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 Betreff des Beitrags: Fortschritt
BeitragVerfasst: 05.12.2000 08:46 
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Es war 1960. Ich war damals etwa 16 Jahre alt und leitete in Wien in unserer großen Stadtwohnung ein kleines, privates Streichorchester. Ich habe alle Noten und Streicherstimmen mit der Hand geschrieben (vervielfältigt). Meinem Vater sagte ich damals, dass man eine Maschine erfinden müsste, in die man das Original einlegt und die beliebig viele Kopien herstellen kann.
Wenig später kam mein Vater von einer Messe heim und sagte, er hätte so ein Gerät gesehen. Verwenden konnten wir allerdings keines.

Als Gestalter von Konzerten habe ich später das Layout meiner Programmhefte und Einladungen mit Schreibmaschine und Abreibebuchstaben gestaltet. Ich war sehr stolz auf meine Produkte. Ein wenig später war eine Kugelkopfschreibmaschine für mich "die" Errungenschaft. Die Noten (Partitur und Stimmen) meiner Kompositionen schrieb ich nach wie vor mit der Hand.

Es ist erst mehrere Jahre her, dass ich begann, mittels Computer und geeigneten Programmen auf einfache Weise gedruckte Noten und ansprechende Layouts herzustellen.

Manchmal ärgere ich mich, dass mir das alles nicht schon in jungen Jahren zur Verfügung gestanden ist. Ich hätte mir verdammt viel Zeit erspart ...


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BeitragVerfasst: 05.12.2000 13:31 
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Admin ehrenhalber
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Mit welcher Software schreibst Du Deine Noten?


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BeitragVerfasst: 05.12.2000 14:44 
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Registriert: 28.10.2000 15:53
Beiträge: 577
Wohnort: Wieselburg (Niederösterreich)
Ich habe mit der DOS-Version von CAPELLA (von WHC) begonnen und bin dem Produkt bis heute treu geblieben (CAPELLA 2000).
Zusätzlich habe ich von der gleichen Softwareschmiede Capella-Scan, Capella-Dialog (neu), Capriccio (Sequencer), Capella-Split und Tonica 3.0.

Mittlerweile habe ich mitbekommen (Software-Forum: Musicado.de), dass viele mit den WHC-Produkten nicht zufrieden sind.

FINALE kenne ich auch ein wenig, und mit SIBELIUS (Demo-Version) flirte ich ein wenig. Sieht gut aus, ist aber für meine Geldbörse im Augenblick unerschwinglich.

Für meinen Bedarf reicht jedenfalls Capella durchaus.

Liebe Grüße


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BeitragVerfasst: 06.12.2000 03:19 
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Admin ehrenhalber
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Registriert: 15.12.2001 19:40
Beiträge: 2427
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Meine ersten "digitalen Gehversuche" habe ich auf einem Atari ST mit der Software Notator gemacht. Es hat mitunter ewig gedauert bis man mal was richtig professionell aussehendes erstellt hatte, aber ich war davon total begeistert.
Später habe ich dann (bereits auf PC) mit Logic gearbeitet, bis ich vor zwei Jahren auf Sibelius gestossen bin.
Im Zuge einer grossangelegten Arrangier- und Instrumentieraktion wurde in dem Unternehmen, in dem ich arbeite, Sibelius angeschafft und hat alle begeistert.
Diese Software ist extrem einfach zu erlernen und zu bedienen, bietet alles was traditioneller und auch moderner Notensatz verlangen und führt zu hervorragenden Druckergebnissen.
Selbst umfangreiche Partituren (für große Besetzungen) und komplexe polyphone Stimmführungen sind damit problemlos zu erstellen.
Einziger Haken ist der Preis. Mit ca. 1500 DM ist Sibelius kein billiger Spass!

Finale ist sicherlich optisch eine Aternative (finanziell wohl kaum). Ich kenne die letzte Version nicht, aber die Vorgänger haben eigentlich monatelanges Handbuchstudium verlangt, bevor etwas notenähnliches zu erkennen war...und wer hat die Zeit schon zwinkernd


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BeitragVerfasst: 09.03.2001 22:36 
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gerade frisch dabei

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Stimmt, Sibelius ist wirklich ein excellentes Notensatzprogramm. Nur dem Vergleich mit Finale kann ich nicht ganz folgen. Wieso keine Konkurrenz im Preis? Es ist billiger! Vor allem gibt es bezahlbare Einsteigerversionen. Und die Bedienung ist vielleicht manchmal etwas komplizert, aber so schlimm denn auch wieder nicht.
Eins sollte man sich aber klar machen: ohne Einarbeiten geht beim Notensatz nichts. Auch nicht bei Sibelius. Das relativ einfachste Notenprogramm, das ich kenne ist nach wie vor ScorePerfect Professional.


