Busoni's1004 hat geschrieben:es geht aber sicherlich auch nicht bei allen Arten zu singen darum eigene Gefühle auszudrücken. eigentlich genügt es, eine gute Projektionsfläche für die Gefühle des Publikums abzugeben. Was der Sänger/die Sängerin dann dabei denkt ist doch eigentlich ziemlich egal.
deshalb würde ich eher sagen, man ist gut, wenn man Gefühle bei anderen hervorrufen kann, anstatt die eigenen auszudrücken.
Ich glaube, Du hast meinen Beitrag etwas missverstanden -
Natürlich geht es darum, beim Publikum Gefühle zu wecken.
Und dass gute Technik die entscheidende Basis ist, steht absolut außer Frage.
Wie will man aber schauspielerisch-technisch glaubhaft Gefühle vermitteln, wenn man selbst nichts fühlt?
Oberflächlichkeit gelingt es nunmal selten, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, und genauso ist es in der Musik auch - wie schnell vergisst jemand eine perfekt ausgebildete Stimme, die hübsch, schön, makellos, aber langweilig klingt.
Der Sänger mag sich sogar einige technische Verzierungen abringen, aber all das nützt nichts, wenn der entscheidende Hauch von Persönlichkeit, Emotionen oder Charme in der Stimme fehlt.
Was der Sänger denkt ist - beim professionellen Singen - nicht egal, nur wer seine ganze Seele in seine Arbeit legt, kann wirklich Emotionen beim Publikum wecken und Erfolg haben.
Damit ist jetzt aber nicht gemeint, dass man sich während dem Singen in seine eigenen Gefühle hineinsteigern sollte - das Ergebnis solcher Bemühungen ist in der Tat meistens lustig - sondern das Mitschwingen der eigenen Emotionen sollte optimalerweise das Tüpfelchen auf dem i sein.