Moderne Operninszenierungen - Thema anzeigen

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 Betreff des Beitrags: Moderne Operninszenierungen
BeitragVerfasst: 17.03.2005 23:18 
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gerade frisch dabei
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Registriert: 17.03.2005 22:19
Beiträge: 8
Wohnort: Bremen
Heutige Operninszenierungen sind oft abstrakt und mit spärlichem bis keinem Bühnenbild ausgestattet. Das bisschen Bühnenbild, das manchmal doch eingesetzt wird, ist meist symbolischen Charakters und was auf der Bühne geschieht stimmt kaum mit dem Text, der dazu gesungen wird, überein.

Bin ich zu blöd um solche Inszenierungen zu verstehen und zu mögen, oder geht es euch auch so wie mir? Was treibt die Regisseure zu solchen dämlichen Ideen?

_________________
"Der Dirigent ist ein verkappter Diktator, der sich glücklicherweise mit der Musik begnügt."


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.03.2005 09:01 
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Semi-professional

Registriert: 20.10.2003 09:29
Beiträge: 346
hallo,

ich glaube, du bist eindeutig nicht zu blöd, diese inszenierungen zu verstehen, ich vermute, dass es vielen so geht!
mir ist diese entwicklung auch äusserst zuwider (und es passiert nicht nur in der oper... erst vor 2 wochen sah ich schillers kabale und liebe in einer meiner meinung nach streckenweise unzumutbaren inszenierungen.... oder kann mir vielleicht jemand erklären, was strapse, schwule und frauenkleidern, techno etc. bei schiller verloren haben?? ).
man denke als aktuelles beispiel nur an den münchner rigoletto- bzw. an die invasion der affen in luis vuitton-kostümen breit grinsend ...
ich denke, wenn solche misslungenen inszenierungen entstehen, dann vielleicht, weil die verantwortlichen keinen schimmer davon haben, wie man gescheit inszeniert (um beim beispiel rigoletto zu bleiben: dörrie gibt ja öffentlich zu, dass sie davon keine ahnung hat. was sie wohl beweisen wollte, indem sie es doch getan hat?! fest steht für mich, dass solche leute es lieber sein lassen sollten.).
vielleicht wollen sie auch alle einen platz in der hitliste "horrorinszenierungen, die die welt nicht versteht" ergattern? :p
was mir aufgefallen ist, ist die tatsache, dass krampfhaft versucht wird, junges publikum ins theater/die oper zu bekommen, und das wirkt sich dann eben oft ganz gewaltig auf die art der inszenierung aus...


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21.03.2005 23:19 
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Semi-professional

Registriert: 18.05.2003 13:03
Beiträge: 349
Wohnort: Leipzig
...mir fällt da nur diese Wunderschöne Inszenierung vom Freischütz ein, bei der man die Wolfsschlucht als ein Bordell dargestellt hat, um das mal nett auszudrücken

_________________
Grieße aus Leiptzsch


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.03.2005 12:17 
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Zuschauer

Registriert: 27.01.2003 15:36
Beiträge: 21
Hallo,

ich finde, eine Inszenierung sollte vor allem den Text und die Musik untertstützen, nicht ihr entgegenwirken. Sie sollte dem Charakter des Stückes angepasst sein. Wenn ich in die Oper gehe, möchte ich z.B. bei Rheingold einen Wotan sehen, der in seinem neu erbauten Schloß wohnt und nicht auf dem Schrottplatz (wie in Köln). Auch wenn ich die Intention, die dahinter steckt, verstehe (beim Ring in Köln soll der Konflikt Mensch-Natur dargestellt werden) ist das für mich keine gute Inszenierung. Es passt für mich nicht zum Stück.

Es gibt aber auch gute "moderne" Inszenierungen. Vorgestern war ich in "Jonny spielt auf" von Krenek und die Inszenierung hat viel mit Videoprojektionen gearbeitet. Die war gut. Da hatten die Projektionen auch was mit dem Stück zu tun.

Und ich glaube, man bekommt nur junge Leute in die Oper mit schönen, sinngemäßen Inszenierungen. Ich bin 17. Was interessiert mich um wieviele Ecken der Regisseur da gedacht hat, ich will eine schöne Oper sehen.


