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Alles nur geklaut - Wie schützt man die eigenen Songs?

Autor: Daniel Remmel

Jede Band will irgendwann an den großen Plattendeal. Dazu ist es aber unerlässlich, das eigene Demo oder die CD an die entsprechenden A&Rs der Label zu schicken. Dies bringt natürlich die Gefahr mit sich, dass sich das Label auf diese Weise kostengünstig mit neuen Song-Ideen versorgen kann.



Als Künstler steht man hier leider vor einem großen Problem: Wenn man will, dass die eigenen Stücke bekannter werden, ist man immer gleichzeitig der Gefahr ausgesetzt, dass andere Leute sich daran bereichern - und dies umso mehr, wenn die eigene CD keine richtige Pressung, sondern nur ein selbstgebranntes Demo ist.

Urheberrecht in Deutschland


Was oft missverstanden wird: In Deutschland ist es NICHT erforderlich, das Urheberrecht an einem Song, Text oder sonstigem geistigen Werk in irgendeiner Form anzumelden oder irgendwo einzutragen, wie es in den USA der Fall ist. Es ist auch kein besonderer Hinweis wie "Copyright" oder dergleichen nötig, damit der Schutz gültig ist. Das Urheberrecht, bzw. der Schutz des geistigen Eigentums, tritt automatisch mit der Erschaffung des Werks in Kraft. Wenn Ihr also einen neuen Song herausbringt, habt Ihr automatisch die Urheberrechte daran und er ist automatisch als Euer Werk geschützt.

Wo ist denn jetzt das Problem?


Ganz einfach, es geht eigentlich nicht darum, DASS Euer Song geschützt ist, sondern darum, wie Ihr in einem Streitfall vor Gericht beweisen könnt, dass der Song tatsächlich von Euch ist. Das zu beweisen ist keine leichte Sache, wenn man ein großes Plattenlabel mit bereits veröffentlichtem Tonträger gegen sich hat welches behauptet, der Song wäre von Künstler XYZ oder von Producer ABC.
Als wichtiges Indiz gilt hier im allgemeinen, belegen zu können, dass das eigene Liedgut bereits VOR dem Tonträger der anderen Partei existiert hat. Um das untermauern zu können gibt es mehrere vorbeugende Möglichkeiten:

Wer kreativ tätig ist, will seine Werke auch schützen...


a) Hinterlegung beim Notar oder Rechtsanwalt


Das ist mit Abstand die sicherste und beste Methode um den Zeitpunkt der Veröffentlichung zu belegen - allerdings vermutlich auch die mit Abstand kostenintensivste. Das ganze nennt sich dann "Notarielle Prioritätsfeststellung". Solltet Ihr dennoch tatsächlich zum Notar gehen ist es wichtig, alles in doppelter Ausführung dabei zu haben (eine Ausführung behält der Notar und die andere bekommt Ihr zusammen mit der Urkunde mit nach Hause). Gleich daran zu denken spart Euch unnötiges Gerenne und teure Kopien.

b) Eintragung bei der GEMA


Um hier einem allgemeinen Vorurteil entgegenzuwirken: Die GEMA hat NICHTS mit Schutz von Urheberrecht zu tun (sie kümmert sich nur um die Verwertungsrechte und das ist etwas anderes). Ein Song muss NICHT bei der GEMA angemeldet sein, damit er geschützt ist - denn das ist er von ganz alleine (siehe oben). Eine Anmeldung des Songs bei der GEMA ist darüber hinaus auch KEINE Garantie für den Schutz.
Der GEMA-Eintrag dient nur als Indiz dafür, dass ein Song schon existiert hat. Es bringt also nichts, Hals über Kopf in die GEMA einzutreten nur damit die Songs geschützt sind. Ob sich eine Mitgliedschaft lohnt, sollte stets gut überlegt sein - sie hat nämlich auch Nachteile. Auf jeden Fall muss aber der Song logischerweise bei der GEMA auch vorliegen um als Indiz zu gelten, eine Mitgliedschaft alleine reicht da nicht.

c) Veröffentlichung / Pressung


Ein gutes Indiz ist natürlich auch die Veröffentlichung einer gepressten CD. Da hier im allgemeinen genügend Unterlagen vorliegen, welche das Datum validieren können (Druckerei, Presswerk, ggf. GEMA etc). Außerdem bedarf es schon enormer kriminieller und finanzieller Energie, etwas derartiges zu fälschen.

d) Die Sache mit dem Einschreiben an sich selbst


Diese Methode wiederum ist KEIN Gerücht - sie funktioniert wirklich, wenn man es richtig macht. Es sei allerdings gesagt, dass diese Vorgehensweise sehr umstritten ist und zudem lange nicht so beweiskräftig wie die Hinterlegung beim Notar. Sie kann wie gesagt nur als Indiz dienen und ist KEIN eindeutiger, alles entkräftender Beweis... Aber sie ist unter Musikern sehr beliebt, weil sie im allgemeinen einfach und preisgünstig ist: Ihr steckt Euer Material in einen möglichst nicht zu manipulierenden Umschlag und versiegelt diesen. Das muss nicht unbedingt mit Siegellack und Siegelring passieren (Wobei das natürlich irgendwie Stil hat: Siegellack bekommt man mittlerweile in jedem Schreibwarengeschäft, und als Siegel kann man auch einen alten Jackenknopf mit Ornamenten oder irgendeine ausländische Münze nehmen -halt irgendwas, das nicht jeder hat). Dann schickt Ihr das ganze per Einschreiben an Euch selber. Den Postbeamten sollte man darum bitten, den Datumsstempel möglichst deutlich aufzupressen (am besten selber überprüfen). Und auch wenn Ihr gerne Post bekommt und noch so neugierig seid: den Brief dürft Ihr AUF KEINEN FALL ÖFFNEN - es gilt, ihn mitsamt den Unterlagen zum Einschreiben aufzubewahren. ;-)

Zeugen


Egal was Ihr macht (Einschreiben etc.) ist es natürlich immer ratsam, es im Beisein eines Zeugen zu tun. Das sollte logischerweise nicht unbedingt der eigene Gitarrist sein... Auch die Exfreundin des Drummers, die bei den Proben immer auf dem Sofa gesessen und alles mitgehört hat, könnte unter Umständen plötzlich einmal sehr wichtig sein... ;-)

Zusammenstellung des Materials


Grundsätzlich gilt es, alles zum Song gehörende Material erstmal zu sammeln. Dazu gehören z.B. Noten oder Leadsheets - aber natürlich auch das Songmaterial selber, ... Packt einfach alles rein, was Ihr habt (z.B. auch Cubase-Arrangements und dergleichen). Hierzu ein Tipp: Selbstgebrannte CDs haben oft das Problem, dass sie alles andere als lange haltbar sind. Nach zwei Jahren ist von den gebrannten Daten oft nicht mehr viel übrig: Man sollte hier also nicht unbedingt an den Rohlingen sparen. Am allerbesten ist es, zusätzlich zur CD noch eine normale Kassette mit beizulegen. Dies ist zwar altmodisch - aber eine Kassette überlebt in aller Regel ein paar Jahre länger als eine CD.

Was mache ich, wenn ich sehe, dass mein Song tatsächlich irgendwo kopiert wurde?


Wenn Ihr Euch dessen sicher seid, gibt es eigentlich nur einen richtigen Rat: Besorgt Euch einen guten Anwalt, der Erfahrungen mit Urheberrechts-Fällen hat.




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