Mehrspuriger Live-Mitschnitt mit Notebook? - Thema anzeigen

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BeitragVerfasst: 13.04.2005 10:42 
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gerade frisch dabei

Registriert: 13.04.2005 09:24
Beiträge: 4
Hallo zusammen!

Um es mal vorwegzunehmen: Ich hab´ von Recording keine Ahnung...

... aber ich würde gerne ein wenig in die Thematik einsteigen. Dabei geht es mir aber (zumindest im Moment, man weiss ja nie was passiert) nur um Live-Mitschnitte.

Live arbeite ich mit einem DM 1000, dem habe ich bereits eine MY16AT-Karte mit 16 optischen Adat Ein- und Ausgängen spendiert. Aus diesem Pult heraus würde ich jetzt gerne aufnehmen. Im Moment würden mir 16 Spuren reichen, auf Dauer soll das System jedoch auf min. 24 Spuren ausgebaut werden können.

Ein ganz klein wenig habe ich mich ja schon umgetan. Es scheint (wenn das Budget nicht gantz so hoch ist) zwei grundsätzliche Möglichkeiten zu geben:

- externer Harddisk-Rekorder

- PC-Basiertes Harddisk-Recording.

Jetzt höre ich abwechselnd, je nach dem, wen ich frage: "Auf jeden Fall externer Recorder, da verlässlicher. Die möglichkeiten des Abmischens und des Masterns sind zusammen mit dem DM1000 absolut ausreichend" oder "In jedem Fall PC-Basiert. Die HD-Recorder sind doch schon beinahe ein wenig veraltet. Selbst große Produktionen mit knapp 50 Spuren lassen sich problemlos auf (dafür speziell konifgurierten) PCs durchziehen. Und mit der Software hast Du nachher viel mehr Möglichkeiten."

Jetzt bin ich fast so schlau wie vorher. Grundsätzlich bin ich der PC-Lösung nicht abgeneigt, allerdings sollte das dann auf meinem Laptop lauffähig sein. Das ist noch einigermaßen aktuell:

Dell Inspirion 6000
Centrino 1,86 GHz
1GB Ram
80 GB HDD, 5400 rpm

Allerdings muß mit diesem Laptop während des Gigs auch der Yamaha Studio-Manager und ein Tool für das DBX 260 laufen und bedient werden. Und ein Office-Paktet ist natürlich auch installiert. Ist halt mein "ganz normales Notebook".

Hemmschuh könnte eventuell die Platte sein. Bringt eine externe Platte da Performance-Vorteile? Welche wären da empfehlenswert? Ist USB 2.0 oder FW die bessere Wahl?

Als Interface scheint diese RME-Lösung mit Cardbus-Interface und "Digiface" nicht schlecht zu sein. Damit käme ich im Moment (unter einbeziehung des SPDIV schon auf 18 Kanäle, wenn ich mir noch eine MY8AT zulegen würde, käme ich auf 26 Kanäle... Hat jemand eine Alternative?

Bei der Software scheint Cubase SX 3.0 keine schlechte Wahl zu sein, zumal da die Integration in die Umgebung mit dem Yamaha-Pult wohl recht nett gelötst ist... Oder würdet Ihr Euch für etwas anderes entscheiden?

Wie sieht das später mit dem Mischen und dem Mastern aus? Wie kann ich die Hardware- und die Software-Welt möglichst effizient miteinander koppeln?

Fragen über Fragen. Ich würde mich über jede Einschätzung und jeden Tipp freuen...

Gruß UWE


Edit: Ich habe gerade in Manuelas Thread "vielspur-aufnahmesystem" gelesen, daß externe FW-Festplatten duchaus performant arbeiten. Der Punkt scheint also einigermaßen geklärt...


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BeitragVerfasst: 13.04.2005 15:29 
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Moderator
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Registriert: 20.04.2006 07:17
Beiträge: 9153
Wohnort: Bretzfeld D.C.
Hallo Uew, erstmal herzlich willkommen im Forum...

