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Noch mal was allgemeines, dazu meine Meinung:
Neben der Anschaffung der Gitarre ist der Ampkauf für mich der Akt schlechthin. Kaum eine Entscheidung hat mehr Einfluss auf mein Hobby. Was gilt es also zunächst zu beachten:
Transistorverstärker: In der Regel die günstigste Anschaffung, technisch sehr robust, wartungsarm. Sog. „Transen“ haben meist einen guten Clean-Sound. Im leiseren Bereich klingen sie oftmals im Zerrsound sehr angenehm. Allerdings sind sie weniger Durchsetzungsfähig und klingen kühl. Bei höherer Lautstärke lässt die Klangeigenschaft gerade im Zerrbereich nach. Ein ganz bekannter und erfolgreicher Transistoramp ist der Roland Jazz Chrorus. Mit diesem Amp spielten z.B. die alten Police in ihren besten Tagen.
Hybridverstärker: Diese Amps verfügen in der Vorstufe über eine Röhre, in der Endstufe arbeiten sie mit Transistoren. Valvestate, Transtube etc. sind so typische Bezeichnungen, woran man diese Art von Verstärker erkennen kann. Da in der Vorstufe an sich der Ampsound entschieden wird, sollen sie dem Sound eines echten Röhrenverstärkers nahe kommen. Nun, das gelingt gelinde gesagt bei höheren Lautstärken nicht. Obwohl es hier durchaus Unterschiede bei den einzelnen Herstellern gibt. Bei der Fa. Marshall handelt es sich um die aktuelle AVT-Serie. Hybrids liegen preislich meist über den Transistor-Amps.
Röhrenverstärker: Ja, ich bin ein Röhrenfetischist. Vollröhrenverstärker sind für mich die besten Amps, die es gibt. Röhren-Amps sind sehr, sehr schwer, also man hat mit ihnen seine Last zu tragen. Aber sie klingen warm. Eine unangenehme Eigenschaft ist die, dass der richtig gute Röhrensound meist erst bei höherer Lautstärke vorhanden ist, und zwar immer dann, wenn der Amp im Grunde genommen an seine Leistungsgrenze kommt. Dann nämlich werden auch die Endstufenröhren angesteuert und die geben dem Sound den Kick. Also kann man grundsätzlich sagen: Je niedriger die Leistung (Watt), um so schneller wird die Endstufenzerrung hervorgerufen und somit wird der Sound besser. Und damit kann hier auch gleich die andere Frage geklärt werden. Ja, Röhren-Amps klingen wesentlich lauter als ihre Kollegen aus dem Transistorenbereich. D.h. mit 50 W Vollröhre kann ich locker mit 100 W Transe mithalten. Ganz im Gegenteil, der Röhren-Amp ist durchsetzungsfähiger. Ich sage aber auch: Sie klingen lauter, ob sie es aber auch tatsächlich sind, darüber streiten sich die Geister. Kann uns aber auch egal sein.
Allerdings sind sie sehr wartungsintensiv. Endstufenröhren müssen nach einer bestimmten Zeit gewechselt werden. Man kann sagen, dass sie ungefähr 2 Jahre halten bei einer 2-stündigen, täglichen Benutzung. Röhren sollte man immer mindestens paarweise wechseln. Beachten muss man zudem, dass bei den meisten Röhrenverstärkern bei einem Röhrenwechsel auch das sog. BIAS eingestellt werden muss. Und dass kann nur der Fachmann. Also bitte nicht selbst auf die Idee kommen und dran rumstellen. Kostenpunkt einer Röhre: Ca. 10 – 25 Euro, je nach Qualität. Klingen tun sie alle gleich. Class B Amps sind weniger wartungsintensiv, der Gesamtsound bleibt länger Clean. Letzter Nachteil eines Röhren-Amps: Er frisst relativ viel Strom.
Wie ich bereits sagte: Röhren-Amps liegen preislich sehr weit oben. Sie gehen im Combo-Bereich bei etwa 1000 Euroletten los, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Was sind gängige Marken? Wer viel Clean spielt und blues-lastig orientiert ist, sollte mal bei der Fa. Fender vorbeischauen. Insbesondere die Hot Rod Serie ist da sehr beliebt und bietet ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Für den Allrounder und Fan des britschen Rock empfehle ich nach wie vor die Fa. Marshall. Schaut mal bei der DSL- (Dual=2 Kanäle) oder TSL- (Triple=3 Kanäle) Serie nach. Wer mächtig Gain wünscht, wird vermutlich bei der Fa. Engl fündig. Preisgiganten sind Firmen wie Mesa-Boogie oder Soldano. Um das aber auch zu sagen: Der Satz, dass diese Teile überteuert sind, stimmt so nicht. Sie bieten ihre Qualität im Sound und in der Verarbeitung.
Model-Amps: Hier werden im Amp digital Klangeigenschaften anderer Amps nachgebildet. Man erkennt sie an den Bezeichnungen COSM, VAMS, REMS oder auch CAD. Unter Zuhilfenahme modernster Prozessortechnik werden z.B. berühmte, analoge Röhren-Amps akkustisch nachgebildet. Und das alles mit einem Amp. Diese Geräte sind auch zumeist recht einfach zu bedienen. Einer der bekanntesten Hersteller ist hier Line. Und nicht nur Amps werden nachgebildet, sondern auch Speaker werden imitiert. In den Amps befinden sich alle möglichen Effekte bereits on board. Wer sich also überhaupt nicht darüber im klaren ist, was für einen Sound er haben möchte, kann hier heimisch werden oder die Gelegenheit nutzen, sich soundtechnisch zu finden. Also, keine schlechte Sache, dennoch bin ich der Meinung, dass sie bei zunehmender Lautstärke in ihrer Soundqualität nachlassen. Aber das ist Geschmackssache.
Combo oder Stack-System: Wer kennt sie nicht, die Stacks auf den großen Rock-Bühnen. Ich sag es mal so: Kein Mensch braucht heutzutage noch einen sog. „Full-Stack“, also Topteil + 2 x 412er Boxen. Sie stammen noch aus der Zeit, als die großen Hallen noch nicht mit großen PA`s beschallt wurden. Schaut mal bei Jimmy Hendrix. Sog. „Half-Stacks“, also Top + 1 x 412er Box bringen mit ihrer Box mächtig Druck, weil die Box hinten geschlossen ist. Aber Stacks sind auch schwer und man benötigt auf der Bühne viel Platz. Wer aber hat auf den kleineren Club-Bühnen oder im Proberaum diesen Platz zur Verfügung?
Der Combo macht einen flexibler. Ich empfehle stets die 212er Varianten, weil sie die Option offen lassen, eine 212er Zusatzbox anzuschließen. Somit ist man fast wieder soundmäßig bei einem Half-Stack angelangt, kann aber auch auf kleineren Bühnen problemlos sein Equipment aufbauen. Das Geschleppe ist natürlich auch angenehmer.
Deswegen nochmal die Frage: Welche Musik möchtest Du spielen? Es gibt zu viel Auswahl mit zu verschiedenen Sounds!!
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