So Leute,
nachdem hier und anderswo immer gerne über die so genannten Billig-PA gemeckert wird und auch gerne mal über Produkte der Hausmarke der Firma mit dem großen t hergezogen wird hier mal ein "kleiner" Erfahrungsbericht.
Tatort: Ein kleiner Ort im schwäbischen
Location: Ein Strassenzug ca 300 Meter lang und 8 Meter breit
VA: Dorffest
Band: typische Tanzband bestehend aus Keyboarder, E-Drum, Bass, Gitarre, Roland Discovery M5(Sequenzer) und Sängerin.
Über das einstellen und einpegeln schreibe ich mal nix sondern nur über den Eindruck den das System mit dem nach vorne raus geblasen wurde hinterlassen hat.
Equipment:
4 X LDP Sub von LD-Systems
4 X LDE122 von LD-Systems
1 X LD PA1000 für die Topteile
1 X THE T.AMP PROLINE 3000 für die Subwoofer
Ausserdem eine Behringer CX3400 Frequenzweiche
Die Boxen haben wir links und rechts neben der Bühne gestackt wobei wir die Topteile Horn auf Horn gestellt haben.
Da die Bühne 5 Meter breit war hatten wir einen Abstand von ca 6 Metern der beiden Türme.
Als Mischpult haben wir den Bandeigenen DYNACORD 1600-2 Powermischer genommen da der Chef der Band keine weiteren Experimente eingehen wollte (selbst bei der Anlage war er skeptisch da China-Billigprodukt

)
Da also nur der Mischerinterne 2 X 7 Fache Summen EQ zur Verfügung stand, habe ich mir ein exaktes einpegeln der Frequenzen erspart und nach Gehör eingestellt.
Die Trennfequenz von Subs zu den Tops habe ich auf 120Hz eingestellt.
Den Amp für die Tops habe ich auf ca. 4 Uhr gestellt, den für die Subs auf 5 Uhr und als CD für die erste grobe Einstellung mal Scorpions eingelegt.
Ja, Ihr habt richtig gehört "Scorpions" !
Allerdings nicht irgendeine sondern die CD von der EXPO in Hanover die mit den Berliner Philharmonikern eingespielt wurde.
Ich benutze diese CD ganz gerne, weil ein extrem breites Spektrum von klirrenden Höhen (z.B. Streicher) bis zu fulminanten Tiefbässen zu hören ist und nebenbei so gut wie jedes Instrument das die Branche zu bieten hat auch zu hören ist

So, SummenEQ und den 3 FachEQ des Stereokanals auf 0 gesetzt und CD an.
Zunächst mal das Signal eingepegelt und den Kanalzug des CD-Players mal mutig auf 0db geschoben.
Schliesslich will ich ja mal hören was die Anlage subjektiv an Pegel bringt.
Und, das hört sich doch gar nicht mal so schlecht an.
Jetzt nach Gehör den SummenEQ angepasst und WOW da geht was.
Ein unglaublich Transparenter und sauberer Klang.
Ich näher mich langsam und zwar ganz langsam mal der 0db Grenze am Masterregler.
Ich will ja schliesslich den Veranstalter nicht gleich abschrecken.
War der eh schon etwas schockiert als ich die Boxen aus dem Transporter gerollt habe.
Naja, auch wenn es langsam mit dem Pegel nach oben ging, war die Verantwortliche bereits bei der -10 Einstellung das erste mal bei mir.
Ich muß zugeben, das zu diesem Zeitpunkt auch schon erstaunlich viel Druck vorhanden war.
Naja, ich habe sie überzeugen können das ich zum Einstellen der Anlage kurzfristig mal etwas lauter sein Müsse und sich die, die sich gestört fühlen doch für die nächsten 10 Minuten zurück ziehen mögen.
Genau so haben die das dann auch gemacht.
Also habe ich mein Lieblingslied "Moments of Glory" mal so richtig brüllen lassen und was soll ich sagen: Begeisterung pur !
Auch die bereits auf den Soundcheck wartenden Bandmitglieder, die erst mit etwas Skepsis belastet waren, haben den Mund fast nicht mehr zu gekriegt.
Spielen die doch normalerweise über eine Dynacord D-Lite2000 die sie gleich doppelt haben um auch "größere" Sachen spielen zu können.
Man vergleiche nur mal kurz die Preise: Dynacord D-Lite2000 kostet als Doppelpack ca. 7000 Euronen und der Klang, Naja.
Die Billiganlage kostet komplett mit Amps, Frequenzweiche und Amprack unter 3000 Euronen.
Ich habe mal für ca.3 Minuten den Pegel auf 0 gestellt und die Boxen so richtig arbeiten lassen.
Wir haben uns dann mal im Bereich 5 Meter vor den Boxen bis ca. 100 Meter vor die Boxen bewegt und es ist unglaublich was aus den Teilen raus kommt.
Natürlich hat man ab ca. 15-20 Meter dann einen rapiden Lautstärkeverlust aber selbst am Ende der Strasse hatte man noch einen unglaublich sauberen und Transparenten Klang bei angenehmer Lautstärke.
Man konnte selbst am Ende der Strasse noch jeden Ton und jedes Wort hören und verstehen.
So, CD aus und mal den ganzen Krempel der Band eingepegelt.
Zusätzlich noch nen kleinen Mischer mit Mikros und einem Keyboard belegt und bei uns rein gefahren da der örtliche Musiklehrer mit seinem Kinderchor noch bei der Eröffnung ein paar Lieder geträllert hat.
Was soll ich sagen: Der Sound macht mal richtig Spass
Es ist erstaunlich, dass eine Anlage dieser Preisklasse so viel Pegel und das auch noch bei echt guter Übertragungsqualität liefert.
Naja, gegen 17 Uhr hat dann der offizielle Teil begonnen und der Bürgermeister seine Rede gehalten.
Natürlich war es vorne recht laut aber da sitzen ja normalerweise eh die auf Party wartenden Herrschaften der Generation 20-40.
Was mich erstaunt hat war die Sprachverständlichkeit bis in die letzte Reihe.
Wir reden hier immerhin von einer Entfernung von über 100 Meter und man konnte wirklich jedes Wort klar und deutlich verstehen selbst wenn man sich nebenher unterhalten hat.
Gegen 18 Uhr hat dann die Band angefangen, zunächst bei moderater Lautstärke zu spielen.
Diese Lautstärke haben wir bis ca. 21 Uhr kaum verändert wobei hier die Subwoofer etwas dominant waren und ich sie etwas zurück gepegelt habe und gleichzeitig die Mitten und Höhen etwas angehoben habe.
Damit keine Missverständnisse aufkommen: Bis ca 10 Meter vor der Bühne war der Sound echt klasse aber dahinter waren die Bässe zu präsent.
OK, jetzt war die Anlage im Nahbereich zwar etwas schärfer aber mit diesem Kompromiss konnten alle Leben.
Ab 21 Uhr hat die Party dann richtig angefangen und wir haben den Pegel massiv erhöht.
Ich habe dann wieder die Ursprungskonfiguration genommen und der Sound war dann wieder richtig Fett.
Die älteren Herrschaften haben sich dann langsam aber sicher in Richtung Heimat bewegt und Platz gemacht für das Partyvolk.
Und denen hat die Party richtig Spass gemacht.
OK, an Kommunikation auf den ersten 15-20 Metern war eigentlich nicht zu denken aber der Spassfaktor und Mitsingfaktor war auch aufgrund des guten Repertoires klasse.
Gegen 10 Uhr ist einer der Verantwortlichen zu mir gekommen und hat mir gesagt das er schon seit über 20 Jahren das Fest mit organisiert und sie schon viele Bands gehabt hätten und auch schon richtig laute Anlagen vor Ort gehabt hätten.
Aber das man bei so hoher Lautstärke auch einen so tollen Klang haben kann das hätte er nicht gewußt da sich bei vielen Bands bei hoher Lautstärke immer etwas verzerrt anhören würde

