Musikgeschichte 19. - 21. JH - Thema anzeigen

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Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 9 Beiträge ] 
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 Betreff des Beitrags: Musikgeschichte 19. - 21. JH
BeitragVerfasst: 06.06.2005 19:33 
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Zuschauer
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Registriert: 06.06.2005 19:19
Beiträge: 22
Wohnort: Westerwald
Hallo!

Ich bin neu hier in diesem Forum und freue mich riesig darüber, es gefunden zu haben.
Ich nehme gerade an einem Chorleiterseminar teil und habe in vier Wochen Prüfung.
Im Fach Musikgeschichte wird in der Prüfung die Zeit des 19., 20. und 21. Jahrhunderts abgefragt, hier bsonders die Entwicklungen in der Vokalmusik.

Nun meine Frage an euch:
Kann ich darüber Informationen im Internet finden?
Oder habt ihr sonstige Informationsquellen?

Über baldige Antworten freue ich mich sehr!!

Liebe Grüße
Nefertari


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BeitragVerfasst: 06.06.2005 23:20 
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Trusted Junior

Registriert: 03.06.2001 22:58
Beiträge: 224
Wohnort: Köln
O Gott! 200 Jahre Musikgeschichte (das 21. Jahrhundert ist ja glücklicherweise noch nicht so alt) in vier Wochen? Welches Grundwissen darf ich denn voraussetzen?

Im Prinzip: Schnapp Dir eine x-beliebige Musikgeschichte, Handbuch der Vokalmusik, Reclam Chormusikführer - und dann viel Vergnügen.

_________________
KoelnKlavier
Wolfgang Lempfrid
mailto: koelnklavier@web.de
web: www.koelnklavier.de


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BeitragVerfasst: 07.06.2005 07:13 
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Zuschauer
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Registriert: 06.06.2005 19:19
Beiträge: 22
Wohnort: Westerwald
Hallo Wolfgang!

Zum Grundwissen:
Jeder von uns musste ein Referat halten über einen Komponisten des 20. Jahrhunderts (Neue Musik), wie z.B. Strawinsky, Ligeti, Schnittke, Rutter, Bernstein, Kodaly, Schönberg, Penderecki, Orff, Distler, Poulenc, Duruflé, Mahler.
Von diesen Komponisten wurde dann je ein Werk (hauptsächlich Vokalwerke) ausführlich besprochen, mit Hörbeispielen.

Ich gehe mal davon aus, dass in der Prüfung ausschließlich die "Neue Musik" Thema sein wird.
Und wie schon gesagt, ist Vokalmusik sehr wichtig.

Wenn mir da also noch mal jemand Tipps geben könnte...

Deckt denn Reclams Chormusilexikon so etwas ab?

Nefertari


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BeitragVerfasst: 07.06.2005 22:48 
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Kistenschlepper

Registriert: 03.04.2005 14:36
Beiträge: 78
Wohnort: Hildesheim
Die Epochenartickel im MGG können auch recht hilfreich sein. Sind halt recht ausführlich. Für den schnellen Überblick kann sogar der dtv-Atlas Musik nützlich sein


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BeitragVerfasst: 08.06.2005 14:08 
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Registriert: 06.06.2005 19:19
Beiträge: 22
Wohnort: Westerwald
Hallo Dojo!

Ich glaub ich bin zu blöd dafür: was ist denn das MGG und wo kann ich es
finden?
Gibts das auch im Internet?

Den dtv-Atlas habe ich mir gestern angeschaut und er hat mir schon ein ganzes Stück weiter geholfen!

Nefertari


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BeitragVerfasst: 08.06.2005 21:54 
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Kistenschlepper

Registriert: 03.04.2005 14:36
Beiträge: 78
Wohnort: Hildesheim
Das MGG ist ein Musiklexikon "musik in Geschichte und Gegenwart" es müsste sich eigentlich in Bibliotheken finden lassen, denn es ist sozusagen das Standardwerk zum Nachschlagen. Ob es da auch was im Internet gibt weiß ich nicht. Es ist jedenfalls sehr ausführlich und es steht viel drin. Manchmal fast zu viel. Der dtv-Atlas ist für einen Überblick jedenfalls nicht schlecht, denke ich.


