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Das Forum für Musiker und Musikschaffende |
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Nachricht |
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michael99
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Verfasst: 16.11.2003 10:29 |
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| Zuschauer |
Registriert: 16.11.2003 10:12 Beiträge: 15 Wohnort: Wien
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Guten Tag, ich bin neu in diesem Forum und hätte da mal eine Frage. Vor ca. einem halben Jahr habe ich mit dem Klavierspielen begonnen (als Kind ca 5Jahre lustlos Keyboard gelernt - also zurechtgefunden auf den Tasten hab ich mich wenigstens). Ich besuche auch eine Musikschule. Meine Frage ist nun: Ich hätte gern schnellere Finger (mir ist schon klar das ich als Anfänger realistisch bleiben muß) - aber mein Lehrer vertritt die Ansicht, daß diese Fähigkeit von selbst mit der Zeit kommt. Ich bin mir nicht sicher ob man das nicht gezielt Üben kann - oder sogar soll. Wenn ich beim Üben an oder über mein limit gehe wird das Spiel (z.B. Tonleitern) schlampig. jetzt bin ich mir nicht sicher ob es besser ist ordentlich und langsam zu sielen oder nicht so "schön" aber dafür schnell und dadurch rascher an geschwindigkeit gewinne. weiters habe ich beim Stöbern im Netz folgenden Link gefunden: http://www.schulseiten.de/fopp-de/tuning.htmlwer kennt dieses Werk ? beim schnellen überlesen hat es mich als Anfänger total fasziniert - es klingt wie eine Wunderpille um im Klavierspiel alles zu erreichen was nur möglich ist... stimmen diese Theorien und zahlt es sich aus das Buch ordentlich zu lesen und danach vorzugehen oder hat die Sache einen Haken (also doch nach Hannon üben) oder hat jemand eine anderen Literaturtipp für Klavier-Spiel-technik mich. Vielen Dank für Eure Beiträge und einen schönen Tag noch Michael
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wolfgang
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Verfasst: 16.11.2003 16:41 |
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| Trusted Junior |
Registriert: 03.06.2001 22:58 Beiträge: 224 Wohnort: Köln
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Also ich muß zugeben, daß ich es bislang noch nicht geschafft habe, Herrn Changs Ausführungen "gründlich" zu lesen. Bei der oberflächlichen Lektüre befremdet mich nämlich ein gewisser sektiererischer Eifer. Er polemisiert gegen eine Unterrichtsmethode ("Hanon"), deren Ausschließlichkeit in Europa wohl seit einigen Jahrzehnten überholt ist. In Südostasien mag es ja vielleicht anders sein. Und nur so kann ich seine Bemerkungen über private Klavierlehrer ("mit und ohne Website") erklären. Was Chang als Stein der Weisen anpreist, ist nichts anderes als alter Wein in neuen Schläuchen. - Wenn Herrn Changs Methode wirklich so genial ist, warum haben dann seine Töchter hierzulande noch nicht die Berühmtheit erlangt, die ihnen zusteht?
Aber nun zu Deiner Frage: Klavierspielen und Klavierspielen lernen umfaßt zwei Bereiche: Zum einen den manuell-motorischen Aspekt und dann die Entwicklung von Klangsensibilität und die Eigenwahrnehmung (also den gestalterischen Bereich). Im Idealfall sollten beide Seiten aufeinander bezogen sein. Geläufigkeit und Brillanz zum Selbstzweck kann nicht Sinn des Klavierspielens sein. Ich vertrete in meinem Unterricht auch eher die Theorie, daß ein Gespür für Klangereignisse wichtiger ist als der Geschwindigkeitsrausch. Natürlich muß man den sportiven Bereich trainieren - und zwar hart und ausdauernd. Aber dies ergibt sch häufig schon aus der intensiven musikalischen Auseinandersetzung. Eine schlampige und schnelle Ausführung - für wen ist sei ein Genuß? Vielleicht, daß der Zuhörer die Gewißheit hat, daß es bald vorbei ist.
_________________ KoelnKlavier Wolfgang Lempfrid mailto: koelnklavier@web.deweb: www.koelnklavier.de
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a-saite
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Verfasst: 16.11.2003 19:49 |
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| Anfänger |
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Registriert: 13.06.2003 21:00 Beiträge: 34 Wohnort: Dortmund
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Hallo zusammen!
Also, was die Geschwindigkeit angeht: nach meiner Erfahrung kommt sie irgendwann immer von selbst. Vorraussetzung ist, dass man das jeweilige Stück erst mal im Schneckentempo übt. Wer ein Stück langsam richtig gut kann, der kann es auch schnell.
Gruß Klaus
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Rebekka1985
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Verfasst: 19.11.2003 22:39 |
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| Zuschauer |
Registriert: 03.08.2003 13:55 Beiträge: 23 Wohnort: Freiburg im Breisgau
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Hallo mal wieder! Ja, natürlich bringt es nix, wenn man "so schnell wie möglich" spielt, nur damit's schnell ist, wenn dafür das Stück total zerstört wird :rolleyes: . Andererseits bin ich auch der Meinung, dass man jetzt nicht erst das ganze Stück perfekt langsam können muss und allmählich dann schneller werden kann  , sondern auch mal a bissl "mogeln" darf, solang es ned zu viel wird und der Charakter des Stücks gut rauskommt. So hat's mir auf jeden Fall immer mehr Spaß gemacht! 
