Hornstack - Thema anzeigen

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 Betreff des Beitrags: Hornstack
BeitragVerfasst: 15.07.2007 11:19 
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Anfänger

Registriert: 31.01.2006 21:46
Beiträge: 45
Wohnort: Berlin
Folgendes Thema habe ich zwar im anderen Forum eröffnet - und ich halte normalerweise nicht viel davon quer über alle Foren das gleiche Thema zu diskutieren - da ich jedoch hier per PN Rückmeldungen dazu erhalten habe schreibe ich doch hier dazu.

Es geht um Folgendes (Ich bitte schon mal um Entschuldigung dafür, dass ich auf das andere Forum verweise, ich wollte aber nich alles hier rüber kopieren):
http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?t=63357

Hörnli hat geschrieben:Moin,

zunächst fällt mir auf wie treffend sich selbst komplexe Konstruktionen wie Basshörner simulieren lassen, zumindest wenn man bei der Verifikation durch Messung viel Mühe auf methodisch saubere Arbeit verwendet. Bei nahem besehen ist so klar bewiesen, daß die sorgfältige Simulation mit David McBeans` Hornresponse sauber mit der methodisch korrekten Messung übereinstimmt. Ohne jeden Verdacht der "Zauberei".

Eine unfassbar tolle Arbeit, wohl die allereste Veröffentlichung eines hochpräzisen korrekten Vergleichs zwischen Simulation eines Basshorns, und einer methodisch sauberen Messung. Maximal 2dB Abweichung im Nutzband, unfassbar.

Die Abweichung in höheren Frequenzbereichen ist schnell erklärt. Das Abstrahlmodell, bzw. überhaupt Hornresponse, arbeitet mit ebenen Flächen zwischen den Hornsegmenten, und zur Ermittlung der Directivity auch mit einer ebenen Wellenfront in der Größe des Hornmundes. Zudem sind diese Flächen runde Scheiben. Ist die betrachtete Wellenlänge relativ zur Fläche groß reicht die Genauigkeit aus.
Doch eine ebene Wellenfront am Hornmund ist bei höheren Frequenzen kaum zu erwarten, die Directivity der simulierten ebenen Wellenfront weicht vom realen Horn ab. Ich schätze grob, daß das liegende Horn die höheren Frequenzen nicht immer zum Mikrofon strahlt und doch einzelne Frequenzen genau dorthin bündelt. Faltungen, hmmmm..., "nachgiebige" Membran, hmmm..., Tiefpass, hmmm...; als Näherung vielleicht? Oder: "was schert mich das Verhalten außerhalb des Ü- Bereichs"??
Das ist auch die Ursache für unzureichende Übereinstimmungen bei der Simulation von Mittel- (Hochton-) Hörnern mittels Hornresponse. Das wiegt schwerer.

Dann, das muß kommen : hast Du die Parameter des realen Chassis gemessen? Ich spiele hier auf den Antriebsfaktor an. Eine simples methodisch sauberes Meßverfahren (ZSE) habe ich im 2Sound entwickelt und diskutiert. Ich habe den Verdacht, daß das reale Chassis etwas weniger BL hat, und meine das an der etwas geringeren Dämpfung der Längsresonanz abzulesen. Der Buckel bei 53 Hz ist umgeben von Bereichen geringerer Sensivity... Antriebsschwäche?... , wobei, hmm, 1,6m... aber der Hornweg sind 1,9m... nicht mehr als eine Vermutung.

Hornresponse ist auch etwas zickig was große Strahlerflächen in weniger als 4PI betrifft. Da gibts noch "Vereinfachungen". Es ist natürlich schwierig den Strahlungswiderstand einer runden Strahlerfläche korrekt in den Halbraum zu setzen, vor allem wenn das Programm nicht weiß ob es nun eine Wand, oder der Boden ist. Ob das nun die Abweichungen bei einem recht kleinen Horn erklärt...

Hast Du mal die Ausgabe eines Horns in 2PI mit der Ausgabe von 2 Hörnern in 4PI verglichen? Ich hatte Schwierigkeiten mit großen ÖRPZen... und bei einem 4er- Stack Deiner Hörner beginnen da die Probleme... mit der Directivity und dem Strahlungswiderstand, angenommenen runden Strahlerflächen... Wenn man Spiegelstrahler kennt kommt man sehr nahe dran, denn das Flächenmodell in 4PI hat diese Probleme nicht

Oder ist das beim Release 16 gelöst? Muß man sich ein Hornstack immer noch über "multiple Driver" und Vervielfachung der Hornflächen basteln?