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BeitragVerfasst: 10.03.2001 00:47 
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Admin ehrenhalber
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Ist ja interessant: die letzte Version von Finale, die man mir angeboten hat (allerdings schon 2 jahre her) sollte DM 2.200 kosten. Daraufhin haben wir Sibelius angeschafft (für damals DM 1.500).

Da wir seinerzeit unter enormen Zeitdruck gearbeitet haben, war eine "ruhige" Einarbeitungszeit leider nicht drin. Dennoch waren wir nach knapp 2 Wochen schon ausgemachte Spezialisten und konnten dem Hersteller von zahlreichen Bugs berichten.

Der grosse Vorteil von Finale ist gleichzeitig auch sein Nachteil:
das Programm kann alles. Und solche Programme sind nie einfach!!!

Dafür sind die Ergebnisse allerdings auch erstaunlich.
In den USA wird sehr viel mit Finale gearbeitet und wer plant, für den Broadway zu komponieren, sollte sich mit der Software schon mal vertraut machen...sonst wird das werk vermutlich nicht mal durchgeblättert!


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BeitragVerfasst: 10.03.2001 23:47 
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gerade frisch dabei

Registriert: 09.03.2001 22:15
Beiträge: 2
Allegro für 400, und es läßt sich schon das meiste machen. Das Problem bei Finale ist wohl, daß es seit vielen Jahren weitergeschrieben wird und man ab und zu den Eindruck hat, daß immer wieder etwas hinzuprogrammiert wurde. Man sucht schon oft, wie man das gewünschte erreicht.
Aber ich werde doch wohl nicht zu Sibelius umsteigen, selbst wenn ich mir nicht viele Hoffnungen mache, daß meine Kirchenmusik-Werke einmal am Boradway produziert werden Smile


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 Betreff des Beitrags: Aw:Fortschritt
BeitragVerfasst: 07.12.2001 18:10 
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Profi-Mucker
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Registriert: 07.12.2001 16:54
Beiträge: 1702
Wohnort: Raum Frankfurt
Lieber Albert,

es gibt Leute die verfechten die Ansicht, daß z.B: im Bereich der Prosa die Einführung der Textverarbeitung zwar Erleichterung - aber keine besseren oder machmal gar schlechtere Resultate gebracht hat.

Noch heute schreiben nicht wenige großartige Autoren ihrer Text mit der Maschine, man habe mehr Bezug zudem Text, auch Zwinge der Umgang mit dem Schreibgerät zu Sorgsamkeit und Bedachtsamkeit im Schreiben -

eventuell gilt dies auch im Bereich der Musik ?

_________________
Jürgen - Mobile Tonaufnahmen


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 Betreff des Beitrags: Aw:Fortschritt
BeitragVerfasst: 07.12.2001 21:28 
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Admin ehrenhalber
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Registriert: 15.12.2001 19:40
Beiträge: 2427
Wohnort: Hamburg
Ich möcht Albert keineswegs vorgreifen, aber das stimmt im Bereich der Musik mit Sicherheit nicht.

Wer weiss, wie teuer es ist ein 70-Mann-Orchester für eine Aufnahme zu mieten und dann anfängt im handgeschriebenen Meisterwerk nach den den Fehlern zu suchen, bzw. mit den Musikern erstmal eine halbe Stunde lang die unleserlichen Stellen zu besprechen, der weiss, was man an einem Computer hat...Sentimentalitäten hin oder her: hier geht es um viel Geld und ein möglichst professionelles Ergebnis!


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 Betreff des Beitrags: Aw:Fortschritt
BeitragVerfasst: 07.12.2001 21:40 
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Moderator
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Registriert: 28.10.2000 15:53
Beiträge: 577
Wohnort: Wieselburg (Niederösterreich)
Ich weiß nicht recht, engineer.....

Mit einer gewöhnlichen Schreibmaschine oder Kugelkopfschreibmaschine einen Text zu zentrieren, ist schon eine mühevolle Angelegenheit.....

Und Orchesterstimmen einer eigenen Komposition handschriftlich zu vervielfältigen, ist auch nicht gerade beglückend, vor allem aber auch abschreibfehlerfehleranfällig.....

Und eine Stimme im Nachhinein zu transponieren...

Dabei habe (hatte) ich eine Handschrift, die fast wie gedruckt aussah, habe ich doch erst vor wenigen Jahren (vor meinem ersten Notensatzprogramm) alle Chor- und Orchesterpartituren sowie Einzelstimmen feinsäuberlich mit der Hand geschrieben. Aber handschriftlich vervielfältigen für einen Chor mit 40 Sängern? Ich habe sogar eine Zeitlang auf Wachsmatritzen geschrieben... zwinkernd

Ich gebe da Matthias recht. Die Technik macht es möglich, über mehr Zeit für künstlerische und kompositorische Arbeit zu verfügen.

LG - Albert


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