Die richtige Leistung von Endstufen - Thema anzeigen

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 Betreff des Beitrags: Die richtige Leistung von Endstufen
BeitragVerfasst: 31.10.2006 19:44 
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Registriert: 09.03.2006 19:13
Beiträge: 42
Wohnort: Dingolfing (Niederbayern)
hallo zusammen,

ich habe jetzt mal eine frage zu der richtigen endstufenwahl für boxen...

in vielen zeitschriften, katalogen, usw... steht, dass die endstufe ca. doppelt so viel leistung haben sollte, als die daran angeschlossenen boxen aushalten...wenn ich jedoch zu händler komme sind sie sich alle einig, dass die endstufe max. genauso viel leistung haben sollen wie die boxen...was ist richtig?

ok, auf der einen seite steht das argument, dass endstufen im hohen leistungsbereich "eckige" signale ausgeben und dass die boxen schädigen kann...
auf der anderen seite darf ich doch eine box nicht mit zu viel leistung überfahren? ich meine, da braucht sich nur jemand an der endstufe "spieln" und anschließend riecht es ein bisschen streng und die box is hin...(ich spreche aus erfahrung)...

_________________
Mit freundlichen Grüßen

fuchse


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BeitragVerfasst: 02.11.2006 05:15 
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Registriert: 16.08.2005 03:42
Beiträge: 588
Wohnort: Planet: Erde
Moin,

fuchse hat geschrieben:ich meine, da braucht sich nur jemand an der endstufe "spieln" und anschließend riecht es ein bisschen streng und die box is hin...(ich spreche aus erfahrung)...


Ich habe Dich mal etwas verkürzt zitiert, denn in diesem Satz steckt die allgemeingültige Wahrheit. Ob eine Box zerstört wird ist ausschließlich von der Bedienung der gesammten Anlage abhängig. Eine 300 Watt Box bekommt man mit einem 100 Watt Verstärker genauso mühelos klein, wie mit einem 600 Watt Verstärker. Solange nichts in der Signalkette clippt, auch z.B. das Pult nicht, und gewöhnliche populäre Musik läuft, wird wird die Box am 600 Watt Verstärker gut spielen, und die maximale Leistung erreichen. Gefährlich wirds allenfalls bei sehr tiefen Frequenzen, wegen dem Hub.

Ich persönlich empfehle Dir genau wie die Verkäufer etwa die gleiche Leistung, also 300 Watt, allerdings ist eine Endstufe mit gutem Cliplimiter Pflicht, und der sollte nur bei "Unfällen" was zu limiten haben, und niemals im Normalbetrieb, so hält die Box ewig.

Zwischen 300 Watt und 600 Watt sind nur 3 dB Unterschied, das hört niemand. Und wenns doch zu leise ist brauchst Du mehr - oder fettere Boxen dringender, als 300 Watt mehr Verstärkerleistung. Ich persönlich halte es auch für sinnvoller in eine gute Endstufe mit Cliplimiter zu investieren, als in eine "leistungsstärkere" Billigendstufe.

Gruß


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BeitragVerfasst: 02.11.2006 12:04 
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Kistenschlepper

Registriert: 11.08.2005 09:19
Beiträge: 99
Was auch noch dazugesagt werden sollte: Boxen werden üblicherweise mit unterschiedlichen Belastbarkeiten angegeben. Neben der RMS-Belastbarkeit oft auch Programm- und Peakbelastbarkeit. Meisst liegt zwischen diesen Werten genau Faktor 2 - also zB 300W RMS, 600 W Programm, 1200 W Peak. Darauf verlassen, dass nichts passieren kann, würde ich mich aber nicht Smile.

Greets,
N-Dee


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 02.11.2006 16:57 
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Moderator
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Registriert: 18.01.2005 01:24
Beiträge: 2155
Wohnort: Kassel / Knüllwald
Das ist noch nicht 'ganz' richtig. Man darf sich nicht von dem Wort 'RMS' täuschen lassen. Es besagt nämlich nicht, wie gemessen wurde, sondern nur, dass die gemessenen Werte gewichtet wurden.