Und eben habe ich nocheinmal den gemessenen Directivity- Plot des einzelnen aufrecht stehenden Basshorns angeschaut, das hält sich ja nun mal garnicht an gängige physikalische Regeln.
Kennst Du die GIFs von Winterhearts` FEM- Simulation des HD15?
http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.p ... hlight=fem
Ich habe sie gesafed
Wie lange hat wohl ein BR- Stack noch die gleiche Directivity wie ein Hornstack, oder gar ein ÖrpZ? Schon zu lange? Oder noch nie?


Dein komplettes System macht schon beim Zuschauen Freude. Es ist ein echtes elektroakustisches Kunstwerk, in einer Zeit zu recht Leq gebremster BWL-Krach-Kisten. Wohl das letzte mal, daß so ein Prachtstück hier vorgestellt wird...

Gruß


Uff, das ist viel.
Zunächst Danke für die Blumen.
Mit dem nicht mehr gültigen Modell der ebenen Welle hast Du natürlich recht.
Parameter habe ich als Kleinsignalparameter gemessen. B&C klippelt ja selbst. Natürlich lässt der Antriebsfaktor über die Auslenkung nach.
Ich habe zunächst ja nur eine Klirrmessung bis max. 10% rated power durchgeführt, mehr traue ich mich mit relativ langen Sinussen auch nicht.
Was ich gerne noch machen würde wäre Klirrmessung nach Farinamethode über Pegel, dann kann man bis zum "Bitteren Ende" gehen und sehen was dann passiert. Auswertung könnte als Pegel über Frequenzgang farblich kodiert mit Klirr geschehen. Kommt vielleicht noch.
Worauf ich hinauswill: In der Simulation habe ich natürlich auch mit heißem Magneten simuliert (Erhöhung R_DC). In der Großsignalmessung sollte sich nachher zeigen was tatsächlich möglich ist.

In der Simulation habe ich auch unterschiedliche Modelle verwendet (also 4Pi mit 4 Treibern, ich glaube bis 8 Treiber habe ich als Modell). Da sich alles über einen recht langen Zeitraum erstreckte (die ersten ernstaften Simulationen zum umgesetzten Horn stammen aus 2003/2004) kamen natürlich auch unterschiedliche Hornrespversionen zum Einsatz. Unterschiede waren da und die über alle Versionen auch noch unterschiedlich, betrafen aber nur den Pegel, nicht den Response selbst. Also habe ich mich da auch nicht so sehr von leiten lassen. Der Grundentwurf wurde übrigens nach den Keele/Leach Angaben durchgeführt.

Zur Abstrahlung des einzelnen Basshorns: Gemessen wurde das aufrecht stehende Horn in 4m Abstand als Groundplanemessung. Eigentlich passt das schon. Zu hohen Frequenzen schnürt es einfach ein (parallele Wände), ein Bischen Einfluss von den Verstrebungen ist da, ab 100Hz bibt es sowas wie Richtwirkung.
Interessant wäre noch die liegende Messung, da sollten sich Unterschiede für positive und negative Halbebene ergeben.
Die beeindruckenden FEM Analysen von Winterheart sind mir bekannt. Schöne "Zweckentfremdung", bz. alternativer Ansatz, sonst macht man das ja per BEM.

Viele Grüße
André

P.S. @Hörnli: Wunschgemäß werde ich den Teil der zweiten PN ins PA-Forum kopieren, hier kannst Du es ja selbst tun.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hornstack
BeitragVerfasst: 15.07.2007 18:38 
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Beiträge: 2155
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Das Top klingt interessant. Wie groß ist es genau?

Und du sagst 38Hz Cutoff beim Bass. Für wieviele gilt das? Oder meinst du damit Hochpass im Controller?
Und spielt der tatsächlich sauber und ohne temporale Verzerrungen bis 200Hz? Was steckt da an Pegel drin?

Fragen über Fragen.....

