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Test: Steinberg Virtual Bassist

Autor: Daniel Remmel ({ AUTHOR_HOMEPAGE })

Nach dem Virtual Guitarist, dem Virtual Drummer (Grooveagent) schickt Steinberg nun den nahe liegenden Nachfolger ins Rennen: den Virtual Bassist. Ob dieser "Bassist" allerdings mit seinen Kollegen aus Fleisch und Blut mithalten kann bleibt abzuwarten...



Das Konzept ist das gleiche geblieben wie beim Virtuellen Gitarristen. Man bekommt hier keine schlichte Sammlung mit Bass-Samples und einem netten Player, sondern es handelt sich beim Virtual Bassist eher um eine Art Begleitautomatik für die Virtuelle Band.

Installation/Handbuch:


Hier gibt es nicht viel zu sagen. Das Handbuch ist mal wieder Steinberg-typisch sehr gut gelungen. Die Installation verläuft reibungslos und danach gilt es - wie immer - sich mit dem nervigen Snycrosoft-Dongle rumzuärgern - so man denn einen hat. Dieser wird nämlich NICHT mitgeliefert, sondern ist für 19,90 Euro gesondert zu beziehen. Dafür gibt es zwei Punkte Abzug in der Bedienungsnote. Sowas ist einfach nicht die feine Englische Art. Dass die Firmen auf ihren geliebten Kopierschutz nicht verzichten wollen mögen ja mittlerweile die meisten Benutzer eingesehen haben - dass man diesen allerdings gesondert erwerben muss ist nicht akzeptabel. Zwar kann man auf einem einmal erworbenen Schlüssel alle zukünftigen Lizenzen speichern, doch ist sicher schon so mancher User herb enttäuscht worden, weil er beim Kauf das Kleingedruckte nicht gelesen hat und Anfangs ohne Dongle da stand. Es bleibt zu hoffen, dass Steinberg von dieser Praxis Abstand nimmt und die USB-Stecker wieder beilegt.

Beim ersten Laden des Plugins in Cubase ist uns der Virtual Bassist mitsamt Sequencer und unseren ASIO-Treiber abgestürzt (es kam eine Fehlermeldung, dass die Oberflächer des VB nicht geladen werden konnte), wonach wir den Rechner neustarten mussten. Da sich das allerdings im Laufe des Tests nicht wiederholt hat, gehe ich nicht davon aus, dass es sich hierbei um einen gravierenderen Fehler handelt.
Es sei noch erwähnt, dass der Virtual Bassist wie alle kürzlich erschienenen Plugins von Steinberg auch als Stand-Alone-Version installiert werden kann. Er erkennt automatisch alle vorhandenen ASIO und MIDI-Ports und funktioniert einwandfrei. Da sich Stand-Alone- und VST-Version nicht unterscheiden, gehen wir im folgenden nicht weiter darauf ein.

Oberfläche


Der Virtual Bassist gliedert sich in drei Bereiche: "Play", "Groove Match" und "Amp & Fx", die sich über entsprechende Reiter am oberen Bildschirmrand umstellen lassen.

Der Play-Bereich


Der Playbereich funktioniert im Prinzip genauso wie beim Virtual Guitarist. Links sieht man einen Bass an dem man viele lustige Dinge einstellen kann, in der Mitte einige weitere Schalter und Potis zum Umstellen von Spielweise und Sound und rechts eine Auswahlliste für Styles und Parts.

