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 Betreff des Beitrags: (Kein) Öl ins Feuer? Digital vs. Analog
BeitragVerfasst am: 24.07.2010 13:17 
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Semi-professional

Registriert: 11.04.2007 18:35
Beiträge: 260
Wohnort: München
Öl ins Feuer? Digital vs. Analog

Nachdem ich im Jahr 2009 sowohl als Musiker wie auch als Tech ein paar eher traumatische Erlebnisse mit dem Yamaha 01v96 hatte und auch anderweitig mitbekam, war das Thema Digitalpulte für mich eigentlich fürs erste abgehakt: "Bucht mich, wenn Ihr einen Analogtisch da stehen habt," sagte ich meinen Auftraggebern in der Folgezeit immer. Da kenne ich mich aus, weiss, was ich hab, und selbst, wenn ich ein Pult nicht kenne, finde ich mich mehr oder weniger sofort darauf zurecht. Eine sichere Sache also.

Anfang Mai war ich für den Gig einer Cover- und Showband gebucht, für eine hessische Variante des Münchner Oktoberfestes. Bei der Band bin ich fester Ersatzmann des Stamm-Tontechnikers, der sich immer um die Organisation bzw. Abstimmung von Technik und Technical Rider kümmert und mich nach Bedarf bucht. Jedenfalls war eine lange Anreise (von München bis hinter Frankfurt, quasi in die alte Heimat von Eurem M4M), sechs Stunden Fahrzeit mit dem Bus, der für die Band gechartert wurde, Abfahrt gegen 3:30 Uhr früh, Aufbau und Soundcheck für uns von 10:00 bis 12:00 Uhr, dann Auftritt einer anderen Band, dann "meine" Truppe. Analogtisch war vereinbart, alles klar, kein Problem, auch nicht bei einem engen Zeitplan. Auf der Fahrt klingelt mich plötzlich gegen halb 8 das Handy aus dem Schlaf: Mein Auftraggeber verkündet mir, dass jetzt doch ein Digitalpult da steht, das Yamaha M7CL. Na großartig, und was jetzt?, will ich von ihm wissen. Es wäre ein Systech da, der das Pult für mich einrichtet und den ich alles fragen kann, alles kein Problem (wo nimmt der Mann morgens um halb 8 nur diesen Optimismus her? Ob das ein Problem wird oder nicht, sehen wir dann vor Ort!). Ausserdem sollen wir damit nur den Saalmix machen, es gebe ein eigenes Monitorpult.

Wir kommen also einigermassen verschlafen am Orte des Geschehens an - so ein Bus ist nicht direkt ein rollendes Himmelbett. Zelt, Bühne, PA - alles da. Okay, zuerst die gute oder die schlechte Nachricht? Die gute ist die, dass der Systech vor Ort ausgeschlafen, nett und fähig ist. Die schlechte? Kein Monitorpult weit und breit zu sehen, was nur bedeuten kann, dass ich mich nebenbei mit sechs oder sieben Monitormixes befassen darf. Der Hammer allerdings: Die zwei Stunden Zeit für Aufbau und Soundcheck gelten für beide Bands zusammen - was die genausowenig wussten wie wir. Zwei Bands, ein Haufen Techniker, alle mit einigermassen betretenen Gesichtern - und kein Organisator vor Ort, den man mal fragen kann, wie das eigentlich nach Zeitplan gehen soll. Nun denn, wir fangen einfach mal mit dem Aufbau der Backline an. Die andere Band ist zum Glück ebenfalls sehr nett, es gibt keine Streitigkeiten oder Rivalitäten. Unser Zeug wird hinten aufgebaut, deren Sachen vorne, passt schon bei der großen Bühne (bestimmt 12 mal 8 Meter). Ach ja, und ein Hoch auf rollbare Drumriser!

Die anderen fangen also an, nur eine halbe Stunde verspätet, ziehen ihr Programm knapp 2 Stunden recht lässig durch, so dass wir mit lediglich 20 Minuten Verspätung anfangen können. Es gibt zum Schluss der Veranstaltung ein hartes Ende, daher ist es ganz gut, dass sie einen Teil der Verzögerung aufgefangen haben. Nach dem Aufbau hat es nur für einen Linecheck gereicht, daher jetzt ein schneller Soundcheck mit Feinabstimmung bei den ersten paar Songs. Liebend gern würde ich ja behaupten, dass ich den Sondcheck nach kürzester Einweisung selbst durchgezogen habe. Hab ich aber nicht. Hier geht es um Geschwindigkeit, und daher macht das der Systech, der sich auf dem Pult bestens auskennt und ausserdem ein fähiger Tontechniker ist, zusätzlich richtet er noch ein paar Effekte ein, routet die Subgruppen nach meinen Wünschen und macht auch noch einen Teil der Feinabstimmung während des ersten Songs.

