Digitalkonsolen vs Analogkonsolen - was bringt die Zukunft? - Thema anzeigen

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BeitragVerfasst: 22.02.2007 20:56 
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Vom Thread "Preisfrage" aufgetrennt

Manuela hat geschrieben:digitale Innovation macht möglich: In naher Zukunft passiert das nichtmehr, dann fällt es nurnoch komplett aus


Man darf aber nicht übersehen, dass mit digitalen Produkten eine höhere Qualität zum niedrigeren Preis machbar ist, sowohl klanglich als auch in Sachen Zuverlässigkeit. Die digitalen Produkte von Behringer sind auch sehr günstiog, aber qualitativ meist deutlich besser als die analogen Produkte der letzten fünf Jahre.

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Probleme tendieren dazu, wesentlich komplexer zu sein, als sie scheinen.
Und zu jedem dieser komplexen Probleme gibt es eine einfache, saubere Lösung.... die garantiert falsch ist.

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BeitragVerfasst: 22.02.2007 22:04 
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Jens, bis zu einer gewissen Liga hin hast du Recht. Dann scheiden sich die Geister.... oder hast du schonmal eine abgestürzte Verona gesehn ?
Ich mag nach wie vor keine Digitalpulte, allein schon deswegen weil kaum ein Tontechniker sich überhaupt dazu äußert wie denn die internen FXe so sind, es wird stillschweigend und unkommentiert akzeptiert, während sie über externe Geräte nach wie vor meterlange Berichte und Diskussionen beginnen was "besser" und was "schlechter" ist. Und ersetzt man interne FX durch externe wird verständnislos geguckt während das am analogen tisch das normale gute Leben ist. Zudem noch die Preise... ich kann ehrlichgesagt noch keine relevanten vorteile erkennen gegenüber den schönen altbewährten Analogtischen. Die sind zwar schwerer und man hat den Kabelsalat und Sideracks, aber in 90% aller Fälle juckt das wenig bis garnicht. Somit kann Digital noch warten, vielleicht wirds ja noch viel billiger.
Die Kombination hingegen (der gemeine Powermixer mit FX) ist etwas äußerst nützliches, da hat man von beidem die Vorzüge zu einer universellen Kleinkiste kombiniert (meist mit zuwenig Eeiern, aber sehr gut einsetzbar) Smile


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BeitragVerfasst: 22.02.2007 23:45 
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Aber mit Behringer ??? Muß nicht unbedingt sein !

Ich verstehe diese Aussage im Bezug auf den Rest deines Postings nicht.

@ Manuela: Natürlich habe ich noch keine abgestürzte Verona gesehen. Allerdings habe ich nach den ersten drei Monaten auch keine abgestürzten PM1Ds oder ähnliches gesehen. Ich hab bisher noch nichtmal ein abgestürztes DDX3216 gesehen, auch kein UltraDrive oder UltraCurve (Es sei denn, die Hardware ist defekt, aber das wäre auch analog ein Ausfall).
Und das wars, was ich meinte: Für das Geld, das ein DDX3216 zuletzt gekostet hat, konnte man nichtmal ein ausstattungsloses Analogpult mit ansatzweise gleicher Soundqualität kaufen, geschweigedenn das Outboardequipment, was quasi schon integriert ist (Nicht, dass die Effekte wirklich gut wären, aber besser als nichts sind sie alle mal). Das ist natürlich ein Extremfall und nicht jeder muss Behringer mögen.
Betrachten wir also das Yamaha LS9-32. 32 recallbare (!) PreAmps, 16 Hardware-Outputs (erweiterbar), 4-16 routbare 31band EQs (über die 32 Motorfader bedienbar), bis zu 4 SPX-Klasse Effekte, die üblichen Sachen wie 2x Dynamics und 4band Vollparametrik-EQ pro Eingang (letzterer ebenfalls pro Ausgang, plus 1x Dynamics), erweiterbar auf 64 Inputs, 16 Auxe, Matrix, USB-Interace für USB-Sticks (Settings, MP3s abspielen und Mix mitschneiden) und und und für einen Preis, für den man grademal eine noch nicht ganz vergleichbare Analog-Konsole bekommt, ohne Outboardequipment und ohne die digitalen Vorteile (Recall, Routing, Preeditierbar am PC, etc.)....

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BeitragVerfasst: 23.02.2007 10:57 
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@Jens: sehe ich genauso und das Ende der Fahnenstange ist da noch lange nicht erreicht. In 10 - 15 Jahren redet auch im Livebreich keiner mehr von Analogpulten, da bin ich mir ziemlich sicher. Bei Analogtechnik wird der Preis im großen und ganzen konstant bleiben. Digitalmixer werden allerdings immer billiger werden, weil die Technik einfach so schnelle Fortschritte macht.

