Moin 20Hertz,
Sorry für einfaches Layout
>>Fragen wir mal umgekehrt: welche Chassis-Unart führt zum "Hörnli-Effekt"? Eine asymmetrische Zentrierung? Ein asymmetrischer Antrieb? Ich weiß es wirklich nicht.
## Erstmal Neues zum Hörnlieffekt. Das scheint ein Mischproblem aus DC- Offset und instabilen Endstufen zu sein. Gerade für den EVX180A gabs da mal einen Beitrag im PSW. Und da ich auch am völlig Collapseunverdächtigen CB18 mit einer Endstufe Probleme hatte... Ich habe das mal umgangssprachlich so beschrieben:
Wenn die Gegen-EMK einer Schwingspule, welche mit der massiven kinetischen Energie aus hochbeschleunigter Pappe zurück in den Magnetspalt gerammt wird, die Ladung in einem mickrigen Netzteilelko schlicht umpolt, während die SOA- Überwachung über die Frage nachdenkt: wie verhindere ich die Explosion der Halbleiter, und die Gegenkopplung im klar definierten Nichts nach Energie sucht, während die Class-H- Schaltung verzweifelt versucht endlich auf die nötige Railspannung zu schalten, der Trafo jedoch mit gesättigtem Kern seinen RI beheizt... dann kennt der Beschaller spätestens am nächsten Morgen den Begriff "Reconekit"
Das grundsätzliche Problem ist, daß der Antrieb, selbst dann wenn er innerhalb des Spaltes linear ist spätestens am Spulenende nachlässt. Bei allen "Polkernchassis" geht der DC- Offset oberhalb der Reso nach vorne zum schwächeren BL. Bei hochlinearen Antrieben würde das Problem erst schlagartig mit der Überschreitung des Platte/Spule- Hubes auftreten. Aber verhindern lässt es sich nicht. Mittlerweile ist Stand der Technik am X- max eine rigorose Einspannungsbremse zu setzen, um das Problem auf später zu verschieben, denn diese Notbremse erlahmt. So geschehen mit dem EVX180A, der modifiziert als Oderdöner dank Einspannungsnotbremse wie viele andere Chassis auch das laufen gelernt hat. Zudem werden Chassis heute außermittig genullt um etwas Gegenkraft aus der Unsymmetrie gegen das Offset zu erreichen. (das könnte leicht zum Aussondern prächtiger Chassis führen)
soweit zum DC- Offset oberhalb der Reso zusammengefasst: Es gibt keine vollständig linearen Antriebe, das Offset geht in Richtung des abnehmenden BL, und verhindert die Nutzbarkeit des vollen Hubes oberhalb der Reso. Wie sehr, darüber entscheidet die HUB/BL- Kurve.
>>Andere Frage: ist das DC-Offset Problem beim URPS denn überhaupt existent? Harte Luftfeder, keine Löcher in der Box?
## jein, ich finde das Klippeldokument nicht mehr zum DC- Offset, es gibt Eines zur verschobenen 0- Position im Chassisbau, und ein Grundsätzliches. Klippel beschreibt auch ein DC- Offset unterhalb der Reso. Der Wert ist geringer und, gestützt durch meine derzeitigen Versuche schein es zum maximalen BL zu ziehen, und das liegt geschickterweise in der Mitte

=> offenbar selbstzentrierend. Denn es ist auch bei gewollter Undichtheit langzeitstabil. Ganz im Gegensatz zu oberhalb der Reso, wo jedes Löchlein alles verschlimmert. Offenbar irrt Klippel unter Reso, und das Offset resultiert aus der verschoben eingebauten 0- Lage, aber ganz blicke ich noch nicht durch.