Dann erst übernehme ich. Vielleicht schlecht für mein Ego, aber echt besser für den Ablauf der Show. Der Systech gleich nebendran, ich kann ihn alles fragen. Aber eigentlich ist es easy - Kanal auswählen, dann habe ich eine Batterie von Knöpfen für den EQ (vier Bänder, vollparametrisch, yay!), Ansteuerung der Effekte und Monitorwege, und für Gate und Kompressor zumindest die Threshold-Regler, welche ja bei laufender Show die wichtigsten Regler sind. Will ich in die Parameter der Dynamics, drücke ich auf den jeweiligen Threshold-Knopf und bekomme ein Menü, in dem ich alle Parameter im Direktzugriff habe. Sehr geil! Dann zurück, und ich bin wieder in der Übersicht, kann die EQ-Settings auf den Song abstimmen, oder, oder, oder. Wenn man auf den richtigen Knopf drückt, kann man sich sein virtuelles Siderack ansehen - 31-Band-EQs in allen Ausspielwegen, diverse Reverbs, ein Delay, und ein Modul, das ich mir für Special Effects reserviere und nach Lust und Laune verändern kann. Nach zehn Minuten ist alles so intuitiv, dass ich hinterher ganz schnell wieder vergessen habe, wie es eigentlich geht - so wie auf einem neuen, mir unbekannten Analogtisch: ich seh es mir an, finde, was ich brauche, benutze es und könnte hinterher nicht mehr sagen, ob z.B. die Taster für die Mutegruppen unterhalb der Subgruppenschalter lagen oder daneben. Es war halt da, ich habs benutzt, als ich es brauchte, und fertig.

Jetzt fangen wir mal ein paar Rechenspielchen an. Ich habe an dem Pult 28 Kanäle anliegen. In JEDEM davon habe ich einen Kompressor am Start, dazu ein knappes Dutzend Gates bei den Drums und den Gitarren, am Bass und den Keyboards (die alle ein klein wenig rauschen und so wenigstens bei den Ansagen unhörbar sind). Dazu vier HE an Effekten und fünf Stereo-EQs à 3 HE. Macht summa summarum knapp 40 HE, die es in den Sideracks gebraucht hätte, einigermassen gut bedienbare Geräte vorausgesetzt. Wenn man sich mit Pinzettenbedienung abfindet, käme man vielleicht auch unter 30 HE, aber dann braucht es immer noch ein paar HE für Rackleuchten, etc. Irgendwie lande ich immer bei rund 40 HE. Macht drei riesige Racks, die man hätte schleppen und verkabeln müssen. Stattdessen stehen hier nur 4 HE für einen Doppel-CD-Player mit Bedienfeld rum ... Okay, es wäre ganz cool gewesen, mal einen Hall von Lexicon oder TC nutzen zu können, statt der eingebauten, immer leicht synthetisch klingenden Yamaha-Effekte. Aber zur Not bringe ich halt das nächste Mal meine liebsten Effekte in einem 2 HE-Rack mit ...

Jedenfalls fange ich an, mir Gedanken über ersparte Schlepperei und die doch nicht so üble Bedienbarkeit von Digitalpulten zu machen.


Ein paar Wochen später: Selber Auftraggeber, respektive Vermittler, anderer Job, andere Konsole. Es geht um Soundcheck und Beschallung der Probe einer Kirchenmusikgruppe. Da dies die erste von zwei Proben ist, ist der Soundcheck noch nicht gemacht. Auf- und Abbau entfällt, alles steht schon da und bleibt auch bis zur endgültigen Produktion - einem Gottestdienst mit Anwesenheit eines Bischofs - stehen. Für zweite Probe und Messe ist bereits ein Tech verpflichtet, ich mache quasi nur den Anfang, aber im allgemeinen mag ich diese Springerjobs. Ein Systech ist dabei, daher sage ich zu. Das Pult ist ein Digidesign Venue SC48, ein ziemliches Schlachtschiff im Gegenwert eines besseren Kleinwagens. Alsdann, lobet und preiset, ich sorge für den himmlischen Sound. Nicht ganz einfach in einer Kirche, aber es wurden für die Beschallung - alles Teil der Produktion - ein paar herunterfahrbare Akustikvorhänge installiert, mit der man den Hall in der Kirche von rund 7 Sekunden auf weniger als die Hälfte gebracht hat. Damit lässt sich doch beinahe arbeiten.