Ich bin mir sicher, dass Behringer früher oder später einen Nachfolger vom DDX 3216 auf den Markt schmeißen wird und könnte mir auch gut vorstellen, dass sie sich auch mal an was größerem versuchen werden.

Gruß, Dave

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BeitragVerfasst: 23.02.2007 21:06 
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Dave, darauf würde ich an deiner Stelle keine Wetten abschließen.
Aktuell sind ja nochnichtmal die Elektronenröhren ausgestorben Smile


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BeitragVerfasst: 23.02.2007 23:47 
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Manuela hat geschrieben:Dave, darauf würde ich an deiner Stelle keine Wetten abschließen.
Aktuell sind ja nochnichtmal die Elektronenröhren ausgestorben Smile


Wart's ab...
Im Studio mischt heute selbst die Profiliga kaum noch mit Analogkonsolen. Momentan ist das Problem bei digitalen Livepulten noch, dass sie einfach noch nicht ganz so ergonomisch sind, wie die analogen Tische, aber die Hersteller lernen schnell dazu... Und letztlich sind es die Billiganbieter wie Behringer die da die Entwicklung voran treiben indem sie die Preise am Markt nach unten treiben.

Gruß, Dave

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BeitragVerfasst: 24.02.2007 09:15 
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imho ist das eine Frage der "Musik". Leider ist es ja auch so, daß die Produkte der meisten Studios mit echter Livemusik nichtsmehr gemeinsam haben. Ich halte von fünf neuen CDs die rauskommen mindestens vier für totkomprimierte Dosenkost, und dafür ist digital wirklich hammergut geeignet .... zudem werden immermehr Studio-Musiker durch "Booming System" und dergleichen ersetzt...
Sowas hält aber immer nur ein par Jahre, dann merken die Musiker das, und natürlich die Kunden, und schon gehts back 2 the roots, wie analoge Tische und die unaufdringliche Bandkompression der alten Studermaschine. Manche Methoden sind ewig haltbar Smile
Das sag ich nun aber als Freundin der naturbelassenen Musik. In der DnB Szene siehts völlig anders aus als zB bei Sachen für die man die eigenen Hände und Echtholz benötigt.

Wenn du dich mal auf einen Vergleich einläßt, ein wertig abgenommener Flügel spiele einmal auf eine Volldigitale Anlage, und einmal über eine würdige Analogkonsole auf eine A820. Dann ab damit auf die Abhöre, A/B

was meinst du wer gewinnt ?


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BeitragVerfasst: 24.02.2007 17:58 
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WENN die Analogkonsole gewinnt, dann aber bestimmt nicht, weil da der Klang weniger leidet.... Genau wie bei PAs will ich lieber den Klang der Instrumente hören, und nicht den Klang des Equipments. Und das ist digital einfacher und günstiger zu erreichen als analog.
So ist die Bandkompression nicht 'besser', sondern hat einen eigenen Charakter, den man mögen kann, oder auch nicht. Mit jedem Gerät mit 'Charakter' legt man sich aber ein Stück weiter auf einen Sound fest. Das ist Live so wie im Studio. Warum kaufen denn Leute Boxen wie den ESX? Weil 'ihr' Bassdrum-Sound da schon fast ohne Drehen am EQ rauskommt. Anderer Sound? Kaum möglich, da muss man schon EQ-Landschaften erzeugen....

Die Profi-Studios arbeiten wie Dave schon sagt, vermehrt digital. Das wird sicherlich nicht wieder abgeschafft. Wer 'Charakter' braucht, macht sich seinen Impuls draus und faltet ihn ein, für einen Bruchteil des Preises eine gute Kopie. zudem wird die digitale Technik auch nicht stehen bleiben.... die analoge ist allerdings technisch ausgereizt (Es sei denn, man installiert Supraleiter überall, inkl. passender Kühlung, dann könnten weitere Verfeinerungen noch etwas bringen).

Aber egal, Live werden es immer mehr Digitalpulte, und dafür gibts wesentlich mehr praktische Gründe als im Studio.
Ich rücke für Budgetevents mit dem DDX3216 und einem 6HE-Rack aus und habe keine Angst davor, nur damit ein ganzes Festival mit 5 oder mehr Bands zu bestreiten. Beschwerden über den Sound? Im Gegenteil! Grade die Bands finden den Monitorsound immer wieder richtig gut. Und die Leute, die sich daran aufhängen, dass da Behringer draufsteht, sind lustigerweise IMMER einfach dadurch abzulenken, dass man die Faderpages mal durchschaltet. Die Bewegung der Motorfader scheint eine besänftigende Wirkung auf deren Gemüt zu haben (manchen macht es auch Angst, aber das sind wieder andere Leute).

