Gerhard Eichberger
htp_big_M hat geschrieben: > Oh Mann - jetzt sag mal ehrlich, wieiele CDs habt Ihr schon verkauft?
Also, ich wurde am 18. Jänner 2012 informiert, daß die CDs da sind und habe mir am darauffolgenden Tag 50 CDs geholt. Der Erstverkaufstag der CD war mit 27. Jänner 2012 festgelegt. Ich habe vorher schon 10 DVDs mit dem Videoclip "Menschenfresser" gebrannt. Mein Plan war, vor dem Erstverkaufstag für die CD samt Menschenfresser-DVD 35 Euro zu verlangen (vor dem Ersterscheinungstag sind die CDs bekanntlich teurer).
Am Donnerstag, den 19. Jänner 2012 habe ich einer Frau ein solches Pack (CD plus DVD) verkauft, allerdings hat diese mir den Preis auf 30 Euro heruntergehandelt. Ich stellte auch eine Rechnung aus.
Am Samstag, den 21. Jänner 2012 ging ich ins Winzig XXL (ein Tullner Lokal, wo Musikinteressierte verkehren). Leider war keiner meiner Bekannten da, es waren überhaupt nur wenig Leute im Lokal, was am Samstagabend ungewöhlich ist. (Wie ich dort erfuhr, war gleichzeitig der Studentenball in Tulln.) Ich erzählte den anwesenden Gästen von meiner CD, die ich dort auch anbot. Sofort wurde ich nach dem Musikstil meiner CD gefragt, worauf ich sagte, daß die Lieder verschiedene Musikstile haben - mit dieser Erklärung konnten die Leute nichts anfangen. Die Gäste meinten, sie wollen die CD zuerst hören. Leider konnte der Wirt die CD zuerst nicht spielen - erst nach einigen Stunden (als noch weniger Gäste da waren), hatte er erst Zeit, die CD einzulegen (das ist in diesem Lokal leider eine komplizierte Prozedur, weil der CD-Player verbaut ist und erst der Wandverbau abgeschraubt werden muß, um eine CD einlegen zu können). Die CD hatte dann zwar den Leuten gefallen und einige wollten sie auch kaufen, aber nur 3 Euro dafür zahlen. Das lehnte ich jedoch ab und erklärte ihnen, daß die CD 18 Euro kostet. Soviel Geld hatte jedoch keiner einstecken. Leider bin ich an diesem Abend umsonst nach Tulln gefahren (Fahrtkosten 10 Euro, Konsumation ca. 20 Euro). Ich lasse mich aber sicher nicht dazu herunter, meine CD um 3 Euro zu verhökern!
Am Samstag, den 28. Jänner 2012 war ich wieder in Tulln, diesmal in der Soobar (ehemals "Zum Teufel"). Das ist ein Musiklokal, in dem manchmal kleine Liveauftritte stattfinden. Leider war auch an diesem Tag kaum wer im Lokal - mir wurde gesagt, daß an diesem Abend in Tulln der Jungbauernball stattfindet. Als ich schon gehen wollte, kam ein Bekannter daher. Als ich ihm meine CD zeigte und ihn fragte, ob er sie kaufen will, wollte er sie zuerst anhören. Da außer uns fast niemand mehr im Lokal war, kam der Wirt der Bitte nach und spielte mehrere Teile der CD. Worauf der Bekannte die CD kaufte. Leider hatte er nur 10 Euro einstecken und mußte davon erst noch seine Zeche zahlen. Er konnte mir daher nur EUR 5,80 geben. Ich wies ihn darauf hin, daß das nur eine Anzahlung ist und gab ihm eine Rechnung, auf die ich schrieb, daß ich vom Rechnungspreis von 18 Euro EUR 5,80 erhalten habe. Damit waren wieder meine Ausgaben (10 Euro fürs Anrufsammeltaxi und ca. 17 Euro Konsumation) deutlich höher als meine Einnahmen...
Und kürzlich habe ich einer Wirtin in meiner Ortschaft eine CD verkauft, von dieser aber nur 13 Euro verlangt.
Das heißt also, ich selber habe bisher drei Stück verkauft:
- Eines (zusammen mit der DVD) um 30 Euro.
- Eines um 18 Euro (davon 5,80 erhalten).
- Eines um 13 Euro.
(Es ist aber auch noch keinen Monat her, daß die CD erschienen ist. Außerdem hatte ich bisher nurn wenige Gelegenheiten, meine CD anzubieten.)
