Das gelungene Konzept von Hypersonic (siehe Testbericht) wurde leider durch die teilweise recht mittelmäßigen Sounds getrübt, gerade Klavier und Orgel konnten in den meisten Fällen nicht mit den gängigen Workstations (Yamaha Motif, Korg Triton, Roland XV) mithalten. Hier schafft Wizoo nun Abhilfe und bringt direkt drei neue Erweiterungen auf den Markt.
Für alle drei Module wurde eine eigene, individuelle Mini-Bedienoberfläche innerhalb von Hypersonic gestaltet. Es sind quasi PlugIns für ein PlugIn.
GP-1 Grand PianoBedienung:
Über den Edit Button gelangt man nicht in das "normale" Menü zum Bearbeiten der Sounds, sondern bekommt die GP-1 Oberfläche zu Gesicht. Hier kann man zum einen zwischen zwei verschiedenen Piano-Modellen wählen und zum anderen mit einem Dreh-Regler stufenlos zwischen "Soft", "Natural", "Bright" und "Hard" umstellen. Zudem kann man über eine Velocity Curve die persönliche Anschlagstärke regulieren. Die Sounds lassen sich zusätzlich zwischen ECO, MID und XXL umschalten. Über einen "true sustain" Button kann die etwas Speicher fressende gesamplete Sustainphase deaktiviert werden.
Die Bedienung ist einfach und effektiv und lässt keine Fragen offen.
Sound:
Das GP-1 klingt wirklich sehr gut und macht klanglich durchweg einen guten Eindruck. Wenn das Modul auch klanglich ein wenig hinter [i]The Grand [/i]zurücksteht, hat man doch einen ausgewogenen brillianten Piano-Sound, der sich sehr gut ins Arrangement einfügt. Im Gegensatz zu den originalen werkseitigen Klavier-Patches, die alle etwas mumpfig und künstlich klingen, hat mit diesem Modul einen Grandpianosound, mit dem die meisten "echten" Synthie-Workstations nicht mithalten können.
Beide Modelle bieten einen eigenen, sehr schönen Klang. Model 1 klingt etwas härter und attacklastiger und ist im Panorama etwas breiter, während Model 2 weicher und harmonischer klingt.
Presets:
Die Werkpatches sind nicht sonderlich umfangreich - bei einem reinen Pianomodul allerdings nachvollziehbar. Ein paar Rhodes-Mixes, ein paar angephaste Pianos - aber nicht wirklich Weltbewegendes. Das Honkeytonk mischt man sich lieber selber aus zwei gegeneinander verstimmten GP-1.
Fazit:
79 Euro klingen für einen qualitativ sehr guten Flügel-Sound erstmal recht günstig, rechnet man jedoch noch die Anschaffung von Hypersonic selber dazu, relativiert sich das Ganze noch ein wenig. Doch wer Hypersonic bereits besitzt und einen guten Pianosound braucht, sollte sich den GP-1 wirklich besorgen. Soundmäßig lohnt es sich auf jeden Fall. Die Piano-Sounds von Hypersonic selber sind um Klassen schlechter und für reine Piano-Arrangements kaum zu gebrauchen. Wer wirklich aufwendigere klassische Klavier-Parts benötigt, dem sei allerdings [i]The Grand[/i] (ebenfalls von Steinberg/Wizoo) empfohlen. Nichtsdestotrotz sind die GP-1 Sounds absolut CD-tauglich und werten Hypersonic um einiges auf.
Bewertung: Steinberg/Wizoo GP-1
Preis/Leistung:07/10 Funktion:09/10 Sounds:08/10 Bedienung:09/10 Performance:06/10
Konzept:09/10 Gesamt:08/10 - extrem kurze Ladezeiten
- geringer Speicherverbrauch im Gegensatz zu Samplern
- gute Qualität der Sounds
- einfache Bedienung
- teilweise Verzögerung beim Laden der PresetsHersteller:
Steinberg /
WizooUVP:79 €
NB-3Bedienung
Nach Betätigen des Edit-Buttons tut sich ein Minidisplay mit einer typischen Drawbar-Orgel auf. Die neun Zugriegel lassen sich Orgel-typisch stufenlos einstellen. Über einen seltsamen Drehregler lassen sich verschiedene Tonwheels auswählen. Das ist zwar schön anzusehen und erhöht den Vintage-Touch, in der Praxis ist es aber sehr unhandlich, eines der immerhin zehn verschiedenen Sets auszuwählen, zudem ist die Schrift bei hoher Auflösung nur sehr schlech lesbar. Gut gelöst ist hingegen die Anordnung der Percussion-Schalter, mit denen man den typischen percussiven Klang der Hammond B3 Orgel regulieren kann.
Sound:
Der Speicherverbrauch (0,2 bis 0,4 MB) lässt darauf schließen, dass die Sounds wie bei der B4 von Native Instruments komplett synthetisch modelliert sind. Ähnlich wie beim GpP-1 muss man auch hier sagen, dass die NB-3 nicht unbedingt das Maß aller Dinge ist. Die Konkurrenz aus Berlin hat hier eindeutig die Nase vorn und auch die B3-Sounds unserer Workstation (Roland XP-80) klangen doch ein wenig besser. Die NB3 klingt zwar gut, aber der "Boah"-Effekt bleibt aus. Trotzdem erhält man mit diesem Hypermodul eine hervorragende Möglichkeit, einen flexiblen und vor allem durchsetzungsfähigen Orgelsound, der im Songgefüge weitaus besser und realistischer klingt als solo.
