Facharbeit über das Horn - Thema anzeigen

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 Betreff des Beitrags: Facharbeit über das Horn
BeitragVerfasst: 18.05.2009 14:47 
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gerade frisch dabei

Registriert: 18.05.2009 14:44
Beiträge: 4
Hallo zusammen,
ich schreibe gerade an meiner Facharbeit über das Horn. Der genaue Titel lautet: Das Waldhorn – Die Veränderung des Klangs
im Bezug auf die bauliche Entwicklung,
Könnt ihr mir hierzu einige Tipps geben? Ich weiß nicht so richtig, wie ich Anfangen soll bzw. was ich alles in die Facharbeit einbringen soll
MfG


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 Betreff des Beitrags: Re: Facharbeit über das Horn
BeitragVerfasst: 18.05.2009 16:25 
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Ich schlage vor, bei den ersten Hörnern anzufangen (Renaissance), über die Krummhörner, Englischhörner etc. zu den heutigen Waldhörnern zu kommen. Ein Schwerpunkt könnte z.B. in der Seiten-Entwicklung im Holzbläserbereich liegen (z.B. Englischhörner, Bassetthörner), noch ergiebiger wäre allerdings der Ursprung der heutigen Transpositionspraxis (von den Naturhörnern her). Auch die Flügelhörner oder Seitenableger wie Corno da caccia wären eventuell interessant. Der Klang hat sich natürlich massiv verändert, sicherlich gibt es Hörbeispiele von Leuten mit "historischen" Hörnern, also Ensembles für "Alte Musik" auf historischen Instrumenten (z.B. Cantus Köln oder alle Hanoncourt-Ensembles).

Viel Spaß,

Gruß Tommok


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 Betreff des Beitrags: Re: Facharbeit über das Horn
BeitragVerfasst: 24.05.2009 14:54 
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gerade frisch dabei

Registriert: 18.05.2009 14:44
Beiträge: 4
Und wie in etwa soll ich das Inhaltsverzeichnis gestalten, also welche Punkte soll ich ansprechen?
Fange jetzt mit der Einleitung an, was kann ich hier alles schreiben?


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 Betreff des Beitrags: Re: Facharbeit über das Horn
BeitragVerfasst: 25.05.2009 15:48 
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Moderator
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Registriert: 14.11.2005 18:18
Beiträge: 1686
Wohnort: Hamburg
Ich würde sagen das kommt darauf an wie ausführlich Du insgesamt schreiben willst (10 Seiten? 20 Seiten? 50 Seiten? 5 Seiten?).

Wenn Du chronologisch schreiben willst, solltest Du eine Einleitung schreiben, in der Du die erste bekannte Horn-Form (und den entsprechenden Klang) mit dem heute üblichen Waldhorn kontrastierst.

Im weiteren Verlauf würde ich dann die einzelnen Zwischenschritte beschreiben, bzw. die jeweiligen baulichen und klanglichen Veränderungen (Kapitel wären dann beispielsweise: "Das Naturhorn im 17. Jahrhundert", "Ventilhörner im 20.Jahrhundert" oder was für sinnvolle Abschnitte es noch geben könnte). Insgesamt würde ich immer am Ende den jeweiligen Klang beschreiben (sinnvoll wäre es dabei, auch auf die Lautstärke (ist glaube ich immer lauter geworden!) einzugehen).

Dann würde ich in einem Extrakapitel oder immer begleitend im jeweiligen Kapitel die Seiten-Entwicklungen beschreiben (z.B. haben sich vom antiken "Horn" ja auch alle anderen Blechblasinstrumente entwickelt, und auch nach dem 17.Jhd. gab es Geschwister des Horns, z.B. das Englischhorn (bei den Holzbläsern) die Wagnertuba und das Flügelhorn (Blech)).

Dann würde ich ein abschließendes Kapitel dem heutigen Hornklang widmen, möglicherweise mit Beispielen, wo Hörner ganz unterschiedlich klingen (Wagner/Dvorak etc.), eventuell noch den Unterschied zu den anderen Blechblasinstrumenten charakterisieren.

Viel Erfolg!