...zum Thema Hardware-Recorder vs. PC-Recording:
PC-Recording Vorteile:
- ist sehr flexibel
- einfach erweiterbar
- man hat nahezu überhaupt keine Grenzen in Puncto Spurenanzahl, Effekte etc. (hier setzt die Hardware die Grenzen)
- Undo-Funktionen und Total-Recall alles ist wiederherstellbar man kann das Mischen und Mastern in einem Arbeitsgang machen

PC-Recording Nachteile:
- die Erstausstattung ist relativ teurer da man für eine DAW (Digital Audio Workstation = DAW) meist schonmal 1500 - 2000 Euro auf den Tisch legt
- in dem Zusammenhang muss auch bedacht werden, dass das Equipment schnell veraltet.
- relativ hohe Einarbeitungszeit (man sollte zumindestens etwas mit Rechnern umgehen können)
- Abstürze... sowas kommt bei Hardware-Recordern nicht so oft vor, hängt aber auch stark davon ab wie gut das System konfiguriert ist

Ich persönlich würde nie wieder was anderes wollen, als am Computer aufzunehmen, aber es hilft Dir jetzt nichts wenn ich Dir jetzt empfehle "Computer sind das Non-Plus-Ultra" trotz dessen, dass Du Computer garnicht magst (solls ja auch geben)... Die Entscheidung musst Du treffen, Was Du bedenken solltest ist das:

Dell Inspirion 6000
Centrino 1,86 GHz
1GB Ram
80 GB HDD, 5400 rpm
[...]
Und ein Office-Paktet ist natürlich auch installiert. Ist halt mein "ganz normales Notebook".


Das ist zwar von Speicher und Rechenpower her für Recording ausreichend (den Punkt mit dem HD-Flaschenhals hast Du ja selber erkannt), aber schon hart an der Grenze. Du wirst schnell feststellen, dass wenn Du einmal "Blut geleckt" hast, dass das dann nicht mehr ausreichen wird (spätestens wenn Du virtuelle Instrumente entdeckt hast).
Ich möchte Dich vorwarnen, dass Du mit einem Office-PC wahrscheinlich nicht sehr viel Freude an Recording haben wirst. Ein solches System sollte vor allen Dingen schlank sein. Ich hab selber die Erfahrung gemacht, dass sobald ich irgendeine MS-Office-Anwendung auf dem Rechner installiert habe, es mit Recording dann so ziemlich vorbei war... zwinkernd

Was Software angeht, ist Cubase SX 3 eine gute Wahl. Der Unterschied zu Systemen wie Protools ist eigentlich fast nur noch Geschmackssache. Auch Steinbergs Nuendo hat eigentlich keine Vorteile (zumindestens was den Audio-Bereich angeht), wenn Du auf der Windows-Plattform arbeiten willst hat sich auch die "Logic-Frage" erledigt. Was vielleicht noch einen Blick wert ist sind Samplitude (eher für reines Recording von Audiospuren) Ableton Live (wie der Name schon sagt, gut für Liveanwendung) und Propellerhead Reason (das ist eher was für die moderneren Musikrichtungen)...
Grundsätzlich ist Cubase aber wahrscheinlich am flexibelsten und was die Anbindung ans Pult angeht... da Pinnacle-Steinberg mittlerweile von Yamaha gekauft wurde kann man davon ausgehen, dass es dahingehend in Zukunft keine Probleme geben wird.
Was Mastering angeht hast Du in Cubase eine Masterspur in der Du die Mastereffekte einschleifen kannst. Das hast den Vorteil, dass Du im Prinzip auch beim Mastering immer noch auf alle Einzelspuren Zugreifen kannst (zB wenn Du beim Mastering feststellst, dass zuviel Hall auf der Stimme ist)... begrenzt wird das nur durch die Rechenkapazität. Was externe Effekte angeht, so ist das seit Cubase SX 3 auch einigermaßen brauchbar eingebunden... Ich muss allerdings gestehen, dass ich das selber noch nicht probiert habe...

Gruß, Dave

PS.: Hast Du Dich bei Deinem Nickname "Uew" vertippt, oder ist das Absicht? Wenn Du magst kann ich das ändern...


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BeitragVerfasst: 14.04.2005 10:10 
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gerade frisch dabei

Registriert: 13.04.2005 09:24
Beiträge: 4
Hallo Dave,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.

Ich scheine sehr "neutral" geschrieben zu haben. Ich bin Rechnern gegenüber gar nicht abgeneigt und im Umgang mit ihnen einigermaßen versiert. Im Grunde würde ich mich vom Gefühl her, zumindest für die Bearbeitung, in jedem Fall für die Rechner-Lösung entscheiden.

Vielleicht kann man das Problem ja auch in zwei Teile splitten: Aufnahme und Bearbeitung...

