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Das Forum für Musiker und Musikschaffende |
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romario12
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Verfasst: 05.08.2008 15:34 |
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| gerade frisch dabei |
Registriert: 05.08.2008 15:29 Beiträge: 2
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Chormusik mit Elementen von Eurythmie Eine am biblischen Singreigen orientierte, noch wenig bekannte, künstlerische Neuschöpfung aus Grundelementen von Chormusik und Eurythmie, deren erste Ansätze in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts zurückreichen. Chorythmie unterscheidet sich durch gleichzeitiges Singen und Tanzen des Chores eindeutig sowohl von klassischer Chormusik, wo der Chor singt ohne zu tanzen, als auch von Eurythmie, wo zu Rezitation oder Instrumentalmusik getanzt wird ohne zu singen. Grundvoraussetzung für künstlerisches Singen und Tanzen von Liedern als Chorythmie ist das Erlernen spezieller chorythmischer Vokal-, Klinger- und Konsonantenübungen mit Hilfe von Videolektionen. Hier findet ihr einen Einblick in die Chorythmie: http://www.myspace.com/chorythmie
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VoodooJackson
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Verfasst: 06.08.2008 11:32 |
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| Kistenschlepper |
Registriert: 31.03.2007 18:06 Beiträge: 64
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romario12 hat geschrieben:Chormusik mit Elementen von Eurythmie Eine am biblischen Singreigen orientierte, noch wenig bekannte, künstlerische Neuschöpfung aus Grundelementen von Chormusik und Eurythmie, deren erste Ansätze in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts zurückreichen. Chorythmie unterscheidet sich durch gleichzeitiges Singen und Tanzen des Chores eindeutig sowohl von klassischer Chormusik, wo der Chor singt ohne zu tanzen, als auch von Eurythmie, wo zu Rezitation oder Instrumentalmusik getanzt wird ohne zu singen. Grundvoraussetzung für künstlerisches Singen und Tanzen von Liedern als Chorythmie ist das Erlernen spezieller chorythmischer Vokal-, Klinger- und Konsonantenübungen mit Hilfe von Videolektionen. Hier findet ihr einen Einblick in die Chorythmie: http://www.myspace.com/chorythmie Aha!
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musicfriend
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Verfasst: 20.08.2008 16:19 |
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| gerade frisch dabei |
Registriert: 20.08.2008 15:48 Beiträge: 3
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Auch ich habe totalen frust wegen der chorythmie. Ich check es einfach nicht trotz infos von diesem romario, was chorythmie denn äh ist. Aber bitteschön, was bedeutet ??aha?? von voodoo jackson?= Zustimmung, Spott, Wissendes Lächeln, Ratlosigkeit? Jedenfalls ich bin auch ratlos. Gibt es vielleicht jemanden, der mir chorythmiedurchblick verschaffen kann ohne Gesülze (entschuldige bitte romario!).
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singingmoves
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Verfasst: 23.08.2008 00:49 |
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| Zuschauer |
Registriert: 23.08.2008 00:15 Beiträge: 18
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Auf der myspace/chorythmie Seite soll ja demnächst der erste geeignete Wettbewerbsbeitrag veröffentlicht werden. Vielleicht hilft Dir dieser Tip weiter. Jedes weitere Wort dazu würdest Du ja wohl als Gesülze einstufen. Ich kann das auch verstehen; deshalb der Hinweis, Dir einmal einen Teil der chorythmischen Übungen auf der Myspace als Wettbewerbsvideo anzuschauen. Wenn ich die Sache richtig verstehe, sind das allerdings nur Vorübungen wie z.B. die Einsingübungen eines Chores oder die Vokalübungen eines belcanto Sängers. Künstlerische Chorythmie wird es erst, wenn ein richtiges EG Lied, also so ein Lied, wie Bach es in seinen Kantaten eigesetzt hat oder, was Dir möglicherweise eher ein Begriff ist, ein Paul Gerhardt Lied mit Gesang und gleichzeitiger Bewegung gezeigt wird. Ach es ist echt schwer zu erklären für Leute, die sowas noch nie gesehen haben. Wichtig ist dranzubleiben und nachzufragen, wenn noch Unklarheiten sind. Du schaffst das schon.
