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Das Forum für Musiker und Musikschaffende |
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Nachricht |
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Fantasia
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Verfasst: 03.11.2005 14:49 |
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| Trusted Junior |
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Registriert: 29.06.2003 11:25 Beiträge: 160
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Hallo,
mal eine Frage an die Dirigenten unter euch - wenn es da einige gibt: Wie seid ihr darauf gekommen, dirigieren zu lernen und zum Beruf zu machen? Ich meine, ein Orchestermusiker fängt irgendwann als Kind an, sein Instrument zu spielen und beschließt eines Tages, er will das professionell machen; bei einem Sänger ist es ähnlich. Aber dirigieren lernt man doch so richtig erst im Studium, oder? Dazu muss man sich aber erst dafür entscheiden - mich würde also interessieren, wie man dazu kommt.
Schöne Grüße, Fantasia
_________________ Sine musica nulla vita. 
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Normann
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Verfasst: 04.11.2005 00:28 |
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| Anfänger |
Registriert: 22.11.2002 12:23 Beiträge: 40 Wohnort: Dennheritz (Sachsen), nähe Zwickau/Chemnitz
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Hallo Fantasia,
ich weiß nicht, ob ich mich als Dirigent bezeichnen darf - auf jeden Fall dirigiere ich (Amateur). Nach der Gründung eines kleinen Kammerensembles habe ich einige Jahre vom ersten Pult aus (spiele als Laie Geige) das Orchester geleitet. Inzwischen ist es so groß, dass das nicht mehr geht. Also musste ich mich durchringen zu dirigieren - oder ich hätte das Ensemble in andere Hände legen müssen. Das wollte ich nicht. Also - nur Mut, hab ich mir gedacht. Klar, die Grundlagen sollte man sich schon anlesen, Schlagfiguren ausprobieren, Einsätze üben usw. Aber viel wichtiger ist meiner Meinung nach eine konkrete Klangvorstellung von dem Stück, das man einübt. Nur wenn du in deinem Kopf weißt, wie eine bestimmte Stelle oder Passage klingen soll, kannst du es ja deinen Musikern auch erklären. Ein bißchen braucht man natürlich die Gabe, Menschen zu führen. Und überzeugt sein musst du von dem, was du an Gestaltung ansagst. Keine vielleichts. Konsequent sein, nicht heute so und zur nächsten Probe anders. Abbrechen, wenn anders gespielt wirst, als du willst. Wenn du Stellen wiederholst, konkret sagen, auf was geachtet werden muss.
Für die barocke und die klassische Epoche glaube ich nicht, dass man unbedingt studieren muss. Da genügen Stilkenntnis, Partiturstudium und Musikali- und -kantität. An alles ab Mendelssohn würde ich mich als Laie allerdings nicht mehr herantrauen.
Viele Grüße, Normann
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matthias
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Verfasst: 04.11.2005 00:59 |
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| Admin ehrenhalber |
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Registriert: 15.12.2001 19:40 Beiträge: 2427 Wohnort: Hamburg
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Fantasia hat geschrieben:Aber dirigieren lernt man doch so richtig erst im Studium, oder?
Ja, weitestgehend schon. Es hilft allerdings, die Grundkenntnisse des Dirigierens schon zur Aufnahmeprüfung zu kennen. Aber wie ich darauf gekommen bin, Dirigent zu werden... hmm...mir war das schon mit 14 klar...lass mich mal in Ruhe drüber nachdenken. Gruß, Matthias (Diplom-Dirigent)
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Nefertari
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Verfasst: 04.11.2005 12:07 |
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| Zuschauer |
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Registriert: 06.06.2005 19:19 Beiträge: 22 Wohnort: Westerwald
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Hallöchen!
Ich habe eine Chorleiterausbildung beim deutschen Chorverband absolviert und darf mich nach erfolgreicher Prüfung "Geprüfte Chorleiterin mit Kinderchorqualifikation" nennen.
