Profi-Audiogeräte: Deutsche zahlen am meisten
Wien (pte/09.05.2007/06:20) - Der Markt für professionelles Audio-Equipment hat 2006 auf Europas fünf Top-Märkten Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien einen Umsatz von über einer Mrd. Euro (plus 3,5 Prozent) eingespielt. Einer Studie der Interconnection Consulting Group (IC) zufolge nimmt der deutsche Markt mit einem Anteil von einem Drittel dabei den Löwenanteil ein. Darüber hinaus wartet Deutschland aufgrund von Nachholeffekten der Konsumenten auch mit dem höchsten Umsatzzuwachs (plus 4,9 Prozent) auf. Außerdem greifen die Deutschen für Audiogeräte am tiefsten in die Tasche. "Der deutsche Konsument legt Wert auf Qualität und Langlebigkeit und ist bereit, mehr dafür zu zahlen", erklärt IC-Analyst Martin Schimetits gegenüber pressetext.
Das führe zu höheren Durchschnittspreisen in Deutschland. Der spanische Endnutzer stattet sich laut Studie dagegen eher mit preisgünstigeren Audiolösungen aus. Innerhalb der sieben untersuchten Produktgruppen gibt es zwar sehr starke Preisschwankungen. Dennoch sei ein allgemeiner Abwärtstrend bei der Preisentwicklung zu beobachten, meint Schimetits. Dabei steigt für die europäischen und US-Hersteller der Konkurrenzdruck aus dem asiatischen Raum. Das zwinge die Top-Hersteller entweder zu einer Auslagerung der Produktion in Billiglohnländer oder zu einer Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb.
"Die Produkte sollten stärker auf den Kunden zugeschnitten werden", rät Schimetits. So sollten die Hersteller auf Trends wie den zur steigenden Beschallung von Einkaufszentren oder den zunehmenden Heimgebrauch eingehen. Als ein Wettbewerbsvorteil gegenüber der asiatischen Konkurrenz könnte sich etwa der bessere Kontakt zum Kunden erweisen, so der Experte im Gespräch mit pressetext. Asiatische Hersteller würden dagegen vorrangig auf den Preisvorteil setzen.
Die positive Entwicklung des professionellen Audiomarkts wird sich nach den Prognosen der Marktforscher in den kommenden drei Jahren mit einer jährlichen Wachstumsrate von 3,8 Prozent fortsetzen. Als Wachstumstreiber haben die Experten neben einem allgemein positiven ökonomischen Umfeld vor allem den Trend zur Digitalisierung sowie zur kabellosen Übertragung ausgemacht. Mittlerweile operieren mehr als 60 Prozent aller Aufnahmegeräte und 50 Prozent der Prozessoren digital. Die Durchdringungsrate von kabellosen Kopfhörern ist auf 69 Prozent, die bei Mikrophonen auf 57 Prozent gestiegen.
Derzeit dominieren Lautsprecher, Mikrophone und Verstärker mit einem Umsatzanteil von 27, 23,7 bzw. 17,2 Prozent den Markt für professionelle Audiogeräte. Das größte Wachstum verzeichneten im vergangenen Jahr die Kopfhörer. Weil immer mehr private Nutzer zu professionellen Kopfhörern greifen, konnte dieses Segment mit einem Umsatzplus von 8,1 Prozent aufwarten. Zwar erwirtschaften die Bereiche Touring und Live Sounds sowie Sound Studios mit 37 Prozent bzw. 17,4 Prozent Marktanteil noch immer die größten Umsätze. Der Bereich Home-Use erlöst aber bereits immerhin 94 Mio. Euro über private Nutzer.
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