Moin,
@ Dave:
ich BIN locker

Der Aufruf zur Kommunikation galt beiden Seiten, den Technikern UND den Musikern. Wie oft habe ich Musiker getroffen, die keine Ahnung von einfachsten physikalischen Vorgängen hatten, wie zum Beispiel die Unkenntniss der richtungsabhängigen Schallabgabe eines Lautsprechers. Das muß ein Musiker allerdings auch nicht wissen, jedenfalls nicht von Anfang an. Wenn ich jedoch einen Musiker treffe, der schon Jahrelang live spielt und dutzende Techniker getroffen hat und immer noch keinerlei Ahnung von den Basics hat, muß ich vermuten, daß die absolute Mehrzahl der Techniker nicht den Mund aufbekommt sondern lieber einem Kollegen beim Bier das Klagelied des tontechnisch inkompetenten Musikers singt.
Umgekehrt hat es länger als nötig gedauert, bis ich musikalische Notwendigkeiten begriffen habe und auch die Sprache der Musiker verstanden habe, also: Mund auf, Zeit mit produktiven Gesprächen verbringen.
Dieser Aufruf zur Kommunikation gilt beiden Seiten und es wäre gelogen, würde ich behaupten, Musiker und Tech stünden auf derselben. Wir sitzen in einem Boot und ich kann von mir sagen, daß ich niemals das einsame Umherkraulen vorziehen würde. Also bringe ich mich in den Event ein, DAMIT das Boot nicht kippt oder leckschlägt, sondern den Weg zum Publikum findet. Und ich weiß, daß der Applaus auch mir gilt. Und wenn ein Sänger/Sängerin den Ton nicht trifft zucke ich zusammen und denke "Monitor", UND warum habe ich den Gitarristen nicht gebeten sein Marshall- Fullstack etwas von Sänger wegzudrehen.
So, wenn hier immer noch jemand findet, ich würde Schuld von mir weisen, zuweisen, zugewiesen bekommen glauben...
Die Frage warum ein Sänger irgendwo nicht zu Musik passend gemischt wurde, oder der Mix der Instrumente keinen Platz für Gesang übrigließ, kann ich nicht beantworten, dafür wurde ein Soundcheck gemacht und den machen Musiker und Techs gemeinsam, also ist da wohl was schiefgegangen. Was das nun war finden wir hier nicht raus.
Ein Studiomix entsteht unter KOMPLETT anderen Bedingungen UND zu einem ganz anderen Zweck. Die Livetechnikerkunst ist nun den tonalen Charakter der Band unter ungleich schwierigeren Bedingungen beizubehalten. Eine Studioaufnahme genießt den Vorteil des relativ großen dynamischen Spielraumes, Live gilt es den Useless Noise so gering wie möglich zu halten um Spielraum für musikalische Information zu erhalten, und doch bleibt der dynamische Spielraum extrem eingeschränkt, verglichen mit der Situation Konservengenuß im Wohnzimmer. Auf einer Studioaufnahme lassen sich in jedem Fall mehr und komplexere Informationen unterbringen, als jemals in einem Livesound. Selbst mit völlig geräuschloser "InEarBühne" nicht.
Die Situation, geräuschlose Bühne, geräuschloses Publikum und keine Halle ist doch selten
Gruß