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Und zu jedem dieser komplexen Probleme gibt es eine einfache, saubere Lösung.... die garantiert falsch ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hornstack
BeitragVerfasst: 15.07.2007 21:44 
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Im Bass wird eine modifizierte Exponentialkontur mit einer rechnerischen Cut-Off Frequenz von 38 Hz verwendet. Diese 38Hz werden erreicht, wenn die Mundfläche 3,25 m² beträgt (Bodenaufstellung). Das ist ab sechs Stück der Fall (Mundfläche = 0,54 m²). Alles rechnerisch, genaueres kann nur eine Messung aufzeigen.
Die Modifikation bezieht sich auf das letzte Stück der Lauflänge, dort ändert sich die Kontur überdurchschnittlich schnell, das dient dazu im kleinen Stack die Resos etwas zu bedämpfen. Im großen Stack minimieren sie sich selbst.
Da sind wir schon bei den Resos, ab 200Hz ind sie für das einzelne Horn ausgeprägt vorhanden, darunter ist alles schick.
Der Übergang zum Mittelton ist in der Kombination tasächlich der Knackpunkt. Höher als 200 Hz kann man den Bass nicht trennen, aber bis dahin gehts aber gut. Das Mitteltonhorn muss auch dort getrennt werden, tiefer gehts ja nicht.
Derzeit verwende ich eine Trennung mit 180 Hz Butterworth 4.Ordnung, das geht gut und ohne Einbrüche, von Resos ist nix ekliges zu hören. Aber Spielraum gibts da nicht.
Maximalpegel hängt von der Stackgröße ab, der Tieftonabfall verschwindet ja und die untere Grenzfrequenz sinkt. Ich habe ja die 10% rated power messung gezeigt (80W), Klirr ist da für das einzelne Horn noch kein Thema und das einzelne Horn erzeugt dabei >120dB@50Hz. Soweit kann ich also messtechnisch was dazu sagen. Alles andere ist Rechnerei, da ergibt sich >130dB@50Hz für das einzelne Horn unter Vernachlässigung der Dynamikkompression.
Im Stack steigt der Wirkungsgrad (gemäß Simu) auf 110 dB, damit erzeugt das einzelne Horn im Stack dann 139 dB ebenfalls unter Vernachlässigung der Dynamikkompression.

Das Top hat die Abmessungen: Höhe 70 cm, Breite (vorn) 60 cm, Tiefe 50 cm, Breite (hinten) 25 cm (? müsste ich nachgucken, ich verwechsel immer Klappenbreite und Gesamtbreite ausm Kopf).


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 Betreff des Beitrags: Re: Hornstack
BeitragVerfasst: 15.07.2007 22:06 
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Hmm, das Top ist halt quasi ein P208H mit nur einem 8er Smile Nicht böse gemeint... Für mich wärs von daher genau da interessant, wo ein P208H schon zuviel ist... Anderersiets, nur aktiv ist natürlich ein Nachteil. Muss der Mitteltonteil groß geEqt werden im Controller?

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 Betreff des Beitrags: Re: Hornstack
BeitragVerfasst: 16.07.2007 02:21 
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Moin,

@ Ansch: bitte entschuldige das Durcheinander, zu dem Ich Dich überredet habe.


Also, liebe Leser, es gibt dieses Thema auch im PA- Forum, sehr hochwertig und lesenswert, siehe Link im ersten Posting.

Zur Directivity- Plot des stehenden Basshorns:
Die gemessene Richtwirkung erscheint mit größer als ich es bei der Frontfläche des einzeln stehenden Horns erwarten würde. In Winterhearts Simulation, deren Frequenz im Bereich der HD15 Bandpassresonanz liegt (Einschwingvorgang der Luft"säule" ist sichtbar), also irgendwo um 80 Hz, erkennt man das sehr inhomogene Verhalten der Schallschnelle über die Mundfläche. Dieses Verhalten hätte ich bei einer Wellenlänge, die verglichen mit dem Hornmund sehr lang ist nicht erwartet. Dieses Verhalten vermute ich nun auch bei Deinem Bass-Horn, denn die Richtwirkung ist weit enger als die Fläche(nbreite) vorgibt. Daraus folgt die These, daß sich an Hornmundflächen eben keine ebenen Wellenfronten bilden, auch dann nicht wenn die relevanten Hornwände parallel sind. Darüberhinaus scheint sich die Richtwirkung sogar zu erhöhen.