Es gibt also
1) Dauer-/Continuousbelastbarkeit (üblicherweise RMS-gewichtet)
2) Musik-/Programmbelastbarkeit (üblicherweise ebenfalls RMS-gewichtet)
3) Spitzen-/Peakbelastbarkeit (nicht gewichtet!)

Bei 1) wird davon ausgegangen, dass die Box mit einem statischem Signal versorgt wird, je nach Messart muss sie das 2 Stunden, 8 Stunden oder noch länger aushalten.

Bei 2) wird davon ausgegangen, dass die Box mit einem Signal versorgt wird, dass 'typische Musik' von der Energieverteilung über Zeit und Frequenz nachahmt.

Bei 3) geht es nur um absolute Spitzenimpulse. Allerdings untertreiben die meisten seriösen Hersteller da sogar noch.

Als Faustregel kann man annehmen, dass ein Lautsprecher oder eine Box mit einer Musikbelastbarkeit, die doppelt so hoch liegt wie die Dauerbelastbarkeit, und einer Spitzenbelastbarkeit, die viermal so hoch liegt wie die Dauerbelastbarkeit.

Da man mit seinen Boxen Musik wiedergeben will, ist also eine Endstufe mit einer Leistung, die der Musikbelastbarkeit entspricht, passend. Jetzt muss man also nur noch wissen, welcher Wert auf den Boxen draufsteht. Nur allzu oft steht nur eine Watt-Angabe drauf, aber nicht, welcher Art diese ist. Seriöse Hersteller geben an dieser Stelle, wenn schon nur ein Wert da steht, nicht die Spitzenbelastbarkeit an. Bleibt also noch Musik- oder Dauerbelastbarkeit.

3dB können je nach Lautstärke durchaus gut hörbar sein. Üblicherweise, bei normaler Umgebungslautstärke, kann der Mensch Unterschiede von 1dB wahrnehmen. In dieser Umgebung sind 3dB wirklich unerheblich wenig. Allerdings nimmt die Empfindlichkeit für Lautstärkeunterschiede mit zunehmende Lautstärke zu. Bei sehr hohen Pegeln kann man Unterschiede von 0,3dB und weniger ausmachen. Dann sind 3dB schon recht viel.

_________________
Probleme tendieren dazu, wesentlich komplexer zu sein, als sie scheinen.
Und zu jedem dieser komplexen Probleme gibt es eine einfache, saubere Lösung.... die garantiert falsch ist.

http://www.studior.info


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BeitragVerfasst: 03.11.2006 03:53 
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Registriert: 16.08.2005 03:42
Beiträge: 588
Wohnort: Planet: Erde
Moin,

Kurze Texte sind eben nie ganz präzise, danke für Deine Vervollständigung.

Jens Droessler hat geschrieben:3dB können je nach Lautstärke durchaus gut hörbar sein. Üblicherweise, bei normaler Umgebungslautstärke, kann der Mensch Unterschiede von 1dB wahrnehmen. In dieser Umgebung sind 3dB wirklich unerheblich wenig. Allerdings nimmt die Empfindlichkeit für Lautstärkeunterschiede mit zunehmende Lautstärke zu. Bei sehr hohen Pegeln kann man Unterschiede von 0,3dB und weniger ausmachen. Dann sind 3dB schon recht viel.


Das mit den 3 dB von 300 zu 600 Watt hatte ich anders gemeint. Da wir nicht über eine absolute, sondern nur eine relative Lautstärkewahrnehmung verfügen, ist es relativ egal ob eine VA mit 90dB, oder 93 dB gefahren wird.

Gruß


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03.11.2006 19:56 
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Trusted Junior

Registriert: 25.04.2005 13:19
Beiträge: 171
hörnli hat geschrieben:Das mit den 3 dB von 300 zu 600 Watt hatte ich anders gemeint. Da wir nicht über eine absolute, sondern nur eine relative Lautstärkewahrnehmung verfügen, ist es relativ egal ob eine VA mit 90dB, oder 93 dB gefahren wird.

Gruß

aber immer lieb dran denken 2dB ist schon logarithmiert(übrigens nicht nur Lautstärke - auch Hitze gewicht etc wird von uns relativ beurteilt)

_________________
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