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BeitragVerfasst: 24.11.2007 13:50 
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Anfänger

Registriert: 19.07.2007 13:14
Beiträge: 41
Jens Droessler hat geschrieben:Rechtecksignale werden aber bei keinem sinnvollen Test verwendet und haben solange es um die Übertragung von Musik und Sprache auf Lautsprecher geht keinerlei Relevanz. .


Wie gesagt, das einzige (in etwa) Rechteck erzeugende Instrument ist das seltene Instrument Oboe.

Aber, Rechteck hat eine überragende Relevanz in der Tontechnik, eben, weil im Clipping-Fall alle vorhandenen Signale in Richtung Rechteck verzerrt werden. Bei sehr starken Clippings ist die ursprüngliche Kurvenform nicht mehr zu erkennen. Ein Signal, was gerade in Anfängerhand Tausende von Lautsprechern zerstört, sollte man nicht als irrelevant bezeichnen. Übrigens, die Weiche hilft auch nix, weil dann eben in abgewandelter Form der Hochtontreiber sein Fett abkriegt. Die Summe der Energie bleibt gleich, nur bekommt der Treiber ein hochpaßgefiltertes Rechteck, was ihm auch nicht sonderlich gut bekommt. Da oben sitzen nämlich die ganzen durchs Clipping erzeugten energiereichen Obertöne.

Ich finde, daß gerade Einsteiger sich mehr mit dieser Seite der Musik und der Musikübertragung beschäftigen sollten, weil sie im Grunde doch hochkomplexe physikalische Phänomene beherrschen müssen. Es muß ja nicht jeder gleich Ingenieur sein, aber so ein bißchen technisches Verständnis sollte man doch haben.


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BeitragVerfasst: 24.11.2007 14:11 
Offline
Anfänger

Registriert: 19.07.2007 13:14
Beiträge: 41
In der Audio-Meßtechnik werden Rechtecksignale *) sinnvoll und regelmäßig z. B. bei der Kalibrierung von Limitern in Prozessorsystemen eigesetzt. Aber auch die meisten anderen Parameter, die irgendwie mit den Protections zusammenhängen werden abschließend mit Rechteck überprüft. Das machen Hersteller von Endstufen und von Aktivlautsprechern gleichermaßen.
Das tun sie, weil das Clipping - Signal Rechteck - Tendenz hat. Rechtecktendenz bedeutet, je stärker das Clipping, desto ähnlicher wird das Signal einem Rechtecksignal. (Gilt begrenzt auch für Gegentakt-Röhrenendstufen)
Deswegen ist das Rechtecksignal ein sehr relevantes Signal, denn es zerstört in Anfängerhand unglaublich viele Lautsprecher. Der weiß schließlich nicht, ob die Rechteckkurvenform gewollt oder ungewollt ist.

Das geht natürlich über die Thread-Frage hinaus, aber ich persönlich finde, daß Musiker von vornherein einen Hauch von Bewußtsein haben sollten, daß die Musik eine Kombination von menschlichem Erfindergeist und menschlichem Gefühl und knallharter Physik ist. Bitte nicht so verstehen, daß jeder Musiker gleich ein kompletter Tontechniker sein sollte!!!

*) meist nimmt man hier Bursts, weil man so die Zeitkonstanten sehr gut in den Griff bekommt und gut beurteilen kann


Sorry Leute, Sorry Mod,
das habe ich wohl zweimal geschrieben, in abgewandelter Form, weil ich beim ersten Text dachte, ich hätte vergessen abzuspeichern

Verdammte Technik


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BeitragVerfasst: 25.11.2007 04:51 
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Moderator
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Registriert: 18.01.2005 01:24
Beiträge: 2155
Wohnort: Kassel / Knüllwald
Hier ging es um Leistungsmessungsverfahren, wie sie bei amps vorkommen. Da ist ein Rechtecksignal als solches völlig unrelevant.

Die von dir genannten Bursts sind KEINE Rechtecksignale, sondern einfach nur kurze, hochausgesteuerte Pink Noise oder Sinus-Signale. Zu welchem Zweck sollte man Limiter mit Rechtecksignalen testen? Der Sinn und Zweck eines Limiters ist es, Clipping, und damit das harte Abschneiden der Signalspitzen zu verhindern. Wozu sollte man ihn schon mit Rechtecken füttern? Was soll das beweisen? Ganze im Gegenteil: Der Beweis, dass ein Limiter gut funktioniert, ist dass die Endstufe hinten immernoch das Ursprungssignal, z.B. eine Sinus, rausgibt, obwohl diese Eingangsamplitude EIGENTLICH die maximale Railspannung des jeweiligen Amps überschreiten würde. Der Limiter regelt im Idealfall die Endstufe genau so ein, dass die Spitzenspannung des Ausgangssignals grade mit der Railspannung übereinstimmt. Ums nochmal zu sagen: Das Wort Burst impliziert keine Rechtecke....

Damit ein ordentlich dimensionierter Hochtöner durch Clipping stirbt, muss das aber schon ein sehr sehr kräftiges Clipping sein, überdeutlich hörbar. Es gibt sogar eine Gleichung, mit der man errechnen kann, wie sehr sich die Leistung wohin bei wieviel Clipping mit welcher grundfrequenz (in Prozent, mit 100% = so nah am Rechteck wie möglich) verschiebt. Ich kann sie gerne raussuchen. Nur soviel habe ich mir gemerkt: Die 'verschobene' Leistung kann 1-1/(wurzel 2) nicht übersteigen UND die meiste Energie landet in der ersten Harmonischen. Clippe ich also 100% bei 100Hz, liegt der größte Anteil der 'verschobenen' Energie bei 200Hz, der zweitgrößte bei 400Hz. Bis da Frequenzen kommen, die einen Hochtöner gefährden, bleibt da nicht viel übrig. Nicht zu vergessen ist dabei, dass bei ordentlichen Boxen der Hochtöner mal eben 5-10dB abgesenkt ist, er also von all der Leistung eh nur noch ein Drittel bis ein Zehntel der Energie bekommt. Was bleibt davon übrig? Wenig! Für den Tod von Hochtönern bei Anfängern gibt es eine Reihe anderer Gründe. Feedback, Billigboxen mit noch billigeren Hochtönern, Equipment (nicht zuletzt Amps), das seltsames Verhalten in manchen Situationen an den Tag legt.... die Gründe sind manigfaltig.

Für den Anfänger gibt es zwei Regeln: Das Signal sauber halten und funktionierende Limiter in den Amps. Wer das nicht hinbekommt, bestraft nicht nur den Zuhörer.....

_________________
Probleme tendieren dazu, wesentlich komplexer zu sein, als sie scheinen.
Und zu jedem dieser komplexen Probleme gibt es eine einfache, saubere Lösung.... die garantiert falsch ist.

http://www.studior.info


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