Wie ich dazu kam? Da ich in unserem Chor immer eingesprungen bin, wenn der Chorleiter krank oder verhindert war (erst nur bei Auftritten, später hab ich sogar die Chorproben gemacht) und dann dazu noch die Leitung eines Kindrchores übernommen habe, wollte ich dass dann auch mal "richtig" lernen. Und da kam mir das Angebot des Chorverbandes gerade recht, denn so konnte ich diese Ausbildung neben meinem Beruf machen. Sie dauerte zwei Jahre und ist in vier Semester unterteilt. Folgende Fächer wurden unterrichtet. - Stimmbildung - Tonsatz - Musikgeschichte - Hörerziehung - Dirigiertechnik und Chorpraxis - Praktische Chorarbeit - Partiturspiel - Kinderchorleitung
Liebe Grüße Nefertari
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Fantasia
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Verfasst: 06.11.2005 14:07 |
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| Trusted Junior |
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Registriert: 29.06.2003 11:25 Beiträge: 160
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Danke für eure Antworten! Wenn ich das richtig verstanden habe, seid ihr, Normann und Nefertari, da eigentlich mehr reingerutscht, als dass ihr von selber auf die Idee gekommen seid, oder? Nur Matthias wollte das "schon immer". Heißt das, jemand der Dirigieren studiert, macht das ganz gezielt und hat es nicht erst mal in einem Nebenfach (wenn das überhaupt geht) ausprobiert?
_________________ Sine musica nulla vita. 
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Composer
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Verfasst: 06.11.2005 14:27 |
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| Amtlich unterwegs |
Registriert: 14.04.2004 18:04 Beiträge: 529 Wohnort: Freiburg
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Hallo,
Es gibt ja oft bestimmte typische Fachverbindungen, wie zum Beispiel nach dem Kompositionsstudium ein Dirigierstudium dranzuhängen. Auch nach einem Instrumentalstudium wird das oft gemacht. Oder es entwickelt sich im Laufe der Zeit. So sind viele berühmte Dirigenten hervorragende Solisten. Auch nach einer jahrelangen Soloisten-Karriere finden manche einfach einen anderen Zugang zum Dirigieren, oder spüren eben auch hier das Bedürfnis, tätig zu sein.
Aber natürlich kann man auch einfach nur den Wunschberuf "Dirigent" haben und so gleich als Hauptfach wählen.
Grüße, Daniel
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Busoni's1004
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Verfasst: 06.11.2005 14:33 |
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| Semi-professional |
Registriert: 08.12.2004 01:12 Beiträge: 293 Wohnort: NRW
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das ein Dirigent dass studiert (oder sofort studiert) muss nicht so sein. ich kenne das Beispiel eines Dirigenten, der hat erst Klavier studiert und ist dann Dirigent geworden.
da gibt es auch sehr prominente Beispiele: Toscanini hat erst Cello studiert und wurde dann Dirigent.
Philippe Herreweghe hat Klavier, Cembalo und Orgel studiert, soweit ich weiss. Auch Ton Koopman hat Orgel und Cembalo studiert, dirigiert aber trotzdem sehr, sehr viel...
Schließlich gibt es noch die Späteinsteiger. Peter Schreier (Tenor) und Christian Zacharias (Klavier) haben erst Karriere auf ihren Instrumenten gemacht und sich dann verstärkt dem Dirigieren gewidmet, noch stärker gilt das wohl für Daniel Barenboim.
Da gibt es so viele verschiedene Wege. Nicht jeder Dirigent hat Dirigieren studiert und wurde es dann.
liebe Grüße
Christoph
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Grinsie
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Verfasst: 06.11.2005 20:34 |
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| Semi-professional |
Registriert: 18.05.2003 13:03 Beiträge: 349 Wohnort: Leipzig
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Busoni's1004 hat geschrieben:Peter Schreier (Tenor) und Christian Zacharias (Klavier) haben erst Karriere auf ihren Instrumenten gemacht und sich dann verstärkt dem Dirigieren gewidmet
Cool, das mit Schreier wusste ich noch gar nicht. Wieder was dazu gelernt. Dankeschön  :):):)
_________________ Grieße aus Leiptzsch
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Busoni's1004
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Verfasst: 06.11.2005 21:37 |
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| Semi-professional |
Registriert: 08.12.2004 01:12 Beiträge: 293 Wohnort: NRW
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hi Grinsie, da nicht für noch als Mini-Ergänzung: http://home.planet.nl/~peter.schreier/recensies.htmda sind unter anderem Rezensionen zu Konzerten Schreiers, wo er sich der Doppelbelastung Leitung einer Matthäuspassion und Evangelistenrolle gestellt hat. Ich hab mal ein Weihnachtskonzert mit ihm als Dirigenten im Fernsehen verfolgt... naja, wie so'n Weihnachtskonzert im Fernsehn halt immer so iss... *schulterzuck* liebe Grüße Christoph
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Dojo
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Verfasst: 07.11.2005 14:30 |
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| Kistenschlepper |
Registriert: 03.04.2005 14:36 Beiträge: 78 Wohnort: Hildesheim
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Für ausgezeichnete Solisten, die dann auch dirigiert haben, gibt es noch mehr Beispiele wie David Oistrach und Rostropowitsch (weiß grad nicht wie man seinen Vornahmen schreibt)
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