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 Betreff des Beitrags: also
BeitragVerfasst: 25.03.2005 21:29 
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Anfänger

Registriert: 23.08.2002 14:58
Beiträge: 30
Wohnort: Dessau/Sachsen-Anhalt
mein standpunkt:
modern im sinne von entstaubt , im sinne der konzentration auf das wesentliche ist okay, meist auch spannend (wennn schlüssig).
ich hab mit den inszenierungen hier in dessau echt glück, das modernste sind die ballette, frau luna ist sehr farbig und in die filmzeit der 30er verlegt, zauberer von oz findet in einem keller statt (aber gut gemacht!!!), ansonsten läuft im moment vieles von Generalintendant Johannes Felsenstein, der ja der tradition seines vaters treu bleiben will (was er meiner meinung nach ziemlich gut schafft... aber wir sind halt nen städtetheater)... die verdis sind echt seeeehhhr sehens- und hörenswert. da wird halt mit wenig ausstattung gearbeitet, die figuren werden aber umso besser gezeichnet.

moderne im sinne von köln oder hamburg würden bei uns gaaar nicht laufen, das publikum weiß schon was es will, und felsenstein lässt sich nicht auf experimente ein, die nach hinten loszugehen scheinen.

ich will selber regie studieren, nicht mit dem ziel alles zu verfälschen, wie es meiner meinung nach heutzutage oft getan wird, sondern die werke realistisch mit kleinen modernen nuancen auf die bühne zu bringen. wert auf spache und ausdruck des sängers sind mir dabei sehr wichtig...
außerdem: es gibt stücke, die sind dafür geschaffen in andere zeiten gelegt oder verallgemeinert zu werden, z.b. Parsifal oder Der fliegende Holländer, auch manche barockopern (der neuste trend heutzutage)auch die zauberflöte lässt sich gut verallgemeinern/abstrahieren)
aber opern, bei denen die handlung so klar ist, sollte man vermeiden, krampfhaft etwas neues in der oper entdecken, sobald es nicht hundertprozentig hineinpasst, z.B. Freischütz und fast alle mozart-opern.

naja, ich kann mich in die problematik ziemlich hineinsteigern....
... hoffentlich hilft mir das auch bei den aufnahmeprüfungen....

LG

_________________
Lernen ist wie schwimmen gegen den Strom, sobald man aufhört, fällt man zurück.

...und passt auf die Elektronen auf...
..........die sind ja noch so klein..........


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27.08.2005 22:26 
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Anfänger
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Registriert: 07.07.2005 17:42
Beiträge: 27
Wohnort: Idar-Oberstein
Einfach nur ARTE anschalten und die Zauberflöte ansehn! Musikalisch top aber das ist der blanke Hohn. Papageno sieht aus wie einer aus em SM-Club und die 3 Damen haben leuchtende Brüste...das ist doch lachhaft! Naja ich lasse mich überraschen vieleicht wirds ja noch toll..musste nur grad Frust ablassen...

_________________
[FONT=Arial]König Richard, Held von Osten,
sankst du wirklich schon hinab?
Muss dein Schwert im Meere rosten,
oder deckt dich fern ein Grab?
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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27.08.2005 23:03 
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Semi-professional

Registriert: 20.10.2003 09:29
Beiträge: 346
@Richard: treffend ausgedrückt. Musikalisch top, optisch leider flop.
Ich hab das Problem gelöst, indem Ich Arte laufen lasse, mich aber ansonsten ablenke/auf die Couch lege und die Augen schliesse etc., um zwar den musikalischen Genuß zu haben, mir dieses Bühnengeschehen aber nicht antun zu müssen. Knappe 3 Stunden würde Ich das wohl nicht aushalten! :rolleyes:


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27.08.2005 23:09 
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Anfänger
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Registriert: 07.07.2005 17:42
Beiträge: 27
Wohnort: Idar-Oberstein
aber echt! der tamino ist gesanglich vorallem in der höhe super! olaf bär als sprecher top...eigentlich alle.
ABER was soll die Königin der Nacht auf nem Kran? Warum ist der Monostatos en Rocker? Warum seine Sklaven ne Karatetruppe? Warum sieht die Pamina genauso deppert aus wie der Tamino...Ich finds einfach nur schlimm.

_________________
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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28.08.2005 01:04 
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Registriert: 12.11.2002 23:08
Beiträge: 472
"Einfach nur ARTE anschalten und die Zauberflöte ansehn!"
Tja, habe ich vorhin auch versucht. Und mich entnervt gefragt, warum ausgerechnet Mozart-Opern, die mit geringem Aufwand quasi kammermusikalisch realisierbar wären, diesen ganzen pseudo-tiefsinnigen Firlefanz benötigen sollen. Da werden auf den Bühnen-Hintergrund sinnige Laufschriften projiziert mit Schlagworten wie aus einer Teenager-Zeitschrift, und das mit einem riesigen technischen Aufwand. Da leuchten Busen und Venushügel (warum eigentlich nicht auch die Arschbacken?), da sind Haare quittegelb gefärbt, und Papageno sieht aus wie eine Mixtur aus Astronaut und etwas allzu überdrehtem Disco-Besucher.
All das reitet nur irgendeine Masche, und ich bin nicht in der Lage zu ergründen, wozu; ich verstehe die Aussage nicht. Und die Musik macht dann auch kein Vergnügen mehr. Ich hab auf "Genial daneben" umgeschaltet...

_________________
http://www.pian-e-forte.de


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