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BeitragVerfasst: 24.02.2007 22:18 
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In der DnB Szene siehts völlig anders aus als zB bei Sachen für die man die eigenen Hände und Echtholz benötigt.


Gerade im Elektrobereich wird viel mehr auf analoge Bandsättigung zurückgegriffen, als zum Beispiel bei normaler Pop- und Rockmusik, allerdings in der Regel nur im Mastering oder für einzelne Spuren (gerade Bässe werden immer nochmal gern über ein analoges Tape gejagt), gemischt wird allerdings meistens im digital Rechner. Das Mischpult ist letztlich nur noch eine Fernbedinung mit Motorfadern ohne Funktion.

was meinst du wer gewinnt ?


Ich meine dass mindestens 99,8% der Endkunden/CD-Hörer den Unterschied nicht bemerken werden. Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um diesen Trend zum absolten Totkomprimieren von Stücken aus dem Mainstreampop, da gebe ich Dir recht, das ist ein Trend den die Leute hören und der hoffentlich auch mal wieder nachlassen wird, aber ich behaupte mal, dass kein CD-Hörer auch nur eine CD weniger kauft nur weil es sich um eine DDD-Produktion handelt.

Aber egal, Live werden es immer mehr Digitalpulte, und dafür gibts wesentlich mehr praktische Gründe als im Studio.


Das sehe ich auch so. Gerade für kleinere Verleiher (und die machen nunmal die Masse aus) mit wenig Kapital sind Digitalpulte eine große Vereinfachung. Um eine Veranstaltung mit mehreren Bands zu Beschallen muss entweder ein großes 32er Pult benutzt werden oder die Einstellungen für jede Band müssen mühsam "abgemalt" werden.

Ich sehe das schon alleine bei uns in der Gemeinde: wir haben, wenn ich richtig Informiert bin derzeit acht Lobpreisteams in stark unterschiedlichen Besetzungen. Dazu noch etwa 10 verschiedene Sprecher mit stark unterschiedlichen Ausprägungen der Stimme.

Da wir mittlerweile auch komplett InEar fahren ist der Monitorsound extrem wichtig, der Soundcheck aber meist recht aufwändig. Ich mein unsere Konsole ist über jeden Zweifel erhaben aber bei teilweise bis zu vier Gottesdiensten am Wochenende wäre eine Digitalkonsole eine enorme Vereinfachung. Man müsste nur für jeden Sprecher und jede Band mal einmal die optimalen Einstellungen ausloten, dann bekommt jeder einen USB-Stick in die Hand gedrückt und wir würden uns Massen an Zeit und Aufwand sparen...

Und wie gesagt: Die Preise sinken. Das DDX 3216 hat sich verkauft wie geschnitten Brot und hat Yamaha und Co da starke Konkurenz gemacht. Das Ding ist am Schluss für unter 700 Euro UVP über den Tisch gegangen und ich zweifel nicht daran, dass Behringer bei dem Preis noch was dran verdient hat. Wieso soll man sich ein Yamaha 01v96 kaufen, das bei nahezu gleicher Ausstattung fast das vierfache kostet? Wenn mal die Preise bei Ebay beobachtet hat sieht man, dass gerade das 01v96 und ähnliche Konsolen in der Preislage in den Gebrauchpreisen stark gesunken sind...

Und was glaubt Ihr was passiert, wenn Behringer für 2000 Euro einen großen Tisch á la Yamaha LS9 32 auf den Markt schmeißt?

Gruß, Dave

PS ich trenn das Mischpult-Thema mal auf...

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BeitragVerfasst: 24.02.2007 23:45 
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PS ich trenn das Mischpult-Thema mal auf...


Das wollte ich grade tun....

Ach, es gibt noch so viel mehr praktische Gründe.... digitales MultiCore (200m, keine Verluste, 100 Kanäle --> 2x Cat.7, die jeder Bucklige mit Hüftschwund verlegen kann)... skalierbar (Pult bringt 'zu viel' CPU-Power mit und kann um Inputs und Outputs und gar noch mehr CPU erweitert werden)... reproduzierbar (Gasttech bringt seinen USB-Stick mit)


Ein LS9-32 wird früher oder später in mein Lager kommen, da führt kein Weg dran vorbei. Es sei denn, jemand kommt mit was besserem in dem Preisbereich daher....

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