Monitormix - Thema anzeigen

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 Betreff des Beitrags: Re: Monitormix
BeitragVerfasst: 16.10.2007 11:49 
Offline
Semi-professional

Registriert: 11.04.2007 18:35
Beiträge: 291
Wohnort: München
Bei einer Show dieser Größenordnung willst Du Dir den Monitormix antun, während Du gleichzeitig dirigieren sollst? Es gibt eine kurze, prägnante und allumfassende Anweisung für diesen Fall: LASS ES!

Grund: Mit so vielen Signalen und Akteuren (ich gehe mal von Amateuren aus) hast Du alle Hände voll zu tun, nur um die gerade nicht benötigten Quellen zu muten. Sonst hast von hinter der Bühne das Geläster (Verzeihung: Gelaber) der Akteure auf der Saal-PA und im Monitormix.

Du brauchst, damit das ganze stressfrei läuft, einen eigenen Mann an einem separaten Monitormischer. Der muss genauso bei den technischen Proben zugegen sein wie der Mischer am Saalpult und sich seine Notizen machen.
Desweiteren brauchst Du (mindestens) einen Assistenten hinten auf der Bühne, der bei den Akteuren checkt, ob sie ihre Headset ordentlich aufgesetzt haben und dass nicht versehentlich der Sender gemutet oder ausgeschaltet ist (trotzdem muss die in einem Post weiter unten erwähnte Einweisung und Anprobe UNBEDINGT durchgeführt werden). Einen Satz Ersatzbatterien, passend zu den Sendern, sollte der Assi auch bei sich haben, dazu eine kleine Taschenlampe und einen Satz eiserne Nerven.

Ich bin als Tontechniker nicht der ausgewiesene Musical-Profi mit den paar Shows im Jahr, die ich dem Genre betreue, aber es gilt hier mehr denn je die eherne Regel von Murphy "Was schief gehen kann, geht schief" - also lass Dir unter die Arme greifen! Andererseits habe ich bei einer Veranstaltung, bei der das Budget für einen Stab von Helfern da war, auch schon total stressfreie Aufführungen mit Amateurdarstellern erlebt.

Viele Grüße
Jo

_________________
Johannes Komarek
Mix4Munich
PA-Rental - Mix4Munich
Workshops - Theoretisch und praktisch
Meine Musik - Domino Poets Live


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 Betreff des Beitrags: Re: Monitormix
BeitragVerfasst: 17.10.2007 08:38 
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Kistenschlepper

Registriert: 15.11.2005 15:51
Beiträge: 62
Wohnort: Sindelfingen
... und überlege Dir ein Idiotensicheres System, nach welchem Du die Headsets den einzelnen Leuten zuordnest - ansonsten kannst Du dir den Soundcheck auch sparen Smile

16 parallele Strecken ist kein Kindergeburtstag - das bringt auch "amtliche Systeme" an die Grenzen. Leihe das Ding, dann bist Du wenigstens sicher, dass es entsprechend konfiguriert ist (nichts macht mehr Spass, als morgens um 7:00 auf dem Job noch Frequenzen zu programmieren, glaube mir, ich spreche aus Erfahrung - und da waren es nur 7 Stück...) und dass auch sämtliche Genehmigungen vorhanden sind (AFAIK geben die rein-freien Bänder keine 16 parallele Strecken her...)


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 Betreff des Beitrags: Re: Monitormix
BeitragVerfasst: 17.10.2007 10:14 
Offline
Anfänger

Registriert: 29.10.2003 08:58
Beiträge: 26
Wohnort: Raum Düsseldorf
Hallo,

noch einmal herzlichen Dank für Eure Antworten. Toll, dass sich so viele zu Wort melden.

