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Test: Steinberg Drumsampler LM4 Mark II

Autor: Daniel Remmel

Software-Instrumente erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das VST-Plugin LM4 von Steinberg geht in die zweite Runde. Ob es in der Praxis bestehen kann zeigt dieser Test



Der LM4 ist ein speziell auf Schlagzeug ausgerichteter Sampler oder vielmehr Sampleplayer von Steinberg. Er wird auf zwei CDs ausgeliefert, wobei sich auf der zweiten Scheibe eine Sammlung von Drumsets befindet die größtenteils von der Firma Wizoo zur Verfügung gestellt wurden.
Der LM4 ist ein reines [lexicon=73]VST[/lexicon]-PlugIn und nicht standalone- oder rewirefähig, was aber Dank der weiten Verbreitung der Schnittstelle kein Problem darstellen sollte.

Bedienung
Die Oberfläche ist, wie auch in der ersten Version im Stile guter alter analoger Drumcomputer aufgebaut, weswegen die Benutzung des LM4 eigentlich niemandem ernsthafte Probleme bereiten sollte. Die einzelnen Sounds eines Sets lassen sich auf (leider nur) 18 Pads verteilen.

In der Hauptansicht (siehe Bild oben) kann man die Lautstärke sowie die Tonhöhe der jeweiligen Pads einstellen, allerdings nur global, einzelne Samples umzutunen, um z.B. über verschiedene Velocities ein gewisses [i]Human Feel[/i] zu emulieren ist nicht möglich. Auch wäre für Drumloops ein Tuning, welches ausgehend von einer voreingestellten Basis die Geschwindigkeit in bpm anzeigt bzw. editarbar macht, sehr wünschenswert gewesen.

Schaltet man in den Editiermodus, kann man zu dem gerade ausgewählten Pad diverse Einstellungen vornehmen. Neben den beiden Reglern für Volume und Tune taucht jetzt ein Velocity-Slider auf, mit dem sich einstellen lässt, wie stark die Anschlagstärke (Velocity) eines MIDI-Keyboardes bzw. einer entsprechenden VSTi-Spur berücksichtigt werden soll.
Über eine grafisch dargestellte ADSR-Hüllkurve, kann man dem Sound noch einen weiteren Feinschliff verpassen. Sehr schön ist, dass man die einzelnen Punkte grafisch mit der Maus verschieben kann anstatt an irgendwelchen Reglern drehen zu müssen.
Weiterhin lassen sich die Pads auf insgesamt 10 Gruppen verteilen, was bei Schlagzeug-Sounds unerlässlich ist, um zB. HiHats realistisch zu Triggern. So muss zB. der Sound einer offenen HiHat beendet werden sobald sie "getreten" oder geschlossen gespielt wird, was sich über diese Funktion realisieren lässt.
Ansonsten reduzieren sich die Einstellmöglichkeiten auf einen Reverse-Button zum Umkehren der Samples und einen Bitcrusher um die Qualität künstlich zu reduzieren. Damit lassen sich sehr nette Vintage-Effekte erzielen wovon gerade Musiker aus dem Elektro-Bereich profitieren werden.

Über den Button "Layer" kann man in einer Art Balken-Anzeige die verschiedenen Samples, welche auf dem gewählten Pad zugeordnet sind sichtbar machen. Hier lassen sich auch die unterschiedlichen Velocity-Werten einzelnen Samples zuordnen. Diese Anzeige ist sehr übersichtlich; die Anordnung der einzelnen Velocity-Balken läuft von unten (kleine Velocity-Werte) nach oben (große Werte). Samples lassen sich sehr einfach vom Windows-Explorer per Drag & Drop in die Layer-Anzeige verschieben. Der jeweilis untere und obere Velocity-Wert wird neben den einzelnen Balken angzeigt und lässt sich mit der Maus verschieben. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass man die Samples hier nachträglich nicht mehr vertauschen kann wenn man sich mal verklickt hat...

Sounds
Durch die Partnerschaft von Steinberg und Wizoo haben schon diverse PlugIns profitieren können. Die Firma Wizoo steht für gute Qualität, was sich auch in den Sounds des LM4 Mark 2 widerspiegelt. Die Drumkits sind gut ausgewählt mit einem leichten gewicht auf akustische Sets. Besonders gelungen fanden wir die sehr detailiert gesampleten Bitbeats-Kits welche die Möglichkeiten des Velocity-Switching voll ausreizen. Schade ist hier nur, dass einige Kits nur aus Bass, Snare und HiHat bestehen, Becken und Toms also völlig fehlen. Bei Becken allein wäre das weniger tragisch gewesen, da sich hier der mitaufgenommene Raum nicht so stark bemerkbar macht, was sich bei den Toms allerdings um so mehr bemerkbar macht, zumal der Raumanteil bei einigen Schlagzeugen relativ hoch ist.

Fazit
Der LM4 besticht durch seine Einfachheit. Wenige aber robuste Funktionen.
Für Einsteiger oder Leute, die schnell mal ein paar Ideen einspielen wollen ist er genau das richtige. Die Oberfläche ist übersichtlich und nicht mit unnötigem Schnickschnack überladen.
Wer allerdings tiefer in die Audiowelt einsteigen stößt beim LM4 schnell an die Grenzen, insbesondere das Limit auf 18 Sounds bzw. Pads ist sehr lästig, gerade wenn man neben einem Drum-Set noch etwas Percussion haben will, ohne direkt eine neue Instanz des PlugIns zu öffnen. Was die Wertung anhebt sind die vielen, qualitativ recht guten, mitgelieferten Sets von Wizoo.
Leider nutzen hiervon nur wenige das Velocity-Switching, dafür sind aber entsprechende Kits auch von sehr guter Qualität. Für Loops ist der LM4 eher nicht geeignet, da hier keine brauchbare Möglichkeit besteht, die Loops dem Songtempo anzupassen.




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