hendrix.z hat geschrieben:Hallo Leute,
vor einigen Wochen hat mich der Spider II 212 erreicht. Ich hab ihn seitdem schon etwas zu Hause antesten können.
Erster Eindruck: das Ding ist laut

!!
Das mitgelieferte FBV-2 ließ mich schon feststellen, dass Preset-Wechsel absolut flüssig und praktisch sofort stattfinden. Für den live-Einsatz ist mir das links-rechts-Scrollen zu unübersichtlich, aber egal, immerhin ist der 2er-Taster mit dabei (läuft auch einwandfrei mit dem POD xt zusammen, nur so am Rand).
Zu den Models: Es sind einige richtig gute drin und auch einige (für mich) entbehrliche... insbesondere der Insane-Green-LED (Insane + Sub-Octave) hat mich enttäuscht, da ich eigtl. genau diese Kombi beim POD xt vermisst hab! Leider kommt das Model nicht an meinen Boss OC-2 + Amp ran

Das Tracking in die tiefen Lagen ist wirklich gut (Eb ohne Probleme), in die hohen Lage wird es schon eher flatterig! Aber irgendwie kippen bei mir die Töne zu früh in Soundmatsch um (auch über den Hals-PU gespielt, mit dem es beim OC-2 immer leichter war).. egal.
Zu den Effekten: Eine gute Auswahl findet sich on-board inkl. Tap-Funktion. Leider finde ich, dass es bei manchen Effekten keine "unaufdringlichen" Einstellungen gibt, zB Flanger, Chorus, Phaser bei verzerrten Sounds, Chorus, Phaser bei cleanen Sounds. Tempo-Tap geht nur für die Delay-FX, die sind gut geraten! Welcher Amp dieser Klasse hat 3 Delays on board?!? Die Wiederholungen sind manchmal etwas zu sägend, aber mangels Vergleichsalternativen kann ich das nicht bewerten. Der Reverb geht von dezent bis zu Raum-Hall: das, was man erwartet.
Lautstärke / Druck: Ich bin mehr so der Halfstack-4x12er als der Comboist. Die Lautstärke des Teils ist mörderisch. So richtig leise geht es nicht! Zwischen 1 und 2 ist der Amp stumm, kurz nach 2 legt er direkt mit ner ordentlichen Lautstärke los und zu Hause ist gar nicht dran zu denken, mit dem Regler auch nur in die Nähe von 12 Uhr zu kommen!!! Da geht einiges! Ich werde ihn in ein paar Woche nerstmals im Proberaum mit Band testen können, dann weiß ich, ob er sich durchzusetzen versteht! Mir persönlich fehlt dann auch der Druck. Die offene Bauweise lässt grüßen - meine Wahl wäre dann wohl eher auf Spider II-Top + Spider-Cab gefallen. Das dürfte schon gut drücken, kann ich mir vorstellen!
Die eingebauten Speaker nennen sich übrigens: Celestion Custom Design G12P-80, 8 Ohms. Sie sind direkt mit der Endstufe verdrahtet. Benutzt man einen der beiden (stereo...) Speaker-Outs (8 Ohms), wird der jeweilige interne Speaker stummgeschaltet. Also keine Chance, den Combo bei aktiven Speakern als Head auf ner Stereo-4x12" zu benutzen!
Mit meiner Laney-4x12" klingt alles viel dumpfer, was auf das neutralere Widergabeverhalten der Celestions schließen lässt. Evtl. käme man da mit Rumtweaken auch zu guten Ergebnissen (also Presets für die Verwendung mit der 4x12" neu programmieren). Schließt man Breitband-Speaker an, ertönt sodann das hohe Rauschen, das man kennt. Also sind die Celestions immernoch Gitarren-Speaker mit allen Eigenschaften, bloß geben sie alle möglichen Sounds/Amps von clean/vintage bis aggro/modern gleichermaßen neutral wider.
Hab den Line-Out leider nur kurz mit Breitband-Speakern (Line-Out an FX-Return meines Tops, Top dann an 2 4x8" Bassreflex-Breitbänder) antesten können. Bei Verwendung des Line-Out werden die Speaker(Outs) stummgeschaltet. Das Signal, das an Line-Out anliegt ist inkl. "AIR", also sozusagen inkl. Boxensim, das Handbuch verrät dazu nicht mehr. Wenn man so die Breitbänder anfährt, tönen die dann auch verträglich und angenehm nach Gitarrenamp! Das Stummschalten lässt darauf schließen, dass hier auch wie beim POD xt nur 1x das Signal gewandelt wird. Entweder liefert das System ein trockenes Signal oder ein AIR-Signal, beides wäre nur mit seperaten Wandlern möglich (vgl. POD xt PRO).
Da das Line-Signal sich beim kurzen Testen gut angehört hat, bescheinige ich dem Amp gute Recording und DI-an-Pult Eigenschaften!
FBV Shortboard: mit dem FBV SB sind alle ansonsten "versteckten" (also nur über akrobatische Fingerübungen zugänglichen) Funktionen fußschaltbar. Summa summarum: Boost (Stomp), Chorus/Flanger (Modulation), Delay (Delay), Hall (Reverb), Wahwah bzw. Volume, Tempo-Tap, (FX Loop-Taster ist ohne Funktion), Tuner (flatteriger als beim POD xt - aber immerhin chromatisch im Gegensatz zum eingebauten, der nur Standard-Tunings unterstützt - ein bemerkenswerter Mangel für einen NuMetal-Amp!), und 9 Bänke a 4 Presets inkl. Namensanzeige im Display (im Gegensatz zu den 4 per FBV-2 bzw. Amp-Tasten verfügbaren Slots). Und bei den mitgelieferten Presets sind einige sehr brauchbare dabei!
Wie üblich muss man aber für gute Sounds (1. Geschmackssache, 2. abhängig von der verwendeten Gitarre) etwas rumexperimentieren und ggf. tweaken!
Ein kleines Detail, das mich sehr überrascht hat: Ich hab bei einem Preset mit eher cleanem Amp-Model aber hohem Drive mal mit dem Volume-Poti der Gitarre gearbeitet und siehe da: das schöne Verhalten einer Röhrenendtufen-Kompression kommt zu Tage: kaum Lautstärkeverlust, dafür aber Reduzierung der Verzerrung! Sehr geil!!! Das können Transistor-Combos in dieser Preisklasse nicht (und Röhren-Combos erst bei viel höheren Lautstärken)!!! Also das hat mir einige Stunden Spaß gemacht, damit zu experimentieren!
In Punkto Druck und Variabilität ziehe ich meinen POD xt + Attax200-Top (Transistorendstufe) + Laney 4x12" vor. Das hohe Gewicht des Spider II 212 macht ihn auch nicht leichter zu tansportieren (höchstens vielleicht vom Platzbedarf) als o.g. Halfstack!
Demnächst geht er aber in den Reality-Check! Ich will ihn schon seit Wochen meinem Bruder mit in die Probe seiner Punk-Band geben, da ist leider noch nix draus geworden und bald packt meine Band auch wieder die Stromgitarren aus, da muss er auch herhalten! Dann erst kann ich zum Sound-in-der-Band was sagen!
Wenn Euch was Spezielles interessiert, was ich ausprobieren kann, lasst es mich wissen!