen oder die vorhandene Tür etwas zu "modifizieren" (mit Spannplatten verstärken).

Ist die Tür einmal eingebaut, sollte man sie auf jeden Fall noch mit Dichtungsstreifen abkleben. Für die Unterkante gibt es auch entsprechende Maßnahmen (einfach im Baumarkt fragen) - zur Not einfach mit Teppich unterlegen.

[b]Decke/Wände[/b]
Um als allererstes einem allgemeinem Vorturteil zu entgegnen: Eierkartons bringen NICHTS in puncto Schalldämmung! Sie verbessern zwar wegen der Noppenform den Sound innerhalb des Proberaums, dies aber auch nur minimal. Lasst also Eurem Eiermann seine Kartons und macht es lieber mit einfacheren Mitteln:
Als erstes sollte man alle Öffnungen, die in irgendeiner Form nach außen führen mit Schaumstoff oder Stoffresten zustopfen (ans Schlüsselloch denken). Nun besorgt man sich alles, was an Decken, Bettlaken und Teppichen entbehrlich ist und behängt damit die Wände - optimaler Weise so, dass die Stoffbahnen frei schwingen können. Das gleiche macht man mit der Decke: Hier spannt man am besten einige Wäscheleinen straff in den Rauh und hängt die Teppiche wellenförmig daran auf (natürlich mit der Stoffseite nach unten).

Hat man keine großen Lautstärke-Probleme mit den Nachbarn, kann es auch genügen, nur zwei (nicht gegenüberliegende) Wände abzudämmen - so vermeidet man gleichzeitig einen akustisch toten Raum.

Den Boden sollte man mit Teppich auslegen. Dies dämpft erstens die Lautstärke und es macht zudem den Raum um ein Vielfaches gemütlicher. Am besten sind hier alte dicke Wohnzimmer-Läufer (bei Oma fragen;-)

[b]Wichtige Hinweise[/b]
Hat man nun einen Raum wie oben beschrieben fertiggestellt, gibt es einige Dinge, die unbedingt zu beachten sind.
Im Raum herrscht absolutes Rauchverbot!! Zum einen kann der Raum auf Grund des vielen Stoffes sehr (!!) schnell Feuer fangen (in dem Falle bekäme man dann schnell noch ganz andere Probleme mit den Nachbarn), zum anderen setzt sich der Rauch sofort überall in den Stoffen ab - den Gestank bekommt man so schnell nicht wieder raus.

Mindestens genauso wichtig ist es, den Raum während der Probe regelmäßig zu lüften (bei kleinen Räumen am besten stündlich), da sonst der Kohlendioxidgehalt der Luft zu groß wird. Leider merkt man davon im Raum selber relativ wenig. Wenn jedoch jemand von außen den Raum betritt und nach Atemluft ringend sofort wieder zurückweicht, sollte man spätestens ein Pause einlegen - so kommen dann ja auch die Raucher auf ihre Kosten.

Eine ausführlichere Anleitung für einen Luxus-Proberaum-Ausbau gibt es im Teil 2 dieses Berichtes.




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