mich würde interessieren, warum die armen Herren der Schöpfung ausgeschlossen sind...
also, mein Lieblings
sänger (großartig im Lied und Oratorienbereich) ist Christoph Prégardien.
Besonders zu empfehlen:
Schuberts Winterreise mit Andreas Staier an einem historischen Instrument
Schubert - Schillerlieder (ebenfalls mit Staier) - da ist unter anderem "Die Bürgschaft" drauf, ein spannendes Lied von monumentalem Ausmass
Schubert - Lieder von Abschied und Reise (M. Gees begleitet, modernes Instrument) - die ist mittlerweile sogar für 10 Euros bei Amazon zu haben, ein sehr gelungen zusammengestelltes Programm
und die Bachpassionen gefallen mir auch sehr, meiner Ansicht nach hat er eine ideale Evangelistenstimme.
beim Gesang kommt sicherlich auch auf das Gebiet an... ein sehr guter Violinist kann, so er anatomisch begünstigt ist (also nicht z.B. sehr kurze Finger hat, die ihm manche Stücke unmöglich machen könnten) ja eigentlich fast einschränkungslos das gesamte Violinenrepertoire erlernen.
Beim Sänger sind ja durch Stimmgattung und Stimmfach schon Vorgaben gemacht, was das Repertoire angeht.
So singt z.B. Prégardien ungern Oper und wenn dann (bis auf einen "Freischütz" und eine moderne Oper von Killmayer) vor allem das klassische und vorklassische Repertoire...
wer nun aber auf Wagner oder Verdi oder Puccini steht, wird schon nur die Frage nach seinem Lieblingstenor vollkommen anders beantworten als ich, erst recht die Frage nach dem einen Lieblingssänger. Ich schränke mit meiner Präferenz für ein bestimmtes Repertoire auch gleichzeitig die Anzahl der in Frage kommenden Lieblingssängerinnen und Lieblingssänger radikal ein, bzw. müsste die Frage eigentlich immer wieder neu beantworten, je nach dem für welches Stück gefragt wird.
Und selbst bei solchen Stücken die heutzutage scheinbar vom Fach gelöst sind (B. Bonney singt Schumanns Dichterliebe, was auch Wunderlich, Fischer-Dieskau,... taten) bemerke ich immer noch Schwierigkeiten beim Vergleich, weil der Stimmcharakter einfach so viel vorgibt (mir noch individueller erscheint als ein Instrument).
Gut merkt man sowas auch, wenn man Bryn Terfels Version von Schuberts Erlkönig mit Fischer-Dieskau vergleicht. Terfel, dem auch ein Wagnerorchester keine Probleme zu bereiten scheint kann das Stück unheimlich grollend und dunkel bringen, man mag fast Angst bekommen vor ihm. Aber so schmierig widerlich, so einlullend-schrecklich wie Fischer-Dieskau gelingt ihm die Rede des Erlkönigs nicht...
ich denke, es könnte auch noch etwas mit der eigenen Stimme zu tun haben, was man gerne hört... (obwohl ich Bariton bin... naja...)
mit der einen Lieblingssängerin hätte ich auf jeden Fall Probleme, mit dem einen Lieblingssänger auch (da müssten noch etliche mehr erwähnt werden, die dann aber die klarheit der Auswahl wieder verwässern würden und dazu führen würden, das es nicht um den einen Lieblingssänger geht...). Aber der Prégardien ists so'n bißchen - wohl auch, weil ich sein Repertoire sehr mag und diese schlanke Beweglichkeit der Stimme.
liebe Grüße
Christoph