Fangen wir mit letzterem an: Wie schon gesagt, ist unser Virtueller Bassman eine Art Begleitautomatik, die verschiedentliche Stile bzw. "Styles" spielen kann. In der Stylesliste kann man hier einen von ingesamt 30 verschiedenen Stilen auswählen. Sehr schön ist der "Listen"-Button mit dem man den gerade gewählten Stil vorhören kann und zwar nicht nur mit dem "Virtual Bassist", sondern auch mit seinen beiden Geschwistern Grooveagent und Virtual Guitarist (VG) - doch dazu später. Die Ladezeiten eines einzelnen Stils sind im Gegensatz zum VG erfreulich kurz, so dass man direkt loslegen kann.
Spielt man nun über MIDI-Tastatur eine Note oder einen Akkord (umstellbar), so wird dieser erkannt und der Virtual Bassist spielt automatisch ein entsprechendes Pattern - natürlich passend zum Tempo, das im Sequencer eingestellt ist. Der gespielte Akkord wird in einem kleinen Fenster zusätzlich angezeigt, darunter befindet sich auch der Schalter zum Umstellen Chords/Note, sowie eine Retrig-Funktion welche erzwingt, dass das gewählte Pattern beim Drücken der Taste direkt von neuem gespielt wird - ganz unabhängig von der Position im Tempo. Das ist eine sehr praktische Funktion, die ich beim Virtual Guitarist manchmal gut hätte gebrauchen können.

Darunter findet man weiter Optionen: Mit Speed kann man das Tempo in dem der VB spielt relativ zum Sequencer-Tempo entweder verdoppeln oder halbieren. Swing regelt den Shufflegrad (wäre nett gewesen, wenn man das auch so genannt hätte) Variance definiert, ob es sich bei unserem virtuellem Basser um einen Vollprofi handelt, der hundertprozentig auf den Punkt spielt oder um einen Livemusiker, der schon ein paar Bierchen inne hat und die Töne nicht mehr so ganz im Timing trifft. Eine sehr feine und musikalische Sache ist auch das Poti Early/Late, womit man den Bass verzögern oder vorziehen kann. So können einige Musikstile ihre volle Wirkung erst entfalten, wenn der Bass "laid-back" gespielt wird.
Unter diesen drei Potis findet man ein gar seltsames, rundes Etwas mit einer Kugel drumrum... Was anfangs etwas seltsam anmutet ist aber ein durchaus nettes Feature, so kann man hiermit nämlich den Klang des Basses stufenlos zwischen "Modern", "Classic" und "Vintage" umschalten. Mit Vintage bekommt man den typischen alten Motownsound mit geschliffenen Bass-Saiten. Der "Klassik"-Sound ist eher die 70er-Ecke und der "Modern" ist ein aktueller E-Bass-Sound mit aktiver Elektronik. Deneben kann man noch das Fret-Noise (Rutschen der Finger auf den Saiten) und Fret-Buzz (Anschlagen der Saiten an den Bünden) in drei Stufen (off, mid, full) einstellen. Sehr praktisch: Ein kleines unscheinbares Schlossymbol sorgt dafür, dass beim Wechsel des Styles die Einstellungen am Bass erhalten bleiben.
Kommen wir aber zum Herzstück des Plugins: dem eigentlich Bass! Dieser lässt sich zwischen 5-String und 4-String umschalten und bietet sehr detailierte Eingriffsmöglichkeiten in den Klang. Volume und Tone entsprechen den Reglern eines gängigen E-Basses und bedürfen keiner weiteren Erklärungen. Mit Attack wird definiert, ob die Saite eher weich mit den Fingern, oder hart mit einem Plektrum angeschlagen wird und als letztes existeirt noch ein Poti für die Dämpfung der Saiten und ein Umschalter mit dem sich der Tonabnehmer frei platzieren lässt. Drei weitere Drehknöpfe "Compression", "Dive" und "Master" ermöglichen einen schnellen Eingriff auf den entsprechenden Bereich in der Effekt-Sektion, doch dazu später.

