lieber Dave, ich stieß in deinem Artikel auf Lexikon / Röhre.
Hier mal die Manu-Version davon.
Die Nachteile einer Röhrenstufe:
1.) Röhren bestehen aus beheizten Blechen in einem Vaccum. Sie sind bauartbedingt Trittschall- bzw. Vibrationsempfindlich.
2.) Röhren werden heiß und arbeiten mit Hochspannung
3.) Röhren brennen mit der Zeit aus, Lebensdauer ist begrenzt
4.) Bei groben Erschütterungen kann das Heizfädchen reißen, die Röhre ist dann kaputt.
5.) Röhrenverstärker benötigen einen Ausgangstrafo der die Hochspannung an die Impedanz der Boxen anpaßt. Er ist dick und groß und schwer und seine Qualität ist entscheidend für den Klang den die Stufe hat. Auch die besten Röhrenstufen klingen nicht toll wenn an diesem Trafo gespart wurde. Damit es tragbar bleibt gibt es Röhrenverstärker nur im kleinen und mittleren Leistungsbereich, eine 1kW Röhrenstufe würde niemand mehr transportieren wollen.
Die Vorteile einer Röhrenstufe:
1.) Die Kennlinien von Röhren sind hochgradig linear, Röhren sind enorm schnell im Anstieg und eingangseitig sehr hochohmig. Sie übertragen mit einer sehr hohen "Musikalität", es gibt keine Messwerte für dieses Wort. Ich meine damit das auch bei hohem Druck noch feine Nuancen mitkommen und nicht verschluckt werden- in der Halbleitertechnik muß man schon zur Class-A Technik greifen um das zu erreichen, was im Musikerbereich eine Ausnahme ist.
2.) Der Ausgangstrafo hat oft Anzapfungen für 4 und 8 Ohm, somit ist auch bei einem Einzellautsprecher die volle Leistung verfügbar, bei Halbleiterendstufen sinkt sie mit zunehmendem Wiederstand der Box.
Desweiteren gehen Ausgangstrafos unter Last "in die Knie". Das hat einen positiven Nebeneffekt: Wenn ein Lautsprecher auf einer bestimmten Frequenz einen höheren widerstand hat, diese also etwas unterdrückt, dann steigt die ausgangsspannung des Trafos durch den "Leerlauf" erheblich an und gleicht diesen Fehler aus was sich durch ein schöneres runderes Klangbild bemerkbar macht.
3.) Röhren sind geil.
Im Gegensatz zu Halbleitern übersteuern Röhren "soft", und gerade diese Eigenschaft macht sie so belibt bei Gitarristen. Eine Röhrenstufe die zerrt und übersteuert ist kein Fehler sondern Santana

Das geschieht natürlich erst wenns richtig laut ist, wer das daheim genießen möchte sollte einen Shunt benutzen um es zu erreichen ohne daß die Nachbarn dabei sterben. "100 Watt" sind eine Angabe für einen Amp der nicht übersteuert ist. Die tatsächliche Leistung die dein Röhrenverstärker abgibt wenn er clipt, ist ganz erheblich höher ! Viele Effektgeräte die man heute kaufen kann versuchen das "Softclipping" der Röhren zu imitieren, es ist aber zeitloser Kult, anstelle dessen lieber einen Marshall zu verwenden und das echte wahre Röhrenleben zu genießen.
4.) Frequenzgang: Das ist ein unbrauchbarer Begriff. Ein Röhrenverstärker hat einen beachtlich guten Frequenzgang, der nicht liear ist, aber im positiven Sinne, einen hochwertigen ausgangstrafo vorausgesetzt. Ein solcher ist, wenn der Hersteller es gut meinte und nicht gespart hat, ein Schnittbandkerntrafo, diese sind leicht zu erkennen.
5.) Ersatzröhren sind bezahlbar und gehören mit ins Case ! Man sollte Endröhren ( die großen, zB EL34 ) nur satzweise wechseln und nie eine alte halbausgebrannte gegen eine nagelneue laufen lassen, ebenso sollte immer der ganze Satz vom selben Hersteller sein. Vorteilhaft ist das man sie steckt, ohne löten.
6.) Ein guter Röhrentop wärmt auch deinen Tee beim üben ohne Probleme

7.) Einsparung von "Pseudoröhreneffektgeräten" usw.
8.) Die anderen finden das toll, es wird weniger rumgenörgelt.
9.) Das gewollte Übersteuern ist für die Vorstufenröhren und die eigentliche Röhrenendstufe getrennt voneinander kontrollierbar. Erst die Kombination daraus macht das eigentlich röhrige Erlebnis wahr. Man hat somit zahllose Möglichkeiten der Klangvariation. Bei hochübersteuerten Vorstufen ist auch die Nachklingzeit der Saiten viel länger usw.
ich hoffe ich konnte "Röhre" damit prima erklären

liebe Grüße
Manuela