[b]Musiker beklagen mangelnde Unterstützung durch Radio[/b]
Berlin (pte, 09. Mär 2005 13:44) - Im vergangenen Jahr hat sich das deutsche Musikgeschäft bei einem Umsatzrückgang von 3,6 Prozent stabilisiert, wie Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände
http://www.ifpi.de bei einer heute, Mittwoch, stattfindenden Pressekonferenz in Berlin bekannt gegeben hat. "Die extrem negative Umsatzentwicklung der vergangenen Jahre ist offensichtlich beendet", so Gebhardt. Erst für 2006 werden wieder leichte Zuwächse erwartet. Der Anteil deutscher Künstler von über 30 Prozent in den Album-Charts 2004 ist laut Phonoverband ein neuer Rekord.
Der Umsatz der Branche sank 2004 im Vergleich zum Vorjahr geringfügig von 1,81 Mrd. Euro auf 1,75 Mrd. Euro. Der Absatz von Tonträgern sank um 2,6 Prozent von 183 auf 178 Mio. Stück 2004. Damit sich der Musikmarkt weiter konsolidieren kann, pocht Gebhardt auf die Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Musikwirtschaft. Konkret bedeutet das die Einschränkung der Privatkopie im Urheberrechtsgesetz sowie eine konsequente Verfolgung von Musikpiraten. Gebhardt fordert hierfür gesetzliche Auskunftsansprüche gegenüber Providern.
Der junge Musikmarkt im Internet hat vergangenes Jahr mit acht Mio. Downloads im Wert von zehn Mio. Euro 0,7 Prozent des Umsatzes ausgemacht. Zahlen zum mobilen Musikmarkt gibt es nicht, da dieses Segment statistisch noch nicht erfasst wird. Im Kampf gegen die Onlinepiraterie geht die Strategie der Musikwirtschaft laut Phonoverband auf. "Wir unterstützen legale Angebote und gehen gegen illegale Angebote konsequent vor", so Gebhardt. Ein Lüneburger Raubkopierer musste kürzlich den bislang höchsten Schadensersatzbetrag von 15.000 Euro zahlen. Mehr als 8.000 Musiktitel bot er illegal auf einer Tauschbörse im Internet an. Laut einer Studie der Marktforscher von der Gfk sank die Nutzung illegaler Musikangebote.
Mit Hinweis auf den wachsenden Anteil deutscher Musik bei den Albumverkäufen kritisiert Gebhardt die Radiosender und spricht von einer Diskriminierung deutscher Musikkultur. "Unter den 25 meistverkauften Alben waren 2004 zehn Alben deutscher Künstler - aber nur zwei deutsche Künstler finden sich unter den 25 meistgespielten Titeln im deutschen Rundfunk", kommentiert er die Ergebnisse einer Studie von Nielsen Music Control
http://www.music-control.com und fordert, dass vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender ihrem Programmauftrag wieder nachkommen. Der Anteil deutschsprachiger Titel ist im öffentlich-rechtlichen Rundfunk von 38 Prozent 2002 auf 14 Prozent 2004 gefallen.[/b]