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Im Test: Roland Studio Package pro (SI-24)

Autor: Daniel Remmel

Mit dem Studio-Package hat Roland ein sehr umfangreiches Recording Bundle herausgebracht, welches durch die Sequenzer Software Logic RPC abgerundet wird. 2sound.de hat dieses "Paket" getestet, um herauszufinden, ob es auch in der Praxis den Erwartungen gerecht wird.



Konzept
Mit dem Roland Studio Package Pro erwirbt man eine komplette Umgebung für Harddiskrecording am PC´, die aus dem SI-24-Controller, einer Interfacekarte (Roland RPC) und der Sequencer Software Logic RPC besteht.

Roland geht hier, im Gegensatz zu den meisten Konkurrenzprodukten wie zB. Steinberg Houston oder dem Logic Controller, völlig neue Wege. Meist wird lediglich eine Bedienkonsole zu einem der gängigen Sequenzer angeboten, während das SI-24 zusätzlich zu den Controller-Funktionen noch eine vollständige Audioschnittstelle darstellt, die auf bis zu 8 Kanälen gleichzeitig, in 24bit/96kHz aufnehmen kann.
Die Verbindung zum PC stellt Rolands hauseigene Schnittstelle namens [i]R-Bus[/i] dar, hierzu wird entsprechend ein freier PCI-Steckplatz benötigt. Leider scheiden dadurch User, die lediglich ein Laptop ihr Eigen nennen, von vornherein aus. Wünschenswert wäre es deswegen, dass Roland ein PCMCIA-Pedant der Karte veröffentlicht. Da auch noch diverse andere Roland-Geräte wie XV 5080 oder VS-2480 den R-Bus nutzen, wäre dies durchaus denkbar.
Abgerundet wird das ganze durch eine spezielle Version der Sequqnzer-Software Logic von Emagic/Apple, doch dazu später. Vorher sollte noch angemerkt werden, dass sich das SI-24 leider nicht als vollständiges Stand-Alone Digitalpult verwenden lässt, da die meisten Funktionen Softwareseitig implementiert sind.


Die Oberfläche
Hauptbestandteil des SI-24 sind sicherlich die 13 sehr leichtgängigen Motorfader (Ein Masterfader und zwölf Track-Fader) deren Belegung man über 5 Funktionstaster wählen kann (Eingänge, Ausgänge, Bus, Spuren 1-12, Spuren 13-24). Über jedem Fader befinden sich zwei Taster. Der obere dient zur Anwahl eines Tracks während der untere (umstellbar über 4 weiter Tasten) zur Auswahl vno solo/mute dient oder eine Spur
entweder zur Aufnahme oder als Automixtrack "scharfstellt".
Über 12 Endlosregler lassen sich wiederum verschiedene Funktionen ansprechen. Entweder fungieren sie als Pan-Regler der entsprechenden Kanäle, oder man steuert mit ihnen den [lex=18]EQ[/lex] bzw. die Parameter eingeschliffener PlugIns, wobei Roland EQ und PlugIn jeweils einen extra Taster zur Aktivierung spendiert hat (jeweils im ausgewählten Kanal).
Rechts findet man die Transportsektion, die mit Stop, Play, Record Pause und Spulen sowie dem obligatorischen Jog-Shuttle-Rad eigentlich keine unerwarteten Neuheiten bietet.
Über 4 Wahltaster definiert man die Funktion eines 10-Tastenblocks aus: Er dient zur Auswahl verschiedener Screensets, zudem lassen sich die Tasten mit verschiedenen Shortcuts und Songmarkerpositionen belegen. Gleichzeitig wird das SI-24 hierüber konfiguriert.
Sehr positiv ist, dass Roland einen kleinen aber brauchbaren Surround-Joystick angebracht hat, den man über nebenstehende Taste aktivieren kann.

I/O
Das SI24 ist reich mit Aus- und Eingängen bestückt. Auf der Rückseite finden sich neben der Kopfhörerbuchse (Stereoklinke 6,3 mm) zwei MIDI-Buchsen (IN/OUT), sowie die Roland R-Bus Schnittstelle.
Desweiteren findet man 8 analoge Mono-Klinke-Buchsen, von denen die letzten beiden (7 + 8) zur Direkteinschleifung von Gitarrenpegeln hochohmig ausgelegt sind.

