Also ich habe noch keinen reinen SAE ler vernünftigen Live-Sound machen hören.
Die mögen zwar theoretisch wissen, was sie tun, nur ist Live-Sound schon um einiges anders, als Studio.
Darüber hinaus habe ich mit den, zumeist hochnäsigen Leuten, die Erfahrung gemacht, dass sie im Live-Betrieb einfach ein Zeitproblem haben. Denn da muss es manchmal sehr schnell gehen (siehe Line-Check), dass man einfach keine Zeit hat ewig zu suchen, was jetzt komisch klingt, bzw. einfach mal Live-Erfahrung braucht, um Frequenzgänge und Eigenheiten von Live -Mikrofonen zu kennen. Wenn SAE ler dann unter Zeitdruck geraten, wirken sie sehr oft ganz schnell hilflos.
Wie gesagt, ich spreche hier von meinen persönlichen Erfahrungen!!!
Auch haben Live-Consolen ihre eigenen Charakteristiken in Sachen Filter, die man kennen sollte um schnell ein qualitativ gutes ergebnis zu erzielen.
Vom Monitormix will ich garnicht erst anfangen.
Ich selbst habe vor knapp 15 Jahren angefangen autodidaktisch Ton zu machen. Damals im zarten Alter von 16 Jahren fing ich auch mal an mit einem Behringer MX 8000 und Autocom und wie die damals noch funktionierenden, aber später zum größten Mist geworden, Geräte hießen.
Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie mir ein befreundeter Tontechniker verzweifelt einen INSERT erklärt hat und dabei schneller zu grauem Haar gekommen ist, als ihm lieb war. Mit 18 stand ich dann schon an einer MIDAS XL200 und nebenan grinsten DRAWMER, KLARK, BSS, DBX, LEXICON, ROLAND, EVENTIDE und Co. aus dem Siderack

Seit dem habe ich immer den Kontakt zu erfahrenen Tonleuten gesucht und sehr viel und genau zugehört, sowie immer gefragt, wenn ich was nicht gerafft habe.
Bin immer am Ball geblieben und mich ständig weitergebildet.
Heute kann ich stolz von mir behaupten, dass ich durch unendliches Interesse und learning by doing, ein guter Tonmann im Bereich Frontmix oder auch Monitormix geworden bin, meinen Job seit meinem 18. Lebensjahr als selbständiger Tonmann bestreite und damit immer gutes geld verdient habe.
Natürlich habe ich nach der mittleren Reife auch einen "bürgerlichen Job" als Straßen-und Tiefbauer gelernt, aber in diesem Beruf nicht einen Tag gearbeitet habe.
Also mein Resume: Ein ungelernter Tonmann ist im Livebereich nicht schlechter, als ein SAE ler frisch von der Schule.
Darüber hinaus habe ich die ein oder andere Studioproduktion gemacht, die selbst von sehr erfahrenen Studioleuten als sehr, sehr geil eingestuft wurden.