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 Betreff des Beitrags: Kurzzusammenfassung
BeitragVerfasst: 12.06.2005 19:43 
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Zuschauer
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Registriert: 06.06.2005 19:19
Beiträge: 22
Wohnort: Westerwald
Hallo Ihr!

Ich habe nun einen Teil der Musikgeschichte (Impressionismus, Expressionismus und Neue Musik, Neoklassizismus) kurz zusammengefasst.

Könnte bitte mal jemand meine Zusammenfasuung lesen und mir mitteilen, ob ich alle für diese Epochen wichtigen Dinge erfasst habe?

Danke!!

Der Impressionismus (19. JH)

Ursprünglich aus der frz. Malerei, Spottname
Wiedergabe von seelischen Eindrücken (Einfangen eines Eindrucks, frz. „l’impression“)
(zarte Stimmungsbilder, Natureindrücke auf den Menschen, Mensch im Verhältnis zur Natur,
Beschreibung des Flüchtigen, schnell wechselnde Eindrücke und Stimmungen)
- Verfeinerung der Ausdrucksmittel,
- Neue Klangfarben, insbesondere im Orchester (Grenzbereiche der Instrumente)
- Entwicklung einer verfeinerten Spieltechnik (Klänge und Klangfolgen anstatt prägnanter Thematik und traditionellen Formen)
- Abkehr von der Funktionsharmonik durch pentatonische und kirchentonale Melodik
- Vermeidung von Dissonanzauflösung
- Nebenseptakkorde als selbstständige Klänge
- Quarten-, Quinten- und Septparallelen
- Ganztonleiter
- Einfluss der Musik primitiver Völker

Der musikalische Impressionismus entsteht um 1890 in Frankreich. Hauptvertreter sind Claude Debussy (1862 – 1918) und Maurice Ravel (1875 – 1937).

Debussy:
Musik ist Klang- und Farbkunst. Seine Themen entwickeln sich nicht mehr, werden nicht (wie in Klassik und Romantik) „verarbeitet“.
Musikalische Mittel Debussys:
Melodik: ganztönige, pentatonische und chromatische Melodiebildung, kirchentonale Wendungen, fließende, kreisförmig geführte Melodiebewegungen.
Harmonik: Dissonante Klänge (Sept-, Non- oder Sekundakkorde), werden nicht mehr aufgelöst, können aneinander gereiht oder parallel verschoben werden (ohne Rücksicht auf ihre Akkordverwandtschaft).
Im Zusammenhang mit Ganztönigkeit entstehen übermäßige Dreiklänge.
Rhythmik: metrische Schwerpunkte werden verschleiert. Häufig Duolen oder Triolen im Wechsel oder gleichzeitig.
Klangfarbe: Sensibilität für Farbigkeit, feinste Klangnuancen und neue Farbkombinationen.
Schwerelosigkeit des Klangs (Klavier)

Der Impressionismus war kaum entwicklungsfähig, die wesentlichsten Werke stammen von Debussy selbst.

Neue Musik (20. JH)
Krise zu Beginn des 20. JH, die weite Bereiche des geistigen, gesellschaftlich-politischen und kulturellen Leben erfasst, löst den Expressionismus aus.
Musik befindet sich in einem stürmischen Auf- und Umbruch.
Gruppe um Arnold Schönberg geht den Weg in die „neue Freiheit“ der Atonalität.
Strawinsky, Bartok und Hindemith schockieren durch wilde Rhythmen und dissonante Klangausbrüche. Harmonik bleibt jedoch einem tonalen „Zentrum“ verbunden.
Um 1910 wird die Dissonanz zur beherrschenden Klangerscheinung.
- die zwölf chromatischen Töne der Oktave können zu beliebige Klängen zusammengefügt werden,
- Akkorde werden ohne Rücksicht auf früher geltende Akkordverwandtschaften aneinandergereiht,
- Es gibt kein harmonisches Zentrum mehr, keine zentrale Grundtonart, keine Tonika, keine Tonarten, keine tonalen Beziehungen.
- An die Stelle der Tonalität tritt die Atonalität.

