Ooops, zeitgleicher Post - egal, hörnli schreibt da eine Menge wahrer Sachen, auf die ich in meinem Post nicht eingehe. Aber letztlich hat er recht - soundtechnische Höchstleistungen kommen aus dem ZUSAMMENSPIEL von Band und Techniker. So, und nun "my 2 cents", viele davon bezogen auf die Posts von monithor und den letzten Post von saxman:
In der Tat, es würde mich sehr interessieren, Euren Sound auf Vordermann zu bringen. Ihr scheint einerseits Probleme mit Feedbacks zu haben (das Pfeifen auf der Bühne, meist in höheren Frequenzbereichen und seeeeehr nervig). Die vielen Mikros bei Euch auf der Bühne (einige dieser kleinen Anclipmikros haben aus Gründen des besseren Sounds eine Kugelcharakteristik und sind daher recht pfeifanfällig), zusammen mit drei Monitoren, die mir der einzig echte mögliche Schwachpunkt zu sein scheinen, das könnte das Pfeifen auslösen.
Also, Anweisung für Euren Techniker:
1. finde die Richtcharakteristika ALLER eingesetzten Mikros raus
2. lies und verinnerliche
http://www.mix4munich.de/feedback-basics.htm3. lies und verinnerliche
http://www.mix4munich.de/live-monitoring.htm4. lies und verinnerliche
http://www.mix4munich.de/guerilla_monitoring.htm(alles auch zu finden unter
http://www.mix4munich.de/portal.htm - er muss also nicht gleich drei Seiten verlinken)
5. Handle entsprechend!
Das Knacken ist wahrscheinlich eine GANZ andere Baustelle. Kommt oft von Schaltvorgängen auf der Bühne: Der Keyboarder knipst ein Instrument an oder aus (oder evtl. nur seine Lampe, die auf demselben Stromkreis liegt), oder ein Verstärker (oder daranhängendes Effektgerät), der über DI-Box abgenommen wird, oder ein Instrument wird an- oder abgestöpselt, oder ein Mikro wird an- oder abgestöpselt. Das muss man herausfinden. Vielleicht ist nur irgendeiner der Musiker zu sorglos im Umgang mit seinem Equipment?
Anweisung für Euren Techniker:
1. nimm ein Shure SM 58 und schlage damit vor den Augen der Band einen Nagel in die Wand
2. drohe jedem, der unbefugterweise etwas an- oder ausschaltet bzw. etwas ein- oder ausstöpselt, an, ihm dieses Mikro um die Ohren zu hauen
Zum Thema Rauschen aus der PA: Das kann sehr viele verschiedene Ursachen haben, und einige habt Ihr ja auch schon abgestellt. Das, was jetzt noch hörbar ist, könnte etwas mit der sogenannten Gainstruktur zu tun haben. Gainstruktur bedeutet die Art und Weise, wie der Mischer die einzelnen Signale auf Kampflautstärke bekommt - ob der Gain korrekt ausgesteuert ist, wie es mit Höhenanhebungen aussieht, wie stark Effektgeräte angesteuert werden. Manchmal fängt man sich durch ungünstige Aussteuerung einfach eine Menge Rauschen ein. Dazu werde ich auch noch einen Workshop schreiben, aber das dauert sicher noch ein paar Wochen.
Dann der fette Sound der Hornsection - oh, ich weiss, was Du meinst! Neulich war ich auf dem Konzert einer tollen Münchner Band - siehe
http://www.the-movement.de - die haben sich in einem Club von der Bühne selbst gemischt. Die Movements haben drei Tontechniker in der Band und produzierten den besten Sound, den ich je von einer Band gehört habe, die sich von der Bühne gemischt hat (und ich habe da schon vieles gehört)! Einziges Manko: Die Trompete war um zwei oder drei dB zu laut und etwas zu stark in den Mitten. Schon war der Sound der dreiköpfigen Bläsersection eher funky und "zackig" als fett, wie für Soul notwendig. Will sagen: Eine fette Hornsection über PA zu übertragen, ist mit heutigem und eher auf Klarheit getrimmtem Equipment für den Tontechniker echt eine Königsdisziplin! Aber man kann sich da Stück für Stück rantasten. Neben dem Thema "Monitorboxen" sehe ich hier aber noch möglichen Investitionsbedarf für Eure Band, evtl. braucht es da noch einen richtig guten Compressor/Limiter auf Röhrenbasis. Leider kostet so ein Teil mit einer "echten" Röhre (also eine Röhre, die nicht nur ein optischer Gag ist) locker 1000 bis 2000 EUR. Aber möglicherweise kitzelt das eben noch das letzte Quäntchen an Qualität heraus, nachdem alle anderen Optimierungsmöglichkeiten ausgereizt wurden.
So, ich hoffe, einiges von dem, was ich geschrieben habe, hilft Euch und Eurem Techniker, dass Euer Sound noch ein Stück vorankommt. Alles weitere müsste man vor Ort klären, nachdem Ihr die Sachen angegangen seid, die ich geschrieben habe. Aber dafür könntet Ihr mich in der Tat buchen. Ganz ehrlich: Ich denke nicht, dass man sowas in einer Session komplett lösen kann. Aber so drei bis vier Konzerte zusammen könnten da echt was bewirken. Und es kann eben sein, dass Ihr nochmal in Equipment investieren müsst - Monitoring und ein Soundveredler für die Bläser. Zum Glück sind gute Monitore nicht sooo teuer, ab 500,- EUR pro Stück ist man dabei. Gebraucht auch günstiger. Je nachdem, was Eure Anforderungen an den Monitorsound sind, kann ich bestimte Modelle von RCF, Electro Voice oder db technology empfehlen, mit denen ich schon sehr gute Erfahrungen gemacht habe.
Viele Grüße
Jo