Noch ein wenig Hintergrund:
Die Gruppe, mit der ich das mache, leite ich seit 25 Jahren. Ich kenne die also recht gut. Wir haben auch schon einmal ein Musical aufgeführt (damals insgesamt 30 Aufführungen), sind hier also nicht ganz unerfahren. Allerdings hatten wir damals nur drei Solisten mit Handfunkmikros, keine Headsets. Alle anderen hatten damals noch ein Mikro mit Kabel, mehr war finanziell einfach nicht drin, außerdem gab es noch nicht so ausgereifte Technik wie jetzt. Und es ging, weil die Wege auf der Bühne optimiert waren, wodurch sich die Kabelknäuel in Grenzen hielten.

Diesmal jedoch gehts nicht mit Kabel, definitiv nicht. Geplant ist folgendes: Wir haben einen Mann am Mischer für den Saal, der den Saalsound macht, aber auch die Headsets muted. Diese gehen zuerst zu ihm, ein Stereomix davon geht dann zu mir ans Dirigentenpult, wo ein zweiter Mischer für das Orchester steht. Von den Sängern bekomme ich also eine Stereospur, während die Musiker wie oben geschildert, über Splitkabel gleichzeitig ins Monitorpult und zum Saalmischer laufen. Ich muss also nicht ständig die Headsets muten. Aus meiner Sicht hat diese Vorgehensweise folgende Vorteile: Der Monitormix wird von mir vor der Veranstaltung nach den Wünschen der Musiker eingestellt. Die Musiker haben aber bei der Aufführung wegen der kurzen Wege zu mir die Möglichkeit, sich zu melden, wenn sie sich nicht hören sollten, also kann ich dann etwas nachregeln. Außerdem habe ich Einfluss auf die Lautstärke der Monitore.

Nach den Erfahrungen des letzten Musicals klappt das recht gut, da ich ja lediglich im Notfall korrigierend Einfluss nehmen muss/kann.

Eure bisherigen Anregungen hierzu werde ich jedoch nochmal überdenken. Wer noch etwas dazu schreiben möchte, nur zu! Ich finde die Diskussion sehr interessant.

Mehr Sorgen bereiten mir in der Tat die Headsets, damit habe ich bisher kein Erfahrung (was die Menge betrifft). Heute schaue ich mir bei einem Verleih welche an (Sennheiser EW300 Serie und HSP4 Headsets), werde da natürlich auch einige Fragen stellen. Ein anderes preislich gutes Angebot sind Shure U1 Sender, U4D Doppelempfänger mit Antennenverteiler und Headsets.

Wer übrigens mehr über das Musical wissen will: http://www.horizont-info.de

Nochmals Danke für Eure Anregungen!

Gruß
Ralf


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 Betreff des Beitrags: Re: Monitormix
BeitragVerfasst: 26.08.2008 03:37 
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Amtlich unterwegs
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Registriert: 16.08.2005 03:42
Beiträge: 588
Wohnort: Planet: Erde
Moin,

sodala, nachdem ich Deinen zweiten Threat zum Musical gefunden habe noch etwas Senf, vielleicht passender zur Wurst. Ich arbeite sehr gerne mit den Sennheiser HS2 Headsets. Diese sind dank der Kugelkapsel recht klangneutral, wenig positionsempfindlich, ploppen weit weniger, das HS2 ist sehr robust, einfach zu handhaben und passt immer, auch ohne Verstellmöglichkeit außer dem Stück Schwanenhals an der Kapsel.

Egal welches Headset, zeige den Künstlern einen Trick, um den Zug des Kabels am Hinterkopf zu vermeiden, der sonst bei jeder Kopfbewegung am Bügel zerrt: Lasse sie selbst das Kabel aus dem Kragen nach oben ziehen, sodaß zwischen Bügel und Kragen eine kleine Schlaufe entsteht. Es ist wichtig, daß jeder Nutzer eines Headsets den Trick selbst kennt und immer anwendet, denn oft verändern bei der Show getragene Kostüme die Situation, oder die nötige Schlaufe entsteht ausgerechnet bei der Show nicht wie bei den Proben zufällig.