Das 20. JH praktiziert einen musikalischen Pluralismus (Vielgestaltigkeit)
(reiche Präsenz der eigenen Vergangenheit, erweiterte Kenntnis der Musik anderer Völker, Verfügbarkeit von Musik auf Schallplatte oder Tonband).

Das 20. JH entzieht sich einer generellen Klassifizierung. Die zeitgenössische Musik hat Teil am Wesen ihrer Epoche.
Stilpluralismus und Dissonanz bezeugen den Mangel eines einheitlichen Weltbildes und den Verlust der Harmonie von Mensch und Natur.

Uneinheitlich wie die Musik sind auch die Auffassungen darüber, was Musik ist. Eine starke Individualisierung ist die Folge.
Die alten ästhetischen Gestaltungsprinzipien der Musik als eine der schönen Künste werden radikal geleugnet.
Musik muss nicht mehr unbedingt schön und harmonisch sein, sie muss vor allem wahr, also auch hässlich sein.

Charakteristisch für die Neue Musik sind Erweiterung der Musikauffassung und neue Gestaltqualitäten, sowie die Atonalität (Schönberg).
Das Interesse an den Liedern und Tänzen der Völker wächst im 20. JH, auf der Suche nach dem Ursprünglichen.
Man versucht erstmals, die Musikgeschichte mit den Augen der jeweiligen Zeit zu sehen.

Neue musikalische Erscheinungen:
Es entstehen Stile wie der Neoklassizismus und viele individuelle Lösungen. Die Vielfalt macht Verständigung zuweilen schwierig.

Es gibt keine übliche Trennung von Instrumental- und Vokalmusik, von Orchester- und Kammermusik mehr, von weltlicher und geistlicher Musik, von Gattungen wie Oper, Oratorium, Symphonie und Konzert, von Formen wie Sonate und Rondo.
Überall gibt es Ausnahmen, Kombinationen und neue Gebilde.

Im 20. JH werden Zeit und Raum, Materie, Dynamik, Licht und Geist neu erfahren.
Nichts ist mehr unantastbar, alles kann neu gesetzt werden: Harmonik, Melodik, Rhythmik, Klangfarbe, Struktur, Form, Gattung, usw.
Es gehört zum Wesen des Schöpferischen, aus Teilen ein Ganzes zu schaffen.
Die Komponisten des 20. JH streben einen neuen Stil an und stehe in der Auseinandersetzung mit dem Erbe der Romantik.
Man war kompositionstechnisch bestrebt, in allen für den romantischen Stil wichtigen Einzelheiten andere Wege zu gehen:
1. horizontal-polyphone Schreibweise (statt vertikalharmonischer) und linearer Kontrapunkt (statt harmonischer Kontrapunkt),
2. freie Tonalität (Atonalität), Zwölftonmethode (Dodekaphonie), Rückgriff auf Kirchentonarten oder auf in der Folklore verankerte Tonsysteme (Volkslied)
3. Rhythmus ist nun mehr gleichwertiges oder dominierendes Element des Satzes (Vergrößerung des Schlagwerks im Orchester)
4. Einbruch des Jazz in die europäische Tanzmusik nach dem Ersten Weltkrieg
5. Polyphone Formen werden wieder aufgenommen (fuge, Passacaglia, Motette), klassisch-romantische Formen werden polyphon behandelt, Concerto-grosso wird gegenüber dem sinfonischen Konzert bevorzugt.
6. Instrumentation: altes Prinzip des Gruppenkontrasts und die solistische Behandlung der Instrumente. Tendenz zum Kammerorchester.
7. Komponist sucht enge Beziehung zur Umwelt, auch durch Auftragskompositionen (Ballett, Gebrauchsmusik) Einfluss der musikalischen Jugendbewegung, Lenkung des Musikschaffens durch den Staat, Musik im Dienste politisch-weltanschaulicher Propaganda.

