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Das Forum für Musiker und Musikschaffende |
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engineer
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Verfasst: 09.12.2001 03:11 |
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| Profi-Mucker |
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Registriert: 07.12.2001 16:54 Beiträge: 1702 Wohnort: Raum Frankfurt
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Was das Vervielfältigen und Abändern angeht ich das auch richtig - Ich bezog mich da mehr auf den generativen Teil während der Erstkomposition. Ich würde auch noch ein Argument in die Waagschale werfen wollen : Gerade durch die scheinbare Leichtigkeit der Musikaufnahme und auch Einspielung mit dem Rechner, lassen sich heute viele Fuzzis dazu verleiten "Musik" zumachen. Bestimmte Umständlichkeiten hielten diese in früheren Zeiten davon ab - da nur engagierte Leute mit der nötigen Inbrunst sich dem Thema widmeten und Schwierigkeiten in Kauf nehmen. (Qualitätsfilter) Es soll aber nicht so aussehen, daß ausgerechnet ich der Computergegner bin  ICH habe damals angefangen, meine Mathehausaufgaben mit dem C64 auszudrucken und beim Abi einen programmierbaren Taschenrechner einzuführen  während andere noch mit Matrizen gearbeitet haben. Der Aspekt "Handschrift" von oben, ist nebenbei auch so eine Sache : Früher wurde viel Handschriftlich gemacht - mit der entsprechenden Konsequenz. Wenn man sich heute die Leistungen der Schüler diesbezüglich ansieht, so durchfährt es einen mit Grauen. Von der aktuellen Studie will ich gar nicht erst anfangen. (Platz 29 und so...)
_________________ Jürgen - Mobile Tonaufnahmen
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albert
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Verfasst: 09.12.2001 19:30 |
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| Moderator |
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Registriert: 28.10.2000 15:53 Beiträge: 577 Wohnort: Wieselburg (Niederösterreich)
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Meine letzte Komposition waren "Fünf Tänze für Querflöte, Oboe, Klarinette und Streichorchester". Zum ersten Mal habe ich die Partitur gleich mit einem Notensatzprogramm entworfen: von der kompositorischen Tätigkeit her der gleiche Vorgang wie das handschriftliche Komponieren. Melodische, harmonische und rhythmische Elemente entstehen erst im Kopf und werden dann eingetippt (ich schreibe Noten mit der PC-Tastatur, kein Einspielen über MIDI und Keyboard). Veränderungen und Nachbearbeitungen in der kompositorischen Struktur sind danach einfach schneller anzubringen als bei handschriftlichen Entwürfen. Die Partitur entstand genauso erst in meinem Kopf. Dass ich mir die einzelnen Tanzsätze über MIDI und mit Soundmodul zur Kontrolle anhörte, war zwar nicht wirklich das gedachte Klangerlebnis, aber einen Gesamteindruck konnte ich schon gewinnen, auch kompositorische Schwachstellen lassen sich ausfindig machen. Gespannt war ich dann auf die Proben und die Aufführung: der Klang entsprach vollkommen meinen Vorstellungen.
Kompositionsprogramme im Bereich der Pop- und Rockmusik erfordern ja keine Arbeit an einer Partitur: Hier werden m.E. nur Module aneinandergereiht bzw. übereinandergelagert, sodass kaum *kompositorische* Fähigkeiten im klassischen Sinn nötig sind. Ich denke, engineer bezieht sich darauf.
LG - Albert
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engineer
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Verfasst: 10.12.2001 10:58 |
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| Profi-Mucker |
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Registriert: 07.12.2001 16:54 Beiträge: 1702 Wohnort: Raum Frankfurt
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Moooooment ! - Mein "by my side" ist Nötchen für Nötchen eingetippt, nix mit "Module überlagern" - und gedruckte Noten muss ich schon auch erstellen wenn jemand dazu singen soll.
Das, was man (auf mich bezogen) "modulares Komponieren" nennen könnte, wäre die Nutzung von Begleitstyles als Basis, aber die muss ich alle erst mal live einspielen.
Aber :
Ich bestreite ja gar nicht die Vorteile der PC-Nutzung - im Gegenteil : Ich bastle ja neben dem Arrangement auch noch die Klänge für die jeweilige Musik zusammen und die kann man bequem per Formatanweisung an den Synthy schicken.
