Endstufenröhren - Class A (6V6?) - Thema anzeigen

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 Betreff des Beitrags: Endstufenröhren - Class A (6V6?)
BeitragVerfasst: 04.08.2005 20:58 
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Zuschauer

Registriert: 10.02.2005 15:49
Beiträge: 13
Hallo,
ich möchte mir gerne eine kleine Class A – Endstufe bauen lassen.
Jetzt ist die Frage welche Röhren ich da am besten nehme?! Soviel ich weiß sollen z.B. EL34 und EL84 etwas rockiger und härter klingen und 6L6 etwas wärmer. Stimmt das soweit?
Meine Vorstellungen gehen da schon in Richtung eines etwas runderen, wärmeren, volleren Sounds. Jetzt bin ich im Netz mal über den Namen 6V6 gestolpert. Soweit ich weiß haben die etwas weniger Leistung als die 6L6 – oder gibt es da noch klangliche Unterschiede?
Wenn ich mir das mal so zusammenreime, kommt man bei einem Paar 6V6 in Class A – Bauweise auf so ca. 15-20 Watt. Kommt das so in etwa hin?
Lasse


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BeitragVerfasst: 05.08.2005 18:02 
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Groovesau
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Registriert: 07.07.2004 08:11
Beiträge: 3038
Wohnort: Bad Cannstatt
Hallo,

bei Madamp gibt's z.B. einen Bausatz mit 2x6V6 (15W an 8/16 Ohm) und "amerikanischem" Sound, allerdings in Gegentakt-Bauweise (Class AB).

http://www.madamp.de/a15mk1.htm

Alternativ die "englische" Variante mit 2xEL84 (ebenfalls in Gegentakt-Bauweise) und gleicher Leistung.

http://www.madamp.de/m15mk1.htm

Vielleicht kannst Du Dir da auch noch weitere Informationen / Bauteile holen.

Gruß - der Fenderizer®


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BeitragVerfasst: 05.08.2005 18:08 
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Meister der Töne
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Registriert: 05.01.2005 15:49
Beiträge: 2217
Wohnort: FOH
ächz !

Ich find es ziemlich grottig die schönen ELs ohne Hilfsitterzapfung zu klemmen, sowas machen nur ausgemusterte Radio-fernseh-Lehrlinge.
Das sind schließlich Penthoden, keine Trioden.


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BeitragVerfasst: 05.08.2005 18:22 
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Groovesau
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Registriert: 07.07.2004 08:11
Beiträge: 3038
Wohnort: Bad Cannstatt
Hallo Manuela,
Manuela hat geschrieben:Ich find es ziemlich grottig die schönen ELs ohne Hilfsitterzapfung zu klemmen, sowas machen nur ausgemusterte Radio-fernseh-Lehrlinge.
Das sind schließlich Penthoden, keine Trioden.

breit grinsend Du kannst ja 'mal 'ne verbesserte Version des Schaltplans posten breit grinsend

Der o.g. Bausatz hätte halt den (gerade für Einsteiger) unbestreitbaren Vorteil, daß alle benötigten Teile gleich dabei sind und man nicht erst nach den entprechenden Röhrensockeln, Übertragern etc. suchen muß.

Gruß - der Fenderizer®


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BeitragVerfasst: 05.08.2005 18:32 
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Meister der Töne
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Registriert: 05.01.2005 15:49
Beiträge: 2217
Wohnort: FOH
Die Verbesserung besteht lediglich darin daß der ATR zwischen außen und Mitte je eine zusätzliche Zapfung hat die mit dem Gitterchen verbunden wird daß jetzt über widerstand auf Mitte gelegt wurde. Das bedeutet neuer Trafo.


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BeitragVerfasst: 06.08.2005 16:59 
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Trusted Junior

Registriert: 15.03.2003 22:10
Beiträge: 203
Hallo!

Wie eine Röhre klingt, hängt zu hohem Maße auch von dem Verstärker ab, in dem sie werkelt, also vom Rest der Schaltung.

Soweit ich mich erinner wurde auch schon der "warme Klang" von EL84 gelobt, kann aber sein, dass das im Zusammenhang mit Musikwiedergabe war.

Eine sehr gute Seite zur Röhrentechnik ist http://www.jogis-roehrenbude.de/ , da gibt's auch ein Forum, da kannst Du ja vielleicht auch mal Deine Frage stellen, da gibt's einige Leute, die sich ziemlich gut auskennen, vielleicht hat da jemand einen Tip für Dich.