Ich habe das Problem öfter mit Schlipsträgern, die erst zur Rede die volle Montur (Jacket, Knopf geschlossen, Kabel eingebaut) tragen. Das am Bügel zerrende Kabel ist wirklich das einzige Headset-Problem, was garkeins ist wenn man den Trick draufhat.

Deine geplante Vorgehensweise mit dem Monitorpult auf der Bühne sollte klappen. Falls Du Für die Band auch Mikrofone mit Phantomspeise nutzt schaltest Du am Besten nur am Monitorpult die Speisung an. So sind Diese versorgt. Ich würde simple Y- Adapter nutzen, also die Musiker-Mikro-Kabel an den Adapter, ein Männchen ins Monitorpult, das Andere Männchen ins Multicore/Stagebox. Also ist ein Y mit einem langen Ende (Stagebox) und einem sehr kurzen Ende (Monitorpult) sinnvoll. so hast Du am Monitorpult einen ähnlichen Überblick wie an einer Stagebox, weil zwischen beschrifteter Buchse am Monitorpult, und dem Weibchen an dem das Mikrofon(-Kabel) ankommt nur ein kurzes Stück ist, also wenig Gewurschtel.

Ein Headset liefert geringfügig weniger Pegel vor Feedback, als ein mit Lippenkontakt angesungenes Handmikrofon. Zudem kann der Künstler selbst keine künstlerische Mikrofontechnik anwenden. Das ist kein wirklicher Nachteil, da ein Handmikro in 99,9% der Fälle ohnehin nicht optimal benutzt wird. Jedoch empfehle ich dringend für jedes Headset einen Kompressor im Kanalinsert zu benutzen, um wüste Überlautstärken einzubremsen.

Damit es nicht brummt, bei der Verwendung der Y-Splitechnik, sollte der Stromanschluß beider Pulte eine Regel befolgen: Entweder kommt sämtlicher Strom vom FOH-Platz (selten), dann sollte die Bühne über ein Kabel direkt parallel zum Multicore versorgt werden, an das direkt der Monitorplatz angeschlossen wird. Kommt sämtlicher Strom von der Bühne (üblich), dann verlege ein Schukokabel zum Monitorplatz, dort eine 3er Steckdose, Monitorpult dran, und ein weiteres Kabel parallel zum Multicore zum FOH. Eine räumliche Trennung von Multicoreweg und Stromweg ist nicht ratsam, da die dann entstehende Brummschleife eventuell die Symmetrierung (/interne Masseführung) beider Pulte überfordert.

Wenn Du vom FOH-Mann eine Summe der Gesänge bekommst bedeutet das, daß der Monitormix der Gesänge zueinander von demselbigen erledigt wird, keine schlechte Lösung, vor allem weil er ja auch die Kompressoren in den Kanalinserts bedient, und so Lautstärkespitzen des Gesangs aus den Monitoren auch eingebremst sind. Der FOH-Mann sollte jedoch nur die Lautstärkespitzen limiten, damit die SängerInnen nicht zu sehr von der Kompression irritiert werden.

Sodala, ich würde mich über einen Bericht nach der Show freuen, und drücke Dir alle Daumen - gutes Gelingen!

Grüße, Bernd


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 Betreff des Beitrags: Re: Monitormix
BeitragVerfasst: 26.08.2008 10:14 
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Anfänger

Registriert: 29.10.2003 08:58
Beiträge: 26
Wohnort: Raum Düsseldorf
Hallo Bernd,

danke für deine netten Beiträge. Gerne sofort ein Bericht "nach der Show":

Wie du vielleicht gesehen hast, war meine Monitoranfrage von Oktober 2007. Inzwischen wurde das Musical zweimal recht erfolgreich aufgeführt, weitere Termine in diesem Jahr sind Oktober und November.

