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Songwriting & Arrangement - Teil 1: Du brauchst Hilfe

Autor: Lars Deutsch ({ AUTHOR_HOMEPAGE })

Nachdem wir beschlossen haben einen kleinen Online-Kurs zum Thema Songwriting, Komponieren und Arrangieren anzubieten, habe ich mir überlegt dass ich Online genau so beginnen werde, wie ich das im richtigen Leben mache...



Am Anfang steht der Kampf gegen verkrustetes Gedankengut, musikalisches Halbwissen und Ignoranz. Hier also Lektion 1 „Du brauchst Hilfe!“

Diese Lektion wird sicherlich bei einigen hier auf wenig Gegenliebe stoßen. Viele Menschen lieben die Musik und verbringen sehr viel Zeit damit. Die führt oft dazu, dass man sich selber eine gewisse Autorität zuschreibt. Nach dem Motto – ich bin so engagiert, ich muss ja Experte sein. Ähnlich wie beim Fußball, wo auch jeder in der Stammtischkneipe grundsätzlich meint, mehr zu wissen als der Bundestrainer.

Leider ist das ein Irrglaube, nur weil Du in einer Band spielst oder schon seit fünf Jahren Klavierunterricht hast, macht Dich das nicht automatisch zum neuen John Williams.

Viele Musiker und Bands haben aber leider gerade hier Berührungsängste, welche eher mit Unwissen zu tun haben. Ein guter Co-Songwriter hilft Dir, Deine Songs nach Deinen Wünschen umzusetzen - aber in aller Regel besser und mit weitaus weniger Zeitaufwand. Aus der Jazz–Kapelle wird unter dem Einfluss eines Songwriters nicht Bon Jovi, Deine Stücke werden auch nicht verstümmelt und es ist auch keine Schande, sich einen Experten ins Boot zu holen. Im Gegenteil: Es zeigt u.a. dass Dir die Qualität der Musik wichtiger ist als Dein Ego.

Ein konkretes Beispiel:
Gerade bei Gothic und Metal gibt es viele klassische Elemente, wie z.B. Klavier- und Streicherintros, Operngesang und Bombast. Um ein Streicher-Arrangement zu schreiben, welches wirklich "klassisch" klingt muss (ja: muss!) man sich an die Regeln der Stimmführung halten; für Operngesang sollte man in der Lage sein, einen Melodiebogen über mindestens acht Takte aufrecht zu erhalten, und sich nicht nur zwischen akkordeigenen Tönen entlanghangeln; für Bombast braucht man ein wenig Harmonielehre.

Wenn Du nun in einer solchen Band spielst und Ihr habt einen Song der Potential hat, wäre es der Job des Co-Songwriters oder Komponisten, Deine guten Ideen zu erhalten und die technischen Mängel auszugleichen. Der Song bleibt immer noch Dein "selbstgebautes" Haus, jetzt aber mit vernünftiger "Statik".
Liegt Dein Interesse eher in der klassischen Komposition, gelten diese Regeln umso mehr. Ein Chorstück z.B. ist immer auch eine Übung im vier-stimmigen Kontrapunkt, wer dies nicht beherrscht, wird fast zwangsweise Probleme bekommen.

In der klassischen Musik sagt man, dass ein Komponist circa 15 Jahre braucht um technisch so sicher zu sein, dass er wirklich genau die Musik machen kann, die er machen will und nicht die Musik, die ihm seine technischen Grenzen zulassen. Es ist also alles andere als eine Schande, dass Du hier noch unsicher bist.
Zudem ist es ein Zeichen von Intelligenz eigene Schwächen zu kennen und einzugestehen. Mir passiert es fast täglich, dass ich eine musikalische Frage habe, bei der ich einen oder sogar mehrere Kollegen anspreche. In letzter Zeit habe ich die Musik von Danny Elfman analysiert und bin über einige Akkordwechsel gestolpert, bei denen ich mir nicht sicher war, ob sie eine Danny Elfman Erfindung waren oder vielleicht ein weniger bekannter „Jazztrick“. Also frage ich einen Jazzer. Als Komponist, mit zwei Abschlüssen in klassischer Komposition und einigen Jahren Erfahrung, bin auch ich regelmäßig auf die die Hilfe angewiesen. Was uns zum Fazit führt.

Fazit: Du brauchst Hilfe – und das ist ganz normal. Alle die sich nun mit Profi-Gedanken tragen oder die einen hohen Qualitätsanspruch haben, sollten sich mit dieser Idee auseinandersetzen. Nicht umsonst lassen sich auch große Bands ihre Streicher von Experten arrangieren oder nehmen Ihre CDs mit ganz bestimmten Produzenten auf.

Wie kann Hilfe beim Songwriting aussehen?


Songwriting und Komposition können online oder mit Büchern nur sehr unzureichend erlernt werden. Sicher ist es wichtig sich mit diesem Material auseinanderzusetzen, aber nichts ersetzt den kompetenten Lehrer. Ich kann gar nicht genug unterstreichen, dass sich genau wie beim Instrumentalunterricht ein guter Lehrer in jeder Hinsicht lohnt - selbst finanziell. Tausende verschwendete Stunden, Frust und ungenügende Ergebnisse haben auch ihren Preis.

Mein Vorschlag: Alle zwei Wochen eine oder je nach Geldbeutel auch zwei Unterrichtsstunden. Diese Unterrichtsstunden sollten zweigeteilt sein. Ein Teil besteht aus Grundlagenarbeit welche der Lehrer vorgibt (z.B. Harmonielehre, Kontrapunkt), der zweite Teil wird vom Schüler, also von Dir bestimmt. Hier kann man z.B. gemeinsam an Stücken arbeiten. Meiner Meinung nach sollte der Unterricht stilistisch offen sein, d.h. wenn Du Lust hast ein Death Metal Stück zu schreiben, soll das genau so möglich sein, wie ein klassisches Stück für Cello.

Noch ein Tipp: Engagier einen Songwriting–Experten. Eine effektive Art zu mehr zu lernen und gleichzeitig die Stücke im eigenen Repertoire etwas auszubessern, ist mit einem Songwriter zusammenzuarbeiten - am besten mit jemandem der auch klassisch ausgebildet ist. Vor einer neuen CD könntest Du mit Proberaum-Aufnahmen und Noten zu einem Experten fahren und an einem Nachmittag das neue Material durchgehen. Hier erhältst Du gezielte, maßgeschneiderte Tipps für Deine Musik. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie oft mir Musiker ihre letzte CD vorspielen und nach meinen Kommentaren sagen: „Hätte ich das man vorher gewusst.“

Zum Abschluss


Du möchtest gerne etwas tun für Deine Fähigkeiten und doch erst Mal mit einem Buch anfangen? Hier zwei Buch-Tipps. Das erste Buch benutze bei all meinen Songwriting und Kompositionsstudenten.

Fux „Gradus Ad Parnassum“ – das Buch mit dem z.B. Bach und Mozart ausgebildet wurden. Sehr verständlich trotz des hohen Alters und die beste und einfachste Kontrapunkt-Schule die ich kenne. Dieses Buch ist in vielen größeren Büchereien vorhanden oder kann im Antiquariat gefunden werden.

„Gradus Ad Parnassum“ jetzt bei Amazon bestellen

Sturman „Harmony, Melody and Composition“ und „Advanced Harmony Melody and Composition“ – leider nach meinem Wissen nur auf Englisch erhältlich. Sehr klar, übersichtlich und leicht verständlich. Diese beiden Bücher waren bei meiner englischen Uni auf der Leseliste.

Viel Erfolg




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