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Die neben dem Streichquartett wohl am weitesten verbreitete kammermusikalische Besetzung ist wohl die des klassischen Klaviertrios. Unzählige feste Ensembles dieser Besetzung sind überall zu finden. Aber was ist mit dem Klarinettentrio? Nur vereinzelt gibt es mal eine „musikalische Skatrunde“, die längere Zeit in dieser Zusammensetzung miteinander musiziert. Der Hauptgrund dafür liegt wohl an der kurzen Repertoireliste, die einem solchen Ensemble zur Verfügung steht, während Klaviertrios in der Fülle von Literatur förmlich schwimmen. Klarinette, Cello (seltener Bratsche) und Klavier bringen völlig unterschiedliche Instrumentengattungen und damit Klangwelten zueinander, was natürlich auch gewisse spezielle Schwierigkeiten mit sich bringt. Auch wenn es nur wenig Literatur gibt: Das, was existiert, gehört meiner Meinung nach zu den Höhepunkten der Kammermusikgeschichte. Da sind zum Beispiel die beiden Beethoventrios: Das etwas bekanntere „Gassenhauertrio“ op. 11 in B-Dur und die eigene Bearbeitung des Bläserseptetts für Klarinettentrio, op. 38 in Es-Dur. Beide Werke übertreffen sich an Witz und Heiterkeit. Ganz anders hingegen das Trio op. 114 in a-moll von Brahms. Dieses Werk, das er nur wenige Jahre vor seinem Tod geschrieben hat, ist geprägt durch den düsteren ersten Satz, tröstend wirken zwei wunderschöne und liebliche Sätze, die darauf folgen, erst im letzten Satz geht die Musik aus sich heraus und bekommt einen fast dramatischen Charakter. Wunderschön melodiös wirken die „Acht Stücke“ op. 83 für Klarinettentrio von Max Bruch, die zwar meist eher melancholisch als heiter wirken, aber mit ihrer emotionalen Wirkung sehr stark beeindrucken. Das sind die bekanntesten Werke für Klarinettentrio, ebenfalls erwähnt werden sollten noch die Trios von Ries, Reineke und Zemelinsky. Seit zwei Jahren spiele ich in einem Klarinettentrio, und es macht unglaublich viel Spaß. Wenn jemand Fragen zu dieser Besetzung hat, würde ich mich freuen, wenn er sich bei mir meldet.
Mit freundlichen Grüßen, Eusebius
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