Was ich anfangs nicht erwähnt habe ist, dass jeder Style wie beim VG auch aus mehreren Parts besteht - das sind verschiedene Variationen des Hauptstils - pro Style immerhin 13 verschiedene Varianten und zusätzlich nochmals 6 Fills, die allesamt mit sehr viel Liebe zum Detail erstellt wurden.
Gesteuert wird der Virtual Bass hauptsächlich über die MIDI-Tastatur. Auch das Umschalten zwischen den einzelnen Parts geschieht über die Tastatur. Die entsprechenden Tasten werden direkt neben dem Parts-Fenster angezeigt. Es hat eine ganze Weile gedauert bis ich herausgefunden habe, dass man die Parts auch per Maus umstellen kann (Tipp: Links auf die Tasten selber klicken und nicht auf die Namen der Parts - dies ist leider im Handbuch nicht dokumentiert.)
Die Erkennung der Akkorde per MIDI ist zwar etwas zäh - man kommt aber damit klar. Die Hoffnung, eine vorher eingespielte Pad-Spur (nicht quantisiert) als Vorgabe für den Virtual Bassist zu nehmen hat sich leider relativ schnell wieder zerschlagen - aber man kann ja schließlich nicht alles haben.


Groove Match


Das GrooveMatch-Fenster ist der größte Unterschied zu den "Gitarristen", hier bietet sich nämlich einiges an Eingriffsmöglichkeit in die Basslines. Im Makro Editor wird der gerade ausgwählte Part als Notenlinie ähnlich dem bekannten Lochstreifeneditor angezeigt. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich das ganze allerdings etwas als Mogelpackung, so dient die angezeigte Tonhöhe hier nur als grobe Orientierung. Verändern kann man nur den rythmischen Teil. Ich hab zehn Minuten wie wild in dem Fenster rumgeklickt bis ich endlich begriff, dass man die Notenwerte zwar horizontal in Achtelschritten aber nicht vertikal verschieben kann. Da zeigt sich wieder einmal, dass man zwischendurch mal ins Handbuch schauen sollte (naja, da ich das im Forum immer predige musste mir das Schicksal ja irgendwann eine Retourkutsche verpassen). Dort steht im übrigen folgendes dazu vermerkt: "In Version 1.0 von Virtual Bassist kann die Tonhöhe einer Note nicht geändert werden"... Naja, bleibt zu hoffen, dass sich das in Version 1.5 ändern wird.

Die sogenannten Modifiers erlauben es die Noten nach bestimmten Presets (nur Achtel, Downbeat, offbeat etc) zu verändern.
Im Mikrobereich lässt sich das ganze noch weiter verfeinern und dem Songtempo anpassen, insbesondere hat man hier etwas genaueren Zugriff auf den Swingfaktor. Wer hier nicht weiß was einzustellen ist, kann den from-MIDI-Button nutzen der versucht, ein am MIDI-Eingang liegendes Signal zu interpretieren und in ein Swing-Feel umzusetzen, was sogar einigermaßen geklappt hat...
Das ganze ist zwar im Gegensatz zu den Virtual Guitarists (wo man die Styles garnicht editieren konnte) ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung, aber ich fand diesen ganzen Groovematch-Bereich irgendwie extrem verwirrend und es hat eine Weile gedauert bis der Virtual Bassists das gespielt hat, was ich wollte.

Amp und Effekte


Mehr Spaß macht dagegen die Effekt-Sektion, hier gibt es einen Virtuellen Verstärker, EQ, ein Wah-Wah, Fuzzbox, Kompressor, Octaver Chorus/Flanger, ein Tremolo sowie eine Speaker-Simulation. Besonders gelungen finde ich es hier, dass es sogar die Möglichkeit gibt, die Effekte unteschiedlich zu routen.
Den Amp kann man zwischen Transistorstufe und Röhre umstellen, wobei man dem Sound bei letzterem mit dem Drive-Regler noch den nötigen Punch verleihen kann. Der EQ beschränkt sich auf Tiefen Mitten (parametrisch) und Höhen, was für diesen Zweck mehr als ausreichend ist. Erwähnenswert ist auch noch die Ausgangssektion, wo man zischen verschiedenen Stacks wählen kann:
- 1x15"
- 1x18"
- 2x15"
- 4x10"
- 4x10"Aluminium
- 8x10"