Gruß Tommok


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 Betreff des Beitrags: Re: Facharbeit über das Horn
BeitragVerfasst: 26.05.2009 22:50 
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gerade frisch dabei

Registriert: 18.05.2009 14:44
Beiträge: 4
Was haltet ihr von dieser Einleitung:

Der Begriff ,,Horn“ ist ein Überbegriff für alle Kessel-, Trichter-und Bechermundstück-Instrumente. Das heutzutage am meisten verbreitete, moderne Waldhorn ist in jedem klassischen Orchester vorhanden, es zeichnet sich durch seinen unverwechselbaren, durchdringenden Klang aus. Während eine Trompete in der Ferne kaum noch hörbar ist, dringt der Klang des Waldhorns genauso gut durch, als würde sich das Horn genau neben einem befinden. Aufgrund des hallenden und durchdringenden Klangs ist das Waldhorn gut für das spielen eines ,,Echos“ geeignet. Der Klang lässt sich ebenfalls als lieblich, emotional und ausdrucksvoll bezeichnen. Ob in der Oper, einem Konzertsaal oder an der freien Luft, das Horn behält immer und überall seinen einzigartigen Klang.
Jedoch war das Horn nicht schon immer so, wie es heute aussieht. Bereits um die 1500 bis 2000 v. Chr. wurden Tierhörner z.B. von Mönchen zu Kulthandlungen verwendet, welche entweder an der abgeschlagenen Spitze oder an einer manuell angebohrten Öffnung angeblasen wurden. Diese konnten jedoch nur einen einzigen Ton erzeugen. Das Tierhorn verlief konisch, was bedeutet, dass sich das Instrument ab dem Mundstück immer weiter öffnet, es wird breiter.
Das erste Volk, das für das Horn eine sinnvolle Verwendung fand, waren die Römer. Sie unterschieden zwischen 3 verschiedenen Hörnern:
1.Stierhorn: Etwas 90 cm groß, aus dem Horn des Büffels hergestellt
2.Heerhorn: Aus Metall, fast so groß wie ein Mensch, Form eines geschwungenen Kegels, angeblich lautester Klang seiner Zeit
3.Signalhorn: Kleines Horn, wie Tierhorn, manchmal auch aus Metall, hauptsächlich von Wächtern oder Hirten verwendet
Diese 3 Hörner hatten zwar unterschiedliche Klänge, aber die selbe Funktion.
Sie wurden, wie auch die früheren Hörner, als Signalhörner verwendet. Diese warnten vor Gefahren, trieben die Tiere zusammen oder dienten einfach nur als Rufton.
Die Hörner zur damaligen Zeit hatten alle noch kein Kesselmundstück, wie es heute üblich ist. Sie besaßen lediglich eine Anblaseöffnung mit einem etwas breiteren Rand.
Dadurch konnte auf einem kleinen Horn nur ein einziger Ton erzeugt werden, während die größeren Hörner schon die ersten 3 Naturtöne erzeugen konnten. Dies waren: Grundton, Oktave und Duodezime. Diese Hörner wollte man Leistungsfähiger machen. Die ersten Leistungsfähigen Hörner entstanden schließlich in der Renaissance.


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 Betreff des Beitrags: Re: Facharbeit über das Horn
BeitragVerfasst: 27.05.2009 07:50 
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Moderator
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Beiträge: 1686
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Ganz gut, wobei ich vielleicht ein paar Sachen noch zusätzlich erwähnen würde:

1. ein Horn war doch (wenn ich mich nicht irre) ursprünglich immer gebogen, also der Form eines Tierhorns nachempfunden (ich meine daher kommt auch der Name). Auch die Englischhörner waren früher gebogen.

2. die Bezeichnung "Horn" als Oberbegriff quasi für alle Blechblasinstrumente findet man eher im englischen "Horn" als im Deutschen. Ich z.B. würde auf Deutsch nie eine Trompete als "Horn" bezeichnen, auf englisch aber schon.

3. das mit dem lieblichen Klang kann natürlich auch ganz anders aussehen (siehe Wagner, Schönberg). Vielleicht solltest Du da einen relativierenden Halbsatz einfügen.

Und "leistungsfähiger" natürlich klein schreiben. Sonst finde ich das bisher sehr gut.