_________________ Und David tanzte mit aller Macht vor dem Herrn her ( 2.Samuel Kapitel 6 Vers 14 )
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Tommok
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Verfasst: 23.08.2008 10:48 |
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| Moderator |
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Registriert: 14.11.2005 18:18 Beiträge: 1686 Wohnort: Hamburg
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Inwiefern genau hat Bach Chorythmie in seinen Kantaten eingesetzt?
Beispiel?
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singingmoves
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Verfasst: 23.08.2008 18:03 |
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| Zuschauer |
Registriert: 23.08.2008 00:15 Beiträge: 18
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Missverständnis! Ich wollte nur erklären, was ein Choral (EG Lied) ist. Weiß heute leider nicht mehr jeder. Daher mein Beispiel: Ein EG-Lied ist so etwas, wie Bach in den Kantaten verwendet hat oder bekannter: so ein Lied von Paul Gerhardt. Natürlich hat Bach die in den 80er Jahren des 20. JH enstandene Chorythmie nicht Anfang des 18. Jahrhunderts in seinen Kantaten eingesetzt. Aber es gibt eine sehr schöne Choreographie von John Neumeier der Matthäuspassion. Das ist natürlich etwas anderes als Chorythmie: eben Ballett. Dort wird zum Gesang getanzt; bei Chorythmie singen die Tänzer oder andersherum ausgedrückt tanzen die Sänger. Noch eine Parallele sehe ich: Die Chorythmie strebt eine Erneuerung des Chorgesangs durch Tanz und Bewegungselemente an, weil heute kaum jemand beim Singen mit einem Notenblatt vorm Gesicht still auf dem Sessel hocken will. Daher möglicherweise auch der Nachwuchsmangel. Bei Bach ging es um die Erneuerung des Kirchengesangs in Leipzig durch Elemente der Italienischen Oper, wo im Original auch Bewegungselemente wichtig sind. Kurioserweise wurde seinem Vorgänger Kuhnau noch in den Arbeitsvertrag geschrieben, er dürfe auf keinen Fall Opernelemente in seine Kirchenmusiken einfließen lassen. Von Bach hingegen wurde geradezu gefordert, er solle jeden Sonntag im Gottesdienst eine Kantate im Stile der Italienischen Oper aufführen
_________________ Und David tanzte mit aller Macht vor dem Herrn her ( 2.Samuel Kapitel 6 Vers 14 )
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Tommok
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Verfasst: 24.08.2008 11:23 |
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| Moderator |
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Registriert: 14.11.2005 18:18 Beiträge: 1686 Wohnort: Hamburg
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Das stand aber so nicht in seinem Vertrag. Ich war (wirklich zufällig) gerade in Leipzig, und dort ist der Originalvertrag ausgestellt.
Im Gegenteil, alles "opernhafte" wurde vom Leizpiger Rat und auch von der Gemeinde sehr streng und kritisch beäugt. Als schlimme Kritik gilt ja die einzige überlieferte Äußerung einer Besucherin der Uraufführung der Matthäuspassion 1729, einer adligen Dame, die sagte:
"Behüte Gott! Es ist doch, als ob man in einer Opera Comedie wäre!"
Das war auch sicher nicht Bachs Absicht. Aber die starke Emotionalität der Musik wurde eben als "opernhaft" fehlinterpretiert.
Bach selbst wollte sicher nicht die Kirchenmusik neu erfinden, er wollte sie nur besser machen.
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singingmoves
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Verfasst: 24.08.2008 15:16 |
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| Zuschauer |
Registriert: 23.08.2008 00:15 Beiträge: 18
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Danke für die Korrektur. Trotzdem meine ich, dass noch zu Bachs Zeiten der Umschwung zugunsten der in der Italienischen Oper üblichen Stilelemente kam und dass er später gar nicht mehr nachkam, genügend Librettisten zu finden. Er war geradezu gezwungen, diesen Stil zu wählen, weil er inzwischen modern geworden war. Bei Kirchens gehen die Uhren ja mitunter 50 Jahre nach. Die Kirche hat ja jetzt sogar schon den Jazz entdeckt. Was die Dame betrifft, die sich aufgeregt hat, war das bei Bach unabhängig von dem Opernstil normal. Auch wegen seinem Orgelspiel hat er ja seine Anstellung verloren, weil er immer so fremde Töne in seiner Musik hatte. Möglicherweise habe ich auch seinen Vertrag mit Kuhnaus verwechselt, nämlich dass in seinen Vertrag hineingeschrieben wurde, er dürfe nicht opernhaft komponieren und dass dann der Meinungsumschwung bei den Oberen kam.