Zu dem Job kann man nur sagen: So muss das sein! Die Beschreibung und das, was ich vor Ort an Tatsachen antreffe, stimmen zu 100% überein. Dazu ein fähiger, netter Systech, das Pult ist eingerichtet, alle benötigten Mikros von Shure, AKG und Sennheiser sind verkabelt und ein paar weitere liegen bei Bedarf nebendran bereit. Eine Stunde Einarbeitungszeit, dann soll die Band kommen. Vorher erfahre ich noch, dass die Band noch nie mit Technik aufgetreten ist - okay, ziehen wir als erstes einen kleinen Bandworkshop durch unter dem Motto "Wie behandle und benutze ich ein Mikro, so dass es auch tut, was es soll?". Die fünf Damen sind es zufrieden, dann kann die Probe losgehen. Während sie spielen, pegele ich die Instrumente ein, EQue sie, bearbeite sie eins nacheinander mit herzhaften Einstellungen am Kompressor, da es immer noch ziemliche Pegelsprünge auszugleichen gibt.

Ach ja, die Besetzung: Querflöte (zum Auftritt werden es zwei sein, das zweite Mikro, jede der Flöten hat ein Sennheiser MD 521, wird einfach immer genauso eingestellt wie das erste), dazu viermal Gesang (das good ole SM 58, einer halligen Kirche vielleicht gar nicht so verkehrt), zwei Westerngitarren über AKG 491 Kondensator-Kleinmembraner, und eine der Ladies wechselt neben ihrem Gesang immer zwischen Klavier und Klassikgitarre, welche einfach nur mit einem SM 57 aus einiger Entfernung abgenommen wird - nicht überragend, aber nach ein paar schmalbandigen Absenkungen im Mittenbereich durchaus akzeptabel.

Dann werden bei ein oder zwei Songs zwei afrikanische Trommeln gespielt, recht große Teile, die viel zu laut sind und selbst unverstärkt einfach nur alles übertönen ... Erste Versuche, einfach einen Pulli o.ä. in das Instrument zu stecken, werden als unschön klingend abgelehnt. Logisch: Schallöffnung auf - zu laut. Schallöffnung ganz zu - zu dünn. Irgendwo dazwischen liegt das erzielbare Optimum. Also klebe ich mit Gaffa bei der größeren der beiden Trommeln den unteren Schallauslass zu rund zwei Dritteln zu, das klingt echt gut und ist auch nicht mehr zu laut. Bei der kleineren der beiden Trommeln ist es nur die Hälfte der Öffnung, die abgeklebt wird. Jetzt kann es wirklich losgehen. Auf ans Pult!

Nett beim Digidesign: Es gibt für jede Funktionsgruppe (EQ, Kompressor, Gate) eine Reihe abgespeicherter Vorlagen: Voc mal, Voc female, E-Guit, Acc-Guit, Bass, Piano, BD, SN, Toms sind nur einige davon. Bei den EQs ignoriere ich die Presets, weil die Damen eh alle anders klingen, also werden sie auch unterschiedlich EQt. Beim Kompressor probiere ich mal die Templates für Vocals Female und Acc.-Guitar aus. Sind beides sehr dezente Einstellungen, die ich nur noch in bezug auf den Threshold anpassen muss, und gut. Dann noch ein wenig Finetuning beim Attack der Akustikgitarren, und dann tönt das ganze sehr kontrolliert und ebenmäßig über die Anlage, ein kleines Line Array von d&b. Mit den Gates spiele ich noch ein wenig herum, um das Übersprechen in nicht genutzte Mikros zu verringern, aber das ist mir dann doch zu heiss, denn die Damen sind keine abgebrühten Routiniers, die ihre Dynamik jederzeit voll unter Kontrolle haben. Die Gefahr des "Verschluckens" von eigentlich gewünschten Passagen war hier zu groß, also liess ich es sein.

