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Das Forum für Musiker und Musikschaffende |
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Nachricht |
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Digo
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Verfasst: 18.12.2008 20:43 |
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| Trusted Junior |
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Registriert: 31.07.2008 13:13 Beiträge: 206 Wohnort: Dillingen/Saar
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Oh Mann, entschuldigt bitte meine unbedarfte Äusserung. Natürlich muss der bipolar sein.  Digo, das nächste mal vorher überlegen *aua*
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Fenderizer
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Verfasst: 18.12.2008 21:06 |
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| Groovesau |
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Registriert: 07.07.2004 08:11 Beiträge: 3038 Wohnort: Bad Cannstatt
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Bei den Spannungen zwischen Pin 2+3 dürfte IMHO auch ein 1000 Mikrofarad-Elko keinen ernsthaften Schaden nehmen, wenn die Wechselspannung 'mal gegen die vorgesehene Polarität ist. Trotzdem wäre natürlich ein bipolarer Typ besser - aber teurer bzw. wesentlich schwieriger erhältlich. Die beschriebene Lösung mit zwei antiparallel geschalteten 470 Mikrofarad-Kondensatoren hat hingegen einen gewissen Charme. mawe hat geschrieben:was machen die beiden Kondensatoren eigentlich genau in der Schaltung? Machen sie den Übergang vom normalen in den Kurzgeschlossenen Zustand weicher? Aber warum gibt es zwei parallel geschaltete Kondensatoren?
Kondensatoren stellen für Wechselspannung einen gewissen Widerstand, aber keine unüberbrückbare Barriere (wie für Gleichspannung) dar. Ich versuche es 'mal mit einer Analogie: der Kondensator ist ein Gefäß, in das Flüssigkeit (= elektr. Ladung) hineingefüllt werden kann. In Abhängigkeit vom Druck (= Spanunng) und verwendeten Zapfhahn-Querschnitt (= Vorwiderstand) läßt sich das Gefäß befüllen. Ein 10-Liter-Eimer (= große Kapazität) ist bei gleichem Druck u. Zapfhahn natürlich langsamer voll als ein kleiner Becher (= kleine Kapazität). In Zusammenspiel mit dem Vorwiderstand werden die Kondensatoren bei ausgeschaltetem Kill-Switch also verschieden schnell ge- und entladen, sobald Spannungsunterschiede zwischen den Anschlüssen Pin 2+3 (= Ton-Signal, die +48V Phantom liegen ja auf beiden Pins) herrschen. Der kleine Kondensator schließt nach meinem Verständnis die schnellen Änderungen (Schalt-Knack) kurz (weil schnell umgeladen), während der große als Ladungsspeicher dient und dafür sorgt, daß im Betrieb der Potentialunterschied zwischen ein- und ausgeschaltetem Kill-Switch nicht so groß wird, daß trotz des kleinen Kondensators ein Knack-Geräusch entstehen kann. Gruß - der Fenderizer
_________________ they're coming to take me away ... hahaa! P.S: this post is printed on 100% recycled electrons
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hörnli
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Verfasst: 18.12.2008 23:54 |
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| Amtlich unterwegs |
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Registriert: 16.08.2005 03:42 Beiträge: 588 Wohnort: Planet: Erde
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Moin,
ich versuche mich mal an einer Schaltungsanalyse.
Das Problem beim einfachen Kurzschließen von Pin 2 mit Pin 3 ist, daß im Betrieb mit realem Mischpult und realem Mikrofon diese beiden Pins eben nicht genau die selbe Gleichspannung gegen Masse (Pin 1) haben werden. Mischpultseitig liegt das an der Toleranz der Speisewiderstände, die Speisung der Pins 2 und 3 ist eben nur theoretisch symetrisch. Mikrofonseitig gibts bei der Entnahme der Speisespannung dieselben Toleranzen, deswegen kommt es zu einer nicht ganz symmetrischen Belastung der beiden Phantomspannung führenden Pins. Einfache Elektretbeschaltungen sind nichteinmal theoretisch symmetrisch.
Auf diese Differenzspannung zwischen Pin 2 und 3 werden nun beide Kondensatoren geladen, über den 10kohm Widerstand. Dieser Widerstand begrenzt gleichzeitig die Belastung der Tonwechselspannung. Um die Tonspannung "auszuschalten" wird dieser Widerstand nun mit dem Schalter überbrückt. Die Kondensatoren behalten nun genau die Ladung aus der Differenz zwischen Pin 2 und 3, an dieser Differenz ändert sich durch den Schalter nichts, das Mikrofon bleibt ja gespeist. Nur die Tonspannung wird kurzgeschlossen, weil ein derart großer Kondensatorwert zusammen mit dem Quellwiderstand des Mikrofons einen Tiefpass bildet, der nur Frequenzen weit unterhalb des hörbaren Tonfrequenzbereichs durchlässt, bzw nicht kurzschließt. Die beiden Kondensatoren sind also dazu da den Gleichspannungsunterschied zu konservieren, damit der Schalter eben daran nichts ändert. Jede Änderung dieses Gleichspannungsunterschieds wäre gleichbedeutend mit einer Tonfrequenz, und als Knacken hörbar.
@ Fenderizer: die Tonwechselspannung wird kaum eine Ladungsänderung im Kondensator bewirken, dazu ist die Kapazität in Anbetracht des Innenwiderstandes des Mikrofons zu hoch. Das ist also nicht das Problem mit gepoltem Elko.