Gruß Tommok


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 Betreff des Beitrags: Re: Facharbeit über das Horn
BeitragVerfasst: 27.05.2009 09:20 
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 Betreff des Beitrags: Re: Facharbeit über das Horn
BeitragVerfasst: 27.05.2009 15:14 
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gerade frisch dabei

Registriert: 18.05.2009 14:44
Beiträge: 4
Danke für deine Hilfe, Tommok = )
Ich fahre nun mit den Kapiteln fort, die du vorgeschlagen hast. Zuerst vergleiche ich das Tierhorn mit dem modernen Waldhorn, dann steige ich immer weiter auf sozusagen (zuletzt Naturhorn mit Waldhorn vergleichen). Zwischendurch erkläre ich immer wieder die klanglichen Unterschiede.
Meine Fortsetzung:
2.Die Entwicklung des Horns

Nun möchte ich einen kurzen Überblick über den Werdegang des modernen Horns verschaffen.
Um das Jahr 1000 wurde das bis dahin unverändert gebliebene Stierhorn mit 6 Grifflöchern versehen, woraus später dann der ,,Krumme Zink“ hervorging.
Gleichzeitig entstanden auch Hörner mit geradem Rohr, ebenfalls mit Grifflöchern. Diese Instrumente erhielten den Namen ,,Trumbe“ oder ,,Trumba“, woraus wahrscheinlich der heutige Begriff Trompete hervorging.
Beide Hörner hatten jedoch nur einen stark begrenzten Tonumfang von 6 Tönen.
Im Mittelalter wurde der Zink deutlich weiterentwickelt und verbessert. Es entstand das Kesselmundstück, welches entweder fest ins Rohr eingearbeitet war, oder auf das Rohr aufgesteckt werden konnte. Der Zink bestand zu dieser Zeit aus 7 Grifflöchern. Er behielt über das Mittelalter weiterhin die Funktion des Signalhorns, da es aufgrund der unzuverlässigen Ansprache und des geringen Tonumfangs ungeeignet zum musizieren war. Der Zink wurde weitgehend von Jägern als Jagdhorn verwendet. Schließlich, Mitte des 18. Jahrhunderts, wurde der Zink weitgehend abgeschafft. Zu dieser Zeit wurde die runde Bauform des Horns wieder aufgenommen, was bereits in der antike Erfolglos versucht wurde. Es entstand das ,,Parforcehorn“, welches meist von Jägern verwendet wurde, aber auch verwendung in der Hofmusik fand. Im 17. Jahrhundert entstand zunehmend der Trend, Musik mit dem Horn zu machen. Durch die damalige Völkerwanderung wurden Erkenntnisse ausgetauscht, die ,,Hornbauer“ schlossen sich zusammen. Aus dem Parforcehorn entstand schließlich das kleinere, handliche Inventionshorn (Naturhorn), auch ,,Corno di Caccia“ genannt. Diese Hörner hatten keine Ventile, die Tonhöhe wurde durch Stopfen und Ansatz verändert, wozu ich später noch kommen werde. Das Inventionshorn hat folgende besondere bauliche Eigenschaften:
ein im Verhältnis zum Durchmesser sehr langes Rohr => hohe Tonlagen möglich
konisches und vergleichsweise enges Trichtermundstück
einen weit ausschweifenden Schalltrichter
Das Horn hatte nun fast den Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Facharbeit über das Horn
BeitragVerfasst: 27.05.2009 18:45 
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Beiträge: 1686
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Ja, das ist doch schon ganz gut!

Vielleicht könntest Du noch erwähnen, dass "Corno da caccia" ja genaugenommen "Horn der Jagd" oder "Jagdhorn" heißt, denkbar wäre auch noch ein Einstieg in den "Klang", indem Du erwähnst, dass durch das ursprüngliche Fehlen von Ventilen gar nicht alle Töne ohne weiteres möglich waren, so dass die Kompositionen ja auffällig oft auf die Naturtöne zurückgreifen- auch die Hornsignale der Jäger sind ja ohne Ventile nur mit Naturtönen spielbar (wie übrigens auch die Signale der Militärtrompeter).

Dadurch entstand der Begriff "Hornquinten" und "Hornquintensatz", der ja heute noch in der Satzlehre auftaucht.

Das was in Deinem Essay jetzt folgen müsste, ist natürlich besonder interessant. Ich bin gespannt!

Gruß Tommok


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