Hat die Oper noch Zukunft? - Thema anzeigen

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.10.2004 16:44 
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Zuschauer

Registriert: 19.08.2004 14:21
Beiträge: 18
Cantando, stimme mit Dir überein: leider ist der Opernbetrieb wirklich fast nur noch ein Museumsbetrieb. Da helfen auch die modernen Inszenierungen nichts.
Das Problem der zeitgenössischen Musik ist wohl das größte im Bereich der Musik überhaupt: Neues ist meistens so, dass es keiner hören will. Die Möglichkeiten erschöpfen sich, und Klangexperimente haben für mich mit dem, was Musik eigentlich ausmacht, nämlich dem emotionalen Aspekt, nicht viel zu tun.
Musicals aber sind für mich keine Weiterentwicklung der Oper, sondern eine andere Richtung, die sich aber von der Musik zunehmend entfernen. Sie entbehren meist jeglicher musikalischen Dramaturgie. Genaugenommen handelt es sich um ein Theaterstück mit Songs...was nicht heissen soll, dass es schlechte Stücke sind! Nur eben werden hier andere Prioritäten gesetzt.

Dass die Oper wieder "in" wird, wage ich zu bezweifeln. Ob sie vollends "ausstirbt", vermag ich nicht zu beurteilen, aber es ist illusionistisch, zu behaupten, es würden viele junge Leute in die Oper gehen.
Das kann man auch nicht an den gesanginteressierten Musikschülern festmachen. Denn das ergäbe ein System, welches sich selbst tragen müsste. Aber die Oper kann nicht von den Eintrittsgeldern der Musikstudenten leben, die dann den Jugendlichen-Quotienten bilden.

Wie schon gesagt wurde, Altes muss Neuem weichen, so schade es auch ist...ich bin ein großer Opernfan und studiere eigentlich mit dem Ziel, im Theater arbeiten zu können...was sehr seltsam ist, wenn man eigentlich weiss, dass es keine Zukunft hat.


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 Betreff des Beitrags: Hallo Vocede
BeitragVerfasst: 12.11.2004 21:59 
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gerade frisch dabei
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Registriert: 10.11.2004 22:08
Beiträge: 1
Wohnort: Oldenburg
vocede hat geschrieben:Ja das hast du recht. Ich bin schwerer Legastheniker, wenn du weisst was das ist. Du wirst dich an Fehler von mir gewöhnen müssen.

Übrigens ein sehr glanzvoller Auftritt direkt voll in den Fettnapf. An diesen für dich typischen Auftritten und an deiner Süßholzraspel in einem anderen Posting, habe ich dich sofort erkannt. Das kann ja zukünftig heiter werden. Sad

:p :p :p :p

Vocede
-------------------------------------------------Kennst Du das Buch der umgeschulte Linkshänder oder der Knoten im Gehirn von Dr. Barbara Sattler?
http://f18.parsimony.net/forum31983/index.htm ist ein Forum für Linkshänder und sehr aufschlußreich. Grüßchen von Chrissi zwinkernd

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Wer rastet,der rostet


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28.02.2005 22:04 
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gerade frisch dabei

Registriert: 28.02.2005 19:42
Beiträge: 7
Mit der Erfindung und Entwicklung von Filmen hat die Oper sicherlich einen entscheidenden Teil ihrer Bedeutung verloren. Wenn man früher eine Geschichte in Verbindung mit Musik sehen wollte, gab es nur die Oper. Heute gibt es das Kino. Da muss man sich fragen, wo die Vorteile der Oper bleiben.

In Sachen Authentizität der Handlung ist das Kino sicher vorne. Was bei der Oper bleibt, ist vor allem der Punkt, dass alles live und unmittelbar ist. Ein entscheidender Faktor ist aber, dass die Oper als Medium, in dem Menschen eine Geschichte spielen, dem Kino nachsteht. Man ist an die Textverständlichkeit von Film und Fernsehen gewohnt, sodass man beim Operngesang zunächst hier eine Barriere erlebt. Hinzu kommt der Unterschied des Zeitalters. Die heute nicht mehr natürlich wirkende Handlungsweisen in Opern sorgen zusätzlich dafür, dass der nicht informierte Zuschauer wenig versteht.

