Moin,
nickster hat geschrieben:Wie sieht es denn aus mit den Monitoren (wie gesagt mir fehlt noch viel wissen und praktische Erfahrung): Diese stehen ja meistens gleich nahe an den Mikros, ob kleine oder grosse Bühne. Gibt es da nicht sofort Rückkoppelung wenn man zu viele Miks hat?
Grüsse
erstmal: sehr nett, daß Du Dich nach dieser kontroversen Diskussion Deiner Anfrage nochmal meldest, Danke!
Zu Deiner zitierten Frage: Nein, man hat die Rückkopplungen ja nicht wegen der Zahl der Mikrofone, sondern weil der Lautstärke-Unterschied des Schalls der Quellen/Stimmen und dem verstärkten Schall aus den Monitor/Lautsprechern am Mikrofon zu gering ist. Es wurde, aus anderen Gründen nicht zu unrecht, dazu später, vorgeschlagen jeder Stimm>>gruppe<< ein Mikrofon zu geben. Das sieht dann bei Euch vermutlich so aus, daß jeweils Drei in Richtung eines Mikrofones singen. Da dieses Mikrofon, auch zur Feedbackvermeidung eine nierenförmige Aufnahmecharakteristik/Richtwirkung aufweisen sollte, ist der Winkelbereich aus dem ein solches Mikrofon halbwegs gleichmäßig Schall empfängt auf etwa 60° begrenzt. Wenn die SängerInnen nicht völlig verrenkt ihre Köpfe zusammenstecken ergibt das einen Mikrofonabstand von mindestens 100cm, Körperkontakt Schulter an Schulter. Geht man dennoch näher ran ist der/die mittlere Sängerin am lautesten und klingt zudem wesentlich spitzer.
Benutzt Ihr nun für jede Stimme ein Mikrofon können alle bis auf 0cm ans Mikrofon rangehen. Spätestens dann ist zumindest feedbacktechnisch jede Gefahr gebannt. In dieser Betriebsweise hören sich zuweilen Rocksänger selbst über den Monitor singen, obwohl direkt hinter Ihnen "Das Tier" aus der Muppetshow trommelt, und im Saal Gehörschutz anzuraten ist. Entsprechende Einstellung vorrausgesetzt klingt selbst ein SM85 für Jeden viel besser als die Version mit wenigen Mikrofonen, weil:
Es gibt noch die Richtwirkung von Lautsprechern: Im Hochtonbereich stark nach vorne gerichtet, im Tieftonbereich, der für Wärme in den Stimmen sorgt eher ringsum. Dazu kommt die Eigenheit eines Saals mehr Höhen als Grundton zu dämpfen. Das führt dazu, daß man bei großen Mikrofonabständen wegen der Feedbacks zuerst den Grundtonbereich fürs Publikum zurücknehmen muß. Die Stimmen klingen dann dünn und scharf.
Warum wurde aber von Anderen die Abnahme mit weniger Mikrofonen vorgeschlagen? Bei geringen Mikrofonabständen gibt es ein Problem im menschlich künstlerischen Bereich. Ob man nun ein Mikrofon mit 100cm oder 120cm ansingt - die Lautstärke ändert sich wenig. Die gleichen 20cm, von 10cm auf 30cm ändern die Lautstärke deutlich, und bei Nierenmikrofonen zusätzlich den Klang. Wenn man das regelmäßig zusammen übt, das Singen nahe am Mikrofon, kann man das recht gut künstlerisch einsetzen, wenn nicht ist man bei der Arbeit am Mischpult verloren. Wenn auch aus aus anderen Gründen, genauso verloren wie mit einem Mikro je drei SängerInnen...
Ein Problem, der Nahbesprechungseffekt von Nierenmikrofonen, die mit einer Abstandsänderung im 30 cm Nahbereich den Klang ändern, lässt sich durch die Wahl eines anderen Mikrofontyps beheben. Milab LSR Omni:
http://www.milabmic.com/showproduct.asp?id=1127Echt Kondensator, Kugelcharakteristik, kein Nahbesprechungseffekt (keine Bassanhebung bei 0cm), kein Nierentypisches Poppen. Ich habe damit SängerInnen in Proberäumen aufgenommen, live mit Rockband im selben Raum - Nichts vom Klang der Stimme hat auf die Situation hingedeutet, die Bearbeitung war einfach, weit einfacher als jemals mit einen Nierenmikro. Trotz Kugel ist es auch in der Bühnenpraxis nicht relevant leiser als Niere, dafür supereinfach zu beherrschen, am Mischpult wie als SängerIn. Meine Edelempfehlung...
Das hier tuts auch gut:
Clockaudio D550E - Dynamic Omni-Directional ENG Microphone
http://www.clockaudio.com/tabid/216/tab ... fault.aspxMit ein bisschen mehr Üben gehts aber auch mit jedem Mikrofon der SM58 Nieren-Klasse. Aber Bitte: keine bunte Mikrofonmischung, besser 12 Billige des gleichen Typs... ...dann lieber 12 Stück XM8500...
Ich muß leider von der Abnahme in (dreier) Gruppen abraten, weder zur Nutzung von Monitoren, noch in kleinen Säälen zur Publikumsbeschallung wird das funktionieren. Allerdings müsst Ihr nach meiner Empfehlung immer mit Monitor-Anlage üben, das lohnt sich sehr, wenn Ihr schon bevor Ihr einen mühsam organisierten Auftritt habt wisst: es wird gut klingen

Noch ein Tipp: Damit es auf der Bühne einfacher wird stellt alle Mikros am Mischpult genau gleich ein, und regelt die künstlerische Lautstärke einzelner SängerInnen über Eure geübten Abstände. Wenn Ihr Mikrofonabstände zwischen 10 und 30cm für Nierenmikrofone, und 0-20cm für Kugelmikrofone wählt klappt das auch mit zugeliehener Anlage, sowohl mit eigenem Mischpult und Euren Monitoren, als auch mit Komplettdienstleister. Immerhin könnt Ihr, wenn jeder ein Mikro hat überhaupt erst üben

. Mit Gruppenabnahme im Proberaum nicht...
Mit dem Typ "Rampensau" muß man so oder so zurechtkommen.
Grüße
PS Max Raabe und Wise Guys => live erleben