Parallel zu den Klinkeingängen befinden sich an der Oberseite 8 XLR-Buchsen, die man einzeln mit 48 V Phantomspannung belegen kann. Leider ist es nicht möglich, die Eingänge intern zu rooten und somit die Klinke- und XLR-Buchsen parallel zu belegen, was bei einer festen Verkabelung im Studio sehr wünschenswert wäre. Unter den XLR-Eingängen befinden sich jeweils die Potis (analog) für den Eingangspegel. Sehr praktisch ist die kleine rote LED, die bei Übersteuerung leuchtet und bei gehaltener SHIFT-Taste anzeigt, auf welchen Eingängen Phantompower anliegt.
Desweiteren sind an der Front zwei Stereo Auxwege von denen einer als Klinke und einer praktischer Weise als Cinch ausgelegt ist und zu guter Letzt ein digitaler Aus und Eingang (Cinch). Das einzige was hier zu bemängeln wäre ist, dass die Kopfhörerbuchse etwas unpraktisch an der Rückseite liegt.

Software
Die beigelegte Sequenzer-Software Logic RPC entspricht einer abgespeckten Version 5. Die Einschränkungen bestehen in der Begrenzung auf 24 Audio sowie 8 Instrumentspuren, außerdem sind einige PlugIns (Hall, Dynamik, Filter) nur als Demoversionen verfügbar.
Ärgerlicherweise lässt sich diese Version (laut Hotline von Emagic/Apple) nicht updaten, ist aber vom Funktionsumfang völlig ausreichend, vor allem wenn man externe PlugIns nutzen möchte.
Die Installation ging reibungslos von statten und nach der im Handbuch beschriebenen Konfiguration wurde das SI-24 beim Start einwandfrei erkannt. Die Motorfader wurden beim Laden des Autoload-Songs auf Null gesetzt.
Über eine Konfigurations-Utility, welche sich unter Windows in die Systemsteuerung übernehmen lässt, lassen sich die Funktion der Ausgänge, die Puffergröße sowie die Aufnahme-Frequenz und noch einige weitere Optionen vornehmen.

Leider war es auf den beiden Testrechnern der Redaktion nicht möglich, das Programm mit den normalen Uninstallroutinen auch wieder zu deinstallieren. Wer das Programm vollständig entfernen möchte, muss hier also den Griff zum Registry-Editor wagen.
Im weiteren Studio-Betrieb haben sich dann aber keine weiteren Probleme ergeben. Logic arbeitet sehr gut mit dem SI-24 zusammen. Gerade die Mixerautomation lässt sich aufgrund der Motorfader sehr gut bearbeiten und nachvollziehen. Auch die Marker und Shortcut-Tasten erweisen sich schnell als nützlich. Sowohl Audio als auch MIDI-Aufnahmen gelangen einwandfrei.

Kompatibilität
Die beiliegende Software sowie die Treiber sind sowohl für Mac als auch für Windwos/PC gleichermaßen geeignet und das RPC-System bereitete auf keiner Platform ernsthafte Probleme. Leider kann man dies von den verschiedenen Sequenzerprogrammen nicht sagen: Cubase wollte das SI-24 anfangs trotz dem von Roland installiertem Treiber einfach nicht erkennen. Nach den anfänglichen Hürden hat unser Tester die Hardware aber doch noch bezwungen. Allerdings mussten wir jedoch feststellen, dass in Cubase Aufnahme und Wiedergabe zwar einwandfrei funktionierten, es leider aber Probleme bei der Status Anzeige (Rec Play) gab und auch Automixfunktionen sowie Surround Joystick werden augenscheinlich nicht unterstützt - schade eigentlich...
Leider besitzen wir derzeit noch kein Protools-System, weswegen wir die Funktion diesbezüglich nicht testen konnten.