Hier ergibt sich natürlich ein Problem, welches ein Simulationsprogramm das mehrere Flächenschnitte berechnet, und auch die Übergabe ans freie Feld als Fläche betrachtet, nicht betrachten kann.

Vielleicht erklärt das auch unterschiedliche Schadensverläufe bei Chassis in noch relativ kleinen Hornstacks, und "merkwürdig" ungleiche Hub-Beobachtungen an noch relativ kleinen ÖrpZen. Es scheint als würden auch, verglichen mit der Wellenlänge, nahe beieinander betriebene Schallwandler sehr ungleich belastet.

Kann man Schallschnelle und Schalldruck getrennt voneinander messen, oder ist man bei Messungen auf das Fernfeld angewiesen?
Wäre doch spannend die Form der Wellenfront direkt am Stack (auch Mittel-/Hochton-Hörnern), aus den Imaginärteilen zu ermitteln und so auch direkt die Rückwirkungen auf die einzelnen Schallwandler (Hörner) zu ermitteln?
Spannend fände ich auch den Nachweiß, daß der Meßabstand von 4 Metern tatsächlich ausreichend ist?


Antriebsfaktor:
Wäre ja schon ein Fortschritt, wenn der Antriebsfaktor des realen Chassis in der Null-Lage dem Datenblatt entspricht...


Zur Klirrmessung:
Mit "gewisser Hartnäckigkeit" bringe ich immer wieder die DC- Problematik ein. Dazu sind natürlich längere Sinustöne nötig, wie sie heute auch mit Vollaussteuerung in Musikproduktionen zu finden sind. Rauschähnliche Anregung erscheint mir zur Erfassung des DC- Offset bedingten Klirrs ungeeignet, lange Sinustöne verbrennen Schwingspulen... ... hmmm. Vielleicht sollte man die Undichtigkeit der Rückkammer leicht erhöhen, um schneller zum Ergebniss zu kommen?

Irgendwie fände ich ja die Hubaufzeichnung über einen kompletten Disko- Abend reizvoll. Ich beobachte und höre immer wieder merkwürdige Klirr-Ereignisse, die zwar selten mit Musikprogramm auftreten, doch wegen der damit verbundenen Zerstörungskraft nicht ignoriert werden dürfen. Sehr prägend war hier auch das Erlebniss auf einer Party, die ich notgedrungen mit meinen uralten BP6 beschallen musste. Trotz moderater Belastung und sauberer DJ- Arbeit hörte ich bei einem Titel die Schwingspule an der Polplatte. Die Taschenlampe machte die Beobachtung eines krassen "DC- Unfalls" möglich. Diesesmal ohne Collapse, einfach nur eine DC- Verschiebung nach innen, die zum einseitigen "Hubende" führte. Statistisch betraf dieses Problem nichteinmal dem Bruchteil eines Promilles der Betriebszeit, aber Spule gegen Platte ist eben "nicht gut"...

Auch bei einem Beschallungsurps (zu hoch getrennt zwinkernd ) trat mit ähnlicher statistischer Seltenheit DC- bedingter Klirr auf.

Wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt bin ich natürlich sehr aufmerksam dieses Thema betreffend. Wenn ich nicht einige Zerstörungsberichte genau auf diese Effekte zurückführen würde... und sich die zerstörungsrelevanten Elemente in modernen Musikproduktionen nicht häufen würden... Den (noch) relativ seltenen Klirrereignissen bräuchte man nicht unbedingt übertriebene Aufmerksamkeit widmen.

Gruß



...ich kann mich nicht kurz fassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hornstack
BeitragVerfasst: 16.07.2007 19:07 
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Anfänger