Wieviel die Plattengesellschaft bisher verkauft hat, weiß ich nicht. Immerhin wird die CD auf verschiedenen Internet-Plattformen zum Download oder auch zum Bestellen angeboten. Wobei viele Anbieter offenbar in Deutschland sind. Ich fand aber auch Anbieter aus Österreich, Schweiz, Frankreich, Spanien und sogar aus Japan, die die CD von HELMI'S NIGHTMARE führen.
htp_big_M hat geschrieben: > Grade mal 4 Tracks welche ich als Lied bezeichnen würde, und nicht ein gesungenes Stück?
Ist natürlich die Frage, was man als "Gesang" bezeichnen will.
Jedoch soll mein Gesang in Zukunft schon besser werden. Meine diesbezüglichen Vorbilder sind Ludwig Hirsch, Brian Johnson und Bon Scott (beide von AC/DC), Udo Lindenberg, PaulDiAnno und Bruce Dickinson (beide von IRON MAIDEN), Stefan Weber von DRAHDIWABERL, und auch die Sänger der Bands DIE TOTEN HOSEN, DIE ÄRZTE oder von FOYER DES ARTS. (Ja, es soll schon ein größerer musikalischer Rahmen sein.)
htp_big_M hat geschrieben: > Da ist mir jeder Euro zu schade - sorry.
Wieviel es den Leuten wert ist, ist eine gute Frage.
Wie ich festgestellt habe, wird die CD auf den einzelnen Internetplattformen zu unterschiedlichem Preis angeboten.
In Tulln haben die Leute kaum Geld (das ist ja nichts Neues). Die Tullner wollten mir die CD um 3 Euro abkaufen - das ist der Preis, zu dem die meisten Tullner Bands ihre CDs verkaufen. Ich glaube, die Tullner gehen davon aus, daß die CD von HELMI'S NIGHTMARE qualitativ mit den CDs der Tullner Bands (die meistens nur 4 - 5 Titel haben) vergleichbar sind. Das ist ihnen wohl nicht zu verübeln, schließlich sind sie kaum bessere Qualität als Hinterhofproduktionen gewöhnt.
htp_big_M hat geschrieben: > Und die Aufnahmen sind nun wirklich keine hunderte von Euro wert - klingen eher nach
> gutem Proberaum-Mitschnitt.
Das trifft mich jetzt aber schon. Weil es war nicht so, daß die CD-Produktion (mit den Nebenkosten) nur ein paar Hunderter gekostet hat. (Ich will den Preis nicht in der Öffentlichkeit nennen.)
Allerdings:
Könnte das und auch die übertriebene Monokompatibilität (wenn ich Dich richtig verstehe) damit zusammenhängen, daß die Tonqualität bei Downloads zwangsläufig schlechter ist als auf der physischen CD? Immerhin ist .mp3 ja ein Format, das nicht verlustfrei komprimiert. (Mein Versuch, einen Titel meiner CD ins .mp3-Format zu bringen, führte zu einem wirklich grauslich klingenden Ergebnis.)
htp_big_M hat geschrieben: > Wenn man ein wenig von Musik versteht, hat man schon einmal den Begriff
> "Mono-Kompatibilität" gehört - das trifft auf Deine CD zwar zu - aber viel zu extrem.
Ich kannte den Begriff "Mono-Kompatibilität" noch nicht und habe danach gesucht:
http://de.wikipedia.org/wiki/Monokompatibilit%C3%A4tNaja, ich muß dazu sagen, daß bei meiner Stereoanlage die beiden Boxen aus Platzgründen gleich nebeneinander stehen. Ansonsten höre ich Musik nur auf meinem Laptop oder meinem Disc-Walkman oder auf unserem DVD-Player am Fernseher (letzterer hat nur einen Lautsprecher, also mono).
Was meinst Du aber mit "extreme Monokompatibilität"?
Ich meine, auf der CD geht's ja nicht gerade um räumliche Tiefe.
Ein Beispiel, wo der Stereoeffekt sehr stark ausgeprägt ist, ist das Lied "We Like You (The Way You Like Us) der österreichischen Band GANYMED:
http://www.youtube.com/watch?v=FMd8ou_zNAc(Der Film hat hingegen nichts mit der Band zu tun.)
Übrigens ist GANYMED ein gutes Beispiel für eine Band, die verschiedene Musikstile spielt. Leider fand ich kein passendes Beispiel dieser Band (zum Vergleich: "Captain's Wife" oder "Bring Your Love To Me") im Internet als Hörprobe.
htp_big_M hat geschrieben: > Da hätte man wesentlich mehr Raum verwenden können - alles klngt noch recht roh und ungemastert.