Bedienung
Wer schon mal mit einem HD-Recorder von Roland gearbeitet hat, wird sich hier schnell zurechtfinden - denn Aufbau und Anordnung sind sehr ähnlich. Aber auch als unerfahrener User findet man sich dank des mischpultähnlichen, sehr intuitiven Aufbaus schnell zurecht.
Die Taster sind alle beleuchtet und meist von angenehmer Größe, wodurch das SI auch einigermaßen livetauglich wäre. Leider haben die 12 Endlosregler allerdings keinerlei Anzeige der Position - ein LED-Kranz wäre hier nicht verkehrt gewesen.Trotz dessen ist die Bedienung wesentlich angenehmer als mit der Maus: Allein schon das Gefühl, mit der Hand an etwas zu "drehen", macht einen großen Unterschied aus. Zudem lassen sich gerade die kleinen Pan-Regler mit der Maus oft schlecht bedienen.
Wer einmal mit Motorfadern, Markern und Shortkcuttasten gearbeitet hat, dem wird es sicherlich schwerfallen, wieder komplett auf die Bedienung am Bildschirm umzusteigen. Ganz ohne Maus kommt man dann letztlich doch nicht aus, da man gerade bei den Endlosreglern nie so genau weiss, woran man gerade "herumschraubt" (Kontrolle am Monitor ist hier unerlässlich), ein kleines Parameter-Dislplay oder LED-Kränze hätte hier Abhilfe schaffen können.
Auch für Homestudios ohne Patchbay ist das SI-24 eine erhebliche Arbeitserleichterung, da man nicht für jede Umverkabelung hinter den Rechner kriechen muss, sondern alles bequem, wie bei einem normalen Mischpult am, am Controller ändern kann.

Handbücher
Die sehr kurz geratenen Handbücher von Roland sind leider letztlich nicht mehr als eine Installations-Anleitung für Treiber und Software. Nach einer Anleitung für die Installation anderer Software wie Cubase oder Protools, sucht man hier vergeblich (zumindestens in der uns vorliegenden Version).
Das Logic Handbuch findet man auch nur in digitalisierter Form als PDF auf der CD. Wer - wie die meisten 2sound-Redakteure auch - gedruckte Handbücher bevorzugt, muss entweder die knapp 700 Seiten selber ausdrucken ;-) oder sich über Ebay das Original Logic Handbuch besorgen - zumal sich die RPC-Anleitung kaum vom Original unterscheidet. Das Studio Package findet zwar Erwähnung, man könnte sich aber wesentlich mehr vorstellen...

Fazit
Trotz der kleineren Mängel ist das Roland Studio-Package doch ein sehr gut konzeptioniertes System. Es ist optimal für Recording-Einsteiger, gerade weil man außer einem Computer und ein paar kreativen Ideen eigentlich nichts weiter zum Aufnehmen benötigt. Einziger Wehrmutstropfen ist ein fehlendes Display und die fehlende Anschluss-Möglichkeit für Laptops, denn gerade live hätte es sich so zu einer sehr interessanten Lösung entwickeln können.
Schön wäre es auch gewesen, wenn es möglich gewesen wäre, mehrere Interfaces an einem Rechner zu kaskadieren
Den meisten Konkurrenten ist das SI-24 durch das integrierte Audiointerface dennoch weit überlegen. Natürlich existieren von Digidesign Controller für Protools, die um einiges luxuriöser designt sind. Diese liegen dann aber meist jenseits der 10.000-Euro-Grenze.
Rechnet man den Preis für Sequenzer, Recordingkarte und Controller zusammen, ist man mit dem Studio Package wohl in den meisten Fällen günstiger.
Bewertung: Roland Studio Package Pro / SI-24
Preis/Leistung:09/10 Funktion:08/10 Bedienung:07/10
Konzept:10/10 Gesamt:09/10 - einfache Bedienung
- gute Sounds
- Audioschnittstelle-Controller-Kombi
- fehlendes Display
- Handbuch nur als PDF
- kein Live-Einsatz wegen Rbus
- mangelnde Unterstützung anderer Software
Herrsteller:Roland DeutschlandUVP:2035 €
Straßenpreisca 1800 €




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