Registriert: 31.01.2006 21:46
Beiträge: 45
Wohnort: Berlin
@Jens Droessler: Der Vergleich mit dem doppel-achter vom AZ ist naheliegend und es gibt ja auch viele Gemeinsamkeiten. Also war klar, dass dieser Vergleich kommt. Wobei die ersten Ideen zum Mitteltonhorn bei mir um 2000 starteten, in 2001/2002 wurde die Form gebaut, dann die beiden Protos abgeformt usw.
Aber schön zu sehen, das ähnliche Aufgabenstellungen auch ähnliche Ergebnisse liefern, dann kann es ja nicht so verkehrt sein.
Für mich ist die aktive Trennung genau richtig, da ein höherer Output möglich ist (es muss ja keine Leistung in der Weiche verbraten werden). Und tatsächlich sollte der Unterschied zum P208H rechnerisch 2 dB betragen.
An sich sollte eine passive Trennung aber auch recht einfach möglich sein. Der Frequenzgang des Mitteltonhorns ist ja recht ausgeglichen. Derzeit verwende ich im aktiven Setup lediglich ein 2.Ordnung Highshelv bei 2kHz, um eine Lehrbuchabstimmung - Linkwitz/Riley - zu ermöglichen. Das eingestellte Delay des Hochtonhorns beträgt umgerechnet 9 cm, auch daher sollte eine passive Trennung drin sein. Die Impedanzverläufe lassen auch keine allzugroßen Probleme erwarten.
Aber - wie bereits geschrieben - für mich derzeit uninteressant.

@Hörnli: zur Abstrahlung: Stell Dir die Mundfläche als große Schallabstrahlende Fläche vor, dann hat sie auch eine entsprechende Bündelung, muss ich im Möser noch mal nachsehen, ob diese stark vereinfachte Betrachtung näherungsweise passt.
Außerdem müsste ich auch nochmal nachsehen, ob Hornresp tatsächlich nur die ebene Welle Bedingung berücksichtigt.
Zumindest direkt am Hornmund ist Bedingung ja noch recht gut erfüllt, wobei hier natürlich auch die Reflexion wegen der Fehlanpassung durch das zu kleine Stack auftritt.
Zur Bestimmung der Form der Wellenfront fällt mir ein Martin-Paper ein, wo die die Wellenfrontform für ihren Linearrayhochtonwellenformer bestimmt haben.
Ansonsten zur getrennten Bestimmung von Schalldruck und Schallschnelle: Schalldruckempfänger sind die Messmikrofone mit Kugelcharakteristik, diese messen also den Schalldruck direkt (wenn die untere Grenzfrequenz zu hoch liegt, braucht man ein "schnelles" Barometer - wenn jemand einen ÖRPZ messen will Mr Green), tja und zu Schallschnelle bin ich mir unsicher, aber was wäre mit einem der Messverfahren zur Geschwindigkeitsmessung in instationären Strömungen - Hitzdrahtanemometrie oder Laser-doppler-anemometrie?
Naja und beim DC Offset geh ich mal ganz pragmatisch ran und warte ab, bis es knallt, ob es knallt...
Ich setze übrigens keinen Hochpass für das Basshorn ein, bis jetzt ist es gut gegangen.

Viele Grüße
André


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 Betreff des Beitrags: Re: Hornstack
BeitragVerfasst: 17.07.2007 10:49 
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Profi-Mucker

Registriert: 20.04.2004 12:50
Beiträge: 1432
Wohnort: Sindelfingen
Hey Ansch,

sehr schön dokumentiert.

ich hätte mir noch gewünscht das Du evlt mi tdem neuen Hornresp das nach simulierst und auch mitteilst wie man so ne form baut was so was kostet udn wie zeitaufwändig das sit.

sehe ich das richtig das die die gehäuse quasi komplett aus GFK bestehen sollen und dann die Holz geschichte ur als gerüst dient ?


Warum eigentlich 8"1" und 12" als pauschal impulsgetreuer tituliert wrid das frag ich micht selbst schon lange.

aus einem 12" mit phaseplug wird doch auch was viel kleineres. KF hat das im Acess mal als 5" oder so betitelt.

8" und 1" mögen günstiger sein als ein 1,5 " und ein 12" das sind wenn man so wie je faktor drei.