Das Digidesign ist für den Einsatzzweck hier natürlich komplett over the top - das Damenkränzchen braucht gerade mal zehn Kanäle, dann noch zwei oder drei für die Sprecher beim Gottesdienst. Gut, von den Dynamics habe ich mal wieder ausgiebig Gebrauch gemacht, aber die eingebauten Effekte haben wir bis auf einen 31-bändigen Stereo-EQ nicht angerührt.


Sagen wir's mal so - das Yamaha hat meiner Abneigung gegen Digitalpulte schon einen ernsthaften Dämpfer versetzt, denn es klingt okay und kommt auf knappem Raum mit nützlichen Features daher, für die man in der analogen Welt drei gigantische Sideracks mit sich rumschleppen muss. Vom Kaufen, einbauen und jedesmal verkabeln ganz zu schweigen. Kritikpunkte am Yamaha (aus meiner vollkommen subjektiven und sehr kurz ausgefallenen Sicht) sind höchstens noch die typischen Yamaha-Effekte mit ihrer doch leichten Künstlichkeit.

Den Rest gegeben hat mir allerdings das Digidesign - ein Hammerpult! Es klingt total offen und durchsichtig wie ein richtig gutes Analogpult der viele-viele-tausend-Euro-Klasse, verfügt über feinste Dynamikprozessoren, die eingebauten Effekte sind, wenn ich mich recht erinnere, von Lexicon und damit über jeden Zweifel erhaben. Die Presets (oder Vorlagen oder Templates) sind eine äußerst nette Dreingabe, da man sofort eine brauchbare Arbeitsgrundlage für eine Vielzahl von Anwendungsfällen bekommt bzw. zum Üben mal seine eigenen Kreationen und Einstellungen mit denen der Digidesign-Entwickler vergleichen kann.

Beide Pulte verfügen über 16 AUX-Wege, so dass fast jede beliebige Menge von Monitorwegen und Effekten realisiert werden kann, selbst in stereo für InEar-Monitoring, dazu die passende Anzahl an EQs. Was will man mehr? Nachgesehen habe ich nicht, aber sicher hat man bei beiden Pulten die Möglichkeit, seine Lieblinkseffekte über AUX-Wege einzuschleifen.

Insbesondere wenn man wie ich gerne mit viel Dynamics in den Eingangskanälen arbeitet, liegen die Vorteile der Digitalen auf der Hand - ich muss mich nicht beschränken, weil ich z.B. nur vier Kompressorkanäle habe, sondern kann jedem Kanal einen Kompressor / Limiter und bei Bedarf zusätzlich noch einen Expander / Gate zuweisen. Oder Kompressor und Deesser. Oder, oder, oder. Herz, was willst Du mehr? Und die digitalen Selbstverständlichkeiten wie freie Kanalzuweisung und Kopplung von Nachbarkanälen bzw. Save and Recall, also das Abspeichern von kompletten Settings habe ich hierbei noch nichtmal erwähnt!


Da ich jetzt also Digitalpulte mit ordentlicher Benutzerführung kennengelernt habe, weiss ich, dass das Yamaha 01v nix anderes als ein Ausrutscher ist - entickelt von Ingenieuren für Ingenieure, also nix für kreativ oder intuitiv denkende Menschen. Man kann es benutzen oder ignorieren, und ich jedenfalls werde es so gut wie möglich ignorieren. Andere Digipulte dagegen sind m.E. echt eine Überlegung wert.


Vielleicht ist das für den einen oder anderen ein Denkanstoss oder eine Inspiration.

Viele Grüße
Jo

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Johannes Komarek
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 Betreff des Beitrags: Re: (Kein) Öl ins Feuer? Digital vs. Analog
BeitragVerfasst am: 24.07.2010 13:39 
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willkommen in der gegenwart...

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als musiker bin ich mein eigener alptraum


 
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 Betreff des Beitrags: Re: (Kein) Öl ins Feuer? Digital vs. Analog
BeitragVerfasst am: 28.07.2010 22:22 
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Beiträge: 395
Wohnort: Catering
monithor hat geschrieben:
willkommen in der gegenwart...

Ja, is klar.