Das Benutzen der Headsets war kein großes Problem, natürlich macht man am Anfang Erfahrungen, so hat es bei der ersten Probe schon etwas gedauert, bis wir die ständigen Störgeräusche identifiziert hatten: es waren die baumelnden Ohrringe einer Darstellerin, die ständig gegen den Metallbügel klopften. Aber so etwas passiert nur einmal. Sonst gab es keine wesentlichen Probleme.

Auch der Rest der hier geplanten technischen Maßnahmen (Mischen mit Saal- und Monitorpult usw) hat eigentlich recht gut geklappt. Natürlich kann man immer alles noch besser machen, aber man muss dabei berücksichtigen, mit wem ich arbeite, und welche finanziellen Mittel mir zur Verfügung stehen. Wir hatten am Anfang noch etwas Soundprobleme, die waren aber (schon vor der Aufführung) nach Einmessen schnell gelöst.

Wenn dich mehr interessiert, Infos zum Musical (auch Musik) gibts hier: http://www.horizont-info.de, über mich und meine Musik: http://www.rt-music.de (Seite noch im Aufbau). Zur Zeit arbeite ich an der CD des Musicals.

Zu den Headsets schreibe ich noch was im anderen Thread, passt dort besser hin.zwinkernd

Was mich allgemein in solchen Threads wie hier (vor allem in früheren Antworten) und anderswo etwas wundert, ist die Tatsache, dass man immer recht schnell gesagt bekommt: Geht nicht! Lass es! Ich denke, man muss immer positiv denken: Ich habe einen festen Rahmen (finanziell wie musikalisch), da ist nicht die Frage: "Was geht nicht?", sondern: "Was ist die bestmögliche Lösung unter den vorgegebenen Bedingungen?".

Wenn ich mir musikalisch was vorgenommen habe, hat es bisher immer noch gut geklappt.zwinkernd

Liebe Grüße
Ralf


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 Betreff des Beitrags: Re: Monitormix
BeitragVerfasst: 26.08.2008 12:33 
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Amtlich unterwegs
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Registriert: 16.08.2005 03:42
Beiträge: 588
Wohnort: Planet: Erde
Moin Ralf,

Danke für den Bericht, hatte wirklich das Datum übersehen zwinkernd .

Freut mich, daß es Dir gelungen ist.

Es gibt nunmal Dinge, die wirklich nicht klappen können. Wenn auch ich zuweilen niederschmetternde Antworten gebe, dann natürlich in der Hoffnung, daß sich der Fragesteller gut vorbereitet und es doch durchführt. Ich habe in meiner Laufbahn sicher einige Fehler gemacht, die mit rechtzeitigen Hinweisen vermeidbar gewesen wären, und sei es nur der Hinweis: Das klappt nie. Was ich mir vorgenommen habe mache ich sowieso... trotzdem... erst recht... . Genau wie Du auch.

und jetzt schaue ich endlich mal Deine Seite an

Grüße, Bernd


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 Betreff des Beitrags: Re: Monitormix
BeitragVerfasst: 28.08.2008 13:15 
Offline
Anfänger

Registriert: 29.10.2003 08:58
Beiträge: 26
Wohnort: Raum Düsseldorf
Hallo Bernd,

hörnli hat geschrieben:Wenn auch ich zuweilen niederschmetternde Antworten gebe, dann natürlich in der Hoffnung, daß sich der Fragesteller gut vorbereitet und es doch durchführt.


dabei meinte ich eigentlich weniger dich, sondern die Antworten vorher. War aber auf keinen Fall bös gemeint.

hörnli hat geschrieben:Ich habe in meiner Laufbahn sicher einige Fehler gemacht, die mit rechtzeitigen Hinweisen vermeidbar gewesen wären, und sei es nur der Hinweis: Das klappt nie. Was ich mir vorgenommen habe mache ich sowieso... trotzdem... erst recht... . Genau wie Du auch.


lol, das kenn ich...und irgendwie klappts dann ja auch immer.

Gruß Ralf


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