Ich denke mal frei heraus, 6V6 oder auch 6L6 wären für Deine Zwecke wohl nicht ungeeignet. Allerdings müsste man dazu vielleicht besser Bescheid wissen, was Du am Ende haben willst.

Manuela hat geschrieben:Ich find es ziemlich grottig die schönen ELs ohne Hilfsitterzapfung zu klemmen, sowas machen nur ausgemusterte Radio-fernseh-Lehrlinge.
Das sind schließlich Penthoden, keine Trioden.


Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber ich finde diese Aussage doch recht undifferenziert. Man kann durchaus andere Röhren als Trioden als solche beschalten, dabei ändert sich dann zwar manches, aber das kann durchaus beabsichtigt sein, wenn man z.B. nicht die Leistung einer Pentode haben möchte oder den Klang einer Triode bevorzugt,...
Das hat nicht unbedingt was mit Inkompetenz zu tun.

VG,
Kilian


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 06.08.2005 17:55 
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Meister der Töne
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Registriert: 05.01.2005 15:49
Beiträge: 2217
Wohnort: FOH
nagut, gehn wir mal ins Eingemachte.

Klang eines Verstärkers für Gitarren.

Vorne: Vorstufen. linear. Effekt: mögliche Übersteuerung.
Mitte: Klangregelung, meist passiv organisiert. Effekt: Anheben + Senken einzelner Frequenzbereiche
Hinten: Endstufen, linear. Effekt: mögliche Übersteuerung
Ausgang: ATR. linear. Effekt: Trafoübersteuerung (Kernsättigung)

Ein wesentlicher Soundunterschied entsteht durch das Übersteuern der Vorstufenröhre, dies soll genau dosierbar sein. Abhängigkeiten: Gegenkopplung vom Amp-Ausgang zurück auf die Vorstufe, somit alles.

Die Klangregelung. beeinflußt auch den Pegel zur Endstufe hin, somit deren Übersteuerung. Danach ist wieder ein Fader zu setzen um anzugleichen.

Endstufe. wenns richtig braten soll wird die ebenso übersteuert. Vorhandene Gegenkopplungen: 2
1.) Die Hilfsgitterzapfung am Trafo
2.) Die Gesammtgegenkopplung von Trafo-Sekundär zurück zum Eingang des Vorstufenverstärkers.

At last: Bei Class A Stufen läuft ein recht hoher Ruhestrom, auch durch die wicklungen des Trafos. Diese erzeugen ein recht starkes Magnetfeld sowie ein gegenpoliges gleiches, so daß beide sich aufheben aber dennoch vorhanden sind, daraus resultiert eine ziemliche Bedämpfung des Trafos was einen weicheren wärmeren Sound hinterläßt, er verliert "Biss". Bei A/B Stufen ist das nicht so ausgeprägt, das klingt schon kantiger ( siehe JCM )

Eine röhre verhält sich elektrisch gesehen wie ein FET. Lediglich in dem Bereich wo sie ins Clip geht sind die Übergänge runder.

Noch eine wesentliche und kaum erwähnte Sache: Ihre Betriebsspannung. Besonders die Vorstufen können in einem sehr weiten Spannungsbereich gefüttert werden, die Höhe der Versorgungsspannung hat maßgeblichen einfluß auf das Übersteuerrungs- und somit auf das Klangverhalten.
Es ist somit sehr reizvoll eine justierbare Betriebsspannung der vorstufen vorzusehen.

so Smile


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.08.2005 15:57 
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Zuschauer

Registriert: 15.08.2005 15:48
Beiträge: 15
Hallo sausak,

ich weiß, daß Musiker und auch Hersteller gerne etwas träumen, wenn es um Endstufenleistung geht.
Wenn Du unbedingt im A-Betrieb bleiben willst, kannst Du im Gegentakt bei zwei 6V6 oder EL84 mit etwa 8-10W rechnen. Bei 6L6 sieht es anders aus, denn davon gibt es zwei stark voneinander abweichende Ausführungen. Bei der einfachen 6L6 käme man auf etwa 18W.

Zur Klangformung wurde ja schon genügend gesagt, ich möchte hier noch anfügen, daß weder 6V6 noch 6L6 oder 6L6GC Pentoden sind. Es handelt sich hier um Strahltetroden, die auch deutlich andere Kennlinien aufweisen.

Welche Typen Du also verwendest, wird sich vermutlich nur durch einen Versuch herausfinden lassen.

MfG

DirkB


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