Bei den Mikros hat man die Wahl zwischen einem dynamischen und einem Kondensator-Mikrofon, dass man jeweil "on-axis" und "off-axis" platzieren kann, oder man verzichtet ganz darauf und geht per Virtueller DI-Box direkt ins Pult. Wah-Wah, Chorus, Flanger und Tremolo lassen sich zum Sequencer-Tempo synchronisieren ansonsten gibt es zu den weiteren Effekte wenig zu sagen, sie sprechen eigentlich alle für sich. Die Bedienung ist hier wieder sehr intuitiv und logisch.
Insgesamt stehen über 60 verschiedene Presets zur Verfügung die man natürlich nach beliebigen verunstalten und speichern kann.

Styles und Sound


Wow, wir waren wirklich überrascht wie authentisch der Virtual Bassist die Bassklänge wiedergibt. Wo man beim Virtual Guitarist spätestens nach dem dritten Durchlauf eines Patterns gehört hat, dass das irgendwie keine keine echte Gitarre sein kann, fällt es bei seinem tieftönenden Geschwisterchen nahezu überhaupt nicht auf und durch die breite Auswahl an Parts zu einem Style kann man schnell und einfach für Abwechslung sorgen. Ich glaube kaum, dass man einen Bass aus der Dose überhaupt noch wesentlich realistischer gestalten kann, man kommt hier wirklich in Versuchung bei Standard-Grooves auf den realen Basser zu verzichten... Was ich leider etwas vermisst habe sind balladige Styles: Die Schmalz- und Kuschelschiene ist beim Virtual Bassist etwas unterbesetzt.
Die Tonparameter die man an der Gitarre vornehmen klingen auch erstaunlich realistisch, besonders schöne Geschichten kann man meiner Meinung nach mit dem Damp-Regler veranstalten.
Auch die Effekte klingen allesamt sehr gut und lassen sich praktischerweise auch als kompaktes exernes Bass-Plugin nutzen.
Bei all dem Lob muss allerdings auch gesagt werden, dass es sich hier eben hauptsächlich um Standards der großen Stile handelt. Benötigt man wirklich individuelle Bass-Grooves, kommt der virtuelle Bassist trotz GrooveMatch schnell an die Grenze.

Geschwister: Virtual Guitarist, GrooveAgent


Der Virtual Bassist ist der Jüngste Sproß der "virtuellen" PlugIn-Famlie aus dem Hause Steinberg. Die Grooves sind - insbesondere zum GrooveAgent - stark aufeinander Abgestimmt und ergänzen sich wunderbar, was Steinberg durch die Vorschau-Funktion eindrucksvoll unter Beweis stellt. Man bekommt so schnell eine Basis-Rythmusgruppe zusammen und kann sich damit voll auf die kreativen Tätigkeiten konzentrieren, zumal man die Spuren des Virtual Guitarist für den virtuellen Bassisten direkt übernehmen kann.

Fazit


Der Virtual Guitarist weiß zu begeistern: Authentische Bass-Sounds, eine breite Auswahl an Styles und ein Effekt-Rack, dass keine Wünsche mehr offen lässt. Mankos gibt es nur bei der Bedienung: Der Groovematch-Bereich ist nicht wirklich intuitiv und auch einige nicht dokumentierte Features und besonders der fehlende Lizenzschlüssek trüben das Bild etwas, was sich auch in der Bedienungsnote wiederspiegelt.
Trotzdem bekommt man hier ein wertvolles Werkzeug in die Hand das einem gerade am Anfang des Arrangements eine Menge Arbeit abnehmen kann - insbesondere durch die Zusammenarbeit mit dem Groovagent und Virtual Guitarist. Für einfache Arrangements kann hier sicherlich auch mal auf einen echten Bassisten verzichtet werden, ohne, dass es negativ auffällt.




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