Aber die Gehäuse kosten ja immer gleich.

ein 2x12" Bass ist ja immer etwas teurer als ein 1x18" Subwoofer.


du gibts beim Bass 38hz an das kann ich nciht erkennen für mich ist da bei 50hz schluss da fällt das um 6dB zwischen 100hz alos wie bei einer geschlossenen Box ab.

im Stack kommt ncoh etwas tiefgang dazu aber nicht dermassen viel da unter 50hz die kurve ja extrem steil abknickt so mit denke ich ist der hub des 12ers in der rückkammer die wohl recht klein ist der begrenzende faktor an basswieder gabe und tiefgang.

auch ein Eqing ist der spiel mit dem feuer. ich würde da einen hochpass hin mahcen.


die Hochton und mitteltonhörner strahlen ja echt schön ab.

die 60cm breite bei der Tiefe sind aber auch ganz schön gros für einen 8er.

ansonsten bin ich begeisert von der professionellen umsetzung.

aber wie Du sagst für das eingesezte Geld hätteste Dir auch was neues kaufen können.

Wenn man die Zeit rechenet und seis nur für 5 euor die Stunde alle mal.

Aber die Fertigung von sowas würd mcih interessieren.

zu MUFU zeiten hab ich ja von einem Carbon , Styrodur Compund sandwich konstrukt geträumt obwohl hier R&G und div GFK bauer in der nähe sind ist man da ja der Daimler um die Ecke ist vom Preisnieveau der massen hoch und uninteressiert an einem kleinen Bauprojekt das es keinen spass macht mit den leuten zu reden und herrauszufinden was wie wo kann man selbst machen was muss man zukaufen.

Aber das wärs ne Neodymbestückung mit Carbongehäuse das ultimative leichtgewicht.

wenn man das einiger massen rationell in kleinstserie selbstfertigen könnte wäre das der hammer.

des Horn könnte man dann auch selbst bauen.

ach ich träume schon wieder.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hornstack
BeitragVerfasst: 17.07.2007 15:19 
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@ tthorsten: Lesen hilft. Wie Ansch mir schon beantwortet hat, gelten 38Hz für ein 6er Stack, da er das simulierte Horn gesechstelt hat.

Sobald du einen 12er findest, der die gleiche Membranmasse und dabei die gleiche (umgerechnete!) Membransteifigkeit dieses oder jedes anderen Mittelton-8ers besitzt, sag Bescheid. Ansonsten ist es einfachste Physik, warum ein 8er impulstreuer ist als ein 12er. Es hat NICHTS damit zu tun, wie groß der Hornhals ist (der hat mehr was mit der Bandbreite zu tun). Gleiches gilt für den Vergleich 1,5"er gegen 1"er.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hornstack
BeitragVerfasst: 17.07.2007 19:43 
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Danke Jens!

@tthorsten: In der Vergangenheit hast stets gezeigt, dass Du in der Lage bist unter ökonomischen Aspekten optimale Kofigurationen zu betrachten. In diesem Gebiet werden offensichtlich die gestellten Anforderungen optimal erfüllende Konstruktionen wie die MuFu - die ich bislang leider noch nicht hören durfte - geschaffen. Dabei hatte ich stets den Eindruck, dass es Dir gelungen ist irreführenden alternativen Betrachtungsweisen erfolgreich aus dem Weg zu gehen, daher möchte ich das mal kurz machen und vielleicht kann ja der eine oder andere Mitleser noch was daraus ziehen:

Neben der einfachen Betrachtung Fläche und BL gibt es auch so etwas wie innere Kräfte in einer Membran. Zusätzlich gelten all unsere hübschen Berechnungen und DGLn für kolbenförmige Bewegung, daher versuche ich innerhalb dieses Bereiches zu bleiben. Dieser Bereich ist mit kleineren Membranen ausgedehnter.
Prämisse bei dem Projekt war ja auch die erreichbare Wiedergabequalität, der Maximalpegel wurde in der Wichtung dahinter gestellt.
Und selbstverständlich liegen die Kosten um einiges höher, als es bei Verwendung größerer Membranflächen möglich wäre (gleicher erzielbarer max. Pegel), das war aber nachrangig.
In einem komerziellen Projekt wäre es nicht möglich diese Herstellungsart so umzusetzen, vor allem beim Basshorn.

Achso, für ein einzelnes Basshorn (die Sechstelung beachten) muss der Frequenzgang zu tiefen Frequenzen hin abfallen, das sollte natürlich möglichst gleichmäßig (linear) geschehen. Dieser Abfall egalisiert sich mit steigender Stackgröße, gleichzeitig sinkt eben auch die untere Grenzfrequenz.
Selbstverständlich ergeben sich für das einzelne Horn 47 - 49 Hz als -3dB Punkt. Im Bereich von 50 - 100 Hz hat das einzelne Horn einen Wirkungsgrad von 103 dB. Mit einer Belastbarkeit von 800W ergibt sich etwa der gleiche Maximalpegel wie bei einem doppel-achzehner aus 400l Bruttovolumen. Das heißt ab einem Zweierstack sollte ich einen Vorteil ggü. den BRs haben.