Fazit zum URPS ist, Es ist das einzig denkbare Konstrukt für klassisch angetriebene Chassis, also alle Dynamischen, welches zuverlässig ohne verschleißende Notbremse läuft. Die Einsatzgrenze nach oben über die Reso hinaus wird vom Wert des DC- Offset bestimmt, wobei selbst das kleinste DC- Offset die Nutzung des vollen Hubes unter der Reso verhindert. Es ist also mit dem URPS nicht möglich gleichzeitig ober, und unterhalb der Reso Töne wiederzugeben. Immerhin ist die Situation unterhalb der Reso absolut stabil, auch mit schlechten Verstärkern, und offenbar selbstzentrierend. Jedes andere Bauprinzip mit Multiresonatoren (ja, auch Horn mit Trichterresos) ist im Großsignalbetrieb nicht in der Lage 2 Töne gleichzeitig mit Vollpegel (Vollhub) ohne Klirr zu spielen. Darauf zielt wohl auch der Klippel- Light Test ab. Denn der Test mit je einem Ton unter und über der Reso dürfte auch den DC- Offset berücksichtigen, allerdings ohne jede Last durch übliche Gehäusekonstruktionen, oder gerade gestackte Beschallungssysteme. Stacken von auf Einzelbetrieb optimierten Systemen macht keinen Sinn, die Hubreduktion kann wegen dem unvermeidbaren, und von der Kraft stromabhängigen DC- Offset nie genutzt werden.
>>
hörnli hat geschrieben:Ist der Klirr durch "unkluge" Einspannung, ermittelt mit dieser Messung, nach dem Einbau in ein Volumen, welches das VAS um Größenordnungen unterschreitet noch aussagekräftig?
Tja, gute Frage.
>>Aber sagen wir es mal so: wir machen es dem Chassis unter Free-Air-Bedingungen sehr einfach. Wenn das Chassis hier schon Problemchen aufzeigt, wird es später im kleinen Volumen nicht unbedingt besser werden.
##Hmmm, Was ich ganz sicher sagen kann, ist daß unter Reso sofort und augenblicklich Klirr auftritt, wenn das Spulenende im Spalt "verschwindet" Wobei dieser Klirr in direktem Zudammenhang mit dem Grundton steht, und sogar bei Musikproduktionen künstlich hinzugefügt wird (William Orbit / Madonna - Ray Of Light, tiefe Töne ohne Grundton...) , Stichwort Residuum. Doch leider entsteht im wesentlichen K3, fehlt also K2, damit die Illusion perfekt wäre, also besser nicht über die Hubgrenze, dann passen die Klirrkomponenten.
>>Eine Sache sollte man vielleicht doch beachten. Kommt es nämlich zu K3-Verzerrungen, die durch eine nichtlineare (progressive) Einspannung verursacht werden, dann sollte das später in der CB kaum mehr eine Rolle spielen, denn: die Luftfeder ist der Cheff! Und hoffentlich auch schön linear.
##Hatte ich vermutet und wird ja auch von Wellenfront und TBF gefordert, daß die Einspannung weich sein soll, damit sie eine untergeordnete Rolle spielt und kleine Volumen ermöglicht.
>>Man sollte sich bei der Suche also eher auf Nichtlinearitäten im Antrieb bzw. Offsets konzentrieren, denn diese sind auch nach dem Einbau noch existent.
## ein hinterschnittener Polkern wäre schon nett, aber der ÖrpZ spielt auch ohne klirrarm, jedenfalls mit weniger Klirr als ein Konstrukt, bei dem gerade ein Ton mittels DC- Offset die Spule einseitig aus dem Spalt in die Notbremse schiebt. Wenn dann noch ein tiefer Ton gespielt werden soll kommt es wohl zu Intermodulationen.
>>
hörnli hat geschrieben:Ist das endgültige DC- Offset in kleinem geschlossenem Volumen vorhersagbar? DC- Offset unter Strahlungswiderstand?
Gruß
Puuhhhh ...

<<
## Du kannst mir vielleicht doch helfen, hast Du das Klippeldokument, das eine DC- Offsetkurve über und unter der Reso zeigt? Ich will noch einmal die Bestätigung inwieweit das Offset unter der Reso die Membrane zur 0- Lage zieht, also ob die entstehende Schwingungsmitte sich am Punkt des höchsten Antriebs-BL einpendelt. Der ja bei der Mehrzahl der Chassis nicht weit von der geometrischen Mitte liegt. Die Frage ist wie weit. Und ob ich mit der bestätigten aber nicht bewiesenen These richtig liege.
>>Nochmal zur Frage von ganz oben: woher kommt der Offset? Sind das Unlinearitäten in der Aufhängung?
## Zunächst der Antrieb. Es gibt ein Klippeldokument, wo er den Chassisbauern empfiehlt die 0- Lage gegensinnig zu verschieben. nicht nur Eminence hat das gelesen.
Gruß
PS jetzt schaue ich mal in Dein Archiv
EDITH möchte wissen, was für eine Mms der Isophon hat, wärest Du so nett?