> Dazu benötigt man kein großes Studiobudget. Eventuell hätte Dir ein kleiner Hobby-PC-Bastel-Produzent für 100€
> einen besseren Dienst erwiesen - der hätte sich wenigsten Mühe gegeben !!
Also, ich weiß nicht...
Hier mal so ein Beispiel einer Tullner Band:
DIEBUBEN: Sympathy For The Devil (aus der CD "haus & hofrat", die 2002 erschien):
http://www.thomaseder.com/soundfiles_up ... mpathy.MP3Ich habe obengenannte CD, und die Qualität auf der CD ist ähnlich (etwas besser allerdings).
Soviel mal zum Thema, daß sich so ein billiger Produzent mehr Mühe gibt...
Wie bewertest Du dieses Beispiel einer typischen Tullner Band?
htp_big_M hat geschrieben: > Mein lieber Helmi - da bist Du echt einem Haufen dreisster Abzocker auf den Leim gegangen.
Ich hoffe nicht.
Allerdings war es so, daß sich meine Familie in einem Tullner Studio erkundigt hat. Demnach wäre so eine Produktion dort für 50 Euro zu haben. (Daß das natürlich Schnellsiederproduktionen sind, die in einer Stunde inklusive Mixdown gemacht werden und dementsprechend klingen, versteht meine Familie ja nicht - die interessiert sich ja nicht näher für Musik und geht auch nicht auf Konzerte.)
htp_big_M hat geschrieben: > Und leider muss man Deiner Verwandschaft in einem Punkt zustimmen: Du bist nicht Geschäftsfähig !!
> - Irgendwann verschuldest Du Dich bis über beide Ohren, wirst dann entmündigt, und Deine armen Angehörigen können für den
> zuvor aufgetürmten Schuldenberg aufkommen.
Zwar ist momentan mein Konto (aufgrund der CD-Produktion, eines Urlaubes, des Kaufes meines Laptops und weil mein Manager Vorschüsse kassiert hat) überzogen, aber das wird schon wieder. Also, von einem Schuldenberg kann nicht die Rede sein - schließlich habe ich ja alles bezahlt.
htp_big_M hat geschrieben: > Wo ich Dir zu 100% zustimme: KEINE WEITERE CD PRODUKTION !! - es sein denn, Dein toller PR-Mann
> zahlt Dir die Aufwendungen, und er oder die Plattenfirma zahlt Studio, Musiker, Marketing (PR)........ Auftritte - wenn diese
> denn endlich Geld einspielen (und damit meine ich nicht 20€ bei 50€ Ausgaben) - kannst Du auch ohne Musiker bestreiten.
> Musik von der CD / I-Pod oder Laptop - und Du textest live dazu....
Also, jetzt muß mal Geld hereinkommen. Der PR-Mann (ich bleibe bei dieser Bezeichnung für den Manager) hat mir bereits drei Auftritte verschafft:
- Eine Lesung mit Musikuntermalung beim Klopfzeichen im Amadeus in Wien, da bekomme ich 70 Euro fix.
- Einen Auftritt im "Tunnel", da kann ich mir aussuchen, ob ich Eintritt verlange oder nicht.
- Einen Auftritt im "Kreuzberg", der geht auf Hut (= freie Spende).
Allerdings gibt es ein Problem zwischen mir und dem PR-Mann. Er hatte mehrmals Vorschüsse für seine Tätigkeiten kassiert und ich mußte öfters seine Konsumationen bei unseren Treffen übernehmen.
Er wollte, daß wir einen Vertrag abschließen, der sich jährlich verlängert. Er wollte für seine Arbeit 70 Euro monatlich zuzüglich 25 % der Fixgage bei Auftritten bzw. 50 Euro fix bei Auftritten ohne Fixgage (wenn auf Eintritt oder auf Hut gespielt wird); wobei die monatlichen 70 Euro dann wegfielen, wenn der Jahresumsatz meines Bandprojektes 30.000 Euro übersteigt. Zusätzlich wollte er sich mit 25 % am Verkauf meiner CDs beteiligen.
Auf Anraten mehrerer Bekannten aus dem Musikerkreis habe ich dann den Vertrag insoweit geändert, daß ich ein paar Punkte aus dem Vertrag rausgestrichen habe, insbesondere das mit den monatlichen 70 Euro. Das jedoch akzeptiert er nicht...
(Nähere Details dazu schreibe ich demnächst. Das war nur mal ein Vorgriff.)
Und übrigens soll/darf es nicht so bleiben, daß ich alleine da halbplayback mache. Die Auftritte im Tunnel und im Kreuzberg müssen live, also mit Band gespielt werden. Musiker habe ich jedoch noch keine...
Gerhard