Ich komme jetzt mal zum Fazit:
Für den Preis der Anlage bekommt man verdammt viel.
Wir haben die Anlage nie ganz ausgefahren und hatten noch einiges an Reserve.
Beim Übertragungsbereich konnten wir keine Schwachstellen lokalisieren, wobei wir beim nächsten Stadtfest das ganze mal genau messen wollen.
Die Boxen haben auch bei hohen Pegeln zu keiner Zeit verzerrt.
Die Bässe kamen knackig, sehr sauber und haben mächtig in der Magengegend gewirkt.
Die Mitten und Höhen kamen klar und ebenfalls sehr sauber und die Sprachübertragung war echt klasse.
Die Amps haben zu keinem Zeitpunkt geschwächelt und die Betriebstemperatur war nie kritisch.
Die Ausströmende Luft war nie mehr wie Handwarm und selbst beim T.Amp von Thomann, bei dem wir selber ein wenig skeptisch waren, konnten wir keine Schwachpunkte hören.
Er hat seine Arbeit ordentlich erledigt und die Bässe sauber verstärkt.
Vom LD PA100 wussten wir vorher schon das er saubere Arbeit leisten würde.
Wir hatten einen insges. sehr musikalischen Abend mit mächtig Druck und genügen Leistungsreserven.
Wer der Meinung ist dass so genannte Billig PA generell schlecht sind, sollte sich mal seine Markenhörigkeit abgewöhnen und versuchen andere Wege wenigstens zu probieren

Der Drummer, der nebenher noch eine andere Band hat die mit einer Acoustic-Line spielen ( TSM15 Top + TSM15 Sub) war extrem begeistert.
Auch das angenehme Gewicht der Topteile hat ihm gefallen.
Immerhin stehen hier 18 Kilo der LDE, 31 Kilo der TSM15 gegenüber.
Selbst wenn man jetzt rechnet das man 2 LDE122 gegen 1 TSM15 stellen muß trage ich lieber 2 mal 18 Kilo wie 1 mal 31 !
Wenn man überlegt, das man für den Preis eines TSM15 Topteiles hier fast eine komplette PA bestehend aus 4 Subwoofern und 4 Topteilen bekommt ist der Vergleich eklatant weil mit ein wenig Fingerspitzengefühl bei den EQ Einstellungen die LD-Systems Anlage sich hinter der Seeburg nicht verstecken muß und erst wenn es um etwas mehr Pegel oder unwesentlich größere VA´s geht den kürzeren ziehen wird.
Ach ja, durch die Zusammenstellung der Komponenten ist es ohne Problem Möglich auch mit nur 1 Set Pro Seite zu spielen.
Einfach ein wenig die Verstärker zurückstellen und schon passt es.
PS: Ich bin kein Vertreter von Thomann oder Adam Hall sondern einfach nur ein preisbewußter Mensch, der den Kosten/Nutzenfaktor sieht.
Wenn dann die Qualität auch noch stimmt ist für mich alles in Butter.