Wizoo hat mit der NB-3 nicht nur neue Sounds geliefert, sondern hat auch noch eine neue Leslie Simulation spendiert, die sich als Effekt-PlugIn auch für andere Hypersonic-Patches benutzen lässt. Diese klingt um einiges besser als der werkseitig "eingebaute" Rotary-Speaker, aber auch hier klingt die B4 von NI noch etwas besser.
Fazit:
Für den günstigen Orgelsound auf jeden Fall empfehlenswert. Während die NB-3 alleine nicht spektakulär klingt, werden im Zusammespiel mit anderen Instrumenten ihre großen Stärken sichtbar. Ist man kein glücklicher Besitzer von Hypersonic und hegt den Wunsch nach guten Orgelsounds, sollte man sich allerdings auch hier die Frage stellen, ob sich die Anschaffung lohnt.
Bewertung: Steinberg/Wizoo NB-3
Preis/Leistung:07/10 Funktion:08/10 Sounds:07/10 Bedienung:09/10 Performance:07/10
Konzept:09/10 Gesamt:08/10 - extrem kurze Ladezeiten
- geringer Speicherverbrauch im Gegensatz zu Samplern
- einfache Bedienung
- umfangreiche Soundmöglichkeiten
- teilweise Verzögerung beim Laden der Presets- Sounds etwas dünnHersteller:
Steinberg /
WizooUVP:79 €
Ultrasynth US-1Bedienung:
Der Ultrasynth ist wohl das komplexeste der drei neuen Hypermodule. Hier hat auch ein einziges Fenster nicht ausgereicht - die Oberfläche ist in drei Teile gliedert:
Auf der [i]OSC-[/i]Oberläche kann man die drei Oszillatoren in Stimmung und Wellenform editieren. Über [i]filt/amp[/i] lassen sich VCF VCA und Envelpobe editieren und über [i]mod[/i] - wer hätte das gedacht? - Modulation, LFO und diverse andere Einstellungen.
Der US-1 lässt sich erstaunlich gut bedienen dafür dass er mit immerhin 280 x 350 Pixeln haushalten muss. Hier zeigt sich, dass ein gutes PlugIn nicht unbedingt viel Platz benötigt. Einzig die Bezeichnungen in dem [i]Mod[/i]-Reiter sind ein wenig zu kryptisch geraten. Hier ist das Konzept anders als bei Hypersonic selbst. Man hat hier weit mehr als eine reine Preset-Schleuder: Man kann durch dÃe umfangreichen Parameter fast wie bei einem normalen Synthesizer den Sound erheblich beeinflußen.
Was leider extrem nervig ist, sind die (erfreulicherweise) vielen Presets, die allerdings durch die alphabetische Anordnung keinerlei klanglich sinnvolle Reihenfolge bilden. Wenn man was bestimmtes sucht, muss man entweder den gesamten Ordner durchzappen, oder ist auf die Suche angewiesen.
Sound & Presets:
Also für mich als eher wenig "elektronisch" orientierten Musiker klingt der US-1 sehr gut. Die Presets sind sehr breit gefächerte, fette analoge Leads, breite Flächen und lebendige Apprigiator-Sounds - für jeden etwas. Die Filter klingen okay und brauchen sich nicht zu verstecken.
Fazit:
Bei diesem Hypermodul bekommt man auf jeden Fall am meisten Sound für's Geld. Er bietet für die kleine Oberfläche umfangreiche Soundmöglichkeiten und ist trotzdem noch gut bedienbar. Besitzt man Hypersonic, ist dieses Modul definitiv eine Bereicherung. Einziger Nachteil ist hier lediglich die unübersichtliche Anordnung, für die vielen Presets wären verschiedene Unterordner sehr wünschenswert gewesen.
Bewertung: Steinberg/Wizoo US-1
Preis/Leistung:08/10 Funktion:09/10 Sounds:10/10 Bedienung:07/10 Performance:08/10
Konzept:09/10 Gesamt:09/10 - geringer Speicherverbrauch im Gegensatz zu Samplern
- gute Qualität der Sounds
- Umfange reiche Presets
- teilweise Verzögerung beim Laden der Presets
- kleines DisplayHersteller:
Steinberg /
WizooUVP:79 €
Gesamtfazit:Für Hypersonic-Besitzer kann man das Trio uneingeschränkt empfehlen, da sie Hypersonic um ein wirklich vielfältiges und qualitativ hochwertiges Soundangebot bereichern. Besonders das Bundle bestehend aus allen drei Hypermodulen lohnt sich wegen dem günstigen Preis von 199 Euro. Wer allerdings Hypersonic nicht besitzt und nach Synthie, Piano oder Orgel sucht, sollte vielleicht lieber auf eigene PlugIns wie The Grand (ebenfalls von Wizoo/Steinberg), B4 oder Reaktor (beide von Native Instruments) zurückgreifen.