ein alltäglicher Dialog im Notenhandel:
Kunde (betont lässig): "Einmal Beethoven, Op. 111 bitte."
Verkäufer: "Nanana, haben wir denn auch unseren Abschluss in Philosophie dabei?"
Kunde <gibt Zeugnis ab>
Verkäufer: "Oh, Magister mit 1,3. Nicht schlecht. Jetzt muss ich aber noch ihren Ausweis sehen.
Kunde: <hastig> "Den hab ich zuhause vergessen."
Verkäufer: "Bist wohl erst 59, oder?"
Kunde: <zerknirscht> "Ja."
Verkäufer: "Naja, Beethoven hat's ja mit 52 geschrieben. Da darfst du mal drauf gucken. Aber verkaufen kann ich sie dir erst ab 60."
wer hat die "Regel" denn aufgestellt?
sie wird zumindest im Konzertbetrieb oft gebrochen... und, bei allem Respekt vor Beethoven, ich halte so eine Vorgabe auch für übertrieben. Das Werk ist nicht nur geistig schwer, sondern auch technisch. und es wird oft von Interpreten aufgenommen, die weit jünger als 60 sind. Ausserdem muss man es als Interpret ja auch irgendwann mal gelernt haben. Und das geht mit 20 leichter als mit 60.
Dieser sehr weihevolle Umgang mit Beethoven gehört ja nun auch nicht mehr völlig zu unserer Zeit...
liebe Grüße!
Christoph