• Erweiterung der Tonalität bis an ihre Grenzen.
• Expressionismus (gesteigerte, oft übersteigerte Ausdruckskunst)
• atonales Schaffen
• Gründung der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik
• Neoklassiszismus: Gruppe der „Six“
• Schönberg sucht ein Ordnungsprinzip der Atonalität in seiner „Methode der Komposition mit 12 nur aufeinander bezogenen Tönen“ (alles melodische Material eines Werkes wird aus einer Reihe entwickelt, die alle 12 Halbtöne enthält, die Klangtechnik beruht auf gleichzeitigem Erklingen von Reihentönen).
• Neue Diatonik als Reaktion gegen den Chromatisierungsprozeß mit Einflüssen aus gregorianischem Choral und älterem Volkslied.

Neoklassizismus
Um 1920 (auf dem Höhepunkt der Neuerungen und Experimente) fordert eine Reihe von Komponisten ein kreatives „Innehalten“. Durch die Erlebnisse des Ersten Weltkrieges oder die Wirren der Nachkriegszeit es entsteht der Wunsch, die Errungenschaften der Neuen Musik mit der formalen Klarheit und der klanglichen Schönheit früherer Epochen (Barock und Früh-Klassik) zu verbinden.
Der Neoklassizismus erstreckt sich etwa von 1920 – 1950 und erfasst nahezu alle Komponisten der Neuen Musik (Strawinsky, Bartok, Prokofjew und Schönberg).
Neben den barocken und klassischen Formen und Gattungen, die frei gehandhabt werden, ist eine Besonderheit, Werke des 17./18. JH durch neue Instrumentierung und Harmonisierung zu verfremden.

Nefertari

Quellen:
Dtv-Atlas der Musik Bd. 2
Walter Kolneder: Geschichte der Musik
Musik um uns, Sek II


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.12.2005 13:32 
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Kistenschlepper

Registriert: 30.12.2005 13:09
Beiträge: 75
Wohnort: Berlin
Nefertari hat geschrieben:[...] Komponisten des 20. Jahrhunderts (Neue Musik), wie z.B. Strawinsky, Ligeti, Schnittke, Rutter, Bernstein, Kodaly, Schönberg, Penderecki, Orff, Distler, Poulenc, Duruflé, Mahler. [...]

Deckt denn Reclams Chormusilexikon so etwas ab?

Nefertari


Auch wenn die Prüfung längst vorbei ist: es kann ja ein anderer vor der gleichen Frage stehen:

Ich kann für solche Dinge den Harenberg Chormusikführer empfehlen. Nicht ganz billig, aber wer mag auch mit einer Box von 12 CDs voll mit Hörbeispielen. Alle genannten Komponisten und vor allem auch Ihre Chorwerke werden so dezidiert besprochen (Entstehung, Musik, Wirkung) wie in kaum einem anderen Lexikon. Dazu CD-Tipps für Referenzaufnahmen. Eine wahre Fundgrube.

PS: Ich bekomme (leider) keine Prozente, aber: was gut ist setzt sich durch zwinkernd


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.12.2005 20:12 
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Trusted Junior

Registriert: 29.08.2004 21:06
Beiträge: 115
MGG, da findet man alles (sehr ausführlich)

Für den groben Überblick Riemann oder der dtv - Atlas Musik

beethovenfan

Bei Internetquellen wäre ich sehr vorsichtig, da findet man nicht gerade selten ziemlich viel Mist.


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