Interessant ist nur, das die Profi-Liga doch recht lange gebraucht hat, das wahre Potential der Digital-Mixer zu erkennen.
Kollegen, die vor 1 bis 2 Jahren noch fürchterlich über die Digital-Kisten mit ihrer grauselig umständlichen Bedienbarkeit bei gleichzeitig mäßigem Klangerlebnis gejammert haben, sind heute Feuer und Flamme für die absolut gleichen, noch genauso klingenden wie zu bedienenden Teile. Meine Behauptung ist durch nutzen der Archive einschlägiger Foren leicht nachzukontrollieren.
Warum nun dieser Sinneswandel?
Sie haben gemerkt, das mit dem Einzug der Digitaltechnik der Profi wieder mehr gefragt ist, eben weil diese Geräte niemand ohne umfangreiche Einarbeitung brauchbar bedienen kann.
Da kann endlich wieder Geld verdient werden. Also wird jetzt heiliggesprochen, was man selbst noch vor kurzem zur Hölle gewünscht hat.
Und die jetzt überall kursierenden Geschichten über die nun plötzlich erkannten großen technischen Vorteile der Digitaltechnik beeindrucken gar nicht. Diese Argumente hätte man auch früher schon anführen können, da waren aber Klang und Bedienerfreundlichkeit noch im Vordergrund. Wenn ich 2 Trucks Material aufbauen muß, sind 40HE Siderack mehr oder weniger doch bums. Mit ET und Multipins ist ein analoger Frontplatz so schnell aktiv, wie digital die Software hochgeladen ist.

Gib mir ein technisches Gerät, sage mir welches fachliche Urteil in welcher Richtung Du darüber willst und ich liefere es, natürlich alles streng technisch-wissenschaftlich und durch Messungen fundiert.

Bis keiner mehr analog will und keine brauchbaren Mixer mehr funktionieren, bin ich dann in Rente. Solang schlag ich mich mit gaaanz vielen Knöpfen (und nicht gaaanz vielen Layern) und feinem analogem Outboard (das gibts jetzt billiger, danke digital) durch.
Wer digital will, kann seine Kiste mitbringen, der kriegt n Kabel rübergeworfen und das Ding wird eingesteckt. Aber ich selbst muß mir kein Briefmarkengroßes LS9-"Display" mehr antun, da würde ich ja nur mit der Lupe drüber hängen und die Bühnenshow verpassen. Smile


 
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 Betreff des Beitrags: Re: (Kein) Öl ins Feuer? Digital vs. Analog
BeitragVerfasst am: 08.09.2010 02:49 
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Registriert: 18.01.2005 01:24
Beiträge: 2119
Wohnort: Kassel / Knüllwald
Die Yamaha-Pulte bieten auch PreSets in Hülle und Fülle. Hast du die X-Effekte benutzt oder die Standard-Effekte? Die X sind ein großer Sprung nach vorne, was die Qualität betrifft.
Das 01V96 ist ein Studiomischpult. Das merkt man schon an der Abwesenheit von GEQs und an den nicht speicherbaren Gains der PreAmps. Der geringe Preis hat viele Leute dazu getrieben, es auch im PA-Bereich einzusetzen. Bei Konferenzen und reinen Sprach- und Zuspieljobs habe ich damit auch kein Problem. Wer eine PA-taugliche Alternative in der Größe sucht, möge zum LS9-16 greifen. Die Konkurrenz wäre z.B. das A&H iLive R72, allerdings ist das eine einzige Layerumschalt-Orgie, da das Pult nur acht direkte Kanalfader hat. Die Roland-Pulte werden sich wohl nie durchsetzen.

Ich habe grade meinen letzten größeren Analogpultplatz verkauft, da er innerhalb des letzten JAhres genau EINMAL vermietet war, und das nur, weil alles digitale schon unterwegs war. Klar klang der analoge Platz nicht schlecht, war gut zu bedienen, hatte genügend Auxe und ein mit feinen Geräten gefülltes Siderack, es hilft nur nichts, wenn der Kunde lieber digital möchte und der Platzunterschied analog-digital im Transporter ein zweites Fahrzeug nötig macht. Unter diesen Voraussetzungen ist klar, was der wirtschaftlich denkende Mensch tut...

_________________
Probleme tendieren dazu, wesentlich komplexer zu sein, als sie scheinen.
Und zu jedem dieser komplexen Probleme gibt es eine einfache, saubere Lösung.... die garantiert falsch ist.

http://www.studior.info


 
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