Vielen ist es sicher schon mal aufgefallen: Bei einigen (allen?) Klavieren kann man die Tasten leicht hochziehen; so dass sie die entsprechende Taste wenige Millimeter höher ist als die anderen. Schlägt man sie an befindet sie sich wieder in "Normalposition". Mich interessiert ob das bei allen Klavieren so ist und ob man das irgendwie abstellen kann, denn vor allem beim auswendig spielen bringt mich das vollkommen aus dem Konzept und anstatt auf die Finger zu sehen sehe ich nur diese Taste und lasse mich zu hals(finger-)brecherischen Aktionen verleiten um sie nach unten bringen. Ich hab mir sogar schon überlegt das nächste mal statt eines Blätterers einen "Tasten-runten-Drücker" mit auf die Bühne zu nehmen.
ich verstehe nicht ganz dein Problem: wenn die Tasten doch niemand hoch "zieht", dann sind sie ja auch nicht oben - dann muss man sie ja auch nicht wieder in "Normalposition" bringen...? Also mir ist das ehrlich gesagt noch nie passiert, dass ich irgendwo hingekommen bin, wo ich erstmal die Klaviatur "glätten" musste....:rolleyes:
Ein ähnliches Problem hatte ich aber mal auf eine andere Art und Weise. Ich musste barocke Gesangsstücke mit dem Cembalo begleiten, was auch ganz gut ging - nun, das Cembalo wurde extra in den vorgesehenen Proberaum vom Klavierbauer gebracht, die erste Probe lief wunderbar und das Problem war erst in der nächsten Probe nach einer Woche da: Durch die tiefen Temperaturen hatten sich die Tasten verzogen und waren nun ähnlich wie oben beschrieben nach oben "gezogen" -- nur ließen sie sich nicht mehr in Normalposition bringen...
Da stellt sich mir irgendwie die Frage - kann das beim Klavier auch von allein passieren (eben durch Temperaturen o.ä.)?!?
Es gibt verschiedene Ursachen für hochgezogene Tasten: Bei Stakkato z.B. kann es sein das sie wegen zuviel Energie noch oben gehen. Allerdings kann es auch vorkommen das man eine Taste nicht genau in der Mitte und dabei die Nachbartaste mit hochzieht. Vielleicht liegt es aber auch an klebrigen Fingern (?).
Daß Tasten allein durch den Tastenrückfall nach dem Loslassen über Normalhöhe hängenbleiben, habe ich noch nie erlebt. Daß sie dort hängenbleiben, wenn man sie willentlich hochzieht, ist jedoch normal, dann verkanten sie nämlich am Waagebalkenstift. Dieses willentliche Hochziehen sollte man unterlassen, denn man verformt damit evtl. auf Dauer die entsprechende Bohrung in der Taste. Ebenso unterlassen sollte man, die Taste seitlich allzuoft und allzu sehr zu bewegen, denn dann drückt man die Filz-Garnierung für den Vordertastenstift platt. Wenn das Hängenbleiben über Normalhöhe durch normales Spiel und ohne wirkliches Hochziehen geschieht, würde ich mutmaßen, daß
- erstens die Bohrungen in der Taste bereits zu groß sind (weil die Kiste abgespielt ist oder von vornherein zu weit gebohrt wurde)
- zweitens die Leiste, die für die Höhenbegrenzung sorgt (das ist beim Flügel die "Klaviatur-Schutzleiste", die sich bei ausgebauter Mechanik regulieren läßt, beim Klavier meist Teil des Klaviatur-Deckels), zu hoch steht.
Wenn jedenfalls bei normaler Spieltechnik die Tasten über Normalhöhe hängenbleiben, muß das Klavier 'ne Macke haben.
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