Strukturell handelt es sich vor allem beim Top um einen Verbund, d.h. Glas-, Harz-, Schaum- und Holzstruktur tragen zur Gesamtfestigkeit bei. Das ist ja die Idee bei Verbundbauweise, dass möglichst wenig nichttragende Teile vorhanden sind und kürzestmögliche Kraftwege vorliegen, dann klappt's auch mit dem erfolgreichen Leichtbau.
Wobei das im konkreten Fall noch nicht optimal ist, was bei dem Prototypenstatus klar sein muss. Top wiegt 30 kg., Bass 65 kg.
Ja und mit Neodym wärs vielleicht leichter, aber da habe ich doch etwas Angst mit den geschlossenen Rückkammern und der geringeren Curietemperatur des Neodyms.

Dann zum Harzen (hatte ich im anderen Forum schon mal geschrieben):
Zunächst sollte Dir klar sein, dass die Arbeit mit diesen Werkstoffen eine riesen Sauerei wird, und dass es eine elende Schleiferei bedeuted.
Außerdem ist das ganze Gelumpe mit dem Du hantieren möchtest recht ungesund!
Weiterhin rate ich von Polyesterharzen unbedingt ab, der geringe Mehrpreis von Epoxidharz ist es nicht Wert sich die Gesundheit zu ruinieren. Außerdem hat Polyesterhatz eine größere Schwindung.
Klar, Epoxidharz verlangt genaueres Arbeiten, man braucht unbedingt eine genaue Wage (Mischfehler müssen gering bleiben) und die Umweltbedingungen (Temperatur und Luftfeuchtigkeit müssen eingehalten werden) => Datenblätter beachten.
Beim Gewebe gilt: Für (UD, Leinen, Köper) Gewebe lässt sich eine vernünftige Festigkeitsrechnung anstellen, für dieses Zeug, was aus lose zusammengewirkten Fasern besteht, gilt das nicht.

Zunächst mal zum Formenbau:
Ich vermute, Du hast nicht die Gelegenheit Dir die Form aus Formschaum fräsen zu lassen, Du die Form also selber erstellen mußt?
Meine Empfehlung: Negativ-Bauweise. Das hat den Vorteil, dass Du nach dem Ausformen gleich eine brauchbare Oberfläche bekommst.
Die Oberfläche der Form sollte hart sein, damit Du nach dem Ausformen nicht zuviel nacharbeiten mußt, wenn Du die Form wiederverwenden willst.
Bei der Gestaltung der Form der Form darauf achten, dass es sich ausformen lässt (mieser Ausdruck, ich weiß).
Probiers mal mit 'nem Hartschaumkern (lässt sich gut bearbeiten), dessen Finish dann Polyesterspachtel (das Zeug das man auch für Spachtelarbeiten im Karosseriebereich nutzt) darstellt. Schöner ist natürlich 'ne GFK-Form, aber auch eine Holzform mit gespachteltem Finish ist OK. Die ist in der Herstellung aber aufwendiger und nur nötig, wenn Du vorhast größere Stückzahlen herzustellen.
Den Spachtel auf mindestens 800er Körnung schleifen (besser 1000er/1200er).
Beim Schleifen ist Geduld gefragt. Das dauert! Denk dran: Bei einer glatten Oberfläche ist nachher jede Delle zu sehen!