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Jörg
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Verfasst: 20.11.2003 01:54 |
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| Semi-professional |
Registriert: 12.11.2002 23:08 Beiträge: 472
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"...es klingt wie eine Wunderpille, um im Klavierspiel alles zu erreichen, was nur möglich ist..." Ich habe in die Website des Herrn Chang nur kurz hineingesehen. Einer der "heißen" Tips, den ich dort fand, ist, daß man eine Stelle u.U. 10.000 (in Worten: zehntausend) Mal wiederholen muß, bevor sie sitzt. Recht hat er. Aber wo ist die Wunderpille? "Jede Repetition 48mal" steht schon bei Czerny, macht man das täglich einen Monat lang, ist man auch schon 1440 Wiederholungen (hat mit Czernys Pseudomusik allerdings seine Zeit vergeudet). Ergo: Es gibt keine Wunderpille. Aber Üben übt, und zwar umso mehr, je mehr man übt, das ist alles. Aber auch umso weniger, je falscher man übt. Einen heißen Tip kann dazu hier sicher niemand geben, da hilft nur fachkundiger Unterricht. Nach einem halben Jahr Klavierüben kann man nicht erwarten, geläufig zu spielen, vor allem deswegen nicht, weil man noch gar nicht wirklich schnell DENKEN kann, d.h. es hat nicht NUR etwas mit Motorik, sondern auch mit der Selbstverständlichkeit zu tun, mit der man bestimmte "Vokabeln" parat hat, die erst einmal gelernt sein wollen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wenn man bei der Notenfolge ais-h-fisis-gis-dis-e nicht sofort erkennt, daß hier ein E-dur-Dreiklang mit chromatischen Vorhalten vorliegt, buchstabiert man noch und hat die Vokabeln noch nicht drauf und muß viel zu sehr auf Einzeltöne achten, um die Figur schnell hinzubekommen. Und wenn dann Übersätze, Untersätze, Nachsätze noch nicht so sitzen, daß es auch motorisch mühelos ist, hat es überhaupt keinen Sinn, seine noch falschen Innervationen auch noch zu beschleunigen. Also: Motorik verbessern, indem man VIEL übt, und den Vokabelschatz erweitern, indem man VIELES übt! Und um richtig und zielbewußt und fruchtbringend zu üben, einen Lehrer suchen, der einem die richtigen Hilfestellungen gibt. Zwischen Burgmüllers Arabesque und Chopins Etüden liegen, wenn man nicht zu den ganz Begabten gehört, 10 Jahre Anstrengung, so ist das eben. Von alleine kommt die Geschwindigkeit nicht, man muß sie schon gezielt trainieren. Nur weiß dein Lehrer das sicher auch und will etwas anderes sagen: Daß Schlamperei um des Tempo willens eher schädlich als nützlich ist und daß die Geläufigkeit, die du gerne schon hättest, nicht in Null-komma-nix zu bekommen ist.
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michael99
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Verfasst: 21.11.2003 16:55 |
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| Zuschauer |
Registriert: 16.11.2003 10:12 Beiträge: 15 Wohnort: Wien
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Das die Theorien von Chang so kritisch beleuchtet werden beruhigt mich fast ein bisschen - wenn diese art Magie entzaubert wird.
-Ich erwarte mir eh nicht nach einem 1/2 Jahr "spielen" zu können. Nur komm ich leider nicht so oft zum Üben wie ich gerne wollte. Somit möchte ich ein maximum an erfolg aus dieser begrenzten Zeit herausholen. - That´s all
also Danke für eure Antworten
Michael
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Syntaxerror
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Verfasst: 15.12.2003 22:42 |
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| Kistenschlepper |
Registriert: 02.08.2002 19:29 Beiträge: 71
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Die Frage, die man sich stellen muß, ist vor allem: Was kann ich, und was kann ich wagen ? Ich habe das Buch von Herrn Chang zum größten Teil gelesen und war auch recht begeistert davon, zumindest von den gewissen "Basis-Tricks". Etwas neues präsentiert er natürlich nicht. Andererseits muß ich sagen, daß mir das konsequente (!) Anwenden dieser "Basis-Tricks" einiges gebracht hat. Vor allem von der Methode der Zerlegung einer Schwierigkeit in kleinste Teile hatte ich vorher noch nie gehört. Wichtig ist, daß man keinen Aspekt des Klavierspiels vernachlässigt, wenn man wirklich weiterkommen will. Technische Übungen wie Hanon sind für den Anfänger nicht unbedingt verwerflich; man muß halt nur das Maß kennen. Ganz wichtig: Immer ein Ziel im Auge haben, und konsequent daran arbeiten.
_________________ "Kunst, die Beschäftigung mit Kunst und das Machen von Kunst, ist von sich aus eine Aufforderung zu grenzenloser Freiheit. Da kann es kein Fügen geben." Wolfgang Rihm
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