Bei Flügel Mechanik wechseln?!! - Thema anzeigen

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 Betreff des Beitrags: Bei Flügel Mechanik wechseln?!!
BeitragVerfasst: 15.11.2003 17:51 
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Kistenschlepper
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Registriert: 26.07.2003 08:56
Beiträge: 55
Wohnort: Euskirchen / Bonn
Hallo,

ich weiß nicht, ob mir das jemand beantworten kann und ob ich mit der Frage hier richtig bin Smile

Ist es möglich, bei einem älteren Flügel (er hat nur 85 statt heute üblich 88 Tasten, oben "fehlen" 3) die komplette Mechanik gegen eine neue Mechanik z.B. von Renner auszuwechseln?

Gruß,
Elio

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"Musik wird störend dann empfunden,
wenn sie mit Geräusch verbunden"


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 Betreff des Beitrags: Mechanik
BeitragVerfasst: 15.11.2003 19:29 
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Amtlich unterwegs

Registriert: 31.12.2001 23:09
Beiträge: 573
Hallo Elio,

ob dies bei einem Flügel möglich ist,weiß ich nicht.

In mein altes Klavier ließ ich vor Jahren eine neue Mechanik von der Firma Schimmel einbauen.Es dauerte ca. ein Vierteljahr,bis ich das Klavier zurück bekam,doch es hat sich gelohnt.Der Klang ist wieder gut,und dies,obwohl das Klavier ursprünglich,wie früher manchmal üblich,einen halben Ton tiefer gestimmt war.

Wie es sich mit den Tasten verhält,kannst Du sicher bei der betr. Firma erfahren.

Gruß
Susanna


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.11.2003 19:41 
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Semi-professional

Registriert: 12.11.2002 23:08
Beiträge: 472
Das ist ohne weiteres möglich, wenn man das nötige Kleingeld dafür hat.
Bei Renner gibt es für diesen Zweck ein Maßblatt, in dem alle wichtigen Maße erfaßt werden müssen, Renner fertigt dann danach die neue Mechanik an. Damit ist es allerdings nicht getan, sie muß auch eingebaut werden, d.h. die Mechanikglieder müssen ausgerichtet werden, das Spielwerk muß reguliert und die Hämmer müssen intoniert werden; man muß also auch einen Techniker finden, der zuverlässig gute Arbeit leistet (schätzungsweise drei Arbeitstage). Die Kosten dafür dürften sich in der Größenordnung eines neuen Markenklavier bewegen.

Das ist übrigens unabhängig von der Anzahl der Tasten, d.h. auch eine 88-Tasten-Klaviatur muß, sofern sie beim Hersteller nicht noch in laufender Produktion ist, extra angefertigt werden.
Die Frage ist, ob sich das noch lohnt. Denn ein Flügel mit 85 Tasten wird wahrscheinlich gut hundert Jahre alt sein, die Ergänzung der letzten Oktave nämlich führte Steinway 1891 ein, was bald danach von allen Herstellern übernommen wurde. Und bei einem so alten Flügel stellt in der Regel der Zustand des Resonanzbodens und des Stimmstocks ein viel größeres Problem dar als der Zustand der Mechanik, die man evtl. noch aufarbeiten kann (neue Hämmer samt Hammerrollen, neue Achsen, neue Dämpferfilze). Dieses Aufarbeiten kann man ebenfalls bei Renner vornehmen lassen (zumindest konnte man das früher, vielleicht mal nachfragen!), es wird mit Sicherheit billiger als ein kompletter Neubau. In der Regel muß aber zunächst der Resonanzboden aufgearbeitet werden, evtl. der Stimmstock erneuert, auf alle Fälle die Saiten und die Stimmwirbel. Nur die Mechanik zu reparieren, macht keinen Sinn.

Vorsicht vor Billig-Angeboten von Klavier-Reparateuren! Wenn die Arbeit lohnen soll, KANN es NICHT billig sein! Wer einen alten Flügel für z.B. 1000 oder 2000 Euro restaurieren läßt, schmeißt damit in der Regel 1000 oder 2000 Euro zum Fenster hinaus, die er besser für ein neues Instrument gebrauchen könnte. Bei sehr guter Holzqualität und nach evtl. nötigen Reparaturen kann man Glück haben, daß ein Instrument nach 80 Jahren noch leidlich seinen Dienst tut, die Regel ist es nicht.

_________________
http://www.pian-e-forte.de


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.11.2003 20:11 
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Amtlich unterwegs

Registriert: 31.12.2001 23:09
Beiträge: 573
Original geschrieben von Jörg
Wenn die Arbeit lohnen soll, KANN es NICHT billig sein! Wer einen alten Flügel für z.B. 1000 oder 2000 Euro restaurieren läßt, schmeißt damit in der Regel 1000 oder 2000 Euro zum Fenster hinaus, die er besser für ein neues Instrument gebrauchen könnte. Bei sehr guter Holzqualität und nach evtl. nötigen Reparaturen kann man Glück haben, daß ein Instrument nach 80 Jahren noch leidlich seinen Dienst tut, die Regel ist es nicht.


Hallo Jörg,

Du hast recht,billig war der Einbau einer neuen Mechanik nicht!
Ein richtiger Pianist wird für das Geld sicher ein neues Instrument kaufen (wollen).Unsereiner muß für das nötige Kleingeld,egal,ob für ein neues oder restauriertes Instrument,schon eine Weile das Sparschwein füttern.