Wenn die Form fertig ist, kannst Du ans Laminieren denken. Als Trennmittel empfehle ich: PVA. Das lässt sich leichter ausformen als 'ne gewachste Form. Falls Du wachsen willst: Das Wachs dünn auftragen und nach Trocknung auspolieren. Aber nicht nur einmal, bei einer neuen Form eher so 15mal wiederholen. Vor allem sollte bei einer neuen Form zuerst Wachs eingesetzt werden, dann PVA.
Dann das Harz: Kein Polyesterharz verwenden (schwindet und stinkt)! Ich empfehle Epoxidharz. Schau Dich mal nach 'nem guten Harzsystem um, zu dem Du auch ein vernünftiges Datenblatt bekommst.
Härter: Da die Form wohl groß wird->langsamer Härter!
Anmischen mit Waage, je nach offener Zeit immer so 100g-weise.
Es gibt Färbemittel für Harze, damit sparst Du Dir (wenn Du sauber arbeitest) die Lackierei. Allerdings sollte dann zusätzlich ein Zusatz zum Herstellen von UV-Beständigkeit rein.
Wenns jetzt losgehen soll, zunächst mal Latexhandschuhe anziehen (Epoxi kann Allergien auslösen).
Die Form schön mit Harz einpinseln, dann die erste Lage rauf.
Als Gewebe würde ich Köper nehmen, das lässt sich in alle Richtungen beliebig legen (im Ggs. zu UD, das geht nur in eine Richtung). Hast Du scharfe Umlegestellen, dann legst Du zuerst eine Lage feines Gewebe (z.B. 80g/m²). Schön festtupfen, dabei immer ein wenig Harz auf dem Pinsel haben, aber nicht mit Harz übertreiben, auch wenns leichter geht. Achte darauf, dass sich keine Luftblasen bilden!
Anschließend schmierst Du auf die scharfen Kanten Mumpe, so wird in "Fachkreisen" eingedicktes Harz genannt, also ein harzbasierter Spachtel. Als Füllmaterial (zum Eindicken) kannst Du Baumwollflocken nehmen.
Wenn das erledigt ist, dann eine Lage dickeres Gewebe (z.B. 280 g/m² oder mehr) und evtl. noch 'ne Lage. Die einzelnen Lagen immer schön festtupfen und keine Luftblasen drinlassen (sonst Delamination->kaputt).
Damit das Horn auch steif wird (und Du nicht soviel Gewebe brauchst), kannst Du jetzt Schaum aufkleben. Also Styrodur (kein Styropor!) in Form schneiden und mit Mumpe aufkleben anschließend noch 'ne Lage Gewebe.
Wenns ganz toll werden soll, dann lässt Du das Zeug mit Absaugung aushärten. Ich denke jedoch, dass Du die dafür nötige Vakuumpumpe nicht haben wirst.
Du kannst auf die letzte Gewebelage noch Abreißgewebe legen, das gibt 'ne tolle, saubere Oberfläche auf die Du evtl. gleich wieder drauflaminieren kannst.
Dann alles Aushärten lassen (Zeit ist abhängig vom Harzsystem) und anschließend Tempern.
Das Tempern dient dazu, dass das Laminat auch bei höheren Temperaturen nicht seine Form verliert, bzw. bei höheren Temperaturen weich wird.
Dazu aus Styroporplatten ein "Temperzelt" basteln. Auf einer Seite mit'm Heizlüfter reinpusten und die warme Luft auf der anderen Seite wieder rauslassen. Das Laminat ist natürlich auf der Form. Dann das Ganze ca. 15h auf 75°C halten.
Dabei wird das Harz wieder weich und härtet nach Abkühlung wieder aus und bleibt auch bei höheren Temperaturen fest.
Wegen Temperzeit und -Temperatur ins Datenblatt schauen.

So, das sollte erst mal reichen.

Viele Grüße,
André


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 Betreff des Beitrags: Re: Hornstack
BeitragVerfasst: 17.07.2007 20:14 
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Ich wäre natürlich sehr an Vergleichen interessiert... Man sollte mal ein Treffen machen, wo mal richtig aufgefahren und gemessen wird...

Ich habe ja auch ein Basshorn mit 12er in der Schublade (bzw. zwei als Proto) und diverse Sachen noch auf dem Papier....

In wie wiet ließe sich denn das Basshorn vereinfachen, sodass es mit Holz zu bauen wäre? Wenn die Bandbreite etwas drunter leidet, wärs noch kein Beinbruch. Es geht bei einer vereinfachten Version nicht darum, dass Basshorn mit deinem Top zu betreiben. Das Basshorn dürfte wohl so für viele interessant sein... selbst wenns nur noch bis 160Hz spielt, sind das schon 60Hz mehr als man von den meisten BR18ern und einigen BR15ern behaupten kann....

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