Schätzt Du, daß das Notebook bereits bei der Aufnahme an seine Grenzen stößt? Oder siehtst Du den Performance-Engpass eher bei der Bearbeitung?
Eines schönen Tages werde ich ja auch meinen Desktop-PC ersetzen müssen. Vielleicht kann ich den ja dann etwas "audiofreundlicher" gestalten und eventuell zwei Partinen anlegen: Eine für das übliche Arbeiten und eine "schlanke" für Audio.
Da Cubase mit einem Dongle ausgeliefert wird, nehme ich mal an, daß es legitim sein wird, die SW auf zwei Rechnern zu installieren, und abwechselnd zu benutzen. Laptop für die Aufnahme, den leistungsfähigeren Desktop für die Bearbeitung. Einen Desktop wollte ich nämlich eigentlich nicht mit auf den Job nehmen...

Ich könnte also zunächst mit dem Laptop einsteigen, im Moment werde ich ja auch nicht über 18 Spuren hinauskommen. Wie gut das dann mit dem abmischen und mastern klappt würde ich dann ja merken. Virtuelle Instrumente werden für mich kaum Thema werden, da ich selbst kein Musiker bin... Auch der ganze Midi-kram ist eher unwichtig (zumindest denke ich das...)

Also nochmal ganz konkret:

Wie hoch schätzt Du (Einschätzungen von allen andern Forumsmitgleider sind selbstverständlich ebenfalls explizit erwünscht) das Risiko ein, daß mit dem oben genannten Laptop, erweitert um eine flotte externe Platte (zu deren Auswahl ich gerne Vorschläge entgegen nehme) das Aufnehmen von max. 26 Spuren zusätzlich zum Studiomanager und dem DBX-Tool nicht funktioniert? Office läuft nicht, sollte aber installiert bleiben...

Oder (kommt mir gerade) soll ich versuchen, auf dem Laptop eine zweite Partition einzurichten, auf der dann nur die Audio-SW läuft?


Und das mischen kann ich mir immer noch nicht so recht vorstellen. Welche Aufgaben übernimmt dabei das Pult, welche die Software?
Ich wäre in diesem Zusammenhang übrigens auch für eine Buchemfehlung sehr dankbar. Ich sollte mir vielleicht erstmal ein wenig Grundlagen zum Thema Studio/Recording aneignen, bevor ich hier weiter nach den Basics frage...


Letztes Thema: Monitoring.

Ich wollte mich ja "zum probieren" nicht unbedingt so ganz heftig finanziell engagieren. Aber grundsätzlich hab ich schon eher hohe Qualitätsansprüche... Zu was für einem Studio-Monitor könnte ich da greifen?
Von Behringer halte ich eigenlich eher wenig, aber Du hast in einem anderen Thread den 2031A gelobt. Könntest Du Dir vorstellen, daß der meine momentanen Anforderungen erfüllen könnte?
Wie ist das mit dem Raum? Sollte ich mir grundsätlich Gedanken um die Akustik des Abhörraums machen, oder bin ich erstmal mit mehr oder minder ordentlichen Monitoren ganz gut bedient? Eigenlich sollte das alles in meinem Arbeitszimmer stattfinden können. Da sind die Möglichkeiten für aktusitsche Maßnahmen doch sehr eingeschränkt...


Dann danke ich nochmal allen, die meine "Monster-Postings" lesen und hoffe auf Aufklärung.

Gruß UWE

PS: Ja, das mit dem Nick war schon so gedacht. Spricht sich dann ungefähr "Üwv"...


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BeitragVerfasst: 14.04.2005 16:06 
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Moderator
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Registriert: 20.04.2006 07:17
Beiträge: 9153
Wohnort: Bretzfeld D.C.
ughhh.... kannst Du für verschiedene Fragen demnächst nicht einfach verschieden Threads aufmachen, dann ist die Bereitschaft viel größer dass man Dir antwortet - danke!

Das beste wäre es wenn Du Dir wie gesagt eine Partition machst wo Du nochmal ein nacktes Windows nur für Recording installierst. Für reines Audio-Recording reicht der Rechner sicherlich aus...

Und das mischen kann ich mir immer noch nicht so recht vorstellen. Welche Aufgaben übernimmt dabei das Pult, welche die Software?


Ähh naja... Du brauchst eigentlich kein Pult mehr... ist zwar praktisch wenn Du viele Signalquellen hast, und theoretisch kannst Du den Mix auch über das Pult machen (genügend Ausgänge vorrausgesetzt), aber viel praktischer ist es alles komplett über den Rechner zu machen und das Pult nur als Controller zu nutzen...

Die Behringer-Monitore sind - im Gegensatz zu dem sonst schlechten Ruf von Behringer - eigentlich sehr gut.

Gruß, Dave

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