Bei mir allerdings waren andere Gründe für einen Einbau ausschlaggebend,die da waren:Ein Erbstück,herrliches Nußbaum- Wurzelholz und eine Portion Nostalgie für ein "antikes" Stück,das außerdem noch gut in unser Wohnzimmer paßt.zwinkernd
Du siehst,völlig irrationale Gründe.Sad
Für meine Klavierkünste reicht´s.

Gruß
Susanna


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BeitragVerfasst: 15.11.2003 21:08 
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Semi-professional

Registriert: 12.11.2002 23:08
Beiträge: 472
"Du hast recht, billig war der Einbau einer neuen Mechanik nicht!"
Nenn doch mal die Summe!

"Für meine Klavierkünste reicht´s."
Heißt das, daß Du rundum zufrieden bist oder mit den Abstrichen, die man evtl. machen muß, gut leben kannst, weil Dir die Erhaltung des alten Erbstücks wichtiger war? Es klingt ja wie eine Einschränkung. Darf also, nach Deiner Erfahrung, jemand, der sein altes Erbstück restaurieren läßt, die Qualität eines guten neuen Klaviers erwarten?

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BeitragVerfasst: 15.11.2003 21:47 
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Amtlich unterwegs

Registriert: 31.12.2001 23:09
Beiträge: 573
Original geschrieben von Jörg
Darf also, nach Deiner Erfahrung, jemand, der sein altes Erbstück restaurieren läßt, die Qualität eines guten neuen Klaviers erwarten?



Hallo Jörg,

diese Frage kann ich nicht beantworten,weil ich mich mit Klavierklängen aus mangelnder Erfahrung und auch - ich gebe es zu - mangelndem Interesse nicht beschäftigt habe,weder jetzt noch damals.Weil ich eben so unbedarft darin bin,bin ich mit meinem Erbstück,auch was das Spielen betrifft,zufrieden.Ich kann also unmöglich sagen,ob ein restauriertes Klavier einem neuen das Wasser reichen kann.(Ich denke,als Fachmann weißt Du die Antwort besser,die Du ja auch in Deiner ersten Antwort angedeutet hast.)Auch hat mich glücklicherweise noch keiner,der eventuell was davon verstehen könnte, gebeten,mal was
vorzuspielen. zwinkernd Insofern kann ich gut mit dem runderneuerten Klavier leben.

Eine Einschränkung legte ich nicht bewußt in meine Formulierung der "Klavierkünste"Für mich ist mein Klavier jetzt einfach gut.

Preislich darfst Du noch ein paar Tausend Euro drauflegen (damals waren´s Mark),die mich die Spielbarkeit des guten Stückes kostete.

Gruß
Susanna


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BeitragVerfasst: 15.11.2003 22:44 
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Profi-Mucker
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Beiträge: 1702
Wohnort: Raum Frankfurt
Interessantes Thema. Ich wusste gar nicht, daß es Wiederaufarbeitsfirmen für Klaviere gibt. Spontan haette ich nun auch getippt, daß eine Reparatur eines alten Instrumentes nicht lohnt, aber Susanna hat schon recht: Wenn man sein Stück mag, investiert man einiges. Für die Reparatur ihres geliebten Haustieres geben die Leute ja auch Unsummen aus.

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Jürgen - Mobile Tonaufnahmen


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BeitragVerfasst: 16.11.2003 00:50 
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Amtlich unterwegs

Registriert: 31.12.2001 23:09
Beiträge: 573
Original geschrieben von engineer
Ich wusste gar nicht, daß es Wiederaufarbeitsfirmen für Klaviere gibt.


Dazu noch eine Ergänzung:die Firma Schimmel restauriert nicht nur,sie verkauft auch (neue) Klaviere und hat,glaube ich,einen ganz guten Namen.

Gruß
Susanna


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BeitragVerfasst: 16.11.2003 01:42 
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Semi-professional

Registriert: 12.11.2002 23:08
Beiträge: 472
Zur Verdeutlichung sei nachgetragen: Es ist nichts dagegen zu sagen, in ein schönes altes Gehäuse mit Wurzelholz-Furnieren ein neues Instrument einzubauen. Manche Hersteller bieten das an. Es wird nur furchtbar teuer.
Gewarnt sei nur davor, in Teil-Reparaturen große Hoffnungen zu setzen. Klaviere haben aus vielerlei Gründen eine begrenzte Lebensdauer, sonst würden sich ja viele Solisten rühmen, auf einem Bösendorfer von 1860 zu spielen. Tut aber keiner, spielt auch keiner mehr drauf.
Ich persönlich habe an Instrumente hohe Ansprüche, bin aber kein Fachmann des Klavierbaus, sondern nur Klavierspieler. So groß meine Ansprüche, so klein ist mein Geldbeutel. Deswegen tut's mir immer weh, wenn Leute ihr Geld verplempern, indem sie hoffnungslose Klaviere verarzten lassen, und mein Rat ist immer: Laß dieses hoffnungslose Ding so weit notdürftig in Ordnung bringen, daß es einigermaßen spielbar ist, und spar das Geld, das Dir später sonst fehlen wird, um etwas wirklich Brauchbares anzuschaffen.

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BeitragVerfasst: 16.11.2003 02:26 
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Profi-Mucker
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Am Besten den Flügel bei EBAY reinsetzen und an einen Anfänger verkaufen.:p

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Jürgen - Mobile Tonaufnahmen


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