_________________ Und David tanzte mit aller Macht vor dem Herrn her ( 2.Samuel Kapitel 6 Vers 14 )
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singingmoves
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Verfasst: 03.09.2008 15:02 |
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| Zuschauer |
Registriert: 23.08.2008 00:15 Beiträge: 18
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Noch einmal zu Bach, Kuhnau und die Kantate im italienischen Stil. Auch wenn das Thema Bach nicht direkt mit Chorythmie zu tun hat, scheint es mir dennoch nötig, die jetzt angefangene Diskussion klärend zu Ende zu führen. Zu Zeiten von Johann Kuhnau war die Chormusik ausschließlich a capella. Erst zu Zeiten Bachs, seinem Nachfolger setzte sich die konzertante Form in der Chormusik, bedingt durch den Siegeszug der italienischen Oper durch. Bach war deshalb gehalten, Sonntag für Sonntag, Kantaten mit konzertanter Instrumentalmusik vorzulegen. Dadurch war er gezwungen, diese Fülle an Kirchenkantaten zu komponieren, was ohne Transkriptionen und Parodien seiner eigenen Werke gar nicht zu leisten war. Er durfte nicht wie noch Kuhnau auf Chorwerke früherer Thomaskantoren zurückgreifen, um diese aufzuführen, denn die früheren Thomaskantoren hatten ja a capella komponiert. Alle Welt und dazu gehörte auch Leipzig verlangte aber nach Chormusik mit Orchesterbegleitung im italienischen Stil. Die andere Sache ist, dass der besonders effektgeladene Stil Bachs Kritik hervorrief. Dieselbe Diskussion gibt es auch heutigentages wegen aller Arten von moderner Musik in der kirchenmusikalischen Praxis. Ernste moderne Komponisten erregen beim Kirchenvolk genauso Ablehnung wie chrislliche Rockmusik, Sacropop und anderes. Wie wird es der Chorythmie ergehen?
_________________ Und David tanzte mit aller Macht vor dem Herrn her ( 2.Samuel Kapitel 6 Vers 14 )
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Tommok
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Verfasst: 03.09.2008 18:15 |
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| Moderator |
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Registriert: 14.11.2005 18:18 Beiträge: 1686 Wohnort: Hamburg
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Sorry dass ich schon wieder protestiere, aber so weit ich weiß, hat Kuhnau durchaus geistliche Kantaten mit Chor UND Orchester komponiert. Ich habe irgendwann mal seine Himmelfahrtskantate "Ihr Himmel jubiliert" oder so ähnlich mit aufgeführt, selbst im Orchester spielend.
Und selbstverständlich hat Bach Kuhnaus Kantaten aufgeführt, das ist sogar überliefert.
Dass Bach verzweifelt nach Librettisten für Musik im italienischen Opernstil gesucht hätte, glaube ich ebenfalls nicht. Bach hat kein einziges Stück mit italienischem Text geschrieben, und sein Haus- und Hoflibrettist war bekanntlich Picander, der ihm brav nahezu sämtliche Kantaten und alle Oratorien und Passionen textiert hat, ohne dass er lange hätte suchen müssen.
Mit der modernen Musik im Kirchenalltag ist es vermutlich ähnlich wie mit der "modernen" Musik im Konzertalltag- alles, was man nicht als "angenehm" empfindet, aus welchen Gründen noch immer, hat es zunächst mal schwer. Obwohl die Akzeptanz für z.B. Sakropop ja zumindest in evangelischen Kirchen sehr auf dem Vormarsch ist.
Ob die Chorythmie in einer Reihe zu sehen ist mit Sakropop und Bachs Kantaten, wage ich zu bezweifeln. Bisher hat die Chorythmie in der breiten Wahrnehmung überhaupt keine Bedeutung, weswegen sich auch die breit gefächerte Ablehnung oder aber Begeisterung bisher überhaupt nicht wahrnehmen lässt.
Natürlich wird immer behauptet, dass irgend etwas nur deshalb keinen Anklang fände, weil es neu sei und die Leute sich noch nicht darauf einlassen könnten. Dennoch ist etwas nicht automatisch gut (oder schlecht), weil es neu ist bzw. weil es abgelehnt wird.
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