Welches Soundmodul verwendest Du / Sie denn ? (Bei mir Roland JV, VA - KORG N1, EMU)
_________________ Jürgen - Mobile Tonaufnahmen
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albert
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Verfasst: 14.12.2001 19:29 |
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| Moderator |
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Registriert: 28.10.2000 15:53 Beiträge: 577 Wohnort: Wieselburg (Niederösterreich)
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Danke, dass du meine Ansicht bestätigst und bekräftigst. Genau das meinte ich, was du auch von deiner kompositorischen Tätigkeit schreibst: die Ideen entstehen im Kopf und werden von Hand mittels Technik realisiert und in Musik umgesetzt. Hier ist genau diese Sorgfalt und Hingabe nötig, von der du in einem früheren Beitrag an dieser Stelle schreibst.
Die diversen Kompositionsprogramme (z.B. Magic Music, wenn ich mich recht erinnere; z.T. auch Band in the Box, das mir recht gut gefällt) nehmen dem *Kompositeur* natürlich eine Menge Arbeit ab. D.h. nicht, dass es nicht auch ein Vergnügen sein kann, mit diesen Programmen zu arbeiten: Ich habe auf diese Weise Melodien, die von Schülern einer Klasse *erfunden* worden sind, sehr rasch mit einem netten Sound versehen - die Kinder waren richtig stolz auf *ihre Melodie*. Bloß: Es ist eine andere Art des *Komponierens*.
---------------------------------------------- Noch heute schreiben nicht wenige großartige Autoren ihrer Text mit der Maschine, man habe mehr Bezug zu dem Text, auch zwinge der Umgang mit dem Schreibgerät zu Sorgsamkeit und Bedachtsamkeit im Schreiben - eventuell gilt dies auch im Bereich der Musik ? ----------------------------------------------
In gewissem Sinne ist für mich der PC nichts anderes als ein besseres (Noten-)Schreibgerät. Die Qualität der festgeschriebenen Musik hängt ja wohl nicht vom Gerät, sondern von der Kreativität und von den künstlerischen Absichten des Schaffenden ab. Und das ist etwas, was sich in Herz und Kopf ereignet....
Ich verwende - in aller Bescheidenheit - als Soundmodul "Roland SoundCanvas SC-88: war für mich teuer genug und muss auch reichen, weil ich keine professionelle Musik in Studioqualität erzeugen will. Für den Eigenbedarf reicht es.
Grüße - Albert
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engineer
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Verfasst: 15.12.2001 02:19 |
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| Profi-Mucker |
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Registriert: 07.12.2001 16:54 Beiträge: 1702 Wohnort: Raum Frankfurt
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Hallo, die SC88 ist ja auch keineswegs was "schlechtes" - wenn die neue Version nicht so eine unübliche From haette, saesse die auch in meinem Rack.
Was ich auch im Hinterkopf hatte, als ich über das schnelle Komponieren schrieb, ist die Art und Weise, wie manch ein PC-Phreak in grausamer Weise mit vorgefertigten Samples "Musik" zusammenbastelt (Loops...). Die Architektur der Programme verführt gerade dazu, alles zusammenzustöpseln, was die Sample-CD hergibt. Gerade kürzlich wurde in SAT1, eine Komponistenteam gelobt, die Ihre Musik im Stadtpark mit dem Laptop gebastelt haben : Ohne Instrumente, ohne Studio und ohne Ausbildung. Was dabei rauskam war furchtbar - angeblich gehört es in die Rubrik "progressive electronic". Ich kenne mich in der Richtung ja nun wirklich aus und musste mich schütteln - das progressive war die Nutzung von Violinensamples.
Ganz abgesehen, daß die hinten und vorne nicht passten, muss die irgendwann ja auch wieder mal einer einspielen. Das wird häufig vergessen, wenn die Neo-Produzenten gelobt werden. Ich für meinen Teil, mache (wieder) alles live - auch wenn es electronic ist- aber dazu muss man halt leider zumindest Tasteninstrumente spielen können - und irgendwie scheinen das heute immer weniger zu beherrschen.
Aber sei es drum. Ich kann nur hoffen, daß ihr Musiklehrer da etwas gegensteuert.
_________________ Jürgen - Mobile Tonaufnahmen
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