Meiner Meinung nach kann die Oper nur dadurch wieder Aufwind bekommen, wenn Komponisten sich entschließen, mit heutigen Themen und heutiger Sprache, jedoch in der Tradition der nicht-elektrischen Musik und des natürlichen, klassischen Gesangs Opern zu schreiben. Und hier sieht man nochmals ein großes Problem: Die Helden unserer Tage scheinen anscheinend nicht Personen zu sein, die in klassischer Manier Arien singen könnten. Mit klassischen Sängern assoziiert man heute scheinbar automatisch nur noch stilisierte Figuren einer anderen Welt (da ja nicht jeder so singen kann), der Zuschauer kann sich einfach nicht mehr selbst mit dem Singenden identifizieren. Da können die drei Tenöre von Tausenden bejubelt werden, wenn sie ihre Arien über dieses und jenes Thema stolz präsentieren, doch beim dramatischen Spiel hat man heute einfach durch Film und Fernsehen viel höhere Anforderungen an Authentizität, an das Sich-mit-dem-Schauspieler-identifizieren-können.
Dabei ist die klassische Singweise im Gegensatz zum Pop-Gesang eigentlich die natürliche (und deshalb auch gesündere) Art, mit der Stimme Musik zu erzeugen. Lässt sich nicht hierauf auch Authentizität aufbauen?
Das ist, meine ich, heutzutage die größte Herausforderung an den klassischen Gesang im dramatischen Zusammenhang.

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Milagro - Junges Vokalensemble Karlsruhe


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 Betreff des Beitrags: Alter des Opernpublikums
BeitragVerfasst: 16.03.2005 20:24 
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Kistenschlepper

Registriert: 05.01.2005 17:45
Beiträge: 89
Wohnort: Karlsruhe
Hallo,

eine interessante Bemerkung habe ich neulich mal aus kompetentem Munde aufgeschnappt: Das Konzert- und Opernpublikum wird immer älter. Das macht aber nichts, weil die Leute auch immer älter werden. Sprich: Junge Leute haben sich seit menschengedenken immer nur ausnahmsweise für klassische Musik interessiert; irgendwann im Leben aber setzt der Zeitpunkt ein, wann man auf einmal INteresse an Oper etc. entwickelt.

Die eigentlich dramatische Entwicklung aber ist, dass die Jugend neuerdings völlig ohne Berührung mit klassischer Musik aufwächst. Und es ist derzeit nicht absehbar, dass diese Generation dann zum betreffenden Zeitpunkt (s.o.) auch auf einmal INteresse an klassischer Musik entwickeln wird.

ABer um zuviel Pessismismus vorzubeugen: Aus Amerika kommt der Trend, dass sich klassischer Musiker (= aktive Orchestermusiker) eben selbst um Publikumsnachwuchs kümmern müssen: daher gehen immer mehr Orchester und Theater dazu über, an die Schulen vor Ort zu gehen. In Deutschland siehe z.B. unter DOV-Netzwerk

Grüße,

Moritz

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BeitragVerfasst: 20.03.2005 16:22 
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gerade frisch dabei

Registriert: 28.02.2005 19:42
Beiträge: 7
Moritz hat geschrieben:Die eigentlich dramatische Entwicklung aber ist, dass die Jugend neuerdings völlig ohne Berührung mit klassischer Musik aufwächst. Und es ist derzeit nicht absehbar, dass diese Generation dann zum betreffenden Zeitpunkt (s.o.) auch auf einmal INteresse an klassischer Musik entwickeln wird.


Dies ist nicht umbedingt so. Zu früheren Zeiten waren eben die von heute aus gesehen "klassischen" Musiker zeitgemäß und populär waren. Andererseits hat z. B. erst Mendelssohn Bach wiederentdeckt, davor galt Barockmusik genauso als altmodisch. Früher hatte man keine elektronischen Verstärker und E-Gitarren, keine Autos und keine Autobahnen, da hat eben ein üppiger Wagner "gerockt".

Auch heute hat die Jugend noch durchaus Berührung mit "klassischer Musik", nämlich unbewusst bei nicht-elektronischer Filmmusik, die viel mehr als Zwölfton- und serielle Musik eine Fortführung der heute als "klassisch" bezeichneten Musik ist.

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Milagro - Junges Vokalensemble Karlsruhe


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BeitragVerfasst: 21.03.2005 11:02 
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Kistenschlepper

Registriert: 05.01.2005 17:45
Beiträge: 89
Wohnort: Karlsruhe
Ja, schon. Aber bei uns ist zeitweise (in BaWü z.B. Klassenstufe kool schon der Musikunterricht in den Schulen abgeschafft, die Musikschulen kriegen keine öffentliche Unterstützung mehr uvm.

Das heißt, es hängt immer mehr vom privaten Engagement ab, ob die Kinder noch Singen und Noten lesen lernen.

Oder um es mal andersherum zu formulieren: Früher wurden die Kinder "gezwungen", sich mit klassischer Musik zu umgeben, so dass nicht nur diejenigen, die eh schon ein Instrument spielten, ein wenig gebildet wurden. Alldiejenigen fallen jetzt dann so langsam weg...

Moritz

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21.03.2005 21:26 
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gerade frisch dabei

Registriert: 28.02.2005 19:42
Beiträge: 7
Dass der Musikunterricht ganz wegfällt, ist wirklich ein ernstes Problem...
Wir (alle Mitglieder unseres Ensembles) hatten, auch wenn wir aus BaWü kommen Smile , das "Glück", dass wir an einem Gymnasium mit Musikzug waren bzw. noch sind, deshalb hat mich das erst ein wenig verblüfft!
Das Problem ist aber sicherlich selbst dann nicht gelöst, wenn viele Schüler klassischen Musikunterricht tatsächlich auch als "Zwang" empfinden. Das hat wiederum sehr wahrscheinlich mit dem Umstand zu tun, dass man heute Musik jederzeit im herunterladen kann, wenn man sie hören will, wohingegen man früher aus Kostengründen eher selbst musizierte.

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Milagro - Junges Vokalensemble Karlsruhe


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 29.10.2005 02:16 
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Zuschauer

Registriert: 27.08.2004 23:24
Beiträge: 11
Wohnort: Süddeutschland/England
... das heißt, wir bräuchten einen großen Stromausfall, dann würden die Leute wieder musizieren zwinkernd

orgalim hat geschrieben:[...]
Dabei ist die klassische Singweise im Gegensatz zum Pop-Gesang eigentlich die natürliche (und deshalb auch gesündere) Art, mit der Stimme Musik zu erzeugen.


Grüß Dich,

wie kommst du darauf, dass das gesünder ist? Wenn du am Mikrofon hängst und viel weniger Stimmkraft geben musst einerseits und die Stimme nicht in die höchsten Höhen verrenken musst andererseits, kommt mir das ehrlich gesagt natürlicher vor.
Ich liebe beides, übrigens.

Zur Rechtschreibfrage: ich behaupte mal frech, dass meine Kommata hundertprozentig immer am richtigen Platz sitzen (oder nicht sitzen) breit grinsend

Es grüßt
Frau Sumsemann


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 Betreff des Beitrags: Kleine Häuser
BeitragVerfasst: 31.10.2005 18:47 
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Trusted Junior
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Registriert: 11.01.2006 20:20
Beiträge: 132
Wohnort: Berlin
Ich möchte diesem alten Thread auch noch etwas persönlichen Mostrich hinzufügen:
Meines Erachtens liegt die Zukunft der Oper vor allem in den kleinen Off-Häusern mit wenig Subvention und hoher Auslastung. Als Beispiel sei die von mir sehr geliebte Neuköllner Oper in Berlin (http://www.neukoellneroper.de) genannt, wo mit im Grunde lächerlichem Budget Jahr für Jahr großartige Inszenierungen und Uraufführungen realisiert werden.

_________________
Es ist viel leichter in dem Werke eines großen Geistes die Fehler und Irrthümer nachzuweisen, als von dem Werthe desselben eine deutliche und vollständige Entwickelung zu geben. (Arhtur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 31.10.2005 19:48 
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Profi-Mucker
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Registriert: 07.12.2001 16:54
Beiträge: 1709
Wohnort: Raum Frankfurt
Zur Oper: In der Tat scheint der Geschmack an Opern erst mir den Jahren zu kommen. Man muss aber irgendwie ein interess bekommen. Bei mir ist es die Aufnahmeproblematik: Weil ich soviel Opernmusik aufnehme, kenne ich die Stücke und fange an, sie zu mögen. Ich pfeiffe inzwischen sogar Opernpartien. Das Ganze ist aber bei mir eine Erweiterung, keine Verlagerung - ich stehe nach wie vor auf gute Pop,usik und guten Trance.

Der Musikgeschmack scheint aber eine schwierige Sache zu sein: Ich kenne eine Sängerin, die klassische Lieder von Schumann singt, aber nicht in die Oper will, weil sie die Musik nicht mag. Verwirrt

Zur Stimme: Ich würde auch gerne wissen, inwiefern die klassische Gesangstechnik natürlicher oder gar weniger anstrengend wäre. Verwirrt

Natürlich ist sie keineswegs, da das komplexe Vermischen der Register erst aufwändig erlernt werden muss und so, wie man einen Tenor oder einen Sopran erwartet und kennt, erst mal kein Mensch von Haus aus zu singen in der Lage ist.

Weniger anstrengend ist es auch nicht: Man sehe sich mal an, wie rasch SängerInnen der 2-3 Kategorie ermüden. So manchmal ist eine meiner Sopranessen die ich so aufnehme schon nach 40-50min Netto Geang komplett erschöpft.

In einem muss Ich allerdings beipflichten: Der Grölgesang, der sich bei gewissen Musikrichtungen wie dark daeth metal zu etablieren scheint, ist definitiv nicht gesundt.

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Jürgen - Mobile Tonaufnahmen


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