Daß dort zwei Kondensatoren unterschiedlicher Bauart eingesetzt werden liegt daran, daß die Kapazität von Elektrolytkondensatoren frequenzabhängig ist, im allgemeinen ist deren Kapazität zu hohen Frequenzen hin geringer. Zudem haben Elkos einen recht hohen Serienersatzwiderstand (ESR). Das versucht der Entwickler durch parallelschalten eines Folienkondensators, die recht frequenzlinear wirken, auszugleichen. Das ist jedoch in diesem Fall nicht nötig, zudem ist der Wert des Folienkondensators viel zu klein, um überhaupt etwas zu bewirken.
Ich denke tatsächlich, daß die Originalschaltung mit einem gepolten 1000µF Elko, und parallel dazu einem 0,1µF Folienkondensator gedacht ist. Jedoch ist das ein "unsauberes" Design, denn Elkos verlieren schon alleine dadurch, daß sie nie in die Nähe ihrer Nennspannung geladen werden mit der Zeit ihre Kapazität und zusätzlich nimmt der Isolationswiderstand ab. Weiter beschleunigt wird dieser zerstörerische Effekt, wenn eine verpolte Aufladung stattfindet. Bis zu 1,5 Volt darf ein Elko kurzzeitig falschrum geladen werden, doch von kurzzeitig kann man hier nicht sprechen. Deswegen schlage ich hier einen bipolaren Elko vor.
Die LED, der rettende Einfall:
Das Problem ist ja beim bisherigen Schaltungsvorschlag, daß beim Abschalten der LED die Belastung der Mischpultspeisung schlagartig abnimmt. Nun ist es aber so, daß bei leuchtender LED der Löwenanteil der Speisespannung an den beiden Vorwiderständen abfällt, und nur ein geringer Teil, 1-2 Volt, an der LED. Also schalten wir die LED durch überbrücken derselben aus. So fließt zwar ständig ein Strom über die beiden Widerstände, doch die Stromänderung ist sehr gering. Angenommen von der Phantomspannung bleiben unter Last 30 Volt übrig. Dann ist bei geöffnetem Schalter an den beiden Vorwiderständen eine Spannung von ca. 28V und an der leuchtenden LED ca. 2V. Bei überbrückter (dunkler) LED ist an den Vorwidersänden 30V, an der LED 0V. Zwischen den beiden Schaltzuständen ändert sich die Belastung unerheblich, es dürfte nur sehr wenig knacken, weit weniger als wenn sich die Belastung um 3mA, dem vollen LED- Strom, zu 0mA, der ausgeschalteten LED ändert.
Grüße, Bernd
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mawe
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Verfasst: 19.12.2008 11:18 |
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| Zuschauer |
Registriert: 10.12.2008 23:27 Beiträge: 18
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Moin, danke für eure Schaltungsanalysen und Erklärungen! Hörnlis Kritik an der Schaltung klingt plausibel. Ich werde mir heute einfach beide Arten von Kondensatoren bestellen und zunächst den bipolaren ausprobieren. @hörnli: dein Einfall für die LED ist gut, aber ich werde trotzdem auf die Batterie zurückgreifen. Die Phantomspannung ständig mit 2-3mA extra zu belasten ist mir zu unsicher, besonders da ich die Box auf der Bühne benutzen möchte und nie sicher sein kann, ob das Mischpult vor Ort tatsächlich die 6-7mA (Widerstände + Mikro) liefern kann. Hier mal ein kleines Bild meiner Mute-Box... sieht doch richtig wichtig aus mit dem roten Knopf!   Viele Grüße, Marcus
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hörnli
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Verfasst: 19.12.2008 12:33 |
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| Amtlich unterwegs |
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Registriert: 16.08.2005 03:42 Beiträge: 588 Wohnort: Planet: Erde
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heyy, richtig schick, wo hast Du das Gehäuse her?
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mawe
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Verfasst: 19.12.2008 13:54 |
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| Zuschauer |
Registriert: 10.12.2008 23:27 Beiträge: 18
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Digo
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Verfasst: 31.12.2008 02:50 |
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| Trusted Junior |
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Registriert: 31.07.2008 13:13 Beiträge: 206 Wohnort: Dillingen/Saar
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Hallo mawe,
mir hat deine Frage auch wieder weitergeholfen. Deine Lösung für diesen Thread ist perfekt.
Ich wünsch dir alles Gute für das Neue Jahr. Verrate uns nochmal deinen nächsten Live-Gig. Da würde ich gerne vorbeikommen. Und Lauschen.
LG Digo
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mawe
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Verfasst: 05.01.2009 12:31 |
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| Zuschauer |
Registriert: 10.12.2008 23:27 Beiträge: 18
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Moin, ich habe mittlerweile die MuteBox mit einem(!) 100uF Bipolar Kondensator und den 10k und 150 Ohm Widerständen wie in der Schaltung aufgebaut. Das Knack-Geräusch ist jetzt kaum hörbar, also ein voller Erfolg. Was ich jetzt allerdings bemerkt habe ist, das das Tonsignal nicht komplett ausgeschaltet, sondern nur extrem gedämpft wird. Aber auch das ist akzeptabel. Ich werde demnächst noch die beiden antiparallel geschalteten Kondensatoren zusammen mit dem 0,1uF Folienkondensator ausprobieren und nochmal rückmeldung geben. Digo hat geschrieben:Ich wünsch dir alles Gute für das Neue Jahr. Verrate uns nochmal deinen nächsten Live-Gig. Da würde ich gerne vorbeikommen. Und Lauschen. LG Digo
Ebenfalls alles Gute! Mein nächster Live-Gig ist am 13. Februar im Tanzhaus Wabe in Berlin. Da wird dann wohl auch die MuteBox in dreifacher Ausführung eingesetzt werden  Mehr Infos gibts hier: http://www.fievklang.de/Viele Grüße, Marcus
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DJ-Heini
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Verfasst: 05.01.2009 14:16 |
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Schöne Musik macht ihr. Hör ich